5. Gießener Museumsfestam 29.8.26 von 10 bis 17 Uhr
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© 2025 Thomas Kirchhof, Tannenweg 48, 35394 Gießen
„rasend rechnende Räder“alte Rechenhilfen und Rechenmaschinen (+ ein wenig Elektronik) |
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Es fing harmlos an. Ich wollte - wozu auch immer - eine (ich schwöre es: nur eine!) Rechenmaschine haben, die ohne Strom funktioniert. Man hat eben manchmal Ideen... Die Suche im Auktionsportal mit den vier Buchstaben war schnell erfolgreich. Die wenig später gelieferte Maschine sah gut aus, brauchte aber offenbar etwas Öl. Also schraubte ich das Gehäuse auf - und war am Staunen: WOW! „Was für geniale Ideen diese Konstrukteure hatten! Wie kamen die denn da drauf? Ist das bei den anderen Rechenmaschinen auch so interessant?“ Schon war's passiert und ist bislang nicht mehr zu stoppen. Grenzen ziehen nur mein Geldbeutel (daher gibt's hier weder Pascaline noch Arithmaurel), das kleine Restchen Vernunft dem klar ist, dass man nicht alles sammeln kann (Schreib-, Bleistiftspitz- und andere Büromaschinen sind also tabu), vor allem aber die Allerliebste (die das kopfschüttelnd toleriert und manchmal Staubschutzhauben näht). Der Wahnsinn ist im Laufe der Jahre weiter fortgeschritten. Die Geräte wiegen zusammen nun ziemlich genau zwei Tonnen, füllen bereits ein kleines Zimmer und erobern gerade den Dachboden. Einziger Trost: Im Vergleich zu alten Dampfloks, Traktoren oder ähnlichem sind der Finanz- und Platzbedarf doch eher maßvoll. Was für ein Glück, dass ich damals keinen Traktor haben wollte! |
Das Erforschen der Funktionen und des meist komplexen Innenlebens ist nett, eine erfolgreiche Reparatur ist noch schöner. Es fühlt sich „irgendwie richtig“ an, wenn nach einem halben oder ganzen Jahrhundert alles wieder sauber läuft und dabei korrekte Werte herauskommen. Vielleicht versteht das besser, wer selbst mal die Maschinen bedient und die Mechanik in den Fingern spürt? Dieses wundervolle Zusammenspiel der Kurbeln, Tasten, Hebelchen und Zahnräder ist mir wesentlich wichtiger als ein „musealer Originalzustand”. Die Maschinen dürfen bei mir verändert, aufgehübscht oder sogar neu lackiert sein - vor allem aber auch zeigen, dass sie benutzt, gepflegt und ggf. repariert wurden. |
Mich interessiert zusätzlich, wie die Geräte gebaut und gehandelt wurden und wer sie wozu benutzt hat. Solche Informationen wurden leider zu selten bewahrt. Sucht man im Internet nach Konstrukteuren, Herstellern, Jahreszahlen usw., so findet man öfters unterschiedliche Angaben. Welchen dieser Quellen soll man da vertrauen? Vor allem die Jahre sind oft nur grob zu schätzen. Daher werde ich mich öfters mal irren. Wenn dann jemand mehr weiß: Ich freue mich wirklich sehr über bessere Infos! Kontaktmöglichkeiten stehen im Impressum. Schwerpunkt der Sammlung ist die per Hand betriebene Mechanik, die ich inzwischen meist gut reparieren kann. Geräte mit Elektromotor arbeiten meist ziemlich schnell, weshalb man die Fehler da schwerer findet. In letzter Zeit werden aber auch die häufiger. Zum Ende hin sind Beispiele der elektronischen Rechner gelistet, die zum Untergang der Rechenmechanik führten und schließlich jene Computer, die bei uns (mindestens ab und zu) noch genutzt werden. Der Kontrast zur Mechanik zeigt, wie rasant die Entwicklung weiter ging. Die folgenden Bilder und Texte zeigen nun einen kleinen Ausschnitt aus der langen Geschichte der Rechentechnik. Vielleicht erfreut sich der eine oder andere ja daran. Mich würde vor allem freuen, wenn sich manche Besucher wieder für die eigenen „alten Schätzchen“ begeistern ließen, die auf ihrem Dachboden einstauben oder im Keller leise vor sich hin rosten. |
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Volle Schränke: Dachboden: |
)Ein Ausdruck ermöglicht natürlich keine Verlinkungen - nur eine direkt aus Vivaldi oder Chrome erzeugte PDF kann das so halbwegs. Aber sowohl Papier als auch PDF sind im Informationsgehalt reduziert und bleiben nicht lange aktuell.
Daher ggf. doch mal die Webseite www.rasend-rechnende-raeder.de ansehen!
Thomas Kirchhof
Tannenweg 48
35394 Gießen
ed.fohhcrik-samoht(ta)tsop
e-Mails werden nicht täglich gelesen -
bitte Telefon nutzen, wenn's dringend ist:
06 41 / 3 82 66
Schon in der Antike gab es diverse Rechenhilfen und mathematische Instrumente. Wie man spätestens seit dem Fund des Antikythera-Mechanismus weiß, konnten damals schon außerordentlich komplexe Geräte gebaut werden.
Ob es zu dieser Zeit auch schon Einzelstücke echter Rechenmaschinen gab? Auszuschließen wäre das nicht, aber bislang hat man keine gefunden, auch keine Hinweise darauf in der leider nur lückenhaft überlieferten Literatur.
In der Renaissance haben sich wieder viele Erfinder mit Zahnrädern und Uhren befasst, unter anderem auch Leonardo da Vinci. Auch von denen ist bislang keine Rechenmaschine bekannt.
Die folgenden Abschnitte bieten einen kurzen Überblick über die Geschichte der echten Rechenmaschinen.
Zu den Rechenhilfen (und was diese von echten Rechenmaschinen unterscheidet) steht ein wenig im Aufklapp-Menu der ersten Gruppe...
Die Frage kommt uns heute komisch vor, aber bis vor einigen zehntausend Jahren wurde wohl kaum bis gar nicht gerechnet. Wozu auch? Ein wenig Abzählen, gelegentliches Aufteilen - das reichte schon. Es gibt einige wenige Gebiete, in denen Menschen heute noch so leben!
Mit dem Aufkommen von Weberei, Töpferei und anderen Handwerken entstand möglicherweise erster Rechenbedarf.
Der große Schub dürfte aber eher durch Ackerbau, Landverteilung und Steuererhebung geschehen sein, also mit der Entstehung von Arbeitsteilung und Hierarchien. Nun wurde es wichtig, wem welches Stück Ackerland gehörte, wer zu wieviel Abgaben gezwungen werden konnte, ob diese auch geleistet wurden, bei welchem Stand der Gestirne eine Aussaat erfolgen sollte. Die Landvermesser, (Priester-)Astronomen und Steuerbüttel gehörten daher wohl zu den ersten Rechnern. Fernhändler (Schulden, Zinsen, Wertumrechnungen, ...) und Militärs (Versorgungsbedarf, Wegstrecken, ...) kamen im Laufe der Zeit dazu.
Viele Hochkulturen samt ihrer Rechenkünste gingen wieder unter, doch einige davon (z.B. die „Erfindung“ der Null in Indien!) schufen die Grundlagen des heutigen Rechnens.
In unserem Kulturkreis erhöhten die Entwicklung von Geldwesen, Wissenschaft und Technik, die Einführung der Artillerie, das Entstehen erster Versicherungen allmählich den Bedarf: Die Statik von Brücken, Geschossbahnen, Börsenkurse und vieles mehr sollten berechnet werden. Die immer komplexeren Anforderungen brachten das Rechnen mit Kopf, Stift und den damals schon bekannten Rechenhilfen an seine Grenzen.
Doch inzwischen hatte sich auch die Feinmechanik weiter entwickelt. Also begannen erst die Ideen und dann die Versuche, das „lästige Rechnen“ zu mechanisieren...
Die älteste bekannte Rechenmaschine hat der Mathematiker und Astronom Wilhelm Schickard 1623 konstruiert. Damit war er seiner Zeit voraus, denn es gab da noch fast keinen Bedarf dafür. Für Johannes Kepler wollte er ein weiteres Exemplar bauen, aber dazu kam es nicht mehr: Schickard starb an der Pest und in den Wirren des 30jährigen Krieges ging die Maschine verloren. Die Erfindung wurde vergessen, bis man nach 1980 Schickards Originalskizzen und einen Brief an Kepler fand.
Einen Emulator der Maschine von Schickard kann man bei Mathematik alpha herunterladen:

1643 konstruierte Blaise Pascal die Pascaline, eine Maschine für Addition und Subtraktion. Die war zuerst nur als Einzelstück für seinen Vater (einen Steuereintreiber) gedacht, aber es gab offenbar schon ein wenig Nachfrage nach Rechenmaschinen. Pascal ließ daher ungefähr 50 weitere Exemplare bauen.
Nächster Entwicklungsschritt war (soweit heute bekannt...) die Erfindung der Staffelwalze durch Gottfried Wilhelm Leibniz im Jahr 1671. Im Laufe mehrerer Jahrzehnte(!) konstruierte er seine „machina arithmetica“, die erstmals alle vier Grundrechenarten beherrschte (die sogenannten „vier Spezies“ des Rechnens). Von ihr wurden aber wieder nur wenige Exemplare gebaut.
Viele neue Rechenmaschinen wurden konstruiert, z.B. auch durch Hahn, Gersten und Müller (beide in Gießen!). Doch der Stand der Technik ermöglichte noch nicht die für eine Serienfertigung notwendige Präzision, auch der Rechenbedarf war offenbar damals noch nicht allzu hoch. Diese handgefertigten Geräte blieben daher unerschwinglich teure Einzelstücke, die letztlich meist in den Kuriositätensammlungen der Fürsten verschwanden.
Immer mehr Industrialisierung und Arbeitsteilung brachten enormen Rechenbedarf mit sich, zugleich entstanden in der Feinmechanik (Uhren, Waffen, Nähmaschinen, ...) aber auch die Voraussetzungen für den Bau zuverlässiger Rechenmaschinen.
Viele unterschiedliche Konstruktionen wurden ersonnen, manche davon konkurrierten auf den großen Industrieausstellungen miteinander um Preise und Förderung. Die erste wirkliche Serienfertigung gelang C.X.Thomas de Colmar in Paris, der ab 1820 eine Maschine auf Basis der Leibniz'schen Staffelwalze entwickelte. Er nannte sie „Arithmometre“ und fand dafür ab 1850 erste Kunden: große Handelshäuser, Versicherungen und Banken, aber auch Behörden, Universitäten und Militär.
Der Arithmometer blieb einige Jahrzehnte ohne Konkurrenz, dann liefen die Patente ab und andere Hersteller brachten Nachbauten auf den Markt. Vor allem aus Deutschland kamen ab etwa 1880 immer mehr und ausgereiftere Nachbauten. Zur gleichen Zeit gingen in den USA erste dort entwickelte Addiermaschinen in die Serienproduktion.
Ebenfalls noch vor der Jahrhundertwende begann erst in Russland und bald auch in Deutschland die Serienfertigung von W.T.Odhners Sprossenrad-Maschinen, die eine weitere Gruppe sehr erfolgreicher Maschinen wurden.
Den Emulator einer späten, gut ausgestatteten Sprossenradmaschine findet man bei D.E.Dirkse:
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Zugleich mit dem nun immer schneller steigenden Rechenbedarf wuchs auch das Angebot an Rechenmaschinen. Neu entwickelte Zusatzeinrichtungen. Motorisierung und Automatisierung verbesserten deren Leistungsfähigkeit. Nach Ablauf der Patente fanden sich dann oft weitere Entwickler, die daraus eine unüberschaubare Anzahl von Abwandlungen schufen - die am Markt mal mehr, mal weniger erfolgreich waren.
Die Methoden der Fabrikation wurden effizienter und ermöglichten immer höhere Präzision. Das verbesserte die Zuverlässigkeit der Maschinen und ließ die Preise sinken, was den Absatz der Maschinen noch förderte. Der Wettbewerb um günstige Preise führte allerdings gelegentlich (besonders in der letzten Phase) auch wieder zu Qualitätsverschlechterungen.
Ob hand- oder motorbetrieben, Sparversion oder Superausstattung, Sprossenrad, Staffelwalze oder Zahnstange: Das schnelle Ende der Mechanik begann 1961, als die erste elektronische ANITA und bald auch deren „Kollegen“ in die Büros einzogen. In nur einem Jahrzehnt machten sie die Rechenmaschinen obsolet. Fast alle Firmen stellten die Produktion ein oder verschschwanden ganz. Nur im damaligen „Ostblock“ erfolgte das später: Bis in die späten 70er-Jahre wurden dort noch Rechenmaschinen gebaut.
Die Rechenschieber und Logarithmentafeln hielten sich in Ingenieurbüros, Schulen und Universitäten etwas länger, da frühe elektronische Geräte noch wenige Funktionen hatten und extrem teuer waren. Doch integrierte Schaltkreise („Chips“) wurden schnell leistungsfähiger und ihr Preis sank rapide.
Am 12. Juli 1972 startete in den USA der Verkauf des knapp 400 $ teuren Hewlett-Packard HP‑35, der alles genauer und schneller rechnete als jeder Rechenschieber. Am 13. Juni 1976 erschien dann mit dem TI‑30 der erste wissenschaftliche Taschenrechner, der gerade mal 25 $ kostete. Damit waren nun auch Rechenschieber und Logarithmentafeln praktisch wertlos und verschwanden schnell in die Mülltonnen oder Schubläden.
Tisch- und Taschenrechner sind genauer, schneller, lautlos und haben immer mehr Funktionen. Doch das fehlende Gefühl für das, was man da gerade rechnet führt manchmal zu folgenreichen Fehlern. Jedem Display wird völlig vertraut, kaum einer kann noch einen Überschlag im Kopf machen, ob Eingetipptes und Angezeigtes auch stimmen.
Auch europäische Rechenmaschinen-Hersteller versuchten sich am Bau elektronischer Rechner. Doch fast überall traf man schnell Vereinbarungen mit japanischen Lieferanten, weil die Herstellung der frühen elektronischen Geräte noch aufwendige Handarbeit erforderte und daher in Europa kaum bezahlbar war. Die japanischen Löhne dagegen waren konkurrenzlos niedrig, also kauften dortige Firmen Chips aus den USA und bauten um diese herum Rechner, die von den europäischen Firmen (im Vergleich zur Eigenproduktion) viel günstiger angeboten wurden. Damit lieferten die etablierten Vertriebsnetze der Büromaschinen-Hersteller den japanischen Firmen Starthilfe, was den Untergang noch beschleunigte: Lange vor der Einführung rationeller Herstellungsweisen waren die alten Industrien vom Markt gefegt.
Auch in den USA war das Lohnniveau eigentlich zu hoch für die aufwendige Handarbeit beim Bau der elektronischen Geräte. Doch dort wurde vom Staat (vor allem dem Militär) gegengesteuert, denn man wollte das damalige Fast-Monopol der Chip-Fertigung und andere Kompetenzen so lange wie möglich im Land behalten. Also gab es hohe Subventionen und viele teure Aufträge für die einheimischen Firmen. So konnten amerikanische Hersteller einige Zeit mithalten oder gar die Technologieführerschaft erringen. Noch viele Jahre mussten die asiatischen Hersteller ihre Chips überwiegend in den USA kaufen.
Natürlich hat sich noch jede Generation über die danach beklagt. Aber darum geht es hier nicht: Auch „wir Alten“ rechnen offenbar immer weniger.
Einfache Taschenrechner sind eigentlich schon „Technik von gestern“, denn jedes Smartphone bietet da mehr. Die meisten Taschenrechner mit wissenschaftlichen Funktionen verschwinden nach Schule und Universität in einer Schublade und bleiben da. Die Tischrechner in den Büros halten sich noch so einigermaßen, werden aber auch immer seltener genutzt.
Zumindest in den Naturwissenschaften und im Handel wird deutlich weniger selbst gerechnet als zur Zeit der aufkommenden Elektronik: In ersteren baut man eher mal ein Computermodell und lässt das dann „laufen“ (wenn das Ergebnis nicht schön aussieht, kann man ja die Daten oder Algorithmen anpassen); in letzterem ist Rechnen meist schon überflüssig: Die Hersteller oder Firmenzentralen geben Preise vor, in die Kassen wird fast nur noch eingescannt und sofern überhaupt noch bar gezahlt wird werden Summe und Wechselgeld angezeigt. Die meisten meiner Kunden können oder wollen auch nicht mehr nachvollziehen, ob ich letzteres richtig herausgebe. Und wenn unsere Lehrlinge bei der Inventur zwei Flaschen aus einem 6er‑Kasten als Dezimalbruch in eine Liste schreiben sollen, dann wird das Smartphone rausgeholt und erstmal lange überlegt, wie man das nun rechnen kann. Es wird vielfach nicht mehr gelehrt, dass zwei Sechstel gleich ein Drittel gleich 0,33... ist.
Wo soll's auch herkommen? Selbst der Verband der Mathematiklehrer beklagte sich 2019, dass viele Referendare des Fachs Mathematik nicht mehr rechnen könnten...
Wenn immer weniger selbst gerechnet wird, dann lässt auch die Fähigkeit dazu nach. Man verlässt sich umso stärker auf Computer, deren unbekannte Rechenwege jemand anderes programmiert hat. Eintragen in die Formularmaske, Ergebnis wird angezeigt. Wird schon stimmen!
Geräte wie Abakus, Zahlenschieber o.ä. (aber auch elektronische Tischrechner) werden oftmals auch als Rechenmaschinen bezeichnet. Das ist nicht wirklich korrekt, denn eine „Maschine“ hat irgendwo immer eine Kraftübertragung zwischen den bestimmenden Teilen, ob über Hebel, Zahnräder oder sonstwie.
Eine echte Rechenmaschine hat mindestens eine Baugruppe, in der Wertspeicherung und Zehnerübertrag mechanisch erfolgen und sie ermöglicht damit mindestens eine der vier Grundrechenarten. Oder ganz salopp ausgedrückt: Sie hat „rasend rechnende Räder“!
Hier sind die zum Rechnen genutzte Objekte versammelt, die weder echte Maschinen noch elektronische Geräte sind. Das ist nicht mein zentrales Sammelgebiet, daher klaffen hier die größten Lücken: Rechenpfennige, Sextanten, Proportionalzirkel und vieles mehr fehlen hier.
Die ältesten „Rechenhilfen“ der Menschheit sind sicher die eigenen Finger. Irgendwann fing man an, Stöckchen, Steinchen, Muscheln usw. zu benutzen. Spätestens die Sumerer entwickelten dann Regeln für deren Benutzung: Sie ritzten oder malten Linien für unterschiedliche Wertstufen (z.B. 1 ‑ 12 ‑ 60 - ...) auf Steintafeln, Bretter oder auch Tischplatten und legten dann entsprechend mehr oder weniger Kieselsteinchen auf diese Linien.
Solche Steinchen nannten die Römer ganz einfach „kleiner Kieselstein”: auf lateinisch „calculus”. Auch statt Steinchen genutzte Muscheln, Münzen etc. wurden schließlich „calculi” genannt - und deshalb „kalkulieren” wir.
Auch das römische Wort für die Tafeln etc. lebt weiter: Die hießen nämlich „abacus“. So nannten die Römer dann auch das erste bekannte Gerät mit fest eingebauten calculi.
Daher wird Abakus heute noch als Oberbegriff für solche Rechenhilfen mit Perlen, Kugeln etc. (aber auch die Rechentafeln!) benutzt.
Es wird übrigens geschätzt, dass immer noch rund 40% der Weltbevölkerung zumindest gelegentlich eine der Kugelrechner-Varianten nutzen, obwohl einfache Solar-Taschenrechner (z.B. der hier) durch Massenfertigung inzwischen spottbillig sind.
Schon früh wurden diese kleinen, billigen Rechenhilfen „für Jedermann“ entwickelt und vertrieben.
Das Prinzip des Zahlenschiebers war bereits vor 1600 bekannt, aber erst 1847 fand Hermann Kummer einen Weg für den „halbautomatischen“ Zehnerübertrag (die „Kurve“ ganz oben in der Rille). Ab 1889 wurden Zahlenschieber in größeren Mengen produziert, ab 1920 wurden sie zum erfolgreichen Massenprodukt.
Anfang der 70er-Jahre stellten die meisten Firmen die Produktion ein, denn die Elektronik trat ihren Siegeszug an. Einzelne Zahlenschieber wurden aber noch bis Ende der 80er-Jahre gebaut: In manchen Weltgegenden war man noch lange froh über preiswerte Geräte, die ohne Strom und Batterien funktionierten und in den USA gab es noch Bedarf nach speziellen Zahlenschiebern für die komplizierten amerikanischen Längenmaße.
Bereits 1632 hatte William Oughtred die Idee, zwei gegeneinander verschiebbare logarithmische Skalen als Rechenhilfe zu benutzen. Das Prinzip wurde bald weiterentwickelt, die Rechenschieber gab es als Stäbe und Scheiben, später auch als Zylinder mit spiralig angeordneter Skala und als Roste bzw. Walzen mit unterteilten, sehr langen Skalen. Besonders die Rechenstäbe waren sehr verbreitet und wurden spätestens um 1900 DAS Statussymbol für jeden Ingenieur (so ähnlich wie heute noch das Stethoskop für Ärzte). Auch in vielen Schulen wurde die Benutzung gelehrt. Für spezielle Anwendungen gab es auch Geräte mit eigens angepassten Skalen.
Rechenschieber waren zwar stets ungenauer als Rechenmaschinen (man konnte nur auf drei bis fünf Stellen genau ablesen), aber mit entsprechender Übung viel schneller zu bedienen. So konnte selbst bei komplizierten Rechnungen das Ergebnis oft nach wenigen Handgriffen abgelesen werden. Die Stellung des Kommas musste man dabei allerdings im Kopf behalten und überschlägig mitrechnen - was auch Vorteile hatte: Man wusste so stets gut, was man da eigentlich berechnete.
Selbst die Mondraketen wurden noch mit Hilfe von Rechenschiebern entwickelt, aber inzwischen haben die Taschenrechner sie fast völlig verdrängt. Nur in manchen Nischen werden noch spezielle Geräte genutzt, so haben z.B. selbst moderne Flugzeuge für Notfälle noch so etwas wie eine E6B im Cockpit.
Umfassende Infos zu Rechenschiebern gibt es bei Rechenschieber.org.
Die Anleitung zum Selbstbau des „Eierkoch-Rechenstabs“ (und die Formeln dahinter) auf Calculating History . |
Nicht immer waren große, teure Rechenmaschinen nötig, oft konnte man sich auch keine leisten. Dann benutzte man entweder einfache Rechenhilfen aus der vorigen Gruppe oder die hier versammelten kleinen Maschinen, deren gemeinsames Merkmal das Resultatwerk mit echtem Zehnerübertrag ist.
Manche davon sind von den „großen“ Addiermaschinen nicht wirklich klar abzutrennen. Einfache Verarbeitung, geringe Größe und/oder Stellenzahl, eingeschränkte Funktion oder umständliche Eingabe können bei mir zur Einstufung in diese Gruppe führen, doch letzlich bleibt da eine Grauzone...
Diese Maschinen sind hier analog zum englischen „adding machines“ benannt. Das erklärt sich aus der Entwicklung, an deren Anfang Maschinen standen, die wirklich nur addieren konnten (meist über eine Mechanik mit Zahnstangen/-segmenten). Vor allem im kaufmännischen Bereich waren solche Maschinen sehr gefragt.
Bald wurden in viele Modelle Umkehrmechanismen für die Subtraktion eingebaut, später kamen auch Einrichtungen für die Multiplikation und manchmal sogar Speicherwerke dazu - aber sie blieben noch „adding machines“, während die Maschinen für alle vier Grundrechenarten als „calculating machines“ bezeichnet wurden.
In der letzten Ausbaustufe beherrschten einige Modelle auch die automatische Division - aber das sind für mich dann echte „Vierspezies-Maschinen“, die weiter unten gelistet werden.
Eine Sonderstellung nehmen die Geräte ein, bei denen schon der Tastendruck zum Antreiben der Mechanik ausreicht. Diese Gruppe stellt bis heute die schnellsten Addiergeräte, denn wenn ein geübter Bediener darauf addiert hält auch mit Taschenrechner niemand mit. Auch für die anderen Grundrechenarten gab es besondere und teils sehr schnelle Verfahren, die man in speziellen Kursen erlernen konnte. Durch das intensive Training und die Verankerung dieser Verfahren im Unbewußten (was das hohe Tempo erst ermöglichte) waren die Teilnehmer solcher Kurse begehrte Mitarbeiter.
Schon 1671 erfand Gottfried Wilhelm Leibniz die Staffelwalze: Eine Walze mit neun verschieden langen „Rippen“, die ein Zahnrad je nach dessen Stellung null- bis neunmal dreht. Damit kann man die Ziffern 0 bis 9 in ein Resultatwerk übertragen. Dieses Youtube-Videoerklärt das ganz einfach.
Auch mit den frühen Maschinen mit Schiebereinstellung kann man natürlich addieren und subtrahieren, doch das ist etwas umständlich und macht noch nicht wirklich Freude. Sie sind daher vor allem für Arbeiten geeignet, bei denen viele Multiplikationen oder Divisionen nötig sind. Ab dem frühen 20. Jahrhundert wurden Maschinen mit Tasten und optionaler automatischer Löschung der Eingabe („Additionsmodus“) entwickelt, die für alle Grundrechenarten bestens geeignet sind.
Auch die ersten in Serie gebauten Rechenmaschinen hatten Staffelwalzen. Im Laufe vieler Jahrzehnte wurden die Walzen weiter entwickelt: Sie wurden geteilt, beweglich (während das abgreifende Zahnrad stationär wurde), verdoppelt, vereinfacht, in der Zahl verringert, verkleinert oder gar miniaturisiert. Trotzdem blieb das Prinzip dahinter immer noch das von Leibniz erfundene.
Die Idee eines Rades mit variabler Zähnezahl hatte schon Leibniz; Poleni, Braun, Roth und viel später Baldwin konstruierten entsprechende Maschinen. Doch erst W.T.Odhner brachte um 1870 herum das Sprossenrad mit neun ein- und ausfahrbaren „Sprossen“ zur Produktionsreife. Wie das funktioniert erklärt dieses Youtube-Video.
Ab etwa 1890 stellte er in St.Petersburg seine ersten Maschinen her. Wegen des beweglichen Schlittens waren sie vor allem für Aufgaben geeignet, bei denen viel multipliziert oder dividiert werden musste. Größere Aufsummierungen blieben wegen der Schiebereinstellung und dem fehlenden Additionsmodus umständlich.
Odhner vergab auch Lizenzen an andere. Diese (und nach Ablauf der Patente auch weitere) Firmen entwickelten die Maschinen ständig weiter und wurden teils erfolgreicher als Odhner selbst.
Um die mühselige Eingabe mit den kleinen Stellschieberchen zu erleichtern wollte man auch Sprossenrad-Maschinen mit Tasten-Eingabe ausstatten. Karl Rudin gelang kurz nach 1930 die Konstruktion einer zuverlässigen Mechnik. Sein System wurde zuerst bei Facit gebaut und später häufig kopiert. Es verbesserte die Eignung dieser Maschinen für Addition und Subtraktion deutlich, nur die automatische Eingabelöschung fehlte fast immer.
Auch wenn diese Maschinen ganz anders aussahen und bedient wurden: Innen werkelten immer noch (meist etwas abgewandelte) Sprossenräder des „Odhner-Typs“.
Mehrere andere Systeme zur Werteübertragung wurden entwickelt, konnten aber den Markt nie so dominieren wie Staffelwalze und Sprossenrad. Einige davon waren für Motorantrieb und/oder Automatisierung sogar besser geeignet.
Auch einige Addiermaschinen wurden durch zusätzliche Mechanik für Multiplikation und Division weiterentwickelt.
Hier sind alle die Maschinen versammelt, deren Mechanik die vier Grundrechenarten beherrscht, die aber nicht in eine der vorigen Gruppen gehören.
Ja, auf Comptometern und vielen anderen Geräten kann man mit speziellen Verfahren (z.B. durch Verwendung von Reziprokwerten oder Zehner-Komplementen) auch subtrahieren, multiplizieren und dividieren. Doch dafür ist dann wieder einige Kopfarbeit nötig.
Kann die Mechanik nur addieren bleibt das eine „Einspezies-Maschine“, mit Subtraktionsmechanik eine „Zweispezies-Maschine“, usw. ...
Die folgenden Rechner zeigen die (vor allem aus Japan und den USA vorangetriebene) Entwicklung der rechnenden Elektronik, daneben aber auch, wie manche europäischen Rechenmaschinen-Hersteller dabei mitzuhalten versuchten.
Zugegeben: Einige der Geräte wollte ich auch einfach haben, weil ich Nixie-Röhren wunderschön finde ... deshalb sind es ein paar Beispiele mehr als eigentlich nötig.
Auch das ist natürlich „Elektronik“, aber anders als bei den vorigen Tisch- und Taschenrechnern kommt es hier zur klaren Trennung von „Hardware“ und „Software“: Die Abarbeitungsvorschriften für die Daten sind hier nicht mehr fest verdrahtet sondern können relativ geräteunabhängig programmiert werden (im Unterschied zu den programmierbaren Taschenrechnern, die nur vorgegebene Tastenfolgen speichern können).
„Rechnen“ kann man mit Computern alleine also nicht - erst entsprechende Software (z.B. die Emulation eines Taschenrechners oder ein Spreadsheet wie Excel) macht das möglich.
Früher war die Sammlung meiner alten (und meist selbst genutzten) Computer größer, aber inzwischen haben die meisten ein neues Zuhause gefunden. Das Archiv der damaligen Sammlung ist noch online...
Für alle, die nicht so im Thema sind, hier die Erklärung einiger Fachbegriffe:
Das Drücken der „Plus“-Taste zählt nicht nur den Wert der Eingabe zum Resultatwerk hinzu, sondern
löscht gleich auch noch die Eingabe. Das macht das Addieren längerer Zahlenreihen viel angenehmer.
Auf Addiermaschinen ist das Standard, aber meist abschaltbar - auf Vierspeziesmaschinen ein öfters anzutreffendes, zuschaltbares „Extra“.
Im Zusammenhang mit Rechenmaschinen nur ein anderes Wort für die Stellenzahl der Werke ... klingt aber gelehrter.
Jede Zifferneingabe in eine Rechenmaschine muss erst irgendwie erfasst (und meist auch gespeichert) werden. Danach muss der gewünschte Wert natürlich auch seinen Weg zum Ergebnis finden.
Trotz aller Abwandlungen: Dahinter steckt immer eine Baugruppe, die auf eine bestimmte Erfindung zurückgeht. Am häufigsten sind Staffelwalze und Sprossenrad, doch es gibt noch viele andere.
Zu diesen - und zu vielen weiteren Fachbegriffen - findet man mehr oder weniger ausführliche Erklärungen im
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Zusätzliche Links:
Youtube-Video: Staffelwalze (Schema)
Youtube-Video: Arithmometer (Staffelwalzen)
Youtube-Video: Sprossenrad-Maschinen
Extrem ausführliche Klassifizierung (PDF)
Was passiert, wenn in einer Stelle "über die Neun hinaus" addiert werden muss, erklärt die Wikipedia ganz ausführlich. Aber nur die englische Wikipedia erklärt auch, warum die Mechanisierung dieses Vorgangs die größte Herausforderung beim Bau von Rechenmaschinen war.
Der umgekehrte Vorgang, die „Subtraktion unter die Null“, heißt im Deutschen ebenfalls „Übertrag“ - Engländer („carry“ und „borrow“) und Franzosen („report“ und „retenue“) kennen da jeweils unterschiedliche Begriffe.
Weitere Erklärungen gewünscht?
Gerne. Aber da ich nicht wissen kann, was Sie interessiert oder was Ihnen unklar ist: Fragen Sie einfach (Kontakt s. Impressum)!
Was war - außer dem üblichen Reinigen, Schmieren und ggf. Farbband- oder Papierrollenwechsel - zu machen?
Zubehör, Anleitung?
Viele Rechenmaschinen wurden sowohl technisch als auch im Design ständig weiter entwickelt. Da ist es oft nicht klar, was man als Markteinführung bzw. Produktionsbeginn nehmen soll: Ist z.B. die Brunsviga B mit der neuen Eingabelöschung ein neues oder doch nur ein verbessertes Modell? Macht das neue Gehäuse eine Monroe LN 160 zu einer ganz neuen Maschine? Sind die Vor- und Nachkriegsmodelle der Thales CER das Gleiche?
Ein großes Problem sind außerdem fehlende bzw. uneinheitliche Quellen.
Die Jahreszahlen also mit etwas Vorsicht genießen!
ggf. Infos zu Herstellern oder Händlern
(nur beim ältesten Modell des Herstellers)
Vielleicht schon vor 1000 Jahren (so genau weiß man es nicht, die erste eindeutige Abbildung stammt aus dem Jahr 1573) entwickelte sich in China der Suan Pan. Ob die Grundidee der fest eingebauten Rechenperlen von Rom über die Seidenstraße in den Osten wanderte ist umstritten.
Das Gerät hat pro Reihe fünf Perlen im vorderen Abteil („Erde” genannt) und zwei Perlen hinten (der „Himmel”). Jede zur Mitte geschobene Perle vorn steht für den Wert 1, jede zur Mitte geschobene Perle hinten für 5. Pro Reihe kann also jede Ziffer bis 15 dargestellt werden, was das Rechnen mit den in China früher verbreiteten hexadezimalen Maßen erleichterte.
Die Reihe ganz rechts zählt die Einer, die Reihe links davon die Zehner usw. (...wenn man ohne Nachkommastellen rechnet).
Die aus den Suan Pan entwickelte japanische Variante wurde im Lauf der Zeit vereinfacht, die russische Variante noch viel mehr.
Bis 2002 soll es in China noch verpflichtende Suan Pan-Prüfungen für manche Buchhaltungsberufe gegeben haben. Spezialisten schaffen damit selbst kompliziertere Rechnungen, es gibt immer noch Schnellrechner-Wettbewerbe damit. Auch im Alltag wird der Suan Pan gelegentlich noch benutzt.
Dieses Modell findet man heute oft als Neuware, vermutlich kaufen es inzwischen vor allem China-Touristen. Mein Exemplar war ein Geschenk zum „50sten“.
John Napier, Laird of Merchiston entwickelte das Rechnen mit Logarithmen so sehr weiter, dass er heute oft als „Erfinder der Logarithmen” angesehen wird. 1617 stellte er in seinem Buch „Rabdologiae seu numerationis per virgulas libri duo” diese von ihm entwickelte kleine Multiplizierhilfe vor: Auf die Stäbchen wird das kleine Einmaleins geschickt so geschrieben, dass die Produkte durch einfaches Addieren schnell ermittelt werden können.
So lange die Kenntnis des kleinen Einmaleins kein Allgemeingut war wurden die Stäbchen in ganz Europa viel genutzt. Bis in die 1920er-Jahre gab es noch entsprechend bedruckte Papierbögen zum Ausschneiden und Aufkleben auf viereckige Hölzer zu kaufen. Doch schnell gerieten die Stäbchen in Vergessenheit, was sicher nicht am Aufkommen der Rechenmaschinen lag sondern an der allgemeinen Schulbildung, die Wert auf das Erlernen des kleinen Einmaleins legte.
Gäbe es keine Taschenrechner, müsste man die Stäbchen nun also wieder einführen.
Vordrucke am Computer entworfen, gedruckt, ausgeschnitten und auf Buchenleisten 10x10mm² aufgeklebt.
Mit Schachtel und Anleitung.Die russische Version des Abakus entwickelte sich evtl. aus dem Suan Pan - vielleicht aber auch direkt aus dem Rechenbrett. Die erste Erwähnung in der Literatur fand kurz vor 1700 statt. Ganz typisch ist eine Reihe mit nur vier Kugeln. Die steht entweder z.B. für Viertel-Rubel (1 Kugel = 25 Kopeken) oder gilt einfach nur als Kommastelle und wird dann nicht zum Rechnen benutzt. Der Stschoty wird mit der kleinsten Stelle zum Bediener hin bedient, quer zur bei den anderen Varianten üblichen Ausrichtung.
Ein Nachteil der meisten Exemplare ist die geringe Stellenzahl, die für Rubel und Kopeken ausreicht, aber nicht für komplexere Berechnungen. Dazu kommt bei allen Stschotys die beachtliche Größe, die mehr Finger- und Armbewegung erfordert und dadurch etwas verlangsamt. Grobmotoriker finden das aber sicher gut. Eine eindeutige Verbesserung sind dagegen die nach oben gekrümmten Drähte, wodurch die Perlen besser auf der Seite bleiben, auf die man sie geschoben hat.
Der Mathematiker Jean‑Victor Poncelet brachte von Napoleons Russland-Feldzug einen Stschoty mit nach Mitteleuropa. Dort wurde er zum Urahn der einfachen Kugelrechner, die man heute noch in deutschen Kinderzimmern und Kindergärten findet (und die wohl auch in Grundschulen manchmal noch genutzt werden). Ob es in russischen Kindergärten noch Stschotys gibt weiß ich nicht.
Dieses Exemplar wurde in den 80er-Jahren in Bulgarien gekauft und diente nur als Deko-Objekt.
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Rechenbrett
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Dieser große Kugelrechner aus einer ehemaligen Dorfschule ist eher grob zusammengezimmert, vielleicht ein Eigenbau des Schul-Hausmeisters in der Notzeit nach dem Krieg. Unklar ist allerdings, nach welchem Krieg ...
Jedenfalls haben die Lehrer der kleinen Dorfschule in Eichenzell bis in die 50er-Jahre ihren Schülern damit das Rechnen beigebracht. Und das war wohl gar nicht so verkehrt: Es gibt Untersuchungen, nach denen das „Begreifen“ viel besser ist als gleich Stift und Papier (oder noch schlimmer: Taschenrechner!) zu benutzen.
Solche Kugelrechner - meist allerdings viel kleiner - findet man heute nur noch als Kinderspielzeug oder vielleicht mal in Kindergärten. Sie sind späte Nachfahren der chinesischen Variante.
Füße neu verleimt, Holzwürmer mit Salmiakgeist bekämpft.
Dies ist meine älteste Maschine - und vermutlich bleibt sie das auch lange oder für immer, denn es ist ein Modell aus der Reihe der ersten kommerziell erfolgreichen Rechenmaschinen.
Die Ziffern werden mit Schiebern eingestellt. Diese verschieben jeweils ein Zahnrad auf einer Vierkant-Achse (auf dem mittleren Bild unten zu sehen). Beim Drehen der Kurbel rotieren die Staffelwalzen und je nach Einstellung drehen verschieden viele „Rippen“ einer Staffelwalze dieses Zahnrad (samt Vierkant-Achse) um die entsprechende Zähnezahl weiter. Das dreht letztlich auch die Anzeige im Resultatwerk entsprechend mehr oder weniger weit.
Klingt kompliziert? Hier ein Youtube-Video!
Arithmometer gab es in verschiedenen Kapazitäten. Dieses Exemplar aus der zweiten Payen-Serie hat die mittlere Größe 8-9-16 (daher die Bezeichnung als „P 2 B“). Statt Drehknöpfen hat die Löschung hier erstmals kleine Kurbeln, was die Handhabung deutlich verbessert. Spätere Modelle konnte man für besseres Ablesen auch noch schräg aufstellen.
| Im Kasten steht ein Name (vermutlich italienisch) - wer kann den lesen? |
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Feder der RW-Löschung eingehängt, defekte Rückdrehsperre neu gesplintet, Ziffern im ZW neu eingelegt, unpassende Schraube der ZW-Löschkurbel ersetzt, Stifte der Kommastecker nachgearbeitet, vergraute Pappe unter dem Glas ersetzt.
Im Holzkasten, mit Schlüssel und vier Kommasteckern. Französische Anleitung im Netz gefunden.Charles-Xavier Thomas wurde nach seiner Zeit als Generallagerhalter der französischen Spanien-Armee zum erfolgreichen Versicherungsdirektor in Paris. Vielleicht erklärt das sein Interesse an der Entwicklung mechanischer Rechenhilfen?
Ab 1820 konstruierte er seine ersten „Arithmometer“ und ließ sie in eigener Werkstatt von talentierten Mechanikern bauen.
Diese ersten Modelle wurden immer weiter entwickelt, teils auch wieder vereinfacht (anfangs hatten sie eine Mechanik mit Bandaufzug und Multiplikationsvorwahl, die Subtraktion erforderte noch Komplementärzahlen).
Ab 1850 startete die wirkliche Serienproduktion. Die Modelle hatten nun Kurbelantrieb und ein neues Wendegetriebe ermöglichte die direkte Subtraktion; 1860 wurde auch der Umdrehungszähler eingeführt, der Multiplikationen und Divisionen praktikabel machte.
Noch 1880 gab es praktisch keine Konkurrenz und „Arithmometer“ wurde Synonym für Rechenmaschine (wie heute „Tempo“ für's Papiertaschentuch).
Thomas starb 1870, 18 Jahre später verkauften seine Erben die Werkstatt an ihren Chefmechaniker Louis Payen. Der verbesserte die Maschine weiter und blieb bis zu seinem Tod 1901 wirtschaftlich erfolgreich.
Doch um die Jahrhundertwende machte sich die Konkurrenz durch Nachbauten, Comptometer und erste Sprossenradmaschinen immer stärker bemerkbar. 1914 verkaufte Payens Witwe die Firma an A.Darras, aber der Kriegsbeginn 1914 brachte schnell das Ende: Kupfer und Messing wurden einstweilen nur noch für Patronen u.ä. gebraucht. Der Versuch, die Produktion nach dem Krieg wieder aufzunehmen scheiterte.
Neben Hilfsmitteln zum allgemeinen Rechnen gab und gibt es auch viele mathematische Instrumente für besondere rechnerische Anwendungen. Ein Beispiel ist das Planimeter zur Flächenberechnung z.B. in Landkarten, in technischen Zeichnungen oder auch in der Lederindustrie. Es gibt zahlreiche verschiedene Arten, eine davon ist dieses 1854 von Jakob Amsler erfundene Polarplanimeter. Man stellt die Armlänge auf den Kartenmaßstab ein, setzt die Spitze auf einen beliebigen Punkt am Rand der zu messenden Fläche, liest den Wert der Skala ab (oder stellt auf Null), führt die Spitze einmal möglichst exakt im Uhrzeigersinn um diesen Rand und liest den Wert wieder ab. Mit einer kleinen Korrekturrechnung (die Angaben dazu stehen im Etui des Geräts) hat man schnell die Fläche ermittelt (hier im Bild die des Plattensees, übrigens 594 km²). Die Genauigkeit des Gerätes ist bei größeren Flächen meist höher als die der Zeichnung.
Dieses Exemplar stammt aus dem Nachlass eines Vermessungsingenieurs.
Einige Stoßstellen ausgebessert, Polarm nachlackiert, oberen Spitzenabschluss durch Nachbau ersetzt.
Mit Etui, Kalibrierungslineal und Ersatzspitzen, Anleitung im Netz gefunden.Albert Ott gründete 1873 in Kempten seine Firma zum Bau diverser Messinstrumente. Die Firma existiert noch, ist allerdings seit 2002 nicht mehr selbständig und baut inzwischen keine Planimeter mehr, sondern Messgeräte für Hydrologie und Meteorologie.
Doch auch heute noch werden anderswo Planimeter hergestellt, z.B. bei Haff.
„Modell B“ war der erste von Brunsviga gebaute Maschinentyp. Eigentlich handelt es sich dabei eher um eine ganze Modellfamilie, denn im Lauf der Jahre wurde das Modell ständig weiter entwickelt: Zuerst wurde die Kurbel verlängert, dann wurden Warnglocken für Über- und Unterlauf und einige Sperren gegen Fehlbedienungen eingebaut.
Das ist der Entwicklungsstand dieses Exemplars. Später kamen z.B. der vollständige Zehnerübertrag und eine Eingabelöschung dazu.
Diese frühen Modelle von Brunsviga waren noch ziemlich überdimensioniert. Die Gehäusebleche sind sehr dick, alle Teile (von den Sprossenrädern bis hin zu den Flügelschrauben) sind sehr massiv ausgelegt. Beim Kurbeln spürt man die bewegten Massen. Hier bricht und verbiegt sich noch nichts; diese Maschine könnte bei guter Pflege auch in weiteren 120 Jahren noch funktionieren.
Danach entwickelte man deutlich verkleinerte, technisch aber oft baugleiche Modelle, z.B. die MD, MH oder MR.
Alle Metallteile poliert, Deckbleche und Rückseite neu (teil)lackiert, Ziffern neu eingelegt, fehlende „Kommastöpsel“ ersetzt.
Mit Bodenbrett und Blechhaube, allgemeine Anleitung aller alten Brunsvigas im Netz gefunden.Diese etwas spätere Version des Modell B hat den Zehnerübertrag nun über alle 13 Stellen und eine Mechanik zur Gesamtlöschung der Eingabe. Die altertümlichen „Kommastöpsel“ sind hier durch Schieber ersetzt und es gibt eine Anzeige der letzten Kurbel-Drehrichtung. Das Verstellen/Löschen des Resultatwerks während der Kurbeldrehung und der Wechsel der Kurbel-Drehrichtung sind bei diesem Exemplar nicht gesperrt. Der Hebel zum Lösen der Drehrichtungssperre fehlt folglich auch, aber im Deckblech ist oben links noch der kleine Schlitz dafür; auch die Zahnscheibe ist vorhanden. Offenbar wurde beides mal ausgebaut, sei es wegen Defekt oder weil ein Benutzer das störend fand.
Die Vorbesitzer haben die Maschine aus Schweden bekommen. Auf der Holzplatte ist der Aufkleber der A.B. Hadar Schmidt aus Stockholm, diese Firma hat damals viele Rechenmaschinen nach Schweden importiert (u.a. war sie auch schwedischer Generalvertreter für die in Russland gebauten Odhner-Maschinen).
Noch spätere Versionen erhielten ein verbessertes Schlittenschloss und die Drehrichtungsanzeige wurde nach links verlegt.
Eine Unterlegscheibe unter den linken Schlittenanschlag gelegt, Schlittenblech etwas gerade gebogen: Schon war die vorherige Schwergängigkeit weg!
Mit Bodenbrett, Anleitung wie zuvor.Brunsviga ist der latinisierte Name von Braunschweig. 1871 hat die Firma „Grimme, Natalis & Co.“ dort mit dem Bau von Nähmaschinen begonnen. Ab 1892 wurden (in Odhner-Lizenz) unter der Marke „Brunsviga“ auch Sprossenrad-Maschinen gebaut. Mit denen wurde man im Lauf einiger Jahrzehnte so erfolgreich, dass die Marke 1950 auch zum Firmennamen wurde.
1959 wurde Brunsviga von Olympia aufgekauft. Ab da produzierte man zusätzlich auch einige fortschrittliche Konstruktionen (z.B. RA16 und RT 4) unter der Marke Olympia. Doch wenige Jahre später endete in Braunschweig die Produktion der Rechenmaschinen. Die letzte mechanische „Brunsviga“ wurde 1969 in Spanien gebaut.
Das letzte Gerät der Marke überhaupt war dann ein kleiner wissenschaftlicher Taschenrechner aus dem Jahr 1975; ob Olympia den selbst gebaut oder aus Fernost zugekauft hat ist unklar.
Auch dieser Staffelwalzenmaschine sieht man ihr Alter bereits wegen der Schiebereinstellung an. Die Anordnung der Kurbel und der Werke ist ebenfalls noch ganz im alten Stil.
Aber eine Reihe von Verbesserungen gibt es schon, sowohl technisch als auch in der Gestaltung: Statt Holzkasten hat die X x X ein massives Gussgehäuse aus Eisen, dessen Oberseite zum besseren Ablesen leicht nach vorne geneigt ist. Die Staffelwalzen sind sehr leicht und aus einzelnen Zahnsegmenten zusammengesetzt. Aufwendige gefederte Elemente ersetzen vielfach die einfachen Blattfedern.
Es gab die X x X auch mit einem Schalter, der links im Resultatwerk einen Zähler simuliert. Varianten mit anderen Kapazitäten waren lieferbar, ebenso Modelle mit Tasten (statt der Schieber) oder mit Tasten und Druckwerk. Das hier ist die einfachste (aber nicht kleinste) Variante.
Die X x X ist vermutlich die erste Serienmaschine, die konsequent „durchgestylt“ wurde. Das Gehäuse wirkt durch die gefrästen und teils vernickelten Kanten weniger wuchtig. Selbst die erst beim Anheben des „Lineals“ sichtbare, überwiegend aus Messing bestehende Mechanik wurde verchromt, um auch dann nur Schwarz und Silber zu zeigen. Diese Gestaltung macht das Modell zu einer der schönsten in Serie gefertigten Maschinen. Entwickelt hat sie Bernhard Behr.
Und damit das ganz klar ist: Der Name „X x X“ bedeutet „ix mal ix“ - nicht was Ihr wieder denkt! Das sollte wohl die besonders gute Eignung für Multiplikationen deutlich machen, denn trotz aller Schönheit: Addieren mit Schiebern macht wenig Spaß, erst die (etwas späteren) Tastenmaschinen waren dafür wirklich gut zu gebrauchen.
Abgebrochene Schraube ausgebohrt und dort fehlendes Umlenkröllchen der Einstellkontrolle ersetzt, Kurbelfederung durch vorsichtiges Aufbiegen gängig gemacht und fehlenden Kurbelanschlag ersetzt, Einstellkontrolle justiert, einige Metallteile poliert, Lösch- und Einstellknöpfchen nachlackiert, ein Wirtelchen ersetzt.
Mit komplettem Holzkasten.1868 gründete Karl R.B. Naumann in Dresden eine Werkstatt für Feinmechanik. 1869 kam Erich Seidel für einige Jahre als Geldgeber dazu, daher wurde die Firma nun „Seidel und Naumann“ genannt. 1886 wurde das Unternehmen zur AG. Es stieg bald zum bedeutenden Produzenten von Näh- und Schreibmaschinen auf (auch die berühmte „Erika“ stammt von S&N). Fahrräder und anderes ergänzten schon vor 1900 die Produktpalette, ab 1906 dann auch Rechenmaschinen.
Schon 1919 wurde diese Sparte an die Dresdener „Presto Bureaumaschinenbau-Gesellschaft m.b.H.“ gegeben (es ist unklar, ob das eine schon vorher aktive Firma oder eine Ausgründung von S&N war). Seidel und Naumann (vielleicht auch Presto?) wurde 1946 zum „VEB Schreibmaschinenwerke Dresden“, später ein Teil des Robotron-Kombinats. Bis zur Privatisierung 1990 wurden noch Schreibmaschinen gebaut, doch die Nachfolgefirma meldete bereits 1992 Konkurs an.
Dies ist das erste Modell mit Proportionalhebel. Nur dieser Hersteller hat viele Jahrzehnte solche Maschinen gebaut und erfolgreich vermarktet - auch seine letzten Modelle nutzen diese, schon um 1903 von Christel Hamann entwickelte Mechanik, die sich wegen der geringen bewegten Masse gut zur Automatisierung eignete.
In jeder Stelle wird ein Zahnrad auf einer Vierkant-Achse mit dem Schieber über eine von neun parallelen Zahnleisten geschoben. Beim Kurbeln wird die erste dieser Zahnleisten nur um einen Zahn verschoben, die zweite doppelt so weit, die dritte dreimal so weit usw. - deshalb das „proportional“ (bei der Euklid 8 ist ein kleiner Film dazu). Die jeweilige Vierkant-Achse dreht sich also je nach Schieberstellung unterschiedlich stark.
Die Maschine hat Zehnerübertrag im Zählwerk und Stopdivision: Werte einstellen und Subtraktionen kurbeln, beim Unterlauf sperrt die Kurbel und man muss zwei Schalter umlegen, dadurch springt der Schlitten eine Stelle weiter und man kann weiterkurbeln (mit Additionen bis zum Überlauf, dann umschalten, wieder subtrahieren usw.). So wird das Dividieren weniger fehleranfällig.
Das Exemplar hat als Besonderheit eine bei den Schiebermaschinen seltene Gesamtlöschung der Eingabe.
Die Firma Mercedes hat nichts mit dem Autohersteller zu tun. 1906 wurde sie in Berlin gegründet. Die vielen Namensänderungen zeigen die sehr wechselvolle Geschichte: Ab 1908 zog die Produktion nach Zella-Mehlis, die Firma hieß nun „Mercedes Büromaschinen Ges.m.b.H.“, ab Ende 1916 (als auch die Verwaltung nach Zella-Mehlis gezogen war) dann „Mercedes Bureau-Maschinen und Waffenwerke G.m.b.H.“, (dort Produktion der weltweit ersten elektrischen Büro-Schreibmaschine!) ab 1927 „Mercedes Büromaschinen-Werke A.G.“, in der DDR dann „VEB Büromaschinenwerke Zella-Mehlis“ mit der Marke „Cellatron“. Unter dieser Marke wurden ab ca. 1960 auch elektronische Geräte produziert, die Firma nannte sich daher ab 1967 „VEB Rechenelektronik Meiningen/Zella-Mehlis“ und ab 1977 „VEB Robotron-Elektronik Zella-Mehlis“. Nach 1990, als das Volksvermögen der DDR veruntreuhandet wurde, verlieren sich ihre Spuren dann schnell. Am Standort sind heute Behörden und eine Produktion der Schott Lithotec.
Infos zum Erfinder gibt es bei der Hamann Manus „C“.
Alle Rechenschieber werden um so genauer, je länger die Skalen sind. Als Rechenstäbe waren sie bis zu 50 cm handhabbar und ermöglichten so das Rechnen auf etwa 3 Stellen, aber manchmal wollte man es genauer haben. Dafür wurden schon vor 1900 erste Rechenwalzen entwickelt, bei denen die Skala in lauter kleine Abschnitte geteilt wird, die man auf einem Zylinder anordnet. Die Aufgabe der Zunge übernimmt eine zylindrische Manschette.
Besonders Banken verwendeten die Walzen gerne: Z.B. für Währungsumrechnungen musste man nur einmal das Verhältnis einstellen, dann konnte man jeden gewünschten Betrag einfach ablesen.
Aber auch in vielen anderen Branchen wurden sie genutzt. Es gab sogar eine „Artillerie-Walze“ für Distanzbestimmung und ballistische Rechnungen. Die Skalenlängen von Rechenwalzen reichten von 1,2 m bis 24 m. Diese Walze mit 10 m ermöglicht das Ablesen auf 4 Stellen, je nach Ort auf der Skala kann man eine weitere Stelle mehr oder weniger gut abschätzen.
Eine zweite Skala der Manschette (Zinsdivisoren) macht den Einsatz dieses Exemplars in einer Bank wahrscheinlich.
Leicht verbogene Manschette genauer justiert, zwei kleine Schadstellen ausgebessert bzw. ausgebeult.
Haube nähen lassen, Anleitung von ca. 1910 im Netz gefunden.Der aus Duisburg stammende Textilkaufmann Heinrich Daemen-Schmidt hat 1888 seine erste Rechenwalze gebaut. 1900 gründete er eine kleine Werkstatt in Zürich, schon 1903 verlegte er sie in größere Räume im Vorort Oerlikon. Von 1906 stammen erste eigene Patente. 1911 übersiedelte die Firma nach Uster, 1915 wurde der schon zuvor genutzte Produktname „LOGA“ auch offizieller Name der Firma.
Die große Zeit der Walzen waren die 20er- und 30er-Jahre, auch wenn einzelne Walzen bis in die 70er-Jahre ihre Plätze in den Büros behaupten konnten. LOGA stellte die Produktion auf Rechenscheiben und ‑stäbe um und überlebte damit bis 1979.
In den Schweizer Archiven ist das komplette Firmenarchiv erhalten...
Die UNITAS („Einheit“) ist wahrscheinlich die erste Rechenmaschine mit zwei Resultatwerken. Diese sitzen in getrennt verschiebbaren „Linealen“, was recht komplexe Berechnungen ermöglicht. Meist wird das zweite Resultatwerk aber einfach für Gesamtsummen benutzt worden sein. Mit den späteren Doppelmaschinen ist sie wegen ihres einzelnen Einstellwerks noch nicht zu vergleichen, aber sie steht ganz am Anfang der Entwicklung solcher Spezialmaschinen.
Durch Schiebereinstellung und Holzkasten ist dieses Modell optisch noch nahe an den Arithmometern aus Frankreich, nur das zweite Lineal ist dazu gekommen. Dieses eher späte Exemplar hat aber innen schon den von Robert Rein konstruierten, zuverlässigeren Zehnerübertrag.
Vereinzelt gab es auch Exemplare im Metallkasten, die späteren UNITAS-Modelle (von 1910 bis ca. 1929, sowohl mit Schiebern als auch mit Tasten angeboten) hatten dann das massive Gehäuse aus Gusseisen, das für den Hersteller charakteristisch wurde.
Die römische Eins im Namen ist hier nur eine Vereinbarung unter Sammlern, um das Modell von den späteren Ausführungen abzugrenzen. Vom Hersteller erhielten erst die späteren Modelle Typenbezeichnungen mit römischen Ziffern.
Die meist extrem stark abgeschliffenen und dadurch unlesbaren Ziffernbändchen der Einstellkontrolle gegen neue (aus 190g-Papier!) ausgetauscht, Fachdeckel neu verleimt.
Holzkasten mit Deckel, englische Anleitung als PDF vorhanden.Der Wiener Ingenieur Ludwig Spitz war Prokurist beim Berliner Rechenmaschinenhändler Amster (der erfand die Marke „TIM“). Amster ging 1906 in Konkurs, Spitz übernahm den Vertrieb und die Marke und entwickelte parallel dazu mit dem Konstrukteur Robert Rein neue, verbesserte Rechenmaschinen. Schon 1907 gründete er in Berlin eine eigene Herstellerfirma unter seinem Namen, bald kamen auch Auslandsvertretungen in New York, Paris und Wien dazu. Spitz selbst ging nach Wien zurück und erschloss von dort aus den Markt der K&K‑Monarchie. Sein Schwerpunkt blieb stets der Verkauf, eine Weiterentwicklung der Maschinen fand kaum mehr statt. Die waren aber offenbar so fortschrittlich, dass sie sich trotzdem viele Jahre gut verkaufen ließen. Erst Ende der 20er-Jahre geriet die Firma gegenüber der Konkurrenz allmählich ins Hintertreffen. Spitz begann schließlich damit, Maschinen anderer Hersteller zu verkaufen. Als Österreich an das Deutsche Reich angeschlossen wurde traten auch dort die Judengesetze in Kraft: Spitz musste 1939 seine Firma verkaufen und wurde 1942 ins Ghetto nach Riga deportiert. Danach verliert sich seine Spur, 1949 wurde er für tot erklärt.
Die Firma in Berlin änderte 1942 den Firmennamen in „TIM‑UNITAS“. Im Büromaschinen-Kompass 1951 und 1955 wurde noch eine TIM I angeboten, aber möglicherweise waren das Restbestände aus der Vorkriegszeit. Die Firma existierte als metallverarbeitender Betrieb bis 1991.
Eine Sprossenrad-Maschine aus der Firma, die das Prinzip zur Serienreife brachte: Die ersten „Odhner-Arithmometer“ (anfangs noch mit kurzer, dann mit langer Kurbel) wurden bis 1907 gebaut, dann folgte diese Serie mit Modellen unterschiedlicher Größe und Ausstattung (schnelle Löschung, Tabulator, Eingabelöschung, Schlittentasten usw.).
Modell A ist das kleinste und einfachste der Serie, diese Ag hat dann zusätzlich die Überlauf-Glocke. Rückdrehsperre und Blockade der Einstellung bei Kurbeldrehung gibt es erst in der Folgeserie. Einzige Sicherung ist eine Sperre, die nur entweder Kurbeldrehung oder Schlittenverschiebung erlaubt. Entsprechend übersichtlich ist daher das Innenleben.
Dieses Exemplar hat kyrillische Beschriftung, war also wohl für den einheimischen, russischen Markt gedacht. Das hübsche Messingblech war anfangs sicher schwarz lackiert. Gerade bei diesen alten Maschinen wurde das aber häufig blank poliert.
viele Metallteile poliert, alle Zehnerübertrags-„Hämmerchen“ zerlegt, Löschbügel und eine Übertragssprosse justiert, fehlende Kommaleiste ersetzt.
Das etwas seltsame „Original“ im Firmennamen hat einen guten Grund. Der Schwede W.T.Odhner war derjenige, der um 1870 herum das Sprossenrad zur Produktionsreife brachte und entsprechende Patente anmelden konnte. Ab 1890 baute er in St.Petersburg erste Maschinen, verkaufte aber auch bald Lizenzen an andere Hersteller. Einige davon (v.a. Brunsviga) wurden schnell so erfolgreich, dass Odhner schon kurz nach 1900 das „Original“ vorsetzte.
Während der Oktoberrevolution wurde die Firma enteignet und die Sowjets bauten nun (auf den vorhandenen Maschinen und mit dem vorhandenen Wissen der Arbeiter) baugleiche Rechenmaschinen auf „volkseigene“ Rechnung. Odhners Sohn verließ daher Russland und produzierte in Göteborg wieder „Original-Odhner“-Maschinen.
1942 wurde Odhner von Atvidaberg Industries („Facit“) aufgekauft, Produktion und Marke blieben jedoch erhalten. Auch elektrische Addier- und Buchungsmaschinen wurden gebaut.
1973 ging Facit unter und auch bei Odhner wurde die Produktion der mechanischen Rechner eingestellt. Noch bis 1990 wurden erst für Elektrolux, dann für Ericsson Plattenspieler und elektrische/elektronische Bauteile hergestellt, dann war endgültig Schluss.
Die frühen Rechenmaschinen von Triumphator sind extrem große, schwere Geräte, auch im Vergleich mit damaligen Konkurrenzprodukten. Trotz des eher „groben“ Äußeren gehörten viele davon zu den am weitesten entwickelten Modellen ihrer Zeit. Für den Typ I gilt das ganz besonders: Es ist die allererste Sprossenrad-Maschine mit Einstellkontrolle (weil es anfangs fremde Patente auf die Ziffern neben den Einstellhebelchen gab) und hat schon den Zehnerübertrag im Zählwerk (mit gleicher Mechanik wie im Resultatwerk; sie sitzt im linken, niedrigeren Gehäuseteil).
Dieses Exemplar ist eines der ganz frühen, es hat noch keine Gesamtlöschung der Eingabe und keine Ziffern neben den Einstellhebeln. Es hat aber schon Sicherungen, die das gleichzeitige Betätigen von Schlitten und Kurbel bzw. von Einstellhebeln und Kurbel verhindern.
Um 1920 herum wurde das Modell durch die technisch gleiche, extrem ähnlich aussehende, jedoch viel kleinere Triumphator C abgelöst.
Einige Ziffern neu eingelegt, Roststellen am Firmenlogo ausgebessert, Rückdrehsperre neu justiert.
Mit Bodenbrett, ohne Blechhaube.Triumphator war einer der erfolgreichsten Hersteller von Sprossenrad-Maschinen. 1900 wurde in Leipzig eine kleine Röhrenfabrik gegründet, in der man sich ab 1903 am Bau erster Rechenmaschinen versuchte. Das war offenbar erfolgreich, denn schon 1908 firmierte die Fabrik als „Triumphator Rechenmaschinenfabrik GmbH“. Nach dem 1. Weltkrieg stiegen die Verkaufszahlen erheblich an, bis in DDR-Zeiten (dann natürlich als VEB) wurden noch Rechenmaschinen gebaut. 1963 endete allerdings die Produktion mechanischer Rechner und Triumphator wurde Zulieferer für andere Firmen. 1969 wurde Triumphator in das Robotron-Kombinat eingegliedert und produzierte bis zur Zerschlagung des Konzerns 1990 vor allem elektronische Baugruppen für DDR‑Computer. Die westdeutsche Firma Steinel übernahm danach einen Teil der Gebäude, des Archivs und des Personals.
Manchmal musste es keine große Rechenmaschine sein, weil z.B. nur einfache Aufsummierungen zu machen waren. Der Comptator war ein dafür geeignetes, erschwingliches Gerät. Die geringe Größe war für einige Anwendungen sogar von Vorteil: Man addierte damit häufig Spalten in Kontobüchern, wobei man das kleine Maschinchen direkt auf das Buch legen und als Ableselineal nutzen konnte.
Mit einem Griffel werden die Zahnstangen je nach Ziffer verschieden weit nach unten gezogen, das dreht die Rädchen im Resultatwerk entsprechend weiter. Dabei werden ggf. auch Zehnerüberträge ausgeführt. Drücken des Hebels an der linken Seite stellt die Zahnstangen vor der nächste Eingabe (oder für das Ablesen des Ergebnisses) zurück.
Zum Addieren ist das Gerät ganz komfortabel und es bietet als erster Kleinaddierer eine optionale Eingabekontrolle. Auch einzelne Multiplikationen sind halbwegs passabel möglich. Das Subtrahieren dagegen ist sehr umständlich, weil man dazu die am Rand eingeprägten Komplementärziffern nutzen muss. Und das Dividieren ... das vergisst man besser ganz.
Der Comptator wurde mit 9 oder 13 Stellen angeboten. Offenbar war das Gerät ganz erfolgreich, denn es ist auch heute noch öfters zu finden.
Rote Ziffern neu eingelegt, vergilbte Plastikscheibe ausgetauscht.
Mit passabel erhaltenem Etui, fehlenden Griffel durch Palmgriffel (aus Plastik, viel besser) ersetzt, Neufassung der Anleitung im Netz gefunden.Vorgänger des Comptator ist der „Rapid Computer“, ein ab 1892 in den USA gebauter Kleinaddierer. Hans Sabielny aus Dresden („Moderne Contormaschinen“) verkaufte das Gerät kurze Zeit in Deutschland, doch bald ließ er es durch den Konstrukteur Woldemar Heinitz so verbessern, dass die Eingabekontrolle möglich wurde. Unter dem Namen „Comptator“ wurde das als eigene Erfindung patentiert und ab 1909 bei Schubert & Salzer in Chemnitz und ab 1922 dann in Dresden bei Sabielny selbst produziert.
Eine Rechenmaschine aus Berlin mit englischem Namen: TIM steht für "Time is Money": Ludwig Spitz nutzte dieses Verkaufsargument als Marke und als Modellbezeichung seiner Modelle mit einem Resultatwerk (im Gegensatz zur UNITAS mit zwei Werken). Das sollte die potentielle Kundschaft wohl darauf hinweisen, warum sich der Einsatz solcher Maschinen lohnte.
Die TIM hat nicht nur das massive, für den Hersteller typische Gehäuse aus Gusseisen, sondern auch den von Robert Rein entwickelten zuverlässigeren Zehnerübertrag. Das Modell ist wegen seiner Schiebereinstellung noch nahe am Typus der ersten erfolgreichen Rechenmaschinen, später wurden auch Modelle mit Tasteneingabe entwickelt.
Die vordere Platte aus dickem Blech lässt sich leicht abnehmen. Wollte man so die Mechanik leicht vorführbar machen, ging es eher um die leichte Wartung oder beides?
Die frühere Verwendung dieses Exemplars ist leider nicht bekannt, die abgenutzte Brünierung zeigt aber, dass es lange Zeit intensiv genutzt wurde.
Einen Kommaschieber und die Gummifüße erneuert, eine gebrochene Ziffernrad-Achse durch Stahlstift ersetzt, eine Staffelwalze und die Schlittenführung nachjustiert, festgelötete Kurbel wieder abnehmbar gemacht, Ziffern im ZW neu eingelegt, Messingteile und Kurbel poliert, fehlende Glocke ersetzt. Die abgegriffenen Stellen bleiben einstweilen, die wenigen erhaltenen Beschriftungen wären sonst auch weg.
Blechhaube fehlt, Kopie der ersten Seiten einer Originalanleitung vorhanden.Nicht nur für astronomische Berechnungen brauchte man mehr Stellen. Versicherungsmathematikern, Ingenieuren und anderen reichte die sonst übliche Kapazität oft auch nicht aus. Schon 1905 gab es daher von Brunsviga ein „Modell D“ mit der riesigen Kapazität von 12-12-20.
Einige Jahre später wurden alle Modelle der ersten Generation bei gleichbleibender Technik deutlich verkleinert. Der Abstand der einzelnen Stellen verringerte sich dabei von 9 mm auf 7 oder gar 6 mm. Den neuen Modellen wurde ein M (für Miniatur) vor die alte Modellbezeichnung gesetzt.
Diese Maschine ist eine „MD“ mit 7 mm-Teilung. Sie ist kaum breiter als das alte Modell B und wirkt dabei viel filigraner. Zwei der drei Löschschrauben sind hier noch in der alten Größe geblieben (was nun leicht unproportioniert wirkt).
Die große Kapazität ist nicht nur für Rechnungen mit vielen Stellen gut, sondern erleichtert auch das gleichzeitige Rechnen an zwei Positionen, z.B. für Dreisatz-Rechnungen oder das gemeinsame Erfassen von Posten und Summen. Wenn man auf der linken Seite eine 1 einstellt und dort lässt kann man sogar ein Zählwerk mit Zehnerübertrag simulieren. Das Modell war sicher recht teuer, mit über 2.300 Exemplaren für damalige Verhältnisse dennoch recht erfolgreich.
Blechhaube etwas ausgebeult, einige unpassende Schrauben ersetzt, Kommaschieber neu verteilt.
Mit Bodenbrett und Blechhaube, allgemeine Anleitung aller alten Brunsvigas im Netz gefunden.Ab 1910 liefen die Patente des Comptometers aus und andere Hersteller konnten auch solche Geräte bauen, die alleine durch Tastendruck angetrieben wurden. Der erste Nachbau war der von William Seward Burroughs entwickelte „Calculator“.
Dieses erste Modell sah aber dem Comptometer so ähnlich, dass dessen Hersteller erfolgreich dagegen klagte. Also wurde das Gehäuse schon nach kurzer Zeit umgestaltet, was auch eine Anpassung der Mechanik erforderlich machte.
Der Name war seiner Zeit übrigens weit voraus: „Calculator“ war damals eigentlich noch die Berufsbezeichnung derjenigen, die die Rechnungen durchführten!
Kanten und Stoßstellen retuschiert, zerfallene Gummifüße und -puffer (innen) ersetzt, vergilbte Celluloidscheibe ersetzt.
Die „American Arithmometer Corporation of St. Louis“ wurde 1886 gegründet und produzierte zuerst eine große, druckende Addiermaschine. 1904 zog die Firma nach Detroit um, sie nannte sich nun nach dem 1898 verstorbenen Erfinder „Burroughs Adding Machine Co.“ und wurde zum größten Addiermaschinen-Hersteller der USA. 1953 ändert man den Namen zu „Burroughs Corporation“ und begann auch mit der Herstellung großer Computer.
1986 fusionierte Burroughs mit Sperry und wurde zu „Unisys“. Diese Firma stellt immer noch Mainframe-Computer her, ist aber auch in der Software-Entwicklung und vor allem als EDV-Dienstleister tätig.
Die vollautomatische Division (d.h. Werte einstellen und einfach loskurbeln, ohne sich um Korrektur des Unterlaufs oder Schlittenverschiebung kümmern zu müssen) erleichtert das Arbeiten sehr, sonst muss man beim Dividieren gut aufpassen, um keinen Fehler zu machen. Die Division ist auch leichter zu automatisieren als die Multiplikation, weil man den Unterlauf der linken Stelle zur Steuerung des Ablaufs nutzen kann. Auch der „Gleitschlitten“, der nicht mehr angehoben werden muss ist gut dafür.
Viele Rechenmaschinen-Hersteller versuchten sich damals daran, H.W.Egli gelang es 1913 als erstem (die Konkurrenz konnte da höchstens die Stopp-Division anbieten). Die neue, von dem deutschen Ingenieur Erwin Jahnz konstruierte Maschinenreihe nannte man MADAS, das steht für Multiplikation-Automatische Division-Addition-Subtraktion. Die römische Ziffer gibt die Stellen im Zählwerk an, das gab es mit 7 bis 11 Stellen. Bald wurden auch Modelle mit Tasteneingabe, Motor und/oder halb- bis vollautomatischer Multiplikation entwickelt.
Die Madas IX mit dem firmeneigenen Codenamen "MAXIMA" ist eine eher einfache Variante aus den ersten Jahren, wurde aber noch bis Ende der 20er-Jahre parallel zu den weiterentwickelten Modellen verkauft. Die sehr solide Mechanik hat auch die langen Jahre des stillen Einstaubens schadlos überstanden, alles funktionierte von Beginn an einwandfrei.
Ein spätes Modell der Reihe ist die VIIe TA.
Schlitten und EW zerlegt, Ziffernrädchen gereinigt und poliert, Flugrost an vielen blanken Stahlteilen wegpoliert, unpassende Schraube ersetzt.
Mit Blechhaube, auf deren Innenseite französische Kurzanleitung.Hans Walter Egli hat mit dem Erfinder Otto Steiger ab 1893 eine damals aufsehenerregende Rechenmaschine entwickelt, die mit Hilfe eines Multiplikationskörpers die schnelle Multiplikation ermöglichte. 1898 erfolgte die Firmengründung in Zürich, die Maschine wurde unter dem Namen „Millionär“ für einige Zeit zum Exportschlager.
Als das Ende dieses Erfolgs abzusehen war entwickelte man die deutlich kleinere MADAS. Auch diese wurde gut ins europäische Ausland exportiert, lediglich in Deutschland blieb sie wegen der starken Konkurrenz durch Brunsviga, Rheinmetall und andere große Hersteller eher selten. 1918 wurde die Firma zur AG.
1931 erschien eine völlig neu konzipierte Baureihe der MADAS, die nochmals deutlich kompakter war. Bald gab es nur noch motorisierte Maschinen mit Tasteneingabe, und auch diese wurden weltweit erfolgreich - außer in den USA, wo man wohl die Patente an Friden verkaufte und dafür auf den dortigen Markt verzichtete.
Doch auch bei der Egli AG endete 1968 die Produktion und 1974 wurde die Liquidation abgeschlossen.
Auf dem massiven Gehäuse sitzt „huckepack“ (an Stelle der Einstellschieber des Vorgängers) die hier zum ersten Mal gebaute, riesige Volltastatur. Für heutige Sehgewohnheiten wirkt das unproportioniert und dadurch leicht skurril. Ein ähnlicher Effekt wie bei den ersten Autos, die ja eher nach „Kutsche ohne Pferd“ aussahen und so gar nicht unseren Vorstellungen von „Auto“ entsprechen.
Genau wie bei der Euklid 1 werden die Werte per Proportionalhebel (s. a. Film bei der Euklid 8) zum Resultatwerk übertragen. Nun sitzen aber auf jeder Vierkant-Achse mehrere Zahnrädchen, weil die Tasten die nur ein kurzes Stück verschieben können. Außerdem ermöglichst die Tastatur den optionalen Additionsmodus (Löschung der Eingabe nach jeder Kurbeldrehung).
Das Gerät ist wohl von einer der vielen Greizer Webereien angeschafft worden. Es überstand dort den 2. Weltkrieg, nach der Verstaatlichung dieser Webereien wurde es erst im VEB Webtex, dann beim VEB Greika benutzt. Als man sie dort (womöglich erst in den späten 70ern?) ausrangierte hat sie ein Angestellter mit nach Hause genommen und später einem Kollegen gegeben.
... nach dem Justieren von EW und Schlitten. Seiten entrostet und neu lackiert, Metallteile poliert, einige Tasten neu eingelegt, Ziffernräder ausgebessert, Serviceschildchen wiederhergestellt.
Ein Schreibmaschinen-Koffer aus Holz dient als Transportbehälter und auch hier passt der Nachdruck der Anleitung für Euklid 1 und 4 aus der Edition Greis.Diese Maschine hat Hugo Cordt konstruiert. Erster Hersteller war eine Fabrik in Oldenburg, später Behr in Dresden und Berlin, ab etwa 1920 die Carl Lindström AG in Berlin. Es ist eine damals recht fortschrittliche Staffelwalzen-Maschine mit Tastatur, optionalem Additionsmodus (Eingabelöschung nach jeder Kurbeldrehung) und schräger Kurbelstellung, die der Anatomie des Bedieners entgegen kommt. Das Versetzen und die Löschung der beiden Werke des Lineals sind aber immer noch nur möglich wenn man es anhebt. Über den dazu genutzten großen Griff erfolgt auch die Umschaltung zwischen Addition und Subtraktion.
Für bessere Ablesbarkeit sind dicht nebeneinander stehende Ziffern gut. Hier erreichte man das durch versetzt angeordnete Staffelwalzen (die anders als überall sonst senkrecht stehen). Die Volltastatur ermöglicht eine bequeme Eingabe, anders als bei der modernen Zehnertastatur funktionieren die „klassischen Tricks“ noch: z.B. Dreisatz in einem Zug rechnen, Wurzeln per Toepler-Verfahren ziehen, Eingabe für ein zusätzliches Zählwerk teilen, ...
Die Seriennummer (falls sie wirklich stimmt, denn an vielen Stellen der Maschine sind auch andere Nummern eingestanzt) ist eine der eher hohen, aber man kann ihr kein genaues Baujahr zuordnen.
Gesamtlöschung und einige Federn im RW und ZW justiert, zwei Federn im RW nachgebaut, verbogenen Linealhebel gängig gemacht, zu kurze Schraube der Kommaleisten- Federung ersetzt, Begrenzungen für korrekte Nullstellung der Eingabekontrolle in allen Stellen eingebaut, lose Tastenköpfe befestigt, fehlende Taste der „Dauer‑1“ ersetzt, Klingelleiste und Umstellung im ZW nachgefeilt, Metallteile poliert, abgebrochene Schraube ausgebohrt und neues Gewinde geschnitten, einige Ziffern in Tastatur, Ziffernrädern und Stellennummerierung sowie Schadstellen am Gehäuse durch Lackstift bzw. Teillackierung ausgebessert, zwei Füße ersetzt.
Der Schwede Carl Elöf Lindström gründete 1897 in Berlin eine mechanische Werkstatt, in der anfangs Phonographen und Diktiergeräte gebaut wurden. 1908 wurde sie zur AG und erweiterte ihr Geschäftsfeld auf die Produktion und den Vertrieb von Schallplatten. Zur Firma gehörten schließlich weltbekannte Label wie „Odeon“ und Lindström wurde in den 20er-Jahren zum international agierenden „Schallplattenkönig“. Die Rechenmaschinen blieben stets nur ein Randprodukt.
1926 erwarb die englische Columbia die Aktienmehrheit, Columbia wiederum ging 1931 im EMI-Konzern auf. Der Name „Lindström“ hielt sich als GmbH noch bis 1972, als die Firma mit der Electrola zur EMI Electrola verschmolz.
Die „C“ ist das Grundmodell der Thales-Sprossenrad-Modelle mit Zehnerübertrag im Zählwerk und mittlerer Kapazität. Darauf bauen die Modelle CE (mit Einstellkontrolle), CR (mit Rückübertragung), CER (mit beidem) und CES (mit Einstellkontrolle und Speicherwerk) auf.
Dieses Exemplar ist schon mit dem später üblichen Löschbügel nachgerüstet (im Deckblech sind noch die Schlitze des alten Systems), hat aber noch die frühe Ausführung der Schlittenmechanik und als Besonderheit ein Zugband mit starker Feder, wie man es sonst eher von Schreibmaschinen kennt. Das kann man zur Division in den Schlitten einhängen, ein Druck auf die Schlittentaste führt dann schon zur Stellenverschiebung. Das ist aber nicht ganz ausgereift: Weil das Band seitlich zieht kann sich der Schlitten manchmal etwas verkanten. Und weil eine Einstellsperre fehlt könnten sich beim Kurbeln die Sprossenräder verstellen, wenn die Rädchen im Resultatwerk zuviel Widerstand leisten.
Dieser Entwicklungsstand hat als weitere große Besonderheit eine seltsame Mechanik, die je nach erster Kurbeldrehung das Zählwerk auf Plus- oder Minuszählung stellt: Dazu wird nicht der Einzahn auf andere Drehrichtung geschaltet, sondern bei einer ersten „negativen“ Kurbeldrehung werden seitlich verschiebbare Segmente mit neun Zähnen in jeder Stelle so verschoben, dass jeweils 99999999 abgezogen wird - was das Gleiche ist wie 1 dazu zu zählen. Das erfordert dann allerdings mehr Kraft und erhöht den Verschleiß. Ist die erste Kurbeldrehung dagegen „positiv“, dann bleiben diese Segmente ohne Kontakt zu den Ziffernrädchen, nur in der ersten Stelle dreht ein Einzahn das Rädchen um eins weiter. Löschen des Zählwerks setzt diese Mechanik dann in Wartestellung zurück.
Flugrost an fast allen Metallteilen entfernt, Schlosskasten repariert und nachlackiert, Feder der Drehrichtungssperre nachgespannt, Zugbandhalter gerade gebogen, ausgebrochenes Ziffernrad neu aufgebaut, Schlitten und Deckblech nachlackiert, fehlende Kommaschieber ersetzt.
Die Thaleswerke waren die erste Firmengründung von Emil Schubert, der bei Triumphator das Konstruieren von Rechenmaschinen erlernt hatte. 1911 machte er sich in Rastatt zusammen mit Geldgebern selbständig und entwickelte dort Sprossenrad-Maschinen, für deren fortschrittliche Konstruktion (darunter auch Doppelmaschinen) er viele Patente erhielt. 1936 wurde Schubert wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ von seinen Geschäftspartnern aus der Firma gedrängt. Nach dem Krieg wurden noch fast zwei Jahrzehnte lang erfolgreich Thales-Maschinen verkauft, doch 1965 meldeten die Thaleswerke Konkurs an.
Emil Schubert übrigens gab, wie man weiter unten sehen kann, die Entwicklung von Rechenmaschinen nicht auf.
Diese Maschine hat ebenfalls weder Einstellsperre noch Einstellkontrolle, auch ein Zehnerübertrag im Zählwerk fehlt. Fortschrittlich sind das Miniaturformat (sie ist eine der kleinsten Sprossenrad-Maschinen überhaupt) und die Kurbellöschung der Zählwerke, die hier (über die außenliegenden gebogenen Hebel) sogar eine Entspannung der Federn hat. Das haben andere Hersteller nur selten und erst nach 1945 so gebaut, es macht das Löschen leichtgängig und materialschonend.
Insgesamt fällt die extrem präzise und hochwertige Verarbeitung auf: Viel Bronze und Messing, selbst die kleinen Kurbelgriffe sind aus Metall. Trotz des schlechten Zustands der Deckbleche: Nach nun über hundert Jahren reichten drei Tröpfchen Öl, dann lief das Maschinchen wieder einwandfrei und leicht.
Der damalige Preis ist unklar, aber die Verwendung ist bekannt: Die Maschine stammt aus Solingen und wurde für die Abrechnungen einer Gesenkschmiede benutzt (dort wurden Rasiermesser hergestellt). Ich bekam sie von den Enkeln der damaligen Inhaber.
Zustand vorher:
Mehrere Deckbleche neu lackiert, abgestoßene Kurbelhalterung nachlackiert, gebrochene Feder im Löschbügel ersetzt.
Mit Bodenbrett, Blechhaube fehlt.Die Rema GmbH wurde kurz vor dem 1. Weltkrieg in Hannover gegründet und bereits 1922 von Grimme, Natalis & Co. aufgekauft. Bis 1927 hat man dort weiterhin produziert und die Maschinen teils als „Rema“, teils als „Brunsviga“ verkauft. Dann wurde die Produktion in Braunschweig konzentriert, die bis dahin in Hannover benutzten Maschinen und Werkzeuge gingen offenbar an Mira. Die Marke Rema wurde noch bis in die 50er-Jahre für einige ins Ausland exportierte Rechenmaschinen genutzt.
Das schöne Schildchen des damaligen Solinger Büromaschinen-Händlers verweist ebenfalls auf eine nicht mehr existierende Firma.
Die D‑Serie ist die erste Serie von Archimedes mit Tasteneingabe und damit Vorläufer aller späteren Modellreihen (z.B. H und L) des Herstellers. Das Zählwerk hat nun bereits Zehnerübertrag, neu ist auch der optionale Additionsmodus. Der Schlitten muss aber für die Stellenverschiebung und zum Löschen noch von Hand angehoben werden.
In der D‑Serie gab es auch elektrisch angetriebene Maschinen, teils schon mit automatischer Division und/oder Multiplikations-Wahltasten. Auch größere Kapazitäten waren lieferbar.
Über die frühere Verwendung dieses Exemplars ist leider nichts bekannt. 1995 wurde es (für 100 DM) auf einem Flohmarkt in Basel gekauft.
Ziffernscheiben poliert, etwas Flugrost entfernt, Löschtaste justiert und nachlackiert, einige Lackschäden retuschiert.
Anleitung für Modell C und D im Netz gefunden.Glashütte im Erzgebirge war bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein Zentrum der feinmechanischen Industrie. Dort entstand 1880 mit der Firma Burkhardt die erste Serienfertigung von Rechenmaschinen in Deutschland.
1890 gründete Constantin Fischer eine Werkstatt für Präzisionsuhren und andere feinmechanische Geräte; ab 1900 gehörte sie Reinhold Pöthig, der bei Burkhardt gelernt hatte. Er begann bald mit der Entwicklung eigener Rechenmaschinen. Ab 1912 hieß seine Firma „Glashütter Rechenmaschinenfabrik Archimedes, Reinhold Pöthig“. Hans Sabielny, der in Dresden selbst Rechenmaschinen baute, übernahm 1920 den Vertrieb aller Archimedes-Maschinen in Deutschland, später dann weltweit (dafür steht ab 1927 das große „S“ am Ende der Marke). Mit seinem Vertriebstalent trug er sicher zum Erfolg der Firma bei.
1951 wurde Archimedes „VEB“. Bis 1960 wurden mechanische Rechenmaschinen gebaut, danach nur noch elektronische Geräte bzw. Komponenten, was zur erneuten Namensänderung in „VEB Rechenelektronik Glashütte“ führte. Später wurde die Firma Teil des Robotron-Kombinats und ging mit diesem unter, als die DDR‑Betriebe veruntreuhandet wurden.
Der wegen einer Klage des Konkurrenten geänderte erste „Calculator“ blieb dann technisch Jahrzehnte lang gleich. Ungefähr 1937 wurde das Gehäuse höher und die „Füßchen“ fielen weg, kurz vor Ende der Produktion wurde das Schwarz-Grün zu Dunkelgrau-Hellgrau.
Es gab den Calculator mit verschiedenen Stellenzahlen, auch motorisierte Modelle (für leichteren Tastendruck) und sogar „Duplex“-Maschinen (mit zweitem Zählwerk) wurden entwickelt.
Der damals hohe Neupreis erklärt vielleicht auch die vergleichsweise geringe Verbreitung solcher Geräte in Mitteleuropa.
Gehäuse neu lackiert, Fast alle Tasten und einige Schrauben ersetzt, fehlenden Löschhebel erst mit Nachbau, dann mit Originalteil ergänzt.
Das hier ist eigentlich eher ein Lernspielzeug: Kinder sollten damit das kleine Einmaleins üben. Bis heute werden Replikas des „Rechenaffen“ aus Pappe, Plastik oder wie hier aus Blech gebaut. Dieser recht originalgetreuen Replika fehlte nur die einhängbare Additionstafel des Originals, ich habe inzwischen eine nachgedruckt.
Aufgrund der heute unvermeidlichen Warnhinweise („Zum Spielen nicht geeignet, Blech kann scharfe Kanten haben“ ... sind heutige Kinder eigentlich dümmer oder empfindlicher als damals?) vermute ich, dass heute alle Rechenaffen bei Erwachsenen landen (obwohl diese das kleine 1x1 im Schlaf können sollten). Auch diesen Rechenaffen hat kein Kind angefasst, den bekam ich zum 60.Geburtstag.
In den USA gab es schon seit 1892 erste druckende Addiermaschinen. Für den kaufmännischen Bereich waren sie schnell unentbehrlich, auch nach Europa wurden sie bis zum 1.Weltkrieg in großen Mengen importiert. Vor allem die Burroughs Class 1 mit ihren Glaswänden stand auch hierzulande im Mittelpunkt vieler Büros.
Im Krieg stockte der Nachschub aus den USA, was schnell zu Eigenentwicklungen Anlass gab. Diese Standard-10 der Wanderer-Werke ist die erste druckende Addiermaschine aus Europa. Mit über 30 kg ist sie immer noch ein Schwergewicht, wie die Burroughs zeigt sie durch die Glasscheiben stolz ihre Mechanik.
Besser als bei der Konkurrenz ist, dass man hier die gerade gedruckten Werte direkt ablesen kann ohne den Papierstreifen vorzudrehen. Außerdem hat sie direkte Subtraktion (saldiert aber noch nicht, zeigt also negative Summen nur als Komplement).
Schon damit war sie „auf Augenhöhe“ mit den damals neuesten Burroughs-Maschinen („Class 3“), aber sie kann noch deutlich mehr: Man kann die linken 2-5 Stellen des Druckwerks abteilen und dann entweder in zwei Spalten nebeneinander addieren oder z.B. Belegnummern, Kalenderdaten etc. eingeben. Das ist schon ein erster, zarter Ansatz der Entwicklung hin zu den späteren Buchungsmaschinen.
Es gab auch Varianten der Standard mit 15 Stellen, mit Breitwagen (z.B. für Kontoblätter oder Rechnungen) oder auch mit einem riesigen Motor, der unter dem Tisch angebaut wurde.
1925 brachte Burroughs die kleineren, technisch überlegenen „Portables“ auf den Markt, Wanderer ersetzte die Standard daher durch die deutlich kleineren, heute noch häufig zu findenden Pultmaschinen.
Dieses eher frühe, einfache Exemplar hat noch nicht die später übliche Nichtrechen-Taste. Es stammt aus der Mainzer Volksbank, stand dort lange unbenutzt herum und wurde letztlich von einem Mitarbeiter der Bank vor der Verschrottung gerettet.
Viele Metallteile poliert, eine fehlende 9 ersetzt, Hebelgriff geklebt, Druckteilung justiert, Blech durch Acrylglasscheibe ersetzt.
Mit Originaltisch.Die Geschichte der Wanderer-Werke ist besonders wechselvoll: Aus der kleinen „Chemnitzer Velociped-Fabrik Winklhofer&Jaenicke“ entstanden 1896 die „Wanderer-Fahrradwerke“ in Schönau. Ab 1908 fiel das Fahrrad im Namen weg - produziert wurden sie aber, nun neben Büromaschinen, Motorrädern und anderem weiterhin. Ein Zweigwerk im Nachbarort produzierte Automobile und LKW, das wurde 1932 mit Audi, Horch und DKW zur Auto-Union.
1948 wurden die Wanderer-Werke enteignet. Die Eigentümer und Werksleitung gingen nach München und gründeten dort die neue Firma „Wanderer“. Die war zeitweise größter westdeutscher Büromaschinen-Hersteller, aber die aufkommende Elektronik führte 1968 zur Einstellung der Produktion. Teile der Firma wurden zu einer Keimzelle der Nixdorf Computer AG. Als Holding existierte Wanderer bis zum Konkurs 2010. Dann baute die ZEG drei Jahre lang „Wanderer“-Fahrräder, heute nutzt Hercules die Markenrechte.
Die Fabriken in Chemnitz wurden aufgeteilt. Die Werkzeugherstellung verblieb in Chemnitz und war bis über die Wiedervereinigung erfolgreich. Sie gehört heute zur Starrag Group aus der Schweiz.
Auch die Büromaschinensparte konnte bald wieder (als „VEB Wanderer-Continental Büromaschinenwerk“) produzieren. Doch schon 1951 wurde der Betrieb mit dem Astra-Werk zum „VEB Büromaschinen Chemnitz“ vereinigt, der bald Teil des Zentronik-, später des Robotron-Kombinats wurde.
Ab 1955 wurde die gesamte Büromaschinenproduktion nach Erfurt verlagert. Vor allem die dort gebauten Buchungs- und Schreibmaschinen (Marke „Ascota“) wurden erfolgreich auch in den Westen exportiert. In Chemnitz produzierte man als „VEB Industriewerke“ einige Jahre lang noch hauptsächlich Flugzeugteile, dann übernahm ein Hersteller von Pumpen und Motoren die Fabrik.
Im Laufe der Wiedervereinigung wurde die Produktion in Erfurt als „Robotron Optima GmbH“ privatisiert, doch trotz einiger Umfirmierungen und einer Produktionsverlagerung nach Mexiko ging das Unternehmen 2004 in Konkurs.
Brunsviga produzierte ab 1909 mit dem Modell J eine Sprossenrad-Maschine mit nicht mitdrehenden Einstellhebeln - andere Hersteller haben das meist erst Jahrzehnte später geschafft. Die Hebel konnten so viel größer sein und schonen deshalb die Finger der Bediener. Das Modell war allerdings deutlich teurer und blieb daher selten.
Der verkleinerte Nachfolger ist diese MJR. Sie ist meine älteste Brunsviga mit Einstellkontrolle. Die sitzt hier vor den Einstellhebeln, nicht (wie später üblich) oben drüber. Das Zählwerk hat wie bei den meisten späteren Modellen Zehnerübertrag, rote Ziffern bei Negativzählung und ist ganz oben im Gehäuse. Ein Textilband bewegt den Zählfinger von Stelle zu Stelle.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass die Ziffern von Einstellkontrolle und Resultatwerk nicht genau übereinander stehen. Das hat man bei den späteren Modellen verbessert, ebenso wie die umständliche Freigabe der Einstellung durch einen Druckknopf an der Kurbelbasis .
Eine unpassende Schraube ersetzt, einige angelaufene Metallteile poliert.
Bei Proportionalhebel-Maschinen sind die bewegten Massen relativ klein, daher sind hier Motorisierung und Automatisierung besonders leicht möglich. Die Euklid-Modelle 7 (Einstellung mit Schiebern) und 8 sind die ersten echten Vollautomaten weltweit: Nach Einstellung der Zahlen und Start der Operation (hier durch den Schlittenzug nach rechts) werden sowohl Division als auch Multiplikation abgerechnet, ohne dass der Benutzer noch irgendwie eingreifen muss.
Die Maschine ist, wie schon die Euklid 4, mit der Tastatur und optionalem Additionsmodus auch zum Addieren und Subtrahieren gut geeignet. Modell 7 mit Schiebereinstellung war da deutlich im Nachteil. Bei meinem Exemplar läuft der Motor dabei aber im Dauerbetrieb - spätere Exemplare (wie dieses von P. Leonidowitsch) hatten eine verbesserte Schaltung.
In der Werbung wird die 27 kg schwere Maschine als „leicht transportabel“ angepriesen. Damals hatte man entweder mehr Kraft oder andere Maßstäbe für Transportfähigkeit.
Einzige Spuren der Herkunft sind eine große „85“ auf der Seite und das leider zerstörte Inventarschild aus DDR-Zeiten. Die Seriennummer ermöglicht immerhin die Datierung. In die Schlittendeckplatte ist innen ein Name (evtl. der des Monteurs?) eingeritzt: Ich lese den als Plöhser ...
Nachfolgemodelle sind z.B. Euklid 22 und 38SM.
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Division (355:113): |
Multiplikation (12345679x9): (anders herum wäre natürlich schneller) |
Dejustierten Antrieb für das ZW korrigiert, Einstellkontrolle justiert, zerfallende Kabel erneuert, Erdung hergestellt, Glashalter, Tastenfeld und Seiten der Tastatur neu lackiert, gebrochene Additionstaste neu aufgebaut, alle blanken Metallteile poliert, viele kleine Retuschen an Sockel und Gehäuse, Handkurbel gebaut, defekten Motor bei Fischer GmbH in Billigheim überholen lassen (Anker neu gewickelt!).
Zahlenschieber gab es schon vorher, aber erst dieses Modell wurde zum großen Erfolg. Sein Name wurde daher zum Synonym der ganzen Gerätegattung (wie „Tempo“ für's Taschentuch).
Das Modell hat (anders als alle Nachfolgemodelle bis hin zum ganz späten Hexadat) keinen eigenen Namen, es wird heute einfach als „Basismodell“ bezeichnet. Damals nannte man es ganz einfach „die(!) Addiator“.
Dieses Gerät stammt aus den ersten drei Jahren, denn der Aufdruck lautet „Patente beantragt“ (auf englisch) und erst 1923 wurde in Deutschland das erste Patent erteilt. Geschützt wurden darin vor allem die Zweiseitigkeit (eine Seite zum Addieren, die andere zum Subtrahieren) und die rote Färbung um die Einstecklöcher, in denen man „nach oben und um die Ecke“ ziehen muss, um den Zehnerübertrag zu machen.
Damit ist die Bedienung bereits halb erklärt: Man steckt den Griffel in jeder entsprechenden Stelle in das Loch neben der zu addierenden Ziffer und zieht bis zum Anschlag nach unten. Wenn man aber „ins Rote“ steckt, dann nach oben (also das Komplement abziehen) und „um die Ecke herum“ nach unten (also in der nächsthöheren Stelle 1 zuzählen). Das macht man für alle Ziffern der zu addierenden Zahl, dann steht das Ergebnis in den Schaulöchern.
Griffel aus Palm-Stift und Metallspitze zurechtgefeilt.
Anleitung im Netz gefunden.F.Diestelkamp erklärt die Geschichte der Firma auf Addiator.de wunderschön. Daher hier nur die wichtigsten Daten:
Gründung als GmbH im Februar 1920 durch Carl Kübler in Berlin, 1933/34 Umwandlung in eine Einzelfirma, im 2.Weltkrieg (natürlich) vorwiegend Kriegsproduktion, ab 1945 Übernahme durch die Tochter Margot, ab 1958 Verlegung der Produktion nach Wolfach im Schwarzwald, 1974 Ende der Produktion bei Addiator, 1975 Löschung der Firma, aber bis 1990 noch geringe Produktion von Addiatoren bei der „Metallindustrie Gutach“.
Auch das ist ein seltener gebautes Modell aus der Reihe der M(iniatur)-Maschinen des Herstellers. Das Zählwerk ist ziemlich kurios: Trotz der kleinen Ziffern (die sonst einen fehlenden Übertrag zeigen) hat das Zählwerk Zehnerübertrag. Bei negativer Zählrichtung schaltet es auf rote Ziffern um, indem sein ganzes Gehäuse etwas nach oben klappt.
Ebenso originell ist die Zählung selbst: Das machen „Hämmerchen“, die bei jeder Kurbeldrehung in der Zählstelle eine Übertrags-Sprosse auslenken. Die Umschaltung auf rote Ziffern funktioniert ebenfalls darüber.
Weil das Zählwerk stets an Ort und Stelle bleibt, hat man hier den seltsamen „halben“ Schlitten mit dem Resultatwerk - das gibt es so sonst nirgends. Auch die meisten späteren Brunsvigas (wie schon die MJR) hatten ein feststehendes Zählwerk, aber bei denen sitzt es stets über der Eingabe.
Der nur bei diesem Exemplar vorhandene große Schlitz im Deckblech und der ungenutzte Zapfen an der rechten Seite sind m.E. nur damit erklärbar, dass es hier mal einen außenliegenden Löschkamm gab, wie er bei vielen anderen Herstellen zu finden ist. Andererseits gibt es keine Hinweise auf Brunsvigas mit Löschkamm und die Flügelschraube hinten links samt Löschgetriebe sind sicher nicht nachträglich eingebaut worden. Was also steckt dahinter?
Kennt jemand Brunsvigas mit Löschbügel oder weiß mehr über die Funktion des Schlitzes? Dann wüsste ich gerne mehr dazu!
Mehrere Ziffern auf den Blechen und den Richtungsanzeiger neu eingelegt, die meisten Seitenbleche, Getriebegehäuse, Kurbelhalter und Bodenplatte neu lackiert, alle blanken Metallteile von Flugrost befreit und poliert, Ziffernräder gereinigt und einige Ziffern ergänzt, im RW eine Raste und Löschung justiert, Sicherung der ZW-Löschung nachgefeilt, Kommaleiste des EW nicht ganz original ergänzt, mehrere fehlende und falsche Schrauben ersetzt (Deckblech war bereits sehr schön neu lackiert).
Mit Bodenplatte aus Stahl, Anleitung für alle B-. MR-, MH-Modelle als PDF vorhanden.Eine weitere der M-Maschinen von Brunsviga. Sie hat noch die ältere (doch schon ganz zuverlässige) Schlittenmechanik. Die Anzeige oben ist hier keine Einstellkontrolle, wie sie bei anderen Herstellern später üblich wurde, sondern ein zweites Zählwerk. So konnten auf der MH Ergebnisse von Divisionen einzeln angezeigt und gleichzeitig summiert werden.
Dieses obenliegende Zählwerk mit Zehnerübertrag, den weißen und roten Ziffern und von links nach rechts beweglicher Blende wurde bei Brunsviga bald zum Standard. Das zweite Zählwerk machte dieses Modell aber relativ teuer. Solche Maschinen waren also nicht sehr häufig, doch die MH wurde immerhin knapp 6.000 Mal gebaut.
Nachfolger der M-Reihe sind die von/mit Rema entwickelten Modelle MII und MIII, dann die „Nova“-Reihe.
Das Gerät fand jemand beim Ausräumen von Großvaters Keller. Der hatte in Rüsselsheim bei Opel gearbeitet, wahrscheinlich hat er die MH von dort mitgebracht als sie ausgemustert wurde.
Alle nicht vernickelten Metallteile entrostet und poliert, soweit sie ohne Zerlegung der Werke erreichbar waren, schwergängige Schiebeblende durch Zurechtbiegen und Polieren wieder gängig gemacht, zwei Gummifüße erneuert, Furnier der Bodenplatte festgeklebt. Den letzten originalen Kommaschieber mit zwei provisorischen Schiebern ergänzt.
Mit Bodenbrett und Blechhaube, Anleitung für alle B-. MR-, MH-Modelle als PDF vorhanden.Die Comptometer von Felt & Tarrant wurden schon 1884 erfunden und sind damit das „Original“ dieser Maschinengattung, Burroughs und andere haben das dann kopiert. Schon der Tastendruck (genauer: das Loslassen) bewirkt das Aufaddieren zur Anzeige, was diese Geräte noch bis heute zu den schnellsten Addierern überhaupt macht. Alle weiteren Grundrechenarten sind mit speziellen, damals in Kursen erlernten Verfahren auch zu rechnen.
Von Serie zu Serie gab es kleine Änderungen und Verbesserungen. Ein frühes Comptometer-Merkmal sind die kleinen Tasten, mit denen man den Zehnerübertrag unterbrechen kann; so wird die Subtraktion deutlich einfacher. Schon ab der F‑Serie hatten die Comptometer eine Sicherung gegen unvollständiges Drücken der Taste: Dann blockiert die Tastatur, bis man die betreffende Taste ganz und danach einen Entsperrknopf drückt. Ab der H‑Serie klingelt beim ersten Tastendruck nach dem Löschen eine Glocke. Das zeigt dem Bediener, dass er seine Rechnung auf einer korrekt gelöschten Maschine beginnt. Ein weiterer Vorteil sind die Öllöcher, wegen denen die Maschine seltener geöffnet werden muss. Auch bei der Wartung sollte es offenbar schnell gehen!
Comptometer gab es meist mit 8, 10 oder 12 Stellen in der Eingabe, manchmal auch mit besonderen Tastenreihen für nichtdezimale Währungen. Dieses Exemplar mit normaler Tastatur hat eine deutsch beschriftete Plakette, war also ein Exportgerät.
Nachfolger der H-Modelle ist die J-Serie.
Dorr Eugene Felt (seine Eltern hießen noch „Filz“) war Vorarbeiter eines Walzwerks. Ab 1884 (mit 22 Jahren!) begann er mit der Entwicklung einer neuartigen Addiermaschine. In den folgenden Jahren erhielt er die Unterstützung wechselnder Geschäftspartner, zuletzt von Robert Tarrant, dem Inhaber einer Maschinenfabrik in Chicago. 1889 gründeten beide gemeinsam die „Felt & Tarrant Manufacturing Co.“. Ab 1957 hieß die Firma „The Comptometer Co.“. 1961 fusionierte sie mit dem Rechenmaschinen-Hersteller Victor zur „Victor Comptometer Corporation“, im gleichen Zug wurden die Namensrechte für Großbritannien an den Hersteller der Sumlock verkauft. Die Produktion mechanischer Rechenmaschinen endete 1973, doch Teile der Firma haben als „Victor Technology“ überlebt und verkaufen (eingekaufte) Bürotechnik, darunter auch noch einige Rechner.
Modell C ist die erste „kleine“ (und „nur“ etwa 8 kg schwere) Sprossenrad-Maschine des Herstellers. Vorgänger war die technisch fast gleiche, aber viel größere und doppelt so schwere Triumphator 1.
Wie die Vorgänger haben auch die Modelle der C-Reihe Einstellkontrolle und Zehnerübertrag im Zählwerk. Die Reihe wurde sehr erfolgreich und ist der Vorläufer der später weit verbreiteten CR-, CN- und CRN‑Modelle. Nur die H-Reihe war zeitweise ähnlich erfolgreich.
Das Alter der Maschine ist an der noch ziemlich einfachen Schlittenmechanik, den Flügelschrauben und der Beschriftung zu erahnen. Sie stammt aus Greiz (ein „Beifang“ beim Abholen der Euklid 4). Mit ihr wurden in einem Lebensmittelgeschäft in Auerbach (Vogtland) früher Löhne, Preise und Inventuren gerechnet. Eine weiter entwickelte „C“ mit Hebellöschung kostete damals 25 RM mehr.
Ein Sprossenrad wieder gängig gemacht, Kastenschlüssel ersetzt, Deckblech teils neu lackiert, Ziffern neu eingelegt, im EW fehlende Kommaschieber-Leiste ersetzt
Mit Bodenbrett und Blechhaube.Die Japaner entwickelten den im 16. Jahrhundert bei ihnen eingeführten Suan Pan weiter. In der Mitte des 19. Jahrhunderts fiel zuerst die zweite Fünfer-Perle im „Himmel“ weg (vermutlich weil in Japan nicht hexadezimal gerechnet wurde), erst etwa 1920 dann auch die fünfte Einer-Perle in der „Erde“ (wohl als Anpassung an das Dezimalsystem). So wurde die Bedienung deutlich beschleunigt.
Auf dieser letzten Entwicklungsstufe steht das hier gezeigte Modell. Es besteht ganz traditionell aus Holz und Bambus, die flache Form der Perlen ist typisch für den Soroban. Es hat 23 Stellen, viel mehr als die meisten heutigen Taschenrechner. Die hohe Stellenzahl ist nützlich für schnelle Division und Multiplikation (die z.T. unseren Methoden mit Papier und Bleistift ähneln) und zum Festhalten von Zwischenergebnissen.
Das Rechnen mit dem Soroban (oder dem Suan Pan) wird in vielen ostasiatischen Schulen noch gelehrt, es gibt immer noch nationale und internationale Schnellrechner-Wettbewerbe.
Ein neuer 23-stelliger Soroban kostet heute etwa 5.000 bis 12.000 Yen (ca. 50 bis 120 €), dieser stammt aber aus einem Prager Antiquitätenladen.
Tomoe wurde 1918 von Yuji Fujimoto gegründet. Ab 1948 hieß die Firma Tomoe Abacus Co. Ltd. und sie existiert auch heute noch. Vermutlich ist das nun der einzige Soroban-Hersteller weltweit. Die Firmen-Webseite ist sehenswert: Sie hat zwar auch eine englische Version, aber die japanische Seite mit Übersetzungstool betrachten ist lustiger.
Frank S. Baldwin entwickelte nicht nur unabhängig von Odhner ein Sprossenrad, sondern auch diese später oft kopierte Bauweise. Durch die Tasten und optionale Löschung der Eingabe nach der Kurbeldrehung ist dieser Typ für alle Grundrechenarten gut geeignet, bei Handmaschinen erspart die in beide Richtungen drehbare Kurbel den Umschalter und die geteilten Staffelwalzen sorgen für kurze Schaltwege.
Nicht mehr die abgreifenden Zahnrädchen, sondern diese (sehr schmalen) Staffelwalzen werden entlang einer Vierkant-Achse bewegt. Pro Stelle gibt es eine Walze mit fünf Stiften (die kennt zwei Positionen und dreht das zugehörige Zahnrad entweder gar nicht oder fünf Zähne weiter) und eine weitere mit vier unterschiedlich breiten Zähnen (die in fünf verschiedenen Positionen das Zahnrad null bis vier Zähne weiter dreht). So werden alle Ziffern von 0 bis 9 „erzeugt“ (das klingt etwas kompliziert - deshalb hier ein Schema dazu).
Die K-Serie umfasste Handmaschinen, motorisierte Modelle und komfortable Halbautomaten mit 12, 16 oder 20 Stellen im Resultatwerk. Diesem Exemplar fehlt die Mechanik der Stopdivision, aber vielleicht wurde die erst später entfernt (die dafür nötigen Löcher und Zapfen sind nämlich vorhanden). Ein großes Plus ist der Zehnerübertrag im Zählwerk, der selbst bei den Jahrzehnte später gebauten Modellen dieser Bauweise noch selten war. So kann man schneller („verkürzt“) multiplizieren und dividieren.
Auch die Glasfenster vor den Anzeigen waren ein kostenpflichtiges Extra. Das Schild einer Service-Firma aus Berlin ist leider der einzige Hinweis auf den Ort der früheren Verwendung.
Alle blanken Metallteile poliert und einige entrostet, Tastaturplatte, Kommaleisten und Glasrahmen neu lackiert, zerbröckelnde Nulltasten durch 3D-Drucke ersetzt, Antrieb des Zehnerübertrags im ZW neu justiert, mehrere Schrauben ersetzt.
Die Monroe Calculating Machine Co. wurde 1912 in New York gegründet. Das erste Serienmodell war die Baureihe „D“, von der ab 1915 ca. 4.000 Stück gebaut wurden. Es folgten die Baureihen E, F, G, K, dann die verkleinerte L-Serie und M. Die späteren Baureihen der Vollautomaten mit immer mehr Extras wurden nicht mehr durchbuchstabiert. Auch Buchungs- sowie Addiermaschinen mit Voll- oder Zehnertastatur wurden gebaut.
1958 wurde Monroe von Litton aufgekauft, einem Konzern, der überwiegend militärische Produkte (von Elektronik-Komponenten bis hin zum kompletten Zerstörer) herstellte.
Ab 1968 baute Monroe den ersten (und noch selbst entwickelten) elektronischen Rechner, im Folgejahr wurde die LN‑160X als letzte handangetriebene Maschine zum letzten Mal angeboten. Interessant sind die damaligen Preise: Der Nettopreis der LN-160X (da kam gerade die Mehrwertsteuer) lag bei 795 DM, die elektrischen Geräte von Monroe kosteten zwischen 1.300 und 4.000 DM, die ersten Elektronenrechner knapp 7.000 DM, ein Jahr später sogar bis fast 19.000 DM (der einfachste VW Käfer kostete damals etwa 5.000 DM netto).
1984 verkaufte Litton die Firma wieder. Heute heißt sie „Monroe Systems for Business“, auch (woanders gebaute) Rechner werden immer noch verkauft.
Die von Ernst Kuhrt entwickelten Maschinen haben Axial-Sprossenräder: Deren Sprossen werden nicht radial nach außen sondern zur Seite geschoben und bekommen so Kontakt zu den Zahnrädchen des Resultatwerks. Wie viele Sprossen das jeweils sind bestimmt ein Hebel, der durch eine Taste der jeweiligen Stelle mehr oder weniger weit geschoben wird.
Dieses Modell hat die Kapazität 8-8-13 und nur den optionalen Additionsmodus als „Extra“. Es gab auch Modelle mit höherer Stellenzahl und solche mit Speicherwerk und Rückübertragung; außerdem konnte damals schon an jedes Modell ein Elektromotor mit Multiplikations-Wahltasten angebaut werden. Für diese Zeit war das außerordentlich modern, ebenso wie die Tastatur und der Gleitschlitten, der zum Versetzen und Löschen nicht mehr angehoben wird.
Schlitten zerlegt, Bleche neu lackiert, fehlende Glocke und Klöppel ersetzt, Ziffern im RW neu eingelegt, alle Metallteile entrostet und poliert, einen Hebel- und den Kurbelgriff ausgebessert (mit 2-Komponenten-Kitt), verbogene Kurbel gerichtet, Tastatur zerlegt und entrostet, Gehäuse und Kommaleisten komplett neu lackiert, einige Tasten neu eingelegt und einige neu aufgebaut, Tastenzungen mit Hammer und Rohrzange(!) justiert.
Erster Hersteller der Maschine waren die „Deutschen Rechenmaschinenwerke A.G.“ in Leipzig, trotz des großen Namens eine der kleineren Firmen, die nur etwa zweitausend Maschinen gebaut hat. Sie wurde vermutlich kurz nach dem 1. Weltkrieg von Ernst Kuhrt gegründet, wann genau ist unklar.
Klar ist aber, dass die Firma schon 1927 von Grimme, Natalis & Co. („Brunsviga“) aufgekauft wurde, wenige Jahre später endete die Produktion der Maschinen.
Das erinnert irgendwie an die frühe Computerzeit: Mehr Geld setzt sich gegen eine eigentlich bessere Technik durch...
Addiermaschinen mit 10er-Tastatur gab es schon vorher, aber erst Oskar Sundstrand entwickelte dieses 10-Tasten-Layout, das wir heute alle nutzen. Es hat sich durchgesetzt, weil man hier die Hand kaum bewegen muss, um alle Ziffern zu erreichen.
Alle Modelle dieses Herstellers haben statt des bei 10er-Tastaturen üblichen beweglichen „Stiftschlittens“ einen feststehenden „Stiftblock“. An dem wird die Mechanik zum Übertrag aus der Tastatur schrittweise vorbei geführt (kurzes Video unten). Diese aufwendige Mechanik sollte wohl Patentstreitigkeiten vermeiden.
Trotz der fast 15 kg wurde die Modellreihe „Junior“ als besonders klein und leicht angepriesen, Es gab jeweils 8- und 10stellige Maschinen als einfache Addierer, mit Subtraktion oder mit Subtraktion und Saldiermöglichkeit, und entweder feste oder (wie bei einer Schreibmaschine) bewegliche Wagen.
Tasten und Stellenzeiger sind bei diesem Exemplar deutsch beschriftet, es war also ein Exportmodell.
Viele Metallteile poliert, Farbband-Abdeckung lackiert, zwei fehlende Füße, fehlende Nulltaste (erst provisorisch, später mit passender Taste) und einige steinharte Walzenröllchen ersetzt.
Anleitung der ersten Modellgeneration im Netz gefunden.Die Brüder Gustaf und Oscar Sundstrand produzierten ab 1914 in ihrer Maschinenbau-Firma eine kleine Menge selbst konstruierter Rechenmaschinen mit neuartiger Tastatur. Die wurden so gut verkauft, dass man noch im gleichen Jahr die „Sundstrand Adding Machine Company“ gründete. Ab 1915 entwickelte Oskar Sundstrand die Addiermaschinen alleine weiter, er entwickelte u.a. die erste Maschine mit direkter Subtraktion. Sein Bruder führte die Maschinenbau-Sparte, deren Nachfolgefirma bis 2012 noch das Sundstrand im Namen trug (heute Teil von Collins Aerospace).
1926 wurde der Vertrieb der Addiermaschinen verkauft, die Marke wurde zu Underwood-Sundstrand. Ab 1933 übernahm Underwood auch die Produktion, Oskar Sundstrand wurde dort als Entwickler eingestellt. 1959 kaufte Olivetti die Firma auf und führte nur die Marke Underwood noch einige Zeit weiter.
Oskar Sundstrand ging 1948 in Ruhestand, wurde aber von 1950 bis etwa 1968 nochmals Entwickler, diesmal bei Victor.
Auch Facit, später berühmt für viele ausgereifte Sprossenrad-Maschinen mit Tasten, hat anfangs Maschinen des „Odhner“-Typs gebaut. Dies ist das zweite Modell des Herstellers. Es hat einige für die damalige Zeit fortschrittliche Merkmale. Die Löschschrauben brauchen nur eine halbe Drehung, das Einstellwerk wird mit Hebel gelöscht und es gibt einen Schlitten-Tabulator: Man drückt die gewünschte Taste ganz vorne und dreht dann den Knopf an der linken Seite, bis der Schlitten anstößt.
Trotzdem merkt man der Maschine ihr Alter an: Alle Teile sind noch sehr massiv ausgelegt, das Zählwerk hat keinen Zehnerübertrag und auch im Resultatwerk geht er nicht über alle Stellen.
Blanke Metallteile poliert, einige Ziffern neu eingelegt.
Ab 1918 verkaufte Alex Wibel aus Stockholm unter der Marke „Facit“ Rechenmaschinen des Odhner-Typs. 1924 (andere Quellen sagen 1922) wurde die Firma von der AB Atvidaberg Industrier aus der Ortschaft gleichen Namens aufgekauft. Facit wurde im nächsten halben Jahrhundert zu einer der bedeutensten Marken für Büromaschinen. Ab 1932 wurden erste Sprossenrad-Maschinen mit Zehner-Tastatur gebaut, mit denen Facit dann äußerst erfolgreich wurde.
Im Lauf der Zeit wurden weitere schwedische Hersteller wie z.B. Odhner, Halda (Schreibmaschinen) und Addo gekauft. Neben Büromaschinen wurden auch Möbel verkauft. 1965 wurde der Marken- zum Firmennamen, die Umsätze und Profite wuchsen bis 1970 weiter.
Der große Erfolg der mechanischen Rechner ließ Facit dann aber den Trend zur Elektronik verschlafen - und das, obwohl Facit um 1960 herum sogar eine eigene Mainframe-Produktion (zeitweise mit schnellstem Computer der Welt) hatte. Von einem Facit-Manager der 60er-Jahre stammt die verhängnisvolle Aussage
„Nie wird eine elektronische Rechenmaschine die hochwertigen mechanischen Rechenmaschinen von Facit ersetzen können“. Erst 1968 erkannte man die Gefahr und versuchte, in der neu gebauten Fabrik in Örsätter einen „echten schwedischen“ Elektronenrechner zu bauen. Doch gegen die starke japanische Konkurrenz konnte man da angesichts schwedischer und japanischer Löhne nur verlieren.
So geschah, was geschehen musste: 1973 wurde der Bau elektromechanischer Rechenmaschinen eingestellt und die ins Trudeln geratene Firma dem Elektrolux-Konzern einverleibt. Auch der Verkauf elektronischer Rechner von Hayakawa(Sharp) unter eigenem Namen rettete die Firma nicht mehr. Ca. 1977 wurden auch die letzten handbetriebenen Maschinen gebaut, 1998 erlosch die Marke in Europa. Rechtsnachfolger war PartnerTech AB, die wurden 2015 an Scanfil plc verkauft.
In Indien gab es bis ca. 2019 noch die Facit Asia Ltd, die weiterhin Facit-Schreibmaschinen herstellte. Seit kurzem heißt sie FAL Industries Ltd. - nur das F ist von der einst weltbekannten Marke übrig geblieben.
Nur wenige Jahre nach der MH entstand diese Sprossenrad-Maschine, deren Bauweise zum Vorbild der meisten späteren Brunsvigas wurde. Sie ist ein Produkt der zugekauften Tochterfirma Rema und vereint fortschrittliche Merkmale aus beiden Firmen. Die Einstellkontrolle durch Ausschnitte neben den Einstellhebeln setzte sich nicht durch, findet sich aber später z.B. bei der Brunsviga 10. Die bequemen Löschhebel, die komfortable und sehr zuverlässige Schlittenverstellung sowie das obenliegende Zählwerk mit Blende haben aber fast alle späteren Brunsviga-Sprossenradmaschinen.
Zustand nach Reinigung:
Extrem große und kompakte Staubmäuse, mehrere kleine Holzstückchen und einen Schraubhaken(!) aus Einstellung und Schlittentransport entfernt, Deckbleche neu lackiert, Beschriftungen neu eingelegt, abgebrochenen Griff der Löschkurbel und Widerlager-Block rechts vorne ersetzt, Füße erneuert.
Ab 1925 erneuerte Brunsviga die Produktpalette und brachte die Modelle der „Nova“-Reihe heraus. Mit denen konnten nun auch Werte aus dem Resultat- ins Einstellwerk rückübertragen werden, was eine Kettenmultiplikation ohne fehlerträchtige Eingabe der Vorergebnisse möglich machte.
Für den Hersteller war vor allem wichtig, dass man nun zur modularen Bauweise überging: Möglichst viele Teile der verschiedenen Modelle sollten gleich sein und so der ganzen Serie als Bau- und Ersatzteil zur Verfügung stehen. Das senkte Entwicklungs-, Produktions- und Lagerkosten.
Die ersten Nova-Modelle waren vergleichsweise riesig. Auch die Nova II ist noch groß, schwer und sehr solide gebaut. Nach fast einem Jahrhundert läuft alles immer noch leicht und rechnet richtig. Dieses Exemplar hat an der Kurbelbasis noch den Plus‑/Minus-Anzeiger, der bei späteren Novas fehlt. Es stand bis in die 70er-Jahre auf dem Schreibtisch eines Abteilungsleiters im Rechnungswesen der Frankfurter Metallgesellschaft, aber viel benutzt wurde es wohl nicht.
Spätere Modelle sind u.a. Brunsviga 13 und 20 oder auch Doppelmaschinen wie z.B. die D 13 Z...
Geräuschdämmung an der Einstellsperre durch Unterlage verbessert.
Um auch kleinere Gewerbetreibende als Kunden zu gewinnen, boten viele Hersteller auch Modelle mit geringerer Kapazität und einfacherem Aufbau an. Auch dieses Modell von Thales hat wenig Stellen und verzichtet auf Zehnerübertrag im Zählwerk, Einstellkontrolle und andere „Extras“. Immerhin gibt es die damals recht fortschrittliche Löschung des Schlittens mit Kurbeln und eine Anzeige für Plus- und Minusdrehungen, mit der man ggf. auch die Drehrichtungssperre lösen kann.
Deutsche Marken waren damals in Frankreich und England nicht gerade beliebt, daher wurden dort viele Maschinen von Thales (und anderen) über die britische „Muldivo Corporation“ verkauft. Auf diesem Exemplar ist jedoch das Firmenschild eines Büromaschinenhändlers aus Karlsruhe aufgenietet - vielleicht ein Re-Import aus Frankreich?
Ein weiterer Firmenaufkleber stammt aus Frankfurt, dort wurde das gebrauchte Maschinchen nach dem Krieg gekauft. Die Ehefrau eines Handelsvertreters erledigte damit dessen Buchhaltung.
Im ZW verbogene Achse gerichtet, Löschung justiert und Ziffern neu eingelegt, im RW einige Ziffern neu eingelegt, Löschkurbelgriffe gängig gemacht.
In der CK wird die Eingabe mit Stellsegmenten ins Resultatwerk übertragen. Die funktionieren hier aber anders als bei den zur gleichen Zeit gebauten Marchant-Modellen oder der späteren M.J.Rooy: Dort dreht sich die Trommel (wie bei Sprossenrad-Maschinen) ganz herum, hier werden die einzelnen Stellsegmente je nach eingestellter Ziffer nur mehr oder weniger weit hin und her gedreht (und nur beim Hinweg ist das Resultatwerk eingekoppelt). Das Einstellwerk sitzt im beweglichen Schlitten, die Zehnerüberträge werden durch die riesige stationäre Walze hinter dem Resultatwerk ausgeführt. Weil die Einstellhebel keine 360°-Drehung machen müssen können sie schön lang sein, was die Einstellung der Zahlen deutlich bequemer macht.
Es gab nur zwei Ausführungen der Maschinenreihe: Modell C mit, Modell CK ohne Zehnerübertrag im Zählwerk. Trotz bequemer Einstellung und eher günstigem Preis (durch die Verwendung vieler Stanzteile) konnten sie sich gegen die Konkurrenz nicht wirklich behaupten. Schon nach wenigen Jahren wurde die Produktion wieder eingestellt, nur etwa 3.000 Exemplare beider Modelle entstanden in dieser Zeit. Die Reste hat eine Schweizer Firma aufgekauft und daraus für kurze Zeit die „EOS“-Maschinen gebaut.
in der Aufarbeitung:
(Blau eingefärbt: der oszillierende
Balken, der die Stellsegmente dreht)
Fehlende und ausgeleierte Schrauben ersetzt, gebrochene Blende gelötet, Löschung im ZW mit Zwischenringen justiert, am Gehäuse und in der EK Ziffern neu eingelegt, blankgeschliffene Stellen retuschiert, alle blanken Metallteile poliert.
Die „Hannovera Rechenmaschinenfabrik, Oventrop, Heutelbeck & Co.“ entstand 1921 aus einer Gießerei in Peine bei Hannover. „Peinia“ war als Name vielleicht zu blöde - also wurde es „Hannovera“. Nur wenige Jahre lang wurden Rechenmaschinen gebaut, zuerst zwei Baureihen von Sprossenrad-Maschinen, dann die vermutlich wegen Patentstreitigkeiten mit Brunsviga entwickelten Stellsegment-Maschinen. Weil das nicht lange erfolgreich war, schwenkte man ab 1927 (als „Hannovera-Kassen-Gesellschaft m.b.H.“) allmählich auf Ladenkassen um.
1932 zog die Firma nach Berlin, ein Jahr später starb der Alleininhaber und der Geschäftsführer Emil Bauer kaufte die Konkursmasse billig auf. Bis 1971 (nach dem Krieg aber in Gengenbach im Schwarzwald) wurden erfolgreich Ladenkassen gebaut.
Eine wunderschöne Darstellung der Firmengeschichte hat Martin Reese verfasst - hier als PDF.
Das Modell J des Comptometers unterscheidet sich kaum vom Vorgänger. Intern gibt es einige kleine Verbesserungen, aber die Bedienung ist völlig identisch. Auch hier gibt es die Sicherung gegen unvollständiges Drücken und das Glöckchen - und auch wieder die Öllöcher.
Dieses Exemplar mit 12 Tastenreihen ist ebenfalls deutsch beschriftet. Noch lange nach dem Krieg war es in einem Berliner Etikettenhandel im Einsatz.
Auch nach dem Krieg wurden noch Comptometer gebaut - bis zum letzten Modell C3D11.
Mechanik bei J.Wolff
perfekt beschrieben!
Einige schiefe Tasten wieder gerade gebogen, Zelluloid hinter den Fenstern des Ergebniswerks für bessere Sicht umgedreht, fehlenden Kopf der Entsperrtaste ersetzt.
Anleitung von 1930 im Netz gefunden.Diese Maschine wurde wegen ihrer für die damalige Zeit sehr fortschrittlichen Konstruktion zur Grundlage vieler anderer, z.T. bis 1957 gebauter Modelle. Entwickelt hat sie Richard Berk, der zuvor bei Ludwig Spitz gearbeitet hat. Eine Besonderheit ist, dass eine Staffelwalze für zwei Stellen zuständig ist. Das ermöglicht den platzsparenden Aufbau mit eng beieinander liegenden (und daher gut ablesbaren) Ziffern. Das Modell hat außerdem Zehnerübertrag im Zählwerk, optionalen Additionsmodus, direkt einstellbare Ziffern im Resultatwerk und vor allem den Gleitschlitten: Der muss zum Verschieben oder Löschen nicht mehr angehoben werden und ist so die Voraussetzung für die spätere Automatisierung.
In einer Art Baukasten-System konnten Maschinen auf dieser Basis auch mit höherer Kapazität, Divisionseinrichtung, Motor, Speicher bis hin zum Halb- und Vollautomaten geliefert werden.
Dieses Exemplar ist ein Sparmodell ohne Nulltasten und Einstellkontrolle. Es stammt aus einer alten Molkerei in Kotthausen (bei Gummersbach).
Zehnerübertrag der 11.Stelle gängig gemacht, Lackierung an den Kanten aufgefrischt, viele Ziffern neu eingelegt.
Anleitung aller Rheinmetall-Rechenmaschinen im Netz gefunden.Rheinmetall verbindet man heute eher mit Kanonen und Leopard-Panzern, aber aufgrund des Versailler Vertrags musste das 1889 in Düsseldorf gegründete Rüstungsunternehmen neue Geschäftsfelder suchen. So kam man auf Schreib- und Rechenmaschinen, die in der 1901 übernommenen Fabrik in Sömmerda gebaut wurden. Auch als die Waffenproduktion wieder begann stellte man dort weiter Rechenmaschinen her, nun unter der Marke „Rheinmetall-Borsig“.
Nach dem 2. Weltkrieg trennten sich die Wege der west- und ostdeutschen Fabriken: In Düsseldorf wurden anfangs diverse zivile Produkte wie z.B. Aufzüge oder Stoßdämpfer gebaut. Zwei Addiermaschinen wurden neu entwickelt und mit geringem Erfolg vertrieben. Mit Gründung der Bundeswehr kehrte man zur Produktion von Waffen zurück und ist damit auch heute leider höchst erfolgreich.
Das Werk in Sömmerda wurde erst sowjetischer Staatsbetrieb und produzierte Büromaschinen für Reparationslieferungen in die UdSSR. Ab 1952 wurde Rheinmetall zum VEB, auch Fotoapparate und anderes wurden dort gebaut.
1962 brachte man den ersten elektronischen Fakturierautomaten unter der Marke „Soemtron“ auf den Markt. Ab 1969 gehörte die Fabrik zum Kombinat Zentronik und baute ihren ersten elektronischen Tischrechner, ungefähr zu dieser Zeit endete auch die Produktion der mechanischen Maschinen. 1978 wurde die Fabrik Teil des Robotron-Kombinats und produzierte erfolgreich Computer, blieb dabei allerdings immer einige Jahre hinter der Westtechnik zurück. 1992 wurde im Verlauf der Veruntreuung des DDR‑Vermögens auch dieses Werk liquidiert.
Auch wenn diese Maschine wie eine Sprossenrad-Maschine „Typ Odhner“ aussieht: Das hier ist eine der selteneren Maschinen mit Schaltklinken. Dieses Schaltprinzip (Erfindung kurz nach 1700 durch Leupold, von Hamann perfektioniert) führte immer ein Nischendasein. Ob es an durch die recht komplexe Bauweise bedingten hohen Servicekosten lag oder daran, dass Sprossenrad und Staffelwalze einfach besser vermarktet wurden?
Dieses Modell mit sehr niedriger Seriennummer hat eine Ausstattung, die Ende der 20er-Jahre geradezu luxuriös war: feststehende Einstellhebel, optionaler „Additionsmodus“, Dividenden-Direkteinstellung - vor allem aber (wie alle Schaltklinken-Maschinen) die automatische Division: Nach einem Unterlauf bewirkt die nächste Kurbeldrehung automatisch dessen Korrektur, dann läuft der Schlitten von selbst zur nächsten Stelle.
Die Maschine hieß offiziell einfach nur „Manus“, das „C“ ist nur eine Vereinbarung unter Sammlern, um den Entwicklungsstand der fortlaufend weiter entwickelten Maschine zu bezeichnen.
Bei diesem Modell sind die Werke im Schlitten nur zu löschen, wenn er am linken Anschlag steht. Die Schlittenbewegung per Daumentaste rechts und Hebel ganz links (der zugleich Transportsicherung ist) wirkt auch noch recht archaisch.
Das Nachfolgemodell ist die Manus E. Aber die gleiche Schaltklinken-Trommel findet sich auch in allen späteren „Hamanns“, selbst in den kompliziertesten Vollautomaten (z.B. Hamann Automat T, Selecta oder 450).
Christel Bernhard Julius Hamann war Mechaniker und Ingenieur. Er arbeitete erst u.a. bei A.Ott in Kempten und bei Carl Zeiss in Jena, gründete 1896 sein eigenes „Mathematisch-mechanisches Institut“ (heute würde man Ingenieurbüro dazu sagen) und entwickelte dort neue Rechenmaschinen und Schaltprinzipien (eine seiner Maschinen, die „Gauss“, schlägt die Brücke von den frühen „Rechenuhren“ hin zur Curta).1907 übernahm Mercedes das Institut, ab 1922 arbeitete Hamann dann für die Deutschen Telefonwerke (ab 1928 „DeTeWe“). 1948 starb Hamann, zehn Jahre später verkaufte die DeTeWe die Rechnerfertigung an Smith-Corona-Marchant. Ob die Hamann GmbH erst von SCM oder schon durch DeTeWe gegründet wurde ist unklar, jedenfalls produzierte sie bis 1970 Rechenmaschinen. Dann stellte man unter dem Ansturm der Elektronik die Produktion ein, die Marken Hamann und Marchant erloschen.
DeTeWe gibt es nach vielen Verkäufen heute noch als Ostertag DeTeWe.
Einige Jahre nach Einführung der MADAS (z.B. das Modell IX weiter oben) konnte Egli auch Modelle mit Tasteneingabe und/oder Motorantrieb anbieten. Zwei Vollautomaten waren die letzten Vertreter der Reihe: Auf beiden laufen sowohl Division als auch Multiplikation nach Einstellung der Werte und Tastendruck selbsttätig ab.
Die Madas VIIe TA (also 7 Stellen im Zählwerk, elektrisch, Tasten und Automat) mit dem internen Codenamen "TOMIS" ist das kleinere der beiden Modelle. Beide haben unter der gesonderten Zehner-Tastatur links einen Stiftschlitten, der den zweiten Faktor speichert und aus dem dieser dann Stelle für Stelle abgelesen wird.
Die beiden beiden Vollautomaten wurden bis Anfang der 40er-Jahre gebaut und waren offenbar leidlich erfolgreich. Das ist erstaunlich, denn schon Mitte der 30er-Jahre kamen auch erste Vollautomaten der späteren, kompakten Madas-Reihe auf den Markt.
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Division (355:113): |
Multiplikation (1234x1234): |
Schlitten und Tastatur zerlegt, dabei die in acht von neun Stellen komplett fehlenden Elemente zur Übertragung der Eingabe entdeckt ...
... 3D-Drucker gekauft, die Elemente nachgezeichnet, ausgedruckt und eingebaut.
Verkabelung erneuert, Ziffernrädchen gereinigt und poliert, zerfallenen Leder-Treibriemen durch zwei Nylonschnüre ersetzt, Flugrost an blanken Stahlteilen wegpoliert, einige Lackschäden retuschiert, einen gebrochenen Tastenstempel der Zehnertastatur sowie die zerbröselnden hellen Zifferntasten per 3D-Druck ersetzt.
Ab den mittleren 20er-Jahren sind für Brunsviga eigentlich Sprossenrad-Maschinen mit dem obenliegendem Zählwerk typisch. Eine der wenigen Ausnahmen ist das Modell 13, dessen Zählwerk „ganz klassisch“ links im Schlitten liegt. Diese Maschine sollte wohl die weniger zahlungskräftige Kundschaft bedienen, denn sie hat als einziges „Extra“ eine Einstellkontrolle. Doch die kleine, aber solide gebaute Maschine (anfangs noch als Nova 13 bezeichnet) wurde zum bis dahin größten Erfolg des Herstellers: Über 32.000 wurden verkauft - was erst in den 50er-Jahren übertroffen wurde.
Dieses Exemplar tat seinen Dienst zuletzt im „VEB Zuckerwarenfabrik Elbdom“ in Meissen.
Lockere Löschkurbelbasis wieder an der Kurbel fixiert, alle blanken Metallteile von Rost und Belägen befreit.
Das Schaltwerk hat rotierende Stellsegmente. Die sehen hier auf den ersten Blick fast wie Sprossenräder aus, doch hier werden nicht einzelne Sprossen ausgefahren, sondern der gesamte "Kiefer" mit neun Zähnen schwenkt beim Drehen zu unterschiedlichen Zeiten nach vorn und dreht die Zählwerksrädchen entsprechend mehr oder weniger (bei der M.J.Rooy gibt es ein Video dazu). Die Scheibe zum Einstellen des Schwenkbereichs rotiert nicht mit, also können entweder bequeme, lange Einstellhebel oder sogar Tasten zur Werteingabe genutzt werden.
Das Zählwerk hat Zehnerübertrag, es gibt wieder den optionalen „Additionsmodus“ und eine hohe Kapazität. Die Einstellkontrolle korrespondiert nicht mit den Tastenreihen - das macht sie gut ablesbar, braucht aber etwas Gewöhnung.
Die Löschkurbel löscht hier schon beide Werke und das Exemplar hatte keine Seitendekoration mehr, aber noch die Aussparungen und Schrauben dafür. Daher die Schätzung des Baujahrs auf den Anfang der 30er-Jahre.
Tastatursperre nachjustiert, Plexiglasscheibe der Eingabekontrolle ausgetauscht, Lackschäden retuschiert, neue Gummifüße untergesetzt, Seitenplaketten und Logo nachempfunden.
Kurzanleitung im Netz gefunden.Rodney H. Marchant verkaufte ab spätestens 1910 Rechenmaschinen diverser europäischer Hersteller. 1915 gründete er in Oakland eine eigene Fabrik und produzierte Kopien der französischen „Dactyle“. Wegen Patentstreitigkeiten (so jedenfalls die englische Wikipedia) suchte man ab 1918 nach einem neuen Schaltwerksprinzip. Der Konstrukteur C.M.F.Friden entwickelte daher die Stellsegmente, die von 1921 bis in die 40er-Jahre in die Maschinen eingebaut wurden.
Bereits 1934 kamen erste Maschinen mit Proportionalrädern auf den Markt. Auch die wurden bei Marchant erfunden und ermöglichten den Bau der relativ leisen und extrem schnellen elektrischen Rechenmaschinen, mit denen Marchant berühmt wurde.
Der Schreibmaschinen-Hersteller Smith-Corona kaufte 1958 Marchant auf und nannte sich daraufhin Smith-Corona-Marchant (SCM). SCM wurde einer der großen Mitspieler im Rechner- und Computergeschäft und stellte in den 70er-Jahren die Produktion mechanischer Rechenmaschinen ein. Die Textverarbeitung am Computer führte in den 80ern dann auch zum Ende der einst berühmten Schreibmaschinen.
Smith-Corona gibt es noch, aber das „Marchant“ ist aus dem Firmennamen wieder verschwunden.
Das ist ein Exemplar aus der DDR‑Produktion, vermutlich eine der letzten Maschinen im mittleren (grau-grünen) Design. Danach wurde die gleiche Technik noch für kurze Zeit in ein moderneres, hellgraues Gehäuse eingebaut.
Die Technik der Grundmaschine wurde ergänzt durch die (vermutlich noch von August Kottmann entwickelte) automatische Division, die schon ab Ende der 20er-Jahre auch in die Handmaschinen häufig eingebaut wurde. Dafür ist keine gesonderte Taste nötig, die Division wird einfach als fortgesetzte Subtraktion gekurbelt. Nach jedem Unterlauf (d.h. wenn das Resultatwerk negativ wird) schaltet die folgende Kurbeldrehung ein Getriebe auf Gegenrichtung, die nächste Drehung korrigiert den Unterlauf und schaltet das Getriebe weiter, die dritte Kurbeldrehung setzt den Schlitten eine Stelle weiter und das Getriebe ganz zurück. Dabei wird einfach munter weiter gekurbelt und so immer weiter subtrahiert. Der Vorgang kann mit einem Schalter an der Kurbelbasis gestoppt werden.
Sogar nach Produktionsende lieferte man das Modell immer noch auch in den Westen: 1958 steht sie zum letzten Mal in den Katalogen.
Zustand vorher:
Diese Maschine kam äußerlich als Wrack: Reichlich Rost, Staub und Spinnweben, Schlittenstellgriff völlig zerstört, mehrere fehlende Tastenköpfe und praktisch alle Tasten und Hebel total festgefressen. Aber die robuste Mechanik innen war offenbar noch völlig intakt, denn nachdem unter Einsatz massiver Ölmengen, einer Zange und eines Hammers(!) alle Tasten und der Schlitten wieder beweglich waren rechnete die Maschine schon wieder. Alle Metallteile entrostet/poliert, eine Sicherungsscheibe nachgefeilt, einen fehlenden Wirtel ersetzt. Die roten Knöpfe und den Dreistern spendete eine Rheinmetall KES.
Anleitung aller Rheinmetall-Rechenmaschinen im Netz gefunden.
Wegen des intakten Dreisterns und einiger Tasten, die ich in die D IIc oben einbauen wollte erstand ich das Wrack einer elektrischen Rheinmetall KES. Deren Motor war tot, viele Tasten fehlten, aber der Schlitten mit Speicherwerk und Postenzähler sah noch ziemlich gut aus. Da wollte ich doch mal sehen, ob er auch auf die D IIc passt.
Er passte erst nicht: Der Divisionsstop der D IIc kollidierte mit Führungsschiene und Verkleidung des Schlittens (die KES hat keine automatische Division).
Also habe ich die Schiene gekürzt, die Verkleidung etwas ausgesägt und für den Divisionsstop einen Bolzen in das schon vorhandene Loch geschraubt - und siehe da: Der Schlitten passt nun und macht die Maschine zur DS If; ein Modell, das es - wenn überhaupt - nur als Sonderbestellung gab.
Diese Chimäre hat den Speicher, zu dem man das Resultatwerk addieren oder subtrahieren und den man auch wieder dorthin rückübertragen kann, einen Postenzähler für die Anzahl der Speichervorgänge und dazu (im Chassis) die automatische Division. Nachteile gegenüber der D IIc sind die kleine Kapazität und die fehlende Direkteinstellung der Dividenden.
Die KES wurde ab 1934 gebaut. 1937 kostete sie in dieser Größe 1.270 RM (≈ 8,5 Monatslöhne, die höchste Kapazität 9‑8‑17‑17 kostete einen ganzen Jahreslohn). Bislang waren nur Vorkriegsmaschinen mit deutlich niedrigeren Seriennummern bekannt, diese KES stammte aber aus dem Jahr 1952.
Weiter entwickelte Modelle sind z.B. die EDWL, SAL und KEWS.
Führungsschiene gekürzt, Verkleidung ausgesägt, Bolzen für Divisionsstop eingesetzt.
Anleitung aller Rheinmetall-Rechenmaschinen im Netz gefunden.Die Direct ähnelt auf den ersten Blick einem Comptometer, man kann mit ihr optional auch so addieren (und notdürftig multiplizieren). Tastendrücke bewirken dann sofort das Summieren im Resultatwerk. Dieses wird dann allerdings nicht sofort angezeigt.
Wahlweise kann man auch mit Einstellkontrolle addieren, die Subtraktion geht nur auf diese Art: Dabei tippt man den Wert ein, kontrolliert die Anzeige und drückt dann die lange schwarze Taste rechts. Die Division ist wegen der fehlenden (Rest-)Summenanzeige praktisch unmöglich.
Dass die gleiche Anzeige sowohl Eingaben als auch Summen zeigt ist wirklich sehr ungewöhnlich. Zur Summenanzeige dreht man die Kurbel, oben und unten erscheinen rote Balken und dazwischen die Summe. Die lange Taste wird nun zur Löschtaste des Resultatwerks.
Hier sind keine Schaltschwingen am Werk, sondern eine sonst nie gebaute Mechanik. Die erklärt ein Artikel von E.Anthes (PDF) im Rechnerlexikon ganz gut. Der Übertrag ins Resultatwerk erfolgt über Mitnehmerklinken: ähnlich den Schaltklinken bei der Hamann Manus, aber anders angesteuert.
Die Maschine wurde viele Jahre lang gebaut. Es gab auch Varianten mit mehr Stellen, mit Druckwerk und sogar mit Motor.
Das hier ist eine der frühen Maschinen, denn sie hat noch ein Metallgehäuse (später bekam die Direct‑II eine Bakelitschale) und eine niedrige Seriennummer (ich vermute, man hat mit 10001 angefangen). Sie trägt das Schild einer Werkstatt in Einsiedeln, wurde also nicht nur in der Schweiz gebaut, sondern vermutlich dort auch genutzt.
Tastenfeld-Abdeckung neu lackiert, Stoßstellen ausgebessert, Metallteile poliert, Anzeige justiert, Füße erneuert.
Die Firma Moesch & Huber wurde um 1920 in Zürich gegründet. Sie führte überwiegend Auftragsarbeiten im Bereich Design, Konstruktion und Montage durch. Als erste Rechenmaschine wurde die „Demos“ gebaut, ein wenig erfolgreiches Modell mit Zahnsegmenten. Mit der Direct, der leicht verbesserten Direct‑II und ihren Varianten war man dann deutlich erfolgreicher.
Der Herstellername steht allerdings nirgendwo auf der Maschine: Dort steht die Theo Muggli AG, ebenfalls mit Sitz in Zürich. Diese Büromaschinen-Firma hatte den Alleinvertrieb dieser Maschinen, möglicherweise ist sie auch der Auftraggeber der Konstruktion von „Demos“ und „Direct“. Theo Muggli starb 1933, seine Firma existierte unter demselben Namen bis 1995.
Dieses Exemplar der „Rechenmaschine mit EinstellKontrolle“ (das M steht für die höhere Kapazität) ist eine schöne Übergangsform: Das Grundgehäuse ist noch ganz der alte Typ (wie er so ähnlich noch bei der Odhner 27 zu finden ist), hat aber hinten/oben eine große Aussparung, auf die das Kontrollwerk mit einem eigenem Gehäuse aufgesetzt wurde.
Diese Bauart gab es nur sehr kurz, denn schon bald wurde die Einstellkontrolle (wie bei der RKZ) ins Gehäuse integriert. Außerdem gibt es neben den beiden Schlittentasten vorne schon eine zusätzliche Daumentaste an der Kurbel - aber eben nur eine „nach links“, nicht wie später auch bei der RMK üblich für beide Richtungen.
Fortschrittlich ist die Kurbellöschung im Schlitten, altertümlich sind die Löschbügel und die Überschleuderungskorrektur bei evtl. dejustiertem Einstellkontrollwerk. Offenbar vertraute man der Mechanik noch nicht ganz, doch nach nun über 90 Jahren läuft diese immer noch einwandfrei.
Alle Bleche neu lackiert, Zahlen neu eingelegt, Feder und Anschlag der Löschbügel repariert, neue Füße gedruckt.
Walther fing 1886 als Büchsenmacherei an, baute später Teile für die Rechenmaschinen von Mercedes und übernahm ab 1924 den Bau der Sprossenrad-Maschinen von dort. Schon 1929 wurden auch elektromechanische, ab 1970 auch elektronische, bis 1971 trotzdem noch die handbetriebene WSR160 gebaut. Damit konnte man in der Nachkriegszeit überleben, als die Waffenherstellung verboten war.
Bis 1945 blieb die Fabrik in Zella-Mehlis, dann wurde sie in den Westen (Niederstotzingen in Württemberg) verlegt. Die als eigene Tochterfirma abgespaltene Büromaschinen-Fertigung konnte Mitte der 70er-Jahre trotz ihrer hochwertigen elektronischen Geräte nicht mehr mit der billigen japanischen Konkurrenz mithalten und ging unter, heute baut Walther wieder nur Waffen.
Um Gesamt- oder Produktsummen speichern zu können, wurde an manche Comptometer (meist ein „Normalmodell“ aus der J-Serie) ein Speicherwerk vorne angebaut und dann beides in ein längeres Gehäuse gesetzt. Weil die Speicherwerke eigene Seriennummern (mit S...) haben, trägt jeder dieser „Super Totalizer“ zwei Seriennummern.
Schon gewöhnliche Comptometer waren teuer, diese Sondermodelle kosteten sicher noch viel mehr. Entsprechend selten sind sie: Vermutlich wurden nur etwa 3.200 bis 3.500 Stück gebaut.
Dieses Exemplar trägt eine Plakette mit dänischer Beschriftung und das Händlerschild des Alleinimporteurs für Dänemark.
Zelluloid hinter den Fenstern des Ergebniswerks für bessere Sicht umgedreht, verklemmte Übertragssperre im Speicher gelöst, Füße erneuert.
Diese „Felix“ ist der direkte, technisch nicht weiter entwickelte Nachfolger der alten Odhner-Modelle: Auch hier fehlen Einstellkontrolle, Zehnerübertrag im Zählwerk und andere „Extras“. Die üblichen Sperren gegen Fehlbedienung fehlen ebenfalls komplett. Sie hat immerhin noch die hochwertigen Sprossenräder aus Messing und auch sonst eher gutes Material, anders als die späteren Modelle.
Eine so schrecklich angemalte Maschine hatte ich noch nie zuvor gesehen. Die ursprünglich schwarze Maschine wurde erst weiß grundiert und dann mit einem kräftigen Rot grob überpinselt. Dabei wurde auf Schrauben, Kommaleisten und andere Teile keinerlei Rücksicht genommen. Die Beschriftung war nirgends mehr zu erkennen und Farbe war bis nach innen gelaufen. Zu meiner Überraschung hat sie da immer noch gerechnet, wenn auch extrem hakelig. Dass es eine alte Felix war konnte man nicht sehen, aber egal: Mein Mitleid war groß genug, 9 € auf dem Frankfurter Flohmarkt zu lassen.
Nach einigen Tagen Arbeit sieht die A3 nun wieder ungefähr so aus, wie sie die Fabrik verlassen hat und ich bin zufrieden, das alte Schätzchen gerettet zu haben.
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Fundzustand: |
zerlegt: |
Puzzle: |
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Lack ab: |
grundiert: |
im Aufbau: |
Komplett zerlegt, Lack von allen Seitenteilen, Blechen, Schrauben, Leisten, Hebeln, Muffen entfernt, Seitenteile und Bleche neu lackiert, erhabene Beschriftungen blankgefräst, alle Metallteile poliert, Ziffernräder teilweise neu eingelegt, viele schwergängige Stellen nachgeschliffen, Deckblechschrauben und zerfallene Gummifüße ersetzt.
Nach der Oktober-Revolution wurde Odhners Fabrik in St.Petersburg enteignet, nun wurden die Maschinen im „Staatlichen Rechenmaschinenwerk“ gebaut. Erster Chef der Firma soll Felix Dzierzynski gewesen sein (das ist unsicher: vielleicht war er auch nur als oberster Wirtschaftskommissar für die entsprechende Industrie zuständig). Er war Mitglied des Zentralkomitees, der berüchtigte Gründer und erste Chef der Geheimpolizei „Tscheka“ (und des Sportvereins Dynamo Moskau).
1921 wurde die komplette Fabrik demontiert und samt Unterlagen und Personal nach Moskau verlegt. 1926 starb Dzierzynski, zur Erinnerung an ihn wurden die Sprossenrad-Maschinen ab 1928 „Felix“ genannt. Ab 1931 hieß auch die Firma wie auf diesem Exemplar abgebildet: „Staatliches Rechenmaschinenwerk / benannt nach dem Genossen Dzierzynski / Moskau“.
Ab 1935 wurden auch Nachbauten der Monroe-Staffelwalzen-Maschinen hergestellt. 1941 endete die Produktion dort, denn die Fabrikanlagen wurden nach Kirow evakuiert (und vermutlich auf Kriegsproduktion umgestellt).
Erst ab 1948 wurden wieder „Felix“-Maschinen gebaut, dann allerdings in anderen Fabriken.
Die druckenden Addiermaschinen von Burroughs waren anfangs riesige Kästen, die 30 bis 50 kg wogen. Erst ab 1925 wurden auch die „Portables“ mit knapp unter 10 kg angeboten (die Definition von „tragbar“ war damals offenbar etwas anders). Anfangs konnten sie nur addieren („Class 8“), ab 1928 dann auch subtrahieren („Class 9“). Bis in die 60er-Jahre wurden solche Maschinen gebaut. Dabei wurden Sie natürlich technisch und optisch weiter entwickelt, doch das Grundprinzip der Maschine, die Summenbildung über Zahnsegmente, blieb immer gleich. Zumindest in den USA dominierte Burroughs mit diesen Geräten viele Jahre lang das entsprechende Marktsegment.
Die Typenbezeichnung dieses Exemplars setzt sich aus Klasse 9 (mit Subtraktion), 08 Stellen und 01 (Handantrieb) zusammen. Saldieren kann es noch nicht. Das C vor der Seriennummer steht für in Kanada gebaute Maschinen. Offenbar wurde sie bis 1963 noch benutzt und gewartet, also über 30 Jahre lang!
Großen Hebel gerade gebogen, einige Schrauben ersetzt, eine ins RW gefallene alte Gummirolle (die alles blockierte) entfernt.
Diese TIM I ist eine kleine, vergleichsweise leichte Staffelwalzen-Maschine mit Tasteneingabe und die letzte Entwicklung des Herstellers L.Spitz. Sie ist recht robust, gut verarbeitet und hat den optionalen „Additionsmodus“, in dem sich die Eingabe nach jeder Kurbeldrehung von selbst auf Null stellt. Allerdings sind Löschung und Linealbewegung immer noch sehr umständlich, denn das Lineal muss dazu jedes Mal angehoben werden. Auch einen Zehnerübertrag im Zählwerk sucht man vergebens. Beides konnte die Konkurrenz damals schon besser, das Modell wurde vielleicht deshalb kein großer Erfolg.
TIMs mit Tasten gab es auch mit weniger (6‑5‑8) oder mehr (bis 7‑7‑12) Stellen. Sogar nach dem 2. Weltkrieg wurden noch Exemplare angeboten, aber vermutlich waren das nur noch Restbestände der Vorkriegsproduktion.
Dieses Gerät ist auf der Rückseite und einer Seite mit den Abkürzungen NAB 5 bzw. WWK 4 in großen, weißen Zeichen markiert. Das wirkt eher nach Reichswehr, könnte aber auch eine Firmen- und Abteilungskennzeichnung sein.
Die Ziffernräder im ZW waren jeweils an der Null stark oxidiert, die musste ich nachmalen. Dazu musste das Lineal völlig zerlegt werden. Chassis nur äußerlich gereinigt, weil dort alles einwandfrei funktionierte und ein Blick ins Innere kaum Staub erkennen ließ (noch ein Vorteil der Tasten: keine Schlitze!).
Kopie der ersten Seiten einer Originalanleitung vorhanden.Das dritte Modell von Mira (mit verschiedenen Kapazitäten lieferbar) heißt „Visier“, weil es als erstes eine Einstellkontrolle hat. Weitere Sonderausstattung (z.B. Zehnerübertrag im Zählwerk oder Rückübertragung) hat es noch nicht, die Einstellkontrolle hat noch eine damals eigentlich veraltete Überschleuderungskorrektur. Dieses Exemplar hat auch noch die alte Version der Schlittenmechanik, etwas später bekam das Modell stattdessen rechts zwei Daumentasten zur Einhandbedienung.
In fast jedes Teil ist die ganze Seriennummer oder die „321“ eingeschlagen, auf der Rückseite innen findet sich aber eine „10832“. Ich nehme daher an, dass dieses Exemplar im August 1932 hergestellt wurde, was auch zur Seriennummer passt.
Sie hat seit damals schon viele weite Wege zurückgelegt: Ein deutscher Soldat hat sie aus Russland mitgebracht (ob sie dort erbeutet und/oder von der Wehrmacht genutzt wurde ist unklar), vorletzter Besitzer war ein Kaufmann, dann ein Antiquitätenhändler aus Hamburg. Der linke Löschhebel ist wohl mal gebrochen und wurde durch einen Nachbau ersetzt, der erst auf den zweiten Blick als solches auffällt.
Die ganze Ausführung der Maschine ist hochwertig und solide, mit viel Messing und dicken Blechen. Selbst in ihrem heruntergekommenen Zustand hat sie noch passabel gerechnet (nur eine Feder war falsch eingebaut und ließ das Zählwerk etwas hakeln).
vorher:
Metallteile von Rost befreit und poliert, eine falsch eingebaute Feder im ZW korrigiert, Bleche neu lackiert, Beschriftung der Bleche und im ZW mit roter und weißer Farbe eingelegt, Füße erneuert.
Unter der Marke Mira baute Otto Kramer ab 1923 in Hanichen bei Reichenberg die vermutlich ersten tschechischen Rechenmaschinen. Dazu kaufte er Patente (und evtl. auch Maschinen) des Rechenmaschinen-Herstellers Rema, nachdem dieser in Grimme, Natalis & Co. (Brunsviga) aufging. Die Mira-Maschinen ließen sich offenbar vor allem in Frankreich und in der Tschechoslowakei selbst gut verkaufen.
Ob, was und wie lange die Firma nach der Besetzung des Sudentenlandes noch produzierte ist unbekannt, spätestens mit Kriegsbeginn sind wohl eher Teile für Waffen oder Munition gebaut worden.
Aus der Nachkriegszeit gibt es keine Mira-Maschinen mehr. Ab 1950 wurden aber im Nachbarort Proschwitz die Rechenmaschinen von Nisa hergestellt. Da wäre es schon ein arger Zufall, wenn dort nicht Personal, Wissen und Maschinen von Mira genutzt wurden.
In der zweiten Hälfte der 20er-Jahre wurden die Rheinmetall-Maschinen motorisiert. Ein sehr gut ausgestatteter Halbautomat ist die EDWL - das bedeutet „Elektrisch angetriebenes Modell mit automatischer Division, motorisierter Wagenverschiebung und motorisierter Löschung“. IIc bezieht sich auf die (hier hohe) Stellenzahl.
Bei den handbetriebenen Modellen ist zwischen den „Beinchen“ hinten/unten viel Platz. Dort wurde der Kasten mit Motor, Getriebe, Steuermechanik und Schalter eingebaut.
Die kurz darauf entwickelten Vollautomaten haben unter dem eigentlichen Gerät und dem Motorkasten dann noch ein „Kellergeschoss“ mit der Mechanik für die automatische Multiplikation.
Ziffern der Kommaleisten und einige Tasten neu eingelegt, verbogene Hebel gerichtet, Stecker mit Erdung mit Flachverbindern und 3D-Druck gebaut, den schon merklich brummenden „Störschutz“ stillgelegt und durch neue Entstörschaltung ersetzt.
Anleitung aller Rheinmetall-Rechenmaschinen im Netz gefunden, Haube nähen lassen.Nachfolger der K-Serie wurde bis zum Ende der Firma die L-Serie. Die präzisere Fertigung erlaubte kleinere Abmessungen als bei den Vorgängern. So verringerten sich auch Gewicht, Materialbedarf und Baukosten.
Es gab auch diese Modelle wieder mit Handantrieb oder Motor und jeweils mit 12, 16 oder 20 Stellen im Resultatwerk. Bald kamen auch immer stärker automatisierte Modelle hinzu, wie sie in späteren Modellreihen Standard wurden. Alle Gehäuseformen wurden jeweils dem Zeitgeschmack angepasst.
Modell LA-200 ist schon motorisiert, steht aber noch am Anfang dieser Entwicklung: Die Kurbel ist durch Plus- und Minus-Taste ersetzt, Löschung und Schlittenverschiebung erfolgen noch per Hand. Erste, zarte Automatisierung ist die Stopdivision.
Diese Maschine stammt aus Guatemala, dort wurde sie vermutlich in einer der großen amerikanischen „Fruit-Companies“ an der Südküste benutzt. Alte Kommaschieber, Seriennummer, Firmenlogo und die damals neue „spot-proof“-Tastatur (dafür steht das „X“) lassen ein ungefähres Baujahr vermuten. Der scharf kalkulierte Neupreis unten stammt aus der Angebotsliste für die Regierungsbehörden der USA, Normalkunden zahlten sicher mehr.
Extrem festgeharzte Funktionstasten und Zahnräder gängig gemacht, fehlende Füße, Löschknopf, Schlittengriff sowie einige Schrauben und Federchen ersetzt, beschädigtes Ziffernrad im ZW gerichtet und ausgebessert, Stoßstellen retuschiert, Tastaturplatte lackiert, 2-poligen Stecker durch festes Kabel mit Erdung ersetzt (danach die durch die Zerlegung völlig dejustierte Steuermechanik unter Flüchen von Grund auf neu eingestellt).
Anleitung (und viele Service Bulletins) im Netz gefunden - archive.org ist klasse!Die kleine Addi 7 wurde sowohl mit auch ohne Druckwerk angeboten, mit Druckwerk aber nur kurze Zeit. Durch Ziehen des großen Hebels kann man bei dieser Variante eingestellte Werte drucken (Resultate jedoch nur indirekt, indem man erst die Stern-Taste drückt und das dann einstellt).
Druckende und nichtdruckende Modelle hatten die gleiche Modellbezeichnung - das hier zwecks Unterscheidung stehende „D“ taucht bei Lipsia nicht auf.
Fehlende Schraube, Gummipuffer und Tastenkopf ergänzt, abgebrochene Schraube ausgebohrt und Gewinde neu geschnitten, plattgedrückte Gummirolle getauscht, Deckblech justiert.
Der Mechaniker Jacob Otto Holzapfel arbeitete erst bei Brunsviga und Triumphator. 1914 machte er sich in Leipzig selbständig und bot unter der Marke „Lipsia“ eigene, sehr gut verarbeitete Sprossenradmaschinen an. Ab 1927 wurde auch eine kleine Zahnsegment-Maschine mit Stiftbedienung gebaut. Aus dieser „Lipsiaddi“ entwickelte man schon bald die „Addi“ mit den bequemeren Hebelchen.
1953 wurde die Firma enteignet und dem „VEB Metallbau Leipzig“ einverleibt. Rechenmaschinen wurden dort dann nicht mehr gebaut, aber die Triumphator-Werke boten wenige Jahre später eine Maschine mit der Technik der Addi 7 als Triumphator KA an.
Vor allem bei Landvermessern und Artilleristen waren Doppelmaschinen sehr begehrt, denn mit Hilfe spezieller, über Formulare abgearbeiteten Algorithmen konnte man damit viele Aufgaben der Vermessung (Koordinatenumformungen, Vorwärts- und Rückwärtseinschneiden etc.) schnell berechnen. Auch für versicherungsmathematische oder wissenschaftliche Berechnungen wurden die teuren Spezialmaschinen genutzt.
Thales hat mit der GEO ab 1930 die damals beste Doppelmaschine angeboten, denn hier konnten die Resultatwerke unter jede der beiden Eingaben gesetzt werden.
Die Inventarnummer auf der Rückseite dieser Maschine beginnt mit „VDT“. Leider ist unbekannt, wofür diese Abkürzung steht.
Nach dem Krieg wurde eine verbesserte GEO/R (Rückübertragung, zwei Zählwerke) hergestellt.
Alle Deckbleche neu (teil)lackiert, Ziffern im rechten EW, Logo und einige andere Beschriftungen neu eingelegt, Flugrost von den Chromteilen entfernt, 2 neue Kommaschieber (identische Teile von einer Triumphator CRN1) eingesetzt.
Stahlhaube (ohne Schloss) vorhanden, Anleitung fehlt noch.Modellreihe D hat die (im Vergleich zur C-Reihe) deutlich größere Kapazität 12-10-18. „DER“ steht für Einstellkontrolle und Rückübertragung. Das Modell DER der Nachkriegs-Baureihe, ist deutlich verändert, deshalb setze ich hier die „I“ dahinter.
Das Modell hat Getriebe an den Löschschrauben des Schlittens. Daher braucht man hier zum Löschen nur eine halbe Umdrehung. Eine weitere Neuerung ist das "Schubert-Schloss" für die Schlittenverstellung, das nun an allen Thales-Modellen zu finden ist.
Das Zählwerk hat zwei Besonderheiten: Der Zehnerübertrag wird (wie im Resultatwerk) per „Hämmerchen“ und gefederten Sprossen ausgeführt, seine Richtungsumschaltung erfolgt über verschiebbare Zahnsegmente, die dann ggf. 9999999999 zuaddieren.
Eine festgerostete Sprosse ausgebaut, poliert und wieder eingesetzt, blanke Metallteile poliert.
Dieses Modell der Reihe C (mit mittlerer Kapazität 10‑8‑13) ist mit Zehnerübertrag im Zählwerk, Direkteinstellung im Resultatwerk, Einstellkontrolle und Rückübertragung sehr gut ausgestattet. Das Löschen der Schlittenwerke mit Flügelschrauben erfordert hier nur eine halbe Drehung.
Von 1952 bis 1965 wurde nochmals eine Thales CER gebaut, allerdings sieht diese Maschine deutlich anders aus und ist viel zierlicher. Daher stelle ich hinter die Typenbezeichnung auch hier die „I“.
Stark korrodierte Chromteile poliert, Gummifüße erneuert, Ziffern in Deckblech und Löschbügel neu eingelegt, Kommaschieber ersetzt.
Kopie der Originalanleitung vorhanden.Dies ist die Variante der Addi 7 ohne Druckwerk. Sie war viel erfolgreicher und wurde etwa zwei Jahrzehnte lang gebaut. Die mit den bequemen Einstellhebeln drehbaren Zahnsegmente können seitlich etwas weggeklappt werden, dann greifen sie nicht mehr ins Resultatwerk ein. Durch geschicktes Aus- und Einklappen der Zahnsegmente wird also addiert bzw. subtrahiert. Der Zehnerübertrag klappt über alle Stellen recht gut.
Selbst nach Produktionsende bei Lipsia wurde das Maschinchen weiter gebaut: Es tauchte mit neuem Gehäuse als Triumphator KA auf.
nach dem Öffnen: alles
voller Staubmäuseratten...
Zentimeterhohe Staubmäuse (wirklich beeindruckend) aus dem Inneren entfernt.
Mäßige Kopie einer Originalanleitung vorhanden.Rheinmetall hat auch Addiermaschinen entwickelt. Das hier ist eines der ganz frühen und einfacheren Modelle der Reihe. Es kann noch nicht saldieren (negative Ergebnisse korrekt drucken), aber es hat nun erstmals den Motor, der das Addieren schneller und leichter macht. Vor allem aber hat es bereits die moderne Zehnertastatur. Damit kann man sicherer multiplizieren, weil man dafür nur noch eine Null "hintendran" tippen muss, statt für jede Stelle den gesamten Faktor neu einzugeben.
Um die getippten Ziffern in die jeweiligen Stellen zu bringen ist nun aber eine komplexe Mechanik mit „Stiftschlitten“ nötig: Die Tasten drücken nach und nach Stiftchen in dem schrittweise bewegten Schlitten, beim Druck der Rechentaste werden die Zahnstangen jeder Stelle von den Stiften in einer dadurch bestimmten Position festgehalten. Danach greifen die Zahnstangen in die Zahlenrädchen und drehen sie entsprechend weiter.
Klingt kompliziert? Der Stiftschlitten ist auf dieser Konstruktionszeichnung sehr schön zu sehen!
Die Anzeige des Resultatwerks (mit der im Prinzip sogar eine sehr, sehr umständliche Division möglich wird) und die echte Eingabekontrolle sind typisch für Rheinmetall. Andere Addiermaschinen hatten oft nur einen Stellenzeiger.
Die Modellreihe bot motor- und handbetriebene Maschinen, darunter auch saldierende und/oder mit Breitwagen. Viele Sondereinrichtungen konnten eingebaut werden, z.B. Postenzähler, „1/2“-Symbol oder der Druck führender Nullen (was vermutlich wichtig für Kontenbücher war).
Dieses sehr frühe Exemplar hat noch keine „Nichtrechentaste“ (die wäre z.B. für Datums- oder Belegnummerndruck nützlich) und keinen Abschalthebel für das Druckwerk. Es stammt aus einer früheren Kleiderfabrik in Aschaffenburg. Der Enkel der Besitzer hat dort aufgeräumt und fand die komplette Büroausstattung von damals, darunter auch mehrere elektrische Addiermaschinen und einen Facit-Vollautomaten. Er konnte sich noch erinnern, wie die Sekretärinnen darauf gerechnet haben - die Maschine muss also mindestens bis in die 60er-Jahre benutzt worden sein. Welches Gerät wird heute noch über 30 Jahre genutzt ...?
Völlig zerbröseltes, lebensgefährliches Netzkabel und fehlende Wiederholtaste ersetzt, ausgebrochene Hülse der Oberschale eingeklebt, viele Roststellen abgeschliffen bzw. poliert, Tastenfeld neu lackiert.
Dieses kleinste und einfachste MADAS-Modell der zweiten Baureihe müsste eigentlich MDAS heißen, denn nicht mal Stopdivision ist hier eingebaut. Die Prospekte des Herstellers geben zwar an, Modell 12 hätte die. Doch es gibt dafür keine Mechanik im Gerät und die Anleitung der Handmaschinen erklärt nur die manuelle Division.
Mit der stark vereinfachten Mechanik, Handantrieb und kleiner Kapazität wurde ein günstiger Preis möglich, ohne an der hochwertigen Verarbeitung zu sparen. Offenbar war das halbwegs erfolgreich: Das Modell ist nur in kleinen Mengen, doch sehr lange Zeit gebaut worden - vielleicht bis zum Ende der gesamten Rechnerproduktion?
Ähnliche Modelle gab es auch mit mehr Stellen im Schlitten und/oder Motorantrieb, letztere dann immerhin mit Stopdivision.
Dieses Exemplar im typischen Grau-Grün der 50er-Jahre hat zwei Schilder, die den Hersteller und den Verkäufer (in bester Züricher Lage) nennen.
Verharzte Mechanik gängig gemacht, Zehnerübertrag im ZW neu justiert, einigen Flugrost entfernt, eine Raste des Umschalthebels (für zuverlässige Funktion der Korrekturtaste) nachgeschliffen.
Kurze Anleitung der Modelle 12-20 im Netz gefunden.Im Stil der sehr einfachen Madas 12 wurden erst elektrisch angetriebene, bald auch immer stärker automatisierte Maschinen entwickelt. Am Ende der Reihe stehen dann komplexe Vollautomaten wie z.B. die Madas 20ATG.
Auch bei diesem Modell mit Elektromotor müsste der Markenname eigentlich noch MDAS sein: Das Modell hat nur eine sehr einfache Stopdivision, wirklich automatisch ist da nichts. Erst die Modelle 16/20eD, (und viele spätere, z.B. die Madas 16 LS) sind wirklich Halbautomaten.
In den 50ern war man bei Egli offenbar noch ganz unerschrocken in Sachen Strom: Der Anschluss war nur 2-polig, eine Gehäuseerdung fehlte also. Hier aber hätte ein Kurzschluss in der Drehzahlregelung das Gehäuse (je nach Einsteckrichtung des Steckers bei Ruhe oder Motorlauf) unter Spannung gesetzt. Ohne FI-Schalter wäre die Benutzung richtig gefährlich geworden. Zum Glück hatte ich
1. wie immer einen FI-Schalter davor und
2. gleich vorneweg die Erdung eingebaut...
Sehr abgegriffene Tastaturplatte und deren Kommaleisten neu lackiert, Korrekturtaste ersetzt, Gehäuseerdung hergestellt, Kurzschluss beseitigt, Zehnerübertrag im ZW justiert.
Anfang der 30er-Jahre kam der erste Vollautomat von Rheinmetall auf den Markt, der „Superautomat mit automatischer Löschung“. Unter dem schon entwickelten Halbautomaten mit der automatischen Division wurde ein Sockel angebracht; darin sitzt ein Multiplikatorwerk, das über die 10er-Tastatur rechts angesteuert wird. Diese gute Ausstattung wird durch weitere Extras ergänzt, es fehlt nur noch der Speicher des Schwestermodells.
Das Modell wurde auch nach dem Krieg noch lange gebaut, auch in der Variante „IIc“ mit der Stellenzahl 9-8-17.
Dieses extrem gut gepflegte Exemplar trägt ein Firmenschild von Kaut-Bullinger - diese Firma existiert noch. Es wurde in der Buchhaltung der Gleisbaufirma Krebs in Bingen benutzt (auch die gibt es noch). Eine Buchhalterin hat es von dort mit nach Hause genommen. Vielleicht - was damals öfters vorkam - als Präsent zu Rentenbeginn oder schon als die Maschine durch elektronische Tischrechner ersetzt wurde?
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Division (355:113): |
Multiplikation (1234x1234): |
Den mangels Schmierung festgefressenen Motor wieder gängig gemacht, ausgelaufenen Kondensator ersetzt, Ziffern der Kommaleisten neu eingelegt.
Anleitung im Netz gefunden, Haube nähen lassen.Der Vollautomat von Rheinmetall war ebenfalls mit Speicher erhältlich. Das hier ist die größere Variante („IIc“) mit 17 Stellen in Resultat- und Speicherwerk und 8 Stellen in Zähl- und Multiplizierwerk. Es ist das luxuriöseste Modell von Rheinmetall, nur die Wirtelchen zum Einstellen des Resultatwerks fehlen, wie bei allen Speichermodellen des Herstellers.
Das Gerät hat drei verschiedene Seriennummern: eine an der Grundplatte, die auf das Baujahr 1935 schließen lässt, eine am Aufbau, die deutlich nach 1945 vergeben wurde und eine weitere im Schlitten, der demnach aus dem Jahr 1939 stammen müsste. Auf dem Störschutz stehen die Firmierung als VEB und das Datum 10.49. Entweder hat man damals in Sömmerda Baugruppen aus defekten Rückläufern zusammengesetzt oder Restbestände verarbeitet, die ausnahmsweise nicht in die UdSSR gingen.
Letzter Nutzer der Maschine war ein Bauingenieur in Darmstadt - sozusagen ein später Kollege von Johann Helfreich Müller. Der hätte sich bestimmt gewundert, was diese Maschine alles konnte!
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Division (355:113): |
Kettenmultiplikation (12345679x9+1234²+4321²): (anders herum wäre natürlich schneller) |
Zerbrochene Minustaste, einige fehlende Tasten und viele fehlende Schrauben der Verkleidung ergänzt, Löschhebelköpfe neu gedruckt, einige Gewinde nachgeschnitten, blanke Metallteile poliert, Ziffern der Kommaleisten weiß eingelegt.
Alten Störschutz ersetzt, das dennoch sehr starke Bürstenfeuer durch zusätzliche Entstörschaltung beseitigt (Schaltbild).
Die Bezeichnung dieses Modells ist unbekannt: Aus der 500er-Serie kennt man eigentlich nur eine 511 mit 8 Stellen und eine 521 mit 10 Stellen (als 515 und 525 mit breitem Wagen, ggf. angefügtes „-S“ für die Subtraktion). Hier aber gibt es 9 Stellen: So ein Modell taucht in den bekannten Listen nicht auf.
Die Maschine ist sehr schwer, groß und solide gebaut und funktioniert wohl auch deshalb (mit neuer Papierrolle und Farbband) wie am ersten Tag. Sie arbeitet wie die meisten Addiermaschinen mit Zahnstangen. Das sichtbare Resultatwerk ist ein bei druckenden Maschinen eher unübliches Extra.
In den USA waren die handbetriebenen 5er-Modelle relativ preiswert und auch neben der Nachfolgeserie noch lange Jahre im Einsatz. In Deutschland kaufte man aber offenbar lieber die Addiermaschinen von Wanderer oder die Burroughs Portables, hier sind die alten Victors eher selten.
Großen Hebel etwas gebogen (damit er nicht am Gehäuse schleift).
Haube nähen lassen.1918 gründete der Konstrukteur Oliver D. Johantgen mit zwei Freunden die Victor Adding Machine Co., um eine neue Addiermaschine nach seinen Patenten zu bauen. Gegen Ende des Jahres stieg Metzgereiketten-Besitzer Carl Buehler als Finanzier ein, in Folgejahr kam eine nichtdruckende, leichte Addiermaschine für nur 100 $ auf den Markt. Man zielte damit nicht (wie die meisten Konkurrenten) auf Versicherungen, Banken oder große Firmen, sondern wollte mit der billigen, aber soliden Maschine vorrangig kleine Gewerbetreibende bedienen.
1922 erwarb Buehler die Aktienmehrheit, 1925 zog man von verstreuten, angemieteten Werkstätten in eine eigene Fabrik in Chicago um. Ab 1939 wurden neue, von Thomas O. Mehan entwickelte Maschinen angeboten, alle Modelle gab es wahlweise mit Voll- oder Zehnertastatur. Bis zu Beginn der 70er-Jahre blieb Victor eine der erfolgreichsten Hersteller der Branche, 1961 wurde sogar die Comptometer Co. übernommen.
Auch elektronische Rechner wurden schließlich angeboten, aber nach einer Serie von Verkäufen, Gläubigerschutzverfahren, Aufspaltungen blieb bis heute nur noch die „Victor Technology“ übrig. Sie verkauft Bürotechnik, darunter auch einige (natürlich nicht mehr selbst gebaute) Rechner.
„RKZ“ war der Name der „Rechenmaschine mit EinstellKontrolle und Zehnerübertrag“. Um trotz dieser guten Ausstattung den Preis niedrig zu halten wurde die Kapazität reduziert, das genügte in vielen Bereichen. Ein Modell mit höherer Kapazität wurde als „RMKZ“ angeboten.
Die Schlittentasten vorne sind durch Daumentasten vor der Kurbel ersetzt, damit ist Einhandbedienung möglich. Die Seriennummer und die quadratische Schlittenlösetaste zeigen, dass es trotz Lackierung in „Vorkriegs-Schwarz“ ein Exemplar aus der ganz frühen westdeutschen Nachkriegs-Produktion ist. Einige Jahre später bot Walther dann neue Modelle an, bis hin zur sehr erfolgreichen WSR160.
Ein paar Kratzer und abgegriffene Stellen retuschiert, einige Zahlen neu eingelegt, blanke Metallteile poliert.
Die Einstell-Hebelchen der Sprossenradmaschinen waren unbequem - auch dort, wo sie nicht mitdrehen und etwas größer sein durften. Daher versuchte man schon früh, sie mit Tasteneingabe auszustatten.
Karl Rudin fand als erster eine zuverlässige Lösung dafür und mit der wurde Facit lange erfolgreich.
Auch für Additionsaufgaben war der Maschinentyp nun geeignet. Weil hier statt des Schlittens die Sprossenrad-Trommel nach links und rechts läuft bleibt das Gehäuse geschlossen, Staubschutz und Geräuschdämmung sind also auch besser.
Will man das Resultatwerk bei der Division voll ausnutzen, muss die Funktion der „nach links“-Taste mit der Eingabe von Nullen ergänzt werden. Das wurde bald mit dem Modell TK verbessert.
Das Firmenschild ist von Heinrich Daemen aus Zürich. Das war wohl ein (evtl. weiterverkaufter) Zweigbetrieb des Rechenwalzen-Herstellers.
Diese handbetriebene Staffelwalzen-Maschine war kurze Zeit das Einstiegsmodell des Herstellers. Sie hat wie die Vorgänger Zehnerübertrag im Zählwerk und den optionalen Additionsmodus; neu ist der Gleitschlitten, den man nicht mehr anheben muss.
Im gleichen Gehäuse gab es auch das Modell HD, das zusätzlich automatische Division bietet und das elektrisch angetriebene Modell HE (ebenfalls mit automatischer Division).
Der Hersteller lieferte seine Maschinen offenbar oft ohne Bodenplatte aus, viele Kunden rüsteten die dann selbst nach. Dieses Exemplar muss in einem Industrie- oder Bergbaubetrieb im Einsatz gewesen sein: Als Bodenplatte wurde ein Schild aus Kunststoff grob zugeschnitten und eingesetzt.
Tasten teils neu eingelegt und nachjustiert, Schlitten neu lackiert.
Die kleine Brunsviga 10 war mit ihrer beschränkten Stellenzahl und kleinsten Abmessungen eher als mobiler Rechner für die Arbeit außerhalb des Büros gedacht. Aber auch auf dem Schreibtisch hatten sie viele stehen, weil sie wirklich wenig Platz braucht und durch die feststehenden Einstellhebel und die schräg angesetzte Kurbel recht bedienerfreundlich ist. Kapazität und Ausstattung sind eher sparsam, aber immerhin hat sie sowohl Zehnerübertrag als auch Umschaltung zwischen roten und weißen Ziffern im Zählwerk.
Die Technik im Inneren des Modells ist für den Hersteller sehr ungewöhnlich. Es sind geteilte Staffelwalzen, und die „5er-“ und „1‑4er“-Walzen sitzen (anders als bei den Monroes und deren Nachbauten) auf zwei verschiedenen Achsen. Die Zahnräder des Resultatwerks werden also ggf. von zwei verschiedenen Stellen aus angetrieben.
Dieses Exemplar (ohne Staubschutz-Blech über dem Schlitten) ist eine der ganz frühen Maschinen des Modells. Unten ist ein ganz spätes Exemplar...
Kurbelblock neu lackiert, Ziffern in den Deckblechen neu eingelegt, festgefressenen Zehnerübertrag im ZW gängig gemacht.
Anleitung im Netz gefunden.Die „Direct“ gab es auch als druckendes Modell. Dazu wurde hinten an die Direct-II ein Druckwerk angesetzt, dessen Typensegmente mit den Ziffernsegmenten der Anzeige gekoppelt sind. Will man eine Eingabe oder ein Ergebnis drucken, dann drückt man statt der langen Eingabe-/Löschtaste den Hebel an der rechten Seite. Die Gummiwalze samt Papier schnellt dann heftig nach vorne.
Im übrigen ist die Bedienung ebenso ungewöhnlich wie bei den anderen Direct-Modellen. Die Anzeige wird sowohl zur Eingabekontrolle als auch für die Ergebnisanzeige benutzt. Multiplikationen gehen nur notdürftig, Division praktisch gar nicht.
Beim Druck einer Zifferntaste dreht sich neben dem Ziffernsegment der Einstellkontrolle auch eine Klinke locker über das Resultatwerk. Beim Druck der langen Taste springen beide zurück, die Klinke greift nun aber fest ins Resultatwerk und dreht es entsprechend weiter. Die einzelnen Stellen sind durch Planetengetriebe verbunden, die für den Zehnerübertrag sorgen - ggf. auch mehrere pro Stelle gleichzeitig! Diese seltsame Mechanik beschreibt ein Artikel von E.Anthes (PDF), allerdings ohne die Planetenräder zu erwähnen.
Die gesamte Mechanik war mit einer mm-dicken Schicht hartem Öl überzogen und völlig verklebt. Tastatur zerlegt, mehrere Achsen (mittels Behelfsachse) gezogen und abgeschmirgelt, verbogenen Hebel der Farbband-Umschaltung und weitere Teile gerichtet. Tastenfeld-Abdeckung neu lackiert, außenliegende Metallteile entrostet und poliert, lose Stange für Kommaschieber wieder befestigt, zwei Füße erneuert. Irgendwann ist eine Totalzerlegung fällig...
Haube nähen lassen.Auch die von Chr. Hamann entwickelten Maschinen mit Schaltklinken (z.B. Manus C) waren für weitere Automatisierung gut geeignet. Natürlich wurden sie zuerst motorisiert („Automat Z“), dann wurde per Einstellung des 2. Faktors im Zählwerk auch die Multiplikation automatisiert. Nächster Schritt war die Volltastatur („Delta“). Die „Selectas“ schließlich haben doppelte Tasteneingabe (für beide Faktoren gleichzeitig) und erstmals verkürzte Multiplikation: Sind im Multiplikator Ziffern von 6 bis 9, so werden die nicht entsprechend oft addiert, sondern 4 bis 1-fach (also nach Komplement) abgezogen und in der nächsthöheren Stelle wird einmal addiert. Das spart viel Zeit, ebenso das mögliche Eintippen weiterer Faktoren schon während der Berechnung.
Die ersten „Selectas“ hatten komplett manuelle Löschung, ab Modell S erfolgte das im Schlitten per Motor. Modell SP hatte zusätzlich einen Speicher für Produkte, Modell SU ein zweites Zählwerk (als Quotientenspeicher) und Modell SPU beides.
Dieses Exemplar war ursprünglich eine SP, wie man an Nummer und Frontpartie sehen kann. Doch der vorgebaute Speicher ging verloren - also hat es nur noch den Funktionsumfang des Modells S.
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Division (355:113): |
Multiplikation (12345679x9): (anders herum wäre natürlich schneller) |
Wegen schwergängiger Zehnerüberträge Oberseite und linke Trommel völlig zerlegt und wieder aufgebaut, einige Federn gekürzt, zerstörten Tastenkopf ersetzt, verkratztes Schlittenblech teillackiert, fehlende Schrauben und zerfallende Füße ersetzt.
Haube nähen lassen, Anleitung im Netz gefunden.Anders als die vorige Selecta hat diese noch ihren Speicher. Der dient u.a. als „Grand Total“-Register. Man kann den Inhalt bei Bedarf auch wieder ins Resultatwerk holen, was Kettenrechnungen ohne fehlerträchtige Neueingabe von Werten ermöglicht.
Die „Selectas“ waren sehr teuer (eine SPU kostete etwa 3000 RM, also fast 2 Arbeiter-Jahresgehälter) und blieben selten. Nur ca. 5.200 wurden gebaut. Hamann-Automaten mit Schiebereingabe (z.B. der deutlich spätere Automat T) waren weiter verbreitet und wurden noch lange produziert.
Zum Ende der Entwicklung wurden einige Modelle mit Zehnertastatur (z.B. Hamann 450) entwickelt. Die fanden wegen der dann schon aufkommenden Elektronik auch nur noch wenige Käufer.
Abgebrochene Schraube in der Auslöse-Achse ausgebohrt und ersetzt, mehrere Federn gekürzt, viele Tasten und Hebel begradigt/justiert, Flugrost wegpoliert, abgegriffenes Schlittenblech nachlackiert, einige Schriften und Ziffern neu eingelegt, Kommaleiste des Speichers ergänzt, Entstörschaltung eingebaut.
Auch hier Haube nähen lassen, Original-Anleitung vorhanden.KEWS bedeutet Kleinrechenmaschine mit Elektromotor, motorisierter Wagenbewegung und Speicherwerk. Damit sind die Vorzüge des Modells klar. Weil der Speicher viel Platz braucht gibt es statt automatischer Division nur eine (immerhin recht komfortable) Stopdivision und das Resultatwerk ist nicht manuell einstellbar. Doch der Speicher wiegt diese Nachteile auf: Mit ihm kann man Produkt- oder Gesamtsummen bilden und diese dann zur Weiterverwendung wieder ins Resultatwerk zurück übertragen. Mit ein paar zusätzlichen Tricks (zum Rückschreiben der Quotienten) sind damit sogar Rechnungen wie z.B. 8+6,322/8,74+π/2-√3 ohne erneutes Tippen von Zwischenergebnissen möglich.
Der Schlitten ist der gleiche wie der weiter oben gezeigte aus der KES. Es gab ihn auch mit der höheren Stellenzahl 17-17-8.
Aus diesem Exemplar wurden Entstörschaltung und Spannungswähler irgendwann ausgebaut, es läuft aber an 230 V ganz problemlos.
Lebensgefährliche Verkabelung (fehlende Gehäuseerdung, zerfallende Isolation, PE statt N) erneuert, Deckbleche und Kommaleisten nachlackiert, Metallteile blankpoliert, Löschkopplung nachjustiert.
Anleitung aller Rheinmetall-Rechenmaschinen im Netz gefunden, Haube nähen lassen.Bei Brunsviga wurden ab 1925 Doppelmaschinen gebaut. Für die beiden ersten Modelle, DMJR und Doppel-Nova, wurden zwei MJR bzw. Nova II nebeneinander montiert und über eine gemeinsame Kurbelwelle angetrieben. Spätestens bei der Doppel-Nova saß schon ein Wechselgetriebe zwischen den beiden Sprossenrad-Trommeln, so dass man links und rechts gleich- oder gegenläufig rechnen konnte.
Acht Jahre später erschien die erfolgreichere D 13 Z auf Basis zweier 13Z. Davon gab es Varianten mit einem oder (wie hier) zwei Zählwerken, seltener auch mit 18 statt 13 Stellen in den Resultatwerken. Von allen Varianten zusammen wurden knapp 4.000 Exemplare gebaut, davon aber nur 844 Z/2.
Das Nachfolgemodell D 13 R erschien erst 1954, bis dahin wurden noch D 13 Z angeboten.
Fehlenden Löschhebel nachgebaut, drei Dellen ausgebeult, verbogenen Hebel vorne links begradigt, alle blanken Metallteile poliert, Schrift in den Schlittenvorderseiten und einige Ziffern im rechten EW neu eingelegt, etwas beilackiert.
Die Brunsviga 20 ist der etwas größere Nachfolger des Modells IV der „Nova“-Reihe. Mit ihrer hohen Stellenzahl und vielen Extras, die die Bedienung vereinfachen oder besondere Rechnungen möglich machen war es eine der am weitesten entwickelten Sprossenrad-Maschinen. Solche Extras sind neben der Rückübertragung z.B. die Möglichkeit, einen Dividenden im Resultatwerk direkt einzustellen oder die optionale Teillöschung des Resultatwerks, was dessen linken Teil auch als Speicher nutzbar macht. Das Modell wurde fast 30 Jahre lang praktisch unverändert gebaut.
Vorbesitzer dieses Exemplars war ein bekannter Turnvereins-Vorsitzender und Lehrer aus Idstein.
Sprödes Gummirädchen an Stelle 1 versetzt.
Von Herrn Weiss (Mechrech.de - ein ganz großes DANKE!); eine Anleitung (sogar mit Beispielen zur Lösung quadratischer Gleichungen) als PDF erhalten.Auch diese Maschine stammt vom Büromaschinen-Händler Berg, der sich hier mit einem aufwendigen Metallschildchen verewigt hat. Die Firma, damals in bester Frankfurter Lage am Mainufer (heute ist links das Architekturmuseum, rechts das Museum für Kommunikation), gibt es auch nicht mehr.
Diese Maschine hielt ich erst für eine Monroe K. Deren Modelle gab es mit 12, 16 oder 20 Stellen im Resultatwerk, anfangs als handbetriebene „K“ oder motorbetriebene „KA“ mit automatischer Division. Später kamen noch die „KAA“s mit Wahltasten für halbautomatische Multiplikation dazu. Dass dieses Exemplar mal einen Motor hatte sieht man: Mit einem aufgenieteten Blech wurde links hinten eine große Öffnung nachträglich verschlossen, rechts neben den Tasten sind zwei Schlitze, in denen offenbar Plus- und Minustaste saßen. Und innen sind Reste eines Planetengetriebes zu finden, das nur mit einem Motor Sinn macht. Der Umbau zur Handmaschine geschah wohl in den frühen 50er-Jahren (daher das Überpinseln mit dem damals „modernen“ Grün).
Vor den Anzeigen sind hier Glasfenster und das Zählwerk hat Zehnerübertrag - bei Monroe war beides Sonderausstattung. Die Maschine hat nur Stopdivision, auch das entspricht einer der frühen „KA“s. Und das Machine Service Bulletin #24 von Monroe aus dem Jahr 1925 bildet die Mechanik dieses Modells sehr genau ab - also scheinbar alles klar?
Doch zwei Dinge passen gar nicht: Die Maschinen der Monroe K-Serie haben zwei Tasten für das Ein- und Ausschalten des Additionsmodus - hier gibt es nur eine, die ein- und ausrastet. Und im ganzen Gerät ist als einzige Nummer eine „150“ zu finden. Das muss die Seriennummer sein, doch für die K-Serie ist die viel zu niedrig (die fing mit 60.000 an).
Erste Vermutung war, dass es sich um ein Versuchs- oder Vorserienmodell von Monroe handeln könnte. Weitere Recherche führte dann aber zur Seite des Moskauer Polytechnik-Museums und zu dieser Maschine des Moskauer Rechenmaschinenwerks - Rätsel gelöst!
Das erklärt auch die kyrillischen Bleistift-Notizen im Inneren, von denen ich erst annahm, sie seien beim Umbau entstanden (es handelt sich um eine Anmerkung und die Signaturen zweier Monteure oder Inspektoren - V.Shilov und T.Leipälä haben sie für mich übersetzt). Und die Null-Knöpfe aus Holz, die ich für notdürftigen Ersatz beim Umbau hielt (vorher abgegriffen, nun schwarz-rot) sind wohl deutlich älter, vielleicht sogar original.
Herr Leipälä machte mich auch darauf aufmerksam, dass der häufig benutzte Begriff „Raubkopie“ hier nicht zutrifft. Sowjetische Fabriken haben damals gerne ausrangierte Produktionsanlagen aus dem Westen gekauft und das dürfte auch hier der Fall gewesen sein. Zeitlich passt es: Die K-Serie wurde bis etwa 1930 gebaut, danach können einige der bei Monroe überflüssigen Maschinen und Werkzeuge durchaus nach Moskau gelangt sein. Er konnte mir auch mitteilen, was „KSM“ heißt: Клавишная счетная машина, auf deutsch also „Tastatur-Rechenmaschine“.
Was eine KSM-1 neu kostete weiß ich nicht. Die entsprechende Monroe KA-162 jedenfalls hat einige Jahre zuvor in dieser Ausstattung 475 $ gekostet (also etwa 2.000 RM).
Dieses Exemplar ist möglicherweise als Kriegsbeute nach Deutschland gekommen. Der Inhaber eines Fliesen- und Baugeschäfts hat es in den 50er-Jahren bei einem Bürohändler in Augsburg als Gebrauchtgerät gekauft und darauf jahrelang seine gesamte Buchhaltung erledigt. Zuletzt hatte sein Sohn sie 35 Jahre als Deko im Büro. Ich bin sehr dankbar, dass er dadurch dieses extrem seltene Stück Technikgeschichte bewahrt hat.
Ausgehängte Hebelchen der Tastatursperre eingehängt, Delle/Riss in einem Ziffernrad repariert, ein etwas verbogenes Hebelchen und die vier stark verbogenen Gehäuseträger gerichtet, fehlende Feder der Drehrichtungssperre neu aufgebaut, Knick in der Schlittenstange begradigt, stark verbogene Schlittentransportgabel gerichtet und justiert, zwei fehlende bzw. unpassende Tasten, übergroßen Schlittengriff, Füße, Federn zweier Kommaschieber und fehlendes Kommaleisten-Rädchen ersetzt, losen Zählerknopf repariert, Nulltasten, Kurbelgriff, Kommaleisten und alle Gehäusebleche ent- und neu lackiert, Tastatur entrostet, 79 Schraubenköpfe vom Lack befreit, blanke Metallteile poliert, einige Ziffern aufgefrischt, viele Stellen justiert, entgratet oder nachgefeilt.
Haube nähen lassen, Anleitung der Monroe KA im Netz gefunden.Diese Proportionalhebel-Maschine ist die letzte handbetriebene Maschine von Mercedes. Sie ist etwa ein Jahrzehnt jünger als die Euklid 4. Die grundlegende Technik ist gleich, aber Bedienung und Design sind viel moderner: Sie hat flache, bequemere Glastasten, nach hinten verlegten Schlitten und automatische Division. Die Bleche sind viel dünner und teils durch Leichtmetall ersetzt, das Gewicht um ein Drittel verringert.
Mercedes hatte damals immer ausgefeiltere und motorisierte Maschinen (z.B. die Euklid 38SM aus der gleichen Modellreihe) gebaut, doch offenbar gab es auch noch größere Nachfrage nach einem handbetriebenen Modell. Man findet es heute noch öfters auf den einschlägigen Auktionsseiten. Produziert wurde es bis in die DDR‑Zeit hinein, dann als Mercedes R 29 (also ohne „Euklid“ und in Grau).
Dieses Exemplar hat die früheste der im Rechnerlexikon gelisteten Seriennummer. Es wurde wahrscheinlich in der Buchhaltung von Radio Mende (zeitweise der größte Radiohersteller Deutschlands, später VEB Funkwerk Dresden) benutzt. So ganz sicher ist das nicht, der Vor-Vorbesitzer, aus dessen Nachlass die Maschine stammt, hat jedoch dort gearbeitet.
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Zahnrädchen auf Zahnstange 7 8 9 |
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Fehlende Löschhebelgriffe gedruckt, Halteschrauben der Schlittenabdeckung ersetzt, unleserliche Tastenbeschriftung komplett erneuert, einige kleine Rostansätze entfernt.
Kurzanleitung aus einer Mercedes-Werbung und eine Anleitung für die R 29 im Netz gefunden.Im gleichen Jahr wie die Euklid 29 erschienen mehrere motorisierter Modelle in unterschiedlicher Ausstattung. Modell 22 ist ein Halbautomat aus dieser Reihe: Die Division läuft (sogar positiv oder negativ) vollautomatisch, die Multiplikation wird per Mehrfach-Additionen/Subtraktionen und Stellenverschiebungen manuell gerechnet. Eine Tastaturteilung ermöglicht es, beide Werte einer Division gleichzeitig einzugeben, die Stellenzahl des Quotienten kann vorgewählt werden. Eine zweite, normalerweise verdeckte Zahlenreihe im Ergebniswerk kann per Schieber angezeigt werden und ermöglichst so die Anzeige von Minussalden.
Dieses Exemplar stammt aus dem letzten Baujahr des Modells. Bis 1957 wurde noch eine „Mercedes R 22“ gebaut - eine baugleiche Maschine in Grau und ohne „Euklid“ im Namen.
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Division 1 (355:113): |
Division 2 (355:113): |
Fehlende DIV-Taste nachgebaut, stockfleckige Dämmung aufgearbeitet, Tastatur justiert.
Bild mit Erklärung der Bedienelemente im Netz gefunden.Modell 38SM ist die „Luxus-Variante“ der Reihe: Sie hat die große Kapazität, dazu automatische Division und Multiplikation (beides auch negativ), sichtbaren Speicher (summierend) und verdecktes Multiplikatorwerk (gut für Kettenmultiplikationen). Die Tastatur ermöglicht Eingabe beider Faktoren bzw. von Dividend und Divisor nebeneinander.
Das war sicher eine Maschine für Versicherungsmathematiker und andere Bereiche, in denen komplizierte Rechnungen mit großen Zahlen vorkamen. Allerdings fehlt jede Möglichkeit zur manuellen Wagenverschiebung, das Wurzelziehen geht daher nur „nach Heron“ und nicht „nach Toepler“ - m.E. ein deutlicher Mangel!
Dieses Exemplar stammt ebenfalls aus dem letzten Baujahr des Modells, und auch hier wurde noch einige Jahre eine baugleiche „Mercedes R 38SM“ in Grau und ohne „Euklid“ im Namen gebaut. Von der kenne ich den Preis von 1957: flotte 4.310 DM (fast ein Arbeiter-Jahreslohn) - das brachte der DDR dringend benötigte Devisen!
Blockade der Tastatur und der Multiplikationstaste gelöst, einige Hebelchen justiert.
Haube nähen lassen, Anleitung im Netz gefunden und mit Wurzelalgorithmus ergänzt.Diese Staffelwalzen-Maschine ist ein motorisierter Halbautomat mit automatischer Division, Zehnerübertrag im Zählwerk und optionalem Additionsmodus. Auch sie hat den Gleitschlitten, der zum Versetzen und Löschen nicht mehr (wie noch bei der D-Reihe) angehoben werden muss. Der Schlitten kann per Motor bewegt werden, nur die Löschung der Werke geschieht hier noch manuell.
Modell LK gab es in verschiedenen Kapazitäten, die LK11 ist die kleinste davon. Für 500 RM mehr konnten rechts Wahltasten zur halbautomatischen Multiplikation angebaut werden.
Tasten teils neu eingelegt, brummende Kondensatoren ausgetauscht, Wirtel provisorisch ersetzt, eine Handkurbel gebaut.
Druckende Addiermaschinen waren schon früh wichtige Werkzeuge in allen Büros. Maschinen in der Art der Burroughs Portable kamen zuerst aus den USA, aber schon in den späten 20er-Jahren wurden auch diesseits des Atlantiks entsprechende Geräte entwickelt. Guiseppe Inzadi konstruierte die ALFA-Modelle, die ab 1935 in Mailand gebaut wurden. Modell C ist ausgestattet mit Nichtrechen-, Wiederholungs- und Subtraktionstasten, kann aber auch noch nicht saldieren.
Es gab auch ALFA-Modelle ohne Subtraktion, mit zusätzlicher Summenanzeige vor der Tastatur, ohne Druckwerk (nur Summenanzeige) oder saldierend (letztere dann auch mit Motor).
Die schön gestaltete Firmenbezeichnung auf der Rückseite grenzt das Baujahr dieser Maschine auf 1943 bis 1947 ein. Die Nennung von Sozzi und das Herkunftslabel (ganze Adriaküste als italienisch!) lassen ein eher frühes Baujahr vermuten. Zuletzt gewartet wurde sie von einer Firma in Berlin-Friedenau.
Durch verbogenes Gestänge blockierte Stelle gängig gemacht, verbogene und funktionslose Zifferntaste gerichtet, stark abgestoßene Bakelithaube neu lackiert, die meisten Tasten neu eingelegt, einige Schrauben ersetzt.
Angelo Sozzi und Guiseppe Inzadi gründeten 1935 in Mailand ihre Firma zum Bau der neu konstruierten Maschine. Aus unbekanntem Grund trennten sie sich schon 1938, Officine Serio in Crema übernahm nun die Produktion der ALFA (Inzadi gründete die neue Firma „GIM“ und entwickelte u.a. diese Addiermaschine). 1942 änderte sich der Hersteller der ALFA wieder: Das wurde nun „Sozzi di Aldo Bona“, später nur „Aldo Bona“ (Officine Serio konzentrierte sich auf den Bau der Tasten-Sprossenradmaschinen mit der Marke „Everest“).
Das ist eine eher einfachere Addiermaschine mit geringem Funktionsumfang. Sie hat (anders als die „AS“-Modelle von Brunsviga) nur das „A“ im Namen, weil sie lediglich addieren, aber nicht saldieren kann. Sie zeigt also negative Ergebnisse nur als Komplementzahl an.
Mit ihrer Volltastatur braucht sie noch nicht den später üblichen, komplizierten Stiftschlitten. Das macht auch die Addition ein wenig schneller, weil man mehrere Ziffern gleichzeitig eintippen kann. Die ohnehin nur behelfsmäßige Multiplikation wird aber etwas umständlicher und viel fehleranfälliger.
Im Internet findet sich fast nichts über dieses Modell, außer einer alten Verkaufsanzeige eines Auktionshauses in Saragossa. Seriennummer und grüne Lackierung weisen das Exemplar als Nachkriegsgerät aus.
Die Tasteneingabe des Modell T machte endlich auch Sprossenradmaschinen tauglich für Addition und Subtraktion. Doch Zähl- und Resultatwerk sind verschieden groß, die „nach links“-Taste nutzte daher das Resultatwerk nicht voll aus. Bei der TK wurde das verbessert, die Trommel läuft nun beim Drücken der Divisionstaste ganz nach links.
Bis zu den letzten Modellen der Reihe blieb diese ausgereifte Mechanik nahezu unverändert. Die Modellreihe wurde damit auch zur Grundlage vieler motorisierter Maschinen bis hin zu elektrischen Halb- und Vollautomaten.
Die in Schweden gebauten TKs haben eine schwarz-rote Tastatur. Bis nach dem Krieg gab es auch eine Lizenzproduktion bei Hans Sabielny in Dresden, dort waren die Tasten meist schwarz-weiß. Das Exemplar hier stammt also aus dieser Produktion und dürfte eines der späten Exemplare von dort sein. Bald danach wurde das Zweigwerk in den Westen verlegt und in Dresden wurde erst die „Allrema“, später die Madix gebaut.
Benutzt wurde es bis in die 80er-Jahre(!) bei der „Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft Alpina“, dem Vorläufer der heutigen Alpina AG.
Alle blanken Metallteile und Schrauben entrostet und poliert, einige Ziffern ausgebessert, alle grüne Blenden neu lackiert, trüb gewordenes unteres Fenster ersetzt, Rück- und Seitenwände komplett abgeschliffen, grundiert, lackiert. Erst nach dem Zusammenbau den fehlenden Zehnerübertrag einer Stelle im ZW (nur in einer Trommelstellung und nur bei der Subtraktion!) entdeckt: Alles wieder ausgebaut, ein 1 mm zu kurzes/abgebrochenes Übertragshebelchen durch Auflöten verlängert und zurechtgefeilt, alles noch mal zusammengebaut.
Englische Anleitung als PDF vorhandenDem „A“ vor der Seriennummer nach stammt diese TK aus dem Facit-Zweigwerk in Düsseldorf, das Hans Sabielny Anfang der 50er-Jahre gründete. Allerdings steht gleich zwei Mal „Made in Sweden“ drauf. Es ist also eine Maschine aus der Übergangszeit, in der die Teile (oder ganze Maschinen?) noch in Schweden gebaut, dann aber für Endmontage und Verkauf nach Deutschland geliefert wurden.
Technisch gibt es überhaupt keinen Unterschied zur anderen TK, nur die Lackierung ist ab 1943 ein grüner Kräusellack.
Auch bei den Nachfolgemodellen NTK und C 1‑13 gibt es technisch kaum Weiterentwicklung, nur immer modernere Gehäuse. Eine Variante waren die Modelle mit höherer Kapazität (z.B. C 1-19).
Metallteile poliert, trüb gewordene Scheiben über den Werken ausgetauscht.
Friden baute eigentlich nur elektrisch angetriebene Rechenmaschinen (z.B. die spätere STW). Vor allem die US‑Armee wollte aber Maschinen, die man ohne Strom nutzen konnte. Also wurden kleine Mengen (ca. 10.000) der H8 und ihrer „großen Schwester“ H10 gebaut.
Die H8 ähnelt auf den ersten Blick den „Monroes“, ist aber mit vier Doppel-Staffelwalzen für die acht Stellen deutlich komplexer aufgebaut. Sie erlaubt die automatische Division (positiv und negativ) und das Zählwerk hat Zehnerübertrag.
Diese Maschine wurde in der Saarbergwerk AG in Ensdorf genutzt, ein Mitarbeiter nahm sie nach ihrer Außerdienststellung mit und bewahrte sie so vor der Verschrottung. Den damaligen Preis der Maschine kenne ich leider nicht. Ihre relative Seltenheit, der große Funktionsumfang und die damals hohen US‑amerikanischen Löhne lassen vermuten, dass sie sehr teuer war. Aber erstens war das Bergwerk Staatsbetrieb, und vielleicht war es ja eine Gebrauchtmaschine aus dem Marshall-Plan?
Die Maschine war völlig verharzt und blockiert, viel WD40 und anschließendes Benzinbad haben das behoben. Einen fehlenden Wirtel im RW ersetzt, leicht abgestoßene Schlittenkurbel neu lackiert.
Den schwedischen Ingenieur Carl Mauritz Friden hat es im 1. Weltkrieg in die USA verschlagen. Er brachte es bis zum Chefkonstrukteur von Marchant, gründete aber 1934 seine eigene Firma. Die Patente seiner früheren Konstruktionen gehörten allerdings Marchant, also musste er neue Lösungen finden. Mit dem Kauf der Patente von Egli und eigenen Erfindungen gelang ihm das und die Friden Co. wurde mit immer komplexeren Rechenmaschinen sehr erfolgreich. 1945 starb Friden, aber die Firma produzierte zwei Jahrzehnte lang weiter (insgesamt über 3 Millionen Rechenmaschinen). Auch die einzige Rechenmaschine, die schon serienmäßig automatisch Wurzeln ziehen kann, stammt von Friden.
1963 brachte man mit dem Friden 130 den ersten volltransistorierten Elektronenrechner auf den Markt. Es gelang der Firma aber nicht, im Konkurrenzkampf um niedrigere Preise, kleinere Gehäuse und mehr Funktionen mitzuhalten. Schon 1965 kaufte der Nähmaschinen-Hersteller Singer die Reste der Firma auf und bis 1974 wurden (teils von Hitachi gebaute) Rechner unter der Marke Friden verkauft. Heute baut Singer wieder hauptsächlich Nähmaschinen und gehört einer „Heuschrecke“ auf den Bahamas, die Marke Friden ist komplett erloschen.
Diese Staffelwalzen-Maschine von M.Bäuerle ist ein gut ausgebauter Halbautomat. Die Stopdivision wird mit der Minustaste gestartet. Beim Unterlauf stoppt die Subtraktion und der Schlitten wird um eine Stelle versetzt. Danach geht es mit der Plustaste weiter, dann wieder die Minustaste usw.
Auch die Multiplikation erfolgt halbautomatisch. Ein Tastendruck in der Reihe ganz rechts außen löst je nach Taste eine bis neun Additionen aus und stellt den Schlitten eine Stelle weiter.
Damit (und mit der optionalen Eingabe-Löschung nach Plus- oder Minustaste) kann man hier schon komfortabel arbeiten. In den Nachfolgemodellen wurde die Division dann komplett automatisiert.
Wie fast alle Badenia-Modelle kann man die Maschine auch per Handkurbel nutzen - dann aber nicht als Halbautomat.
Dieses Exemplar mit vierstelliger Seriennummer stammt aus der Vorkriegszeit. Auch nach dem Krieg wurde das Modell noch lange gebaut, allerdings in modernerem Gehäuse.
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Division (355:113): |
Multiplikation (9x12345679): (anders herum wäre natürlich schneller) |
Einige Schrauben ergänzt/ausgebohrt/ersetzt, etwas Flugrost wegpoliert, Zehnerüberträge, Anzeigen und Hebel justiert, Teile der Front und Schlitten neu lackiert (dazu ausgebaute Ziffernrädchen nicht sortiert abgelegt - das war doof!), Kollektor gereinigt, Entstörung eingebaut.
Die Uhrenfabrik von Mathias Bäuerle wurde 1863 in St.Georgen gegründet. Bereits ab 1903 wurden dort neben Uhren und Uhrwerken erste Rechenmaschinen gebaut. Die gut verarbeiteten Modelle mit den Marken „Peerless“ („ohnegleichen“, für Export) und „Badenia“ boten schon früh Neuerungen wie Einstellkontrolle, Doppelzählwerke oder Multiplikationsgetriebe.
Ab 1923 wurden Rohwerke an den Hersteller „Austria“ in Wien geliefert, dafür wurde man von dort bei der Automatisierung der eigenen Modelle unterstützt.
In den 50er-Jahren geriet man trotz - oder vielleicht auch gerade wegen? - der hochwertigen und gut ausgestatteten Maschinen gegenüber der Konkurrenz etwas ins Hintertreffen. Die hohe Fertigungsqualität war eben auch teuer. Ab 1952 wurden nur noch Modelle mit Elektromotor (nun auch mit der Marke „EMBEE“) angeboten. Bis Anfang der 60er-Jahre versuchte man mit komplexen Automaten an die alten Erfolge anzuknüpfen, doch vergleichsweise früh hatte man die Zeichen der Zeit erkannt und stellte 1964 die gesamte Rechenmaschinen-Fertigung ein. Die Firma verlegte sich auf die Herstellung von Maschinen zur Drucknachbereitung und auch heute ist sie ein renommierter Hersteller von Falzmaschinen.
Die Resulta ist (zumindest für die Addition) viel komfortabler zu bedienen als ein Zahlenschieber, aber noch deutlich preisgünstiger zu produzieren als eine „richtige“ Addiermaschine (gestanztes Blech, einfache Mechanik). Niedriger Preis und geringer Platzbedarf haben in den 50er-Jahren für weite Verbreitung gesorgt.
Die Resulta BS 7 (B =mit Einstellkontrollwerk, S =mit Subtraktion, 7 =Stellenzahl) gab es ab 1936 in mehreren Varianten mit immer neuen kleinen Verbesserungen, diese Version wurde von Ende 1951 bis 1954 gebaut. An allen Resultas wurde unten im Sockel das Herstellungsdatum mit der Hand eingekratzt: Hier steht 154 BrV, also Januar 1954 (das „BrV“ steht für den Mitarbeiter, der die Endkontrolle gemacht hat).
Dieses Gerät erfüllt gerade so die Definition von „Maschine“, auf die man sich bei Rechengeräten geeinigt hat: Es hat einen Zehnerübertrag in mindestens einem der Rechenwerke und beim Betrieb gibt es Teile, die nicht direkt per Hand (sondern per Kraftübertragung von anderen Teilen) bewegt werden. Die Einstellsegmente greifen beim Herunterziehen in Zahnscheiben, dadurch werden die Ziffern ins Rechenwerk übertragen.
Ideal ist die Bedienung in dieser Modellgeneration noch nicht: Zur Subtraktion stellt man einen Hebel um, zum Ablesen des Ergebnisses muss man diesen Hebel erst wieder zurück stellen. Spätere Modelle lösten das Problem mittels Klappblende.
Dieses Maschinchen war in einer Drogerie in Peine im Einsatz.
Hersteller war die 1911 gegründete „Maschinen- und Werkzeugfabrik Paul Brüning“ in Berlin, Konstrukteur vermutlich der Ingenieur Fritz Wiechert. Die Resulta-Kleinaddiermaschinen wurden (anfangs noch mit dem Namen „Minerva“) von 1927 bis 1969 gebaut, erst im Wedding, dann in Reinickendorf.
Nach 1969 wurden noch bis 1984 Formteile für die Elektroindustrie hergestellt, danach verliert sich die Spur der Firma.
Kassen werden oft nicht zu den Rechenmaschinen gezählt. Doch sie haben mindestens ein Rechenwerk mit Zehnerübertrag, um Tagessummen zu speichern. Also sind sie echte „Einspezies-Maschinen“ - die halt bei jeder Addition zusätzlich klingeln und eine Schublade öffnen.
Die Mechanik dieser Kasse besteht im Kern aus vier Zahnsegmenten, die per Hebel eingestellt werden. Erst beim Kurbeln werden sie auf die Zahnräder des Resultatwerks aufgeschwenkt und drehen diese Zahnräder (und die Ziffernrädchen) je nach ihrer Voreinstellung mehr oder weniger (oder auch gar nicht) weiter.
Diese Kasse fand mein Vater vor, als er 1972 ein Geschäft in Frankfurt übernahm. Einige Monate tat sie dort noch Dienst, dann wurde sie durch eine elektrische Kasse ersetzt, die auch die Einzelpreise addieren konnte.
Die Liste der NCR‑Seriennummern zeigt, dass die Kasse mindestens 22 Jahre lang im Einsatz war. So lange hält heute keine mehr. Mit neuen Papierrollen (im ungebräuchlichen 4,4 cm‑Format), ein wenig Stempelfarbe und etwas Öl funktioniert sie nun fast wieder wie am ersten Tag.
Fehlende Andruckleiste für Journaldruck durch Gummiblock ersetzt, neue Farbe eingefüllt, Papierrollen umgespult.
Die National Cash Register Company gibt es mit dem Namen seit 1884. Durch aggressivstes Marketing und Aufkauf von Konkurrenten (teils mit Einschüchterung und hoher krimineller Energie, wegen unlauterer Geschäftspraktiken wurden einige der Manager sogar zu Gefängnisstrafen verurteilt) erreichte die Firma schon 1910 95% Marktanteil in den USA. Auch in Deutschland hießen viele Kassen „National“, sie wurden ab 1896 in Berlin, ab 1945 in Augsburg hergestellt. Ab 1953 war NCR einer der Pioniere der EDV‑Entwicklung, doch 1997 zog sich NCR wieder aus diesem Geschäft zurück. 2023 wurde NCR aufgespalten, der Zweig NCR Voyix verkauft immer noch Kassen - allerdings sehen die heute anders aus und werden immer mehr zur „virtuellen Cloud-Kasse“.
Dieser Rechenstab ist mit knapp 16 cm winzig klein und war ein Werbegeschenk, mit dem man einen gestandenen Ingenieur eventuell beleidigt hätte. Die großen, teils bis 50 cm langen Stäbe waren viel genauer abzulesen und hatten Platz für zusätzliche Skalen.
Dennert & Pape in Hamburg war einer der großen deutschen Hersteller von Rechenschiebern, diese wurden unter der Marke „Aristo“ verkauft. Mitte der 70er-Jahre verdrängten die elektronischen Geräte sehr schnell die Rechenschieber. Dennert & Pape versuchte, durch selbst gebaute und zugekaufte Taschenrechner im Geschäft zu bleiben, doch die Konkurrenz aus Fernost war übermächtig: 1978 endete die Produktion beider Produktlinien, das Unternehmen wurde von Rotring aufgekauft und baut heute unter der Marke Aristo digitale Cutter und Zubehör. Die Filiale in Österreich wurde 2003 als GEOtec selbständig und liefert Zeichenhilfsmittel und Schulbedarf wie z.B. das berühmte Geo-Dreieck.
Dieser Rechenstab trägt auf der Rückseite eine Besonderheit: Da man mit Rechenschiebern (‑stäben/‑scheiben) nicht addieren und subtrahieren kann, wurde hier auf der Rückseite ein Addiator (das Modell Universal) eingebaut. Damit sind alle vier Grundrechenarten durchführbar. Der Addiator kann außerdem auch zum Notieren von Zwischenergebnissen genutzt werden.
Die Idee für solche Kombinationen stammt von Addiator, dort wurden sie anfangs auch montiert. Spätere Ausführungen entstanden dann noch bis 1972 bei Faber-Castell.
Unter dem Infolink zum Rechnerlexikon gibt es ausführliche Infos, zu den Zahlenschiebern steht mehr vor der Gruppe der Rechenhilfen.
Dieses Exemplar wurde den Vorbesitzern von einem Schmied geschenkt. Es ist anzunehmen, dass dieser den Rechenstab tatsächlich noch genutzt hat.
Die Firmengeschichte von Faber-Castell begann 1761 mit der Herstellung von Bleistiften. Das macht man dort heute immer noch, dazu viele weitere Artikel für Büro und Schule. Zeitweise stellte A.W.Faber auch viele Rechenschieber her - bis die um 1975 herum von den elektronischen Taschenrechnern verdrängt wurden.
Irgendwann in den 30er-Jahren änderte Burroughs die Modellbezeichnungen: Die 5 stand nun für die Geräteklasse, die 10 für die Stellenzahl und die 05 für den Handantrieb. Das „High Rise“-Gehäuse mit der hinten hochgestellten, aber sonst unveränderten Mechanik wurde um 1937 eingeführt.
Neben anderen Kapazitäten und „Duplex“-Modellen gab es auch eine motorisierte Variante im gleichen Gehäuse. Das hat daher zwei zusätzliche Schlitze mit Plastikabdeckungen: oben für eine Plus-Taste und hinten für das Netzkabel.
Im Boden ist eine Adresse aus Schijndel eingekratzt, das ist leider die einzige Spur der früheren Nutzung.
Das Gerät war eigentlich als Ersatzteilspender für mein Exemplar der gedacht - aber letztlich war es doch so gut erhalten, dass es mit deren alten Löschhebel und Tasten erhalten bleibt.
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Resultatwerk in Zeitlupe: (Tempo weiter verringern lohnt sich!) |
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(8 + 4) |
(0 + 6 + 6) |
(6 + 6 + 6 + 6 ...) |
Blockierte Tastatur zerlegt und justiert, fehlende Tasten nachgedruckt und Löschhebel notdürftig ergänzt.
Tip zum Zusammenbau: Vor dem Aufsetzen des Tastenblechs lange Achse durch die Sperre der "1"-er schieben, damit deren Tastenstämme korrekt sitzen bleiben!
Von Triumphator gab es neben der C-Reihe u.a. auch Maschinen mit der kleineren Kapazität 6‑6‑11. Dieses Modell hat Zehnerübertrag im Zählwerk, Löschung des Eingabewerks mit Hebel und Gesamtlöschung im Schlitten. Beide Trommeln sind aus Messing - das wurde bald anders, weil Messing für Waffen und Munition wichtiger wurde.
Wegen der kleineren Stellenzahl konnte das Modell günstig angeboten werden. Damit war es auch für kleinere Betriebe erschwinglich.
Bis auf das Kurbellager ist bei diesem Exemplar alles noch in wunderschönem Originalzustand.
Zwei deformierte Zähne der Löschachse im ZW ausgetrieben und neu zurechtgefeilt, Kurbellager neu lackiert.
Nach der Emigration wurden die frühen, schweren Odhner-Maschinen in Schweden weiter entwickelt. Modell 27 hat durchschnittliche Rechenkapazität, es gibt weder Zehnerübertrag im Zählwerk noch ein Einstellkontrollwerk. Also ist die abgekürzte Multiplikation unmöglich und das Ablesen der eingestellten Zahl macht etwas Mühe. Aber zum ersten Mal bei Odhner gibt es die Rückübertragung, d.h. ein Resultat kann in die Einstellung übertragen werden. Das erleichtert Kettenmultiplikationen.
Der (deutlich farbenfrohere) direkte Nachfolger ist das Modell 127 mit fast gleicher Technik.
Rechenmaschinen mit eher einfacher Ausstattung konnten (wie auch solche mit kleinerer Kapazität) preiswerter angeboten werden als diejenigen mit vielen Extras. Für dieses Modell kenne ich nur den schwedischen Neupreis. In Deutschland waren die importierten Maschinen vermutlich etwas teurer.
Diese Maschine kam als Wrack. Von schlimm zu harmlos war das: Der massive rechte Seitenträger war zerbrochen, der Schlitten blockierte ab Stelle 4 nach links, der Einstellring der 10er‑Stelle war sehr schwergängig, der Kurbelgriff und der Knopf der Rückübertragung fehlten. Innen war sie millimeterhoch voll undefinierbarem Schmier und die Gummifüße hatten sich in zähen Klebstoff verwandelt. Trotz alle dem hat sie sogar da noch (wenn auch etwas hakelig) gerechnet!
Nach dem Zerlegen, Benzinbad, Kleben des Seitenträgers, Verlängerung der Kurbelsperre, Nachfeilen und Polieren der Schlittenführung, Zusammensetzen, Knöpfeschnitzen, Nachlackieren und Anschrauben neuer Gummifüße war fast alles o.k. , inzwischen habe ich auch die Trommel mal zerlegt und die Zinkscheiben an zwei leicht klemmenden Stellringen nachgeschliffen.
Das erste Modell des Herstellers ist eine ziemlich einfache Addiermaschine. Die Taste zum Tippen von Merkzahlen ist das einzige Extra, es gibt noch keine Subtraktionsmechanik.
Das Bakelit-Gehäuse ist ganz im Stil der 40er-Jahre, mit wunderschönem Firmenlogo auf der Rückseite. Einzige Spur der Verwendung ist ein kleiner Aufkleber mit Telefonnummern in München und Straubing - vermutlich vom Wartungstechniker.
Da waren mal Berggorillas dran. Abgebrochenen Zahn im Haltekamm des RW neu aufgebaut, abgerissene Schraube ausgebohrt und ersetzt, kaputtes Gewinde nachgeschnitten, fehlende Schrauben ergänzt, verbogene Bleche und Hebel gerichtet, Bakelitstücke eingeklebt, Tasten eingelegt, Stellenzeiger lackiert, vergilbtes Fenster erneuert, Gummifüße nivelliert.
Haube nähen lassen1939, nach der Trennung von A.Sozzi, gründete G.Inzadi seine eigene Firma „Giuseppe Inzadi Milano“ und entwickelte neue Modelle. 1946 (evtl. erst 1947) wurde daraus die „Fabbrica Italiana Addizionatrici Scriventi di G. Inzadi“, wie die GIM und viele andere eine der heute eher unbekannten, kleineren Firmen aus Mailand und Umgebung.
Von späteren Modellen der FIAS weiß man, dass sie auch an andere Firmen geliefert und unter deren Namen verkauft wurden, so z.B. in den USA von Remington und in Deutschland von Kling.
Dieser Zwerg wurde als kleinste Addiermaschine der Welt beworben - das stimmt natürlich nicht ganz, denn viele Kleinaddierer sind noch kleiner. Aber für eine Maschine mit „richtiger“ Tastatur, Anzeige des Resultatwerks und Zwei-Farben-Druck ist die Swift wirklich ungewöhnlich kompakt. Erkauft wird die geringe Größe u.a. mit dem Verzicht auf eine Umschaltmechanik. Also ist die Subtraktion nur über das Zehner-Komplement möglich. Nun, das war auch bei manchen „großen“ Maschinen so. In Abwägung all dessen ordne ich das Maschinchen als echte Einspezies-Maschine ein, nicht als Kleinaddierer. Die Patentschrift von 1937 gibt Louis M. Llorens als Erfinder an.
Im Tastenblech ist übrigens ein nicht benutzter Schlitz. Vermutlich war auch ein Modell mit Subtraktion geplant.
Dieses Exemplar wurde bei einem Stuttgarter Bürohändler gekauft (oder zumindest bei ihm gewartet).
Gummirolle neu überzogen (mit Fahrradschlauch!), etwas Flugrost wegpoliert, Verkleidung der Summenanzeige und Tastaturblech neu lackiert, Stellenzeiger justiert.
Auch über die Swift Business Machines Corporation ist wenig bekannt. Aus Patentschrift und Werbeanzeigen weiß man nur, dass sie 1939 in New York, später dann in Great Barrington (Massachusetts) ihren Sitz hatte. Die kleine Addiermaschine ist auch das einzige bekannte Produkt.
Mit der gleichnamigen Firma aus Hongkong und deren Kleinaddierer aus den 60er-Jahren hat sie nichts zu tun.
Auch manch andere Addiermaschine konnte damals noch nicht subtrahieren, so z.B. diese hier in der Keilform, die ab da für Victor typisch wurde. Im Vergleich zum nur acht Jahre früher entwickelten Modell 5xx weiter oben ist das ein Rückschritt, aber in vielen Anwendungen reichte das offenbar.
Die neue Konstruktion hat auch Vorteile: Die Maschine ist viel kleiner, leichter und etwas leiser. Es gab auch Modelle mit mehr Funktionen (Subtraktion, Saldieren) und Elektromotor.
Eine Besonderheit von Victor war, dass es alle Modelle jeweils mit Voll- oder Zehnertastatur gab.
Metallteile poliert, Tastaturdeckplatte und Hebelgriff neu lackiert.
Dieser Volltastatur-Addierer funktioniert wie ein Comptometer oder Burroughs Calculator: Eine Addition im Resultatwerk findet bereits durch das Drücken (genauer: beim Loslassen) der Tasten statt. Die Mechanik beruht wieder auf Schaltschwingen, man hat aber in manchen Details andere Lösungen gefunden.
Auch eine Sumlock taugt erst einmal nur zum Addieren und ist damit eigentlich eine Einspezies-Maschine, doch mit komplexen, in Kursen intensiv gelehrten Verfahren sind auch Subtraktion, Multiplikation und Division möglich.
Die relativ modernen Tasten und die Lackierung lassen auf das ungefähre Baujahr schließen. Wie die anderen Maschinen des Comptometer-Typs war das Modell im Vergleich ziemlich teuer.
Es gab auch sechs- und zwölfstellige Varianten, teils mit Motor, außerdem Modelle mit unterschiedlichen Tastenzahlen pro Kolonne (z.B. für die alte britische Währung mit 1/20/12/4-Teilung oder die komplizierten „imperialen“ Gewichtseinheiten).
Viele Ziffernräder und Hebel waren auf den Achsen völlig festgefressen, nur kraftvolles Ziehen der Achsen bei gleichzeitigem Austausch gegen eine gut geschmierte Ersatzachse half.
Tip: Wo etwas festsitzt findet man heraus, indem man alle Achsen nach links und rechts bewegt: Das muss bei allen sehr leicht gehen.
Die 1878 in London gegründete Bell Punch Company produzierte zuerst genau solche „Bell Punches“, also Fahrschein-Entwerter. Bald kamen weitere Produkte für Ticketdruck, Wettscheine und Taxameter dazu. 1936 erwarb das Unternehmen die Rechte an der kleinen Halbtastatur-Addiermaschine „Plus“ und entwickelte diese weiter zur Volltastaturversion, die als „Sumlock“ vermarktet wurde. Beide Maschinenreihen waren in Großbritannien und im gesamten Commonwealth sehr beliebt und wurden fast 40 Jahre lang produziert. Mitte der 50er Jahre begann man mit der Arbeit am ersten elektronischen Tischrechner der Welt, der 1961 als Sumlock „ANITA“ auf den Markt kam. Die Elektronik-Produktion wurde 1966 in eine Tochtergesellschaft ausgelagert, die 1973 von Rockwell übernommen und schon 1976 abgewickelt wurde; die Bell Punch Company produzierte noch bis 1986 Ticketing-Produkte.
Die nächste Entwicklungsstufe der Hamann Manus wird in Sammlerkreisen mit „E“ bezeichnet. Die ohnehin luxuriöse Ausstattung der „C“ wurde weiter verbessert: Es gibt nun zwei Daumentasten für den Schlittenschritt nach rechts bzw. links und bequeme Hebel löschen die Werke im Schlitten (was nun im Zählwerk in jeder Schlittenstellung möglich ist, im Resultatwerk hakelt das noch).
Die Nachkriegs-Modelle unterscheiden sich leicht von den bis 1944 gebauten Maschinen (und sind dann oft grün), daher wird gerne noch zwischen „E1“ und „E2“ unterschieden - nun, so genau will ich hier mal nicht sein.
Interessanter ist die Geschichte dieses Exemplars: Es gehörte einem Mathematiker und Raketenbauer, der anfangs in Göttingen lehrte, später an der Entwicklung der V2 und anderer Raketen arbeitete, in den 50ern erst in Ägypten, später in Italien weiter Raketen entwickelte und letztlich bei MBB und der IABG in Ottobrunn forschte. Dem Baujahr der Maschine nach hat er sie schon in Peenemünde benutzt.
Die „Manus“-Reihe wurde fortgesetzt mit Modell „F“ und endete mit der Manus R.
Stark abgegriffenes Deckblech und Platte unter der Kurbel neu lackiert, Ziffern und Symbole in allen Blechen neu eingelegt, zwei fehlende Plastikkappen provisorisch ersetzt.
Mit Transportkoffer, Anleitung im Netz gefunden.Die übliche Skalenlänge der Rechenstäbe lag bei 25cm. Wenn man genauer ablesen wollte mussten die Skalen länger werden - so wie bei diesem 50cm‑Stab. Der war sicher einmal der ganze Stolz eines Ingenieurs.
Das „System Darmstadt“ bezeichnet die Art der Skalenaufteilung, die im Institut für praktische Mathematik (IPM) in Darmstadt um 1935 herum entwickelt wurde.
Beim Betrachten der Jahreszahlen fällt auf, dass aus einigen Jahren kaum Neuentwicklungen in der Sammlung vertreten sind, anders als aus den Jahrzehnten zuvor und danach. Der 2. Weltkrieg führte offenbar auch da zu einer massiven Unterbrechung: Statt neuer Rechenmaschinen wurden einstweilen neue Panzer, Flugzeuge und Kanonen entwickelt. Und schon da schuf die Entwicklung erster großer Elektronenrechner die Grundlage für den späteren Untergang der mechanischen Rechenmaschinen, obwohl diese nach dem Krieg noch einmal eine Blütezeit erlebten ...
1934 kam die "Silent Speed"-Modellreihe mit völlig neuartigem Übertragungsprinzip auf den Markt. Die Proportionalrad-Mechanik von H. Avery hat für jede Stelle der Eingabe ein eigenes Getriebe, das die Rädchen im Resultatwerk je nach Ziffer verschieden schnell laufen lässt. Der Zehnerübertrag ist ebenfalls anders wie sonst: Ein Planetengetriebe zwischen den Rädchen des Resultatwerks treibt jede Stelle mit 1/10 der Geschwindigkeit der vorigen Stelle an, am Ende der Rechnung springen alle Rädchen in die Ableseposition.
Das ist ziemlich komplex, vermutlich genossen die Marchant-Maschinen deshalb den zweifelhaften Ruf, „am besten im Ölbad“ zu laufen. Aber diese Mechanik hat auch große Vorteile: Sie kommt mit weniger Starts und Stopps aus und läuft damit leiser, verschleißärmer und viel schneller. Die Maschinen laufen etwa doppelt so schnell wie die Konkurrenz (ein Teil des Zeitvorteils geht aber beim Ein- und Auskoppeln der Getriebe wieder verloren).
Die automatische Division ist weiter beschleunigt: Eine einzigartige Mechanik erkennt, wenn gleich ein Unterlauf droht und stellt dann den Schlitten schon eine Stelle weiter. So werden Unterläufe und deren Korrektur überflüssig.
Die ACR- und ACT-Modelle (letztere mit anderer Tab-Mechanik) gab es mit 8 oder 10 Stellen in der Eingabe. Die automatische Division beherrschten alle, Wahltasten für halbautomatische Multiplikation waren nur eine Option.
Dieses Exemplar hat die kleinere Kapazität und die Wahltasten, es ist also sozusagen ein „Dreiviertel-Automat“. Wegen des extrem schnellen Ablaufs ist die Multiplikation aber mindestens so schnell wie sonst auf Vollautomaten.
Über die frühere Verwendung ist nichts bekannt. Der mittels Anhänger dokumentierte Kauf auf einem Schweizer Flohmarkt, ein kleines Schild mit der Telefonnummer einer Berner Werkstatt und deren Blechtafel innen lassen auf den Einsatz in der Schweiz schließen. Auf dieser Blechtafel sind die Wartungen und Reparaturen der Jahre 1968 bis 1972 eingetragen (jetzt auch eine von 2023) - das muss die zweite Tafel sein, denn die ersten 20 Jahre fehlen da.
| aus der Sammlung Schmid |
Division (355:113): |
Multiplikation (9x12345679): (Detail in Zeitlupe): |
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Mechanik bei |
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(anders herum wäre natürlich schneller) |
(Tempo weiter verringern lohnt sich!) |
Verkabelung ersetzt durch festes Kabel mit Erdung, Motor, Tastenbänke und Schalter justiert, vergammelten Tastenkopf und abgebrochene Taste ersetzt (gut, wenn man noch eine alte Marchant herumliegen hat...), einige Schriften neu eingelegt.
PDF der Anleitung aller ACR/ACT-Modelle im Netz gefunden.Diese einfache Maschine, immerhin mit Einstellkontrolle und Einhandbedienung des Schlittens, stammt aus Barcelona. Eigentlich hieß das Modell IRIS XIII, aber auch solche Modelle mit dem „Select“-Wappen über dem eingeprägten „IRIS“ sind gelegentlich zu finden. Vielleicht war das die Marke für Exportmodelle?
Das Material hat eher mindere Qualität, viele Teile sind nur gestanzt statt gefräst oder gegossen. Doch die Sprossenrad-Trommel ist aus bestem Messing und läuft immer noch butterweich. Für die Rasten der Zehnerübertrags-„Hämmerchen“ wurde eine ganz eigene Lösung gefunden, die ohne die üblichen kleinen Federchen auskommt. Auch die Löschung funktioniert anders als sonst gewohnt: Statt einer innenliegenden Löschachse mit Zähnchen macht das hier eine außen liegende Achse mit entsprechend ausgestalteten Zahnrädchen.
Dieses Exemplar ist ein Reisemitbringsel aus einem Trödelladen in La Rochelle.
Eine große Delle leidlich ausgebeult, viel Flugrost und einige größere Roststellen wegpoliert, zwei fehlende Übertrags-Zahnrädchen im RW ergänzt, Zelluloid der Fenster erneuert, alle Deckbleche neu lackiert und Ziffern eingelegt, komplett neu justiert.
Noch im Krieg, als die etablierten Hersteller entweder schon in Trümmern lagen oder fast nur Kriegsgüter herstellten, begann Industria Calculadoras Españolas in Barcelona mit der Entwicklung von Rechenmaschinen. Ab 1945 erschienen erste Modelle auf dem Markt. Es ist mir nicht ganz klar, wie die Modelle der beiden Marken IRIS und ICE zeitlich zueinander stehen: Manche ICE-Modelle scheinen weiter entwickelt, aber nur für IRIS-Modelle ist Werbung bis Mitte der 50er-Jahre datierbar.
Bereits 1947 kaufte Pablo Huc die Firma, 1955 wurde sie mit seinem Unternehmen PHUC verschmolzen. Das gibt es auch heute noch als Pablo Huc S.A., es ist auf Zeitsteuerungen, Zugangskontrollen u.ä. spezialisiert.
Der Record LM ist ein vergleichsweise riesiger Zahlenschieber. Üblich waren eher Größen, die bequem in die Jackentasche passten. Er ist praktisch identisch zum Ende der 20er-Jahre entwickelten „Produx Record“, was kein Wunder ist: Er wurde auf den gleichen Maschinen hergestellt.
Lucie Meuter war die geschiedene Frau Otto Meuters, einem der wichtigsten Hersteller von Zahlenschiebern. Er ging nach dem 2. Weltkrieg nach Westdeutschland und stellte dort wieder Geräte unter seiner Marke „Produx“ her. Sie aber blieb in Klausdorf (bei Berlin, im sowjetisch besetzten Teil) und ließ schon ab 1945 auf den alten Maschinen den Record LM bauen. Es blieb das einzige Rechengerät der Firma, die später ihre Produktpalette um Kunststoff-Produkte erweiterte. 1976 und nochmals 1985 wechselte die Firma den Besitzer, 1989 wurde sie gelöscht.
Dieses Modell ist das erste des Herstellers. Es kann nur Addieren (ist also eine „Einspezies-Maschine“) obwohl die Werbung damit protzt, dass man darauf alle vier Grundrechenarten ausführen könne. Multiplikation und Division sind aber nur mit viel Kopfrechnen und/oder Notizen zu bewältigen, das geht mit Stift und Papier schneller. Hier muss man zum Löschen noch alle Stellen einzeln auf die Null drehen, das Nachfolgemodell bekam einen Löschschieber. Die letzten Modelle hatten schließlich auch bei der Subtraktion einen korrekten Zehnerübertrag.
Eine Feder nachjustiert, zwei Ziffern ausgebessert, Ersatzgriffel aus Kupferstange hergestellt
Anleitung des Vorgängermodells im Netz gefunden und überarbeitet.„The Calculator Co.“ wurde 1915 in Grand Rapids gegründet. Die Firma ließ ihre Scheibenaddierer vermutlich bei einer örtlichen Metallstanz-Fabrik in Lohnfertigung bauen, denn fast baugleiche Geräte gibt es in den 20er- und 30er-Jahren auch von anderen Firmen aus Grand Rapids (aber auch aus Oakland). Namen und Besitzer dieser Firmen wechselten öfters.
Um 1926 wurden die Geräte durch die in einer Linie liegenden Schaulöcher für das Ergebnis verbessert. Anfang der 40er-Jahre pausierte die Herstellung von Scheibenaddierern, denn die Stanzen wurden nun für den Krieg benötigt...
„The Lightning Adding Machine Co. Inc.“ war der Nachfolger der „Calculator Co.“, nun allerdings mit Firmensitz in Los Angeles. Die gleichnamige Maschine (also nicht mehr als „Calculator“ angepriesen) in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen wurde dort von 1946 bis 1959 in über zwei Millionen Exemplaren gebaut. Nach 1959 ist jedoch keine Spur der Firma mehr zu finden.
Die Contex A ist ein Direktaddierer in der Art des Comptometers, aber mit halbiertem Tastenfeld. Angeblich brauchten trainierte Nutzer weniger Zeit, wenn sie z.B. statt einer 7 hintereinander die 3 und die 4 tippten. Vielleicht hat auch die Materialknappheit nach dem Krieg dazu beigetragen, dass solche „Half-Adder“ einige Zeit in Mode waren?
Das Gerät besteht aus wenig Metall und sehr viel Kunststoff: Das Gehäuse ist aus Bakelit, die Hebel und Zahnstangen sind meist aus Pertinax (das kennt man sonst eher als Platinenmaterial in der Elektronik).
Addieren kann man damit nach einiger Übung recht flott, multiplizieren nur extrem notdürftig, alle anderen Grundrechenarten sollte man wohl besser vergessen. Für mich zählt das Modell daher eher noch zu den Kleinaddierern.
Niedriges Gewicht und halbwegs günstiger Preis sorgten dennoch für einige Verbreitung. Dieses Exemplar wurde von einem Finanzbeamten in Kandel genutzt.
Brüche geklebt, zwei Fehlstellen gefüllt, Achsen gezogen und geölt - und dann lange mit einem dabei ausgehakten Federchen gekämpft. Tip: Am Pertinax niemals ölen!
Das damals meist mitgelieferte Mini-Köfferchen ist leider nicht dabei.Von 1945 bis 1972 produzierten die Brüder John, Erling und Henning Carlsen bei Kopenhagen ihre Addier- und Rechenmaschinen mit neuartigen und pfiffigen Details. Den Vertrieb überließ man Zeuthen&Aagaard, die schon gut im Büromarkt etabliert waren. Vor allem den Nischenmarkt für transportable Geräte bediente man mit den kleinen Maschinen äußerst erfolgreich: Mehr als 2 Millionen davon wurden in alle Welt verkauft.
1972 war der Siegeszug der Elektronik schon deutlich absehbar. Die Gebrüder Carlsen entwickelten eigene elektronische Rechner, sahen aber ohne neues Kapital bald keine Zukunft mehr und meldeten Konkurs an. Zeuthen & Aagaard kaufte die Liquidationsmasse auf und ließ unter dem Namen Rex-Rotary noch bis Mitte der 70er-Jahre mechanische und elektronische Geräte bauen (Quelle).
Die originellen Eigenentwicklungen konnten aber auf Dauer im Preiskampf nicht mithalten. Man begann daher, Rechner aus Fernost zu importieren, doch auch das war vergeblich: 1977 taucht schon kein Contex-Rechner mehr in den einschlägigen Katalogen auf.
Contex wurde von Ricoh aufgekauft, Produktion und Marke gibt es daher immer noch: Heute baut man dort Großformat-Farbscanner.
Die Stima C ähnelt in Aussehen und Bedienung einem Zahlenschieber. Sie hat aber einen echten Zehnerübertrag und optionale Einstellkontrolle. Die Bedienungsanleitung gibt auch Rechenwege für Subtraktion und Multiplikation an; beides ist aber umständlich, langsam und fehleranfällig.
Die Verarbeitung der Maschine ist sehr hochwertig. Trotz ihrer geringen Größe besteht sie aus rund 500 in Uhrmacherpräzision gefertigten Teilen.
Eine gebrochene Feder geklebt, alle Federn nachjustiert, einige Zähnchen (die an falschen Stellen Zehnerüberträge verursachten) und Löschstange begradigt, vergilbte Sichtfolie ersetzt.
Anleitung im Netz gefunden.Eine praktisch baugleiche Maschine, aber nun ohne Bakelit-Sockel. Deshalb die Modellbezeichnung ohne „C“ und statt des Druckknopfs ein Schieber zur Abschaltung der Eingabekontrolle. Damit passt sie nun auch in eine Jackentasche. Im Vergleich zu Zahlenschiebern war das kleine Maschinchen reichlich teuer, fand aber offenbar doch einige Verbreitung.
Gebaut wurden die Stimas in der Fabrik von Albert Steinmann in La Chaux De Fonds (Schweiz). Leider ist sowohl über A.Steinmann als auch über die Firma wenig bekannt, nur dass die ersten Stimas etwa 1930 entstanden und mindestens bis Anfang der 50er-Jahre auch ein Zahlenschieber („Trebla“) und eine etwas seltsame Staffelwalzen-Maschine („Universal 4“) produziert wurden.
Kassen sind nicht mein Sammelgebiet - aber die hier musste sein: Sie wurde in meiner Heimatstadt gebaut und dokumentiert damit ein wesentliches Kapitel der hiesigen Industriegeschichte.
Wie bei der anderen Kasse sind per Hebel bewegte Zahnsegmente im Einsatz. Eine erste Kurbeldrehung gibt die Kundenanzeige frei, klingelt und öffnet die Schublade, eine weitere stellt die die Hebel wieder auf Null und addiert dabei den eingestellten Wert zum Resultatwerk. Es gibt zwei Zählwerke für Kassiervorgänge bzw. allabendliche Löschungen des Resultatwerks, ein Druckwerk (nur fürs Journal - Kundenbons gibt es nicht) und drei Schlösser als Sicherungen gegen unbefugte Nutzung.
Die erste Verwendung dieser Kasse ist wundervoll dokumentiert: Auf der Unterseite der Schublade ist der Garantieschein aufgeklebt. Weitere Spuren der Nutzung sind Bons des TSV Krofdorf-Gleiberg in der Schublade und ganz unten das ein Teil eines Siegels mit Hessenlöwe - vermutlich ein „Kuckuck“.
Fehlende Kontrollstreifenklammer nachgebaut, Schublade abgeschliffen, gespachtelt und neu lackiert, Farbkissen neu eingefärbt, Papierrolle auf großen, neu gedruckten Kern umgespult und eingesetzt.
PDF der Anleitung erhalten.Die Lahn-Registrierkassen GmbH wurde 1946 durch den früheren NCR-Mitarbeiter Willy Fritz und seinen Partner Kurt Ziegler in Gießen gegründet. Nach bescheidenen Anfängen wurde dieser dritte westdeutsche Kassen-Hersteller kurzzeitig recht erfolgreich, bis zu 300 Mitarbeiter arbeiteten dort.
Schon 1950 stiegen die Firmengründer aus, nach weiteren fünf Jahren in Treuhänderschaft des Landes Hessen kaufte Max Matthiesen das Unternehmen.
1959 übernahm schließlich NCR die insolvente Firma und die Produktion wurde um Buchungsmaschinen, später um elektronische Rechner und Kassen ergänzt. In den 70er-Jahren zentralisierte NCR die Produktion im Stammwerk in Augsburg, in Gießen blieben noch einige Jahre lang Verkauf und Kundendienst aktiv.
Auch dieser kleine Rechenstab hat wieder einen Addiator (diesmal das Modell Arithma), dazu recht ungewöhnliche Skalen, die eher für Kaufleute oder Bankangestellte gedacht waren.
Das ist das Nachfolgemodell der Odhner 27. Technisch ist es kaum verändert, nur die Löschung der Einstellung wurde kurz nach der Einführung des Modells modernisiert. Zehnerübertrag im Zählwerk und Einstellkontrollwerk fehlen, einziges Extra ist wieder die Rückübertragung. Dieses Exemplar ist in schönem Blau gehalten, ab 1952 wechselte die Gehäusefarbe zu grau (was bis zum Schluss blieb).
Die Maschine ist sehr hochwertig verarbeitet, aber durch die eher einfache Ausstattung blieb der Preis mäßig. Das kam offenbar gut an, denn Modell 127 ist das meist gebaute der damaligen „100er-Serie“.
Dieses Gerät hatte sich der damalige Prokurist des Wetzlarer Autohauses Diehl privat gekauft, auch als Kassierer beim VdK hat er damit noch gearbeitet.
Zerbröselnde, harte Gummifüße ersetzt.
PDF der englischen Anleitung aller damaligen Odhner-Modelle im Netz gefunden.Die kleinste aller Vierspezies-Maschinen stammt auch aus einem kleinen Land: aus Liechtenstein. Sie enthält auf 5,3 cm Durchmesser und 10,7 cm Höhe alle nötigen Bedienelemente und Anzeigen. Das wird dadurch erreicht, dass alle Stellen durch eine einzige Staffelwalze in der Mitte angetrieben werden. Diese Staffelwalze ist zudem mit Zähnen für die Komplementärziffern ausgestattet, so dass man allein durch leichtes Herausziehen der Kurbel auch subtrahieren kann.
Runde Rechenmaschinen mit zentraler Kurbel gab es schon vorher (z.B. die „Rechenuhr“ von Hahn oder die „Gauss“ von Hamann), aber keine davon erreicht auch nur annähernd die Kompaktheit der Curta. Ihre Herstellung erforderte deshalb höchste Präzision und vor allem erst einmal die Ideen, wie man eine so weitgehende Miniaturisierung erreicht. Die Curta gilt daher zu Recht als feinmechanisches Wunderwerk und hat eine Art Kultstatus. Selbst heute zahlt man je nach Zustand schon mal das nominal Vierfache oder mehr des damaligen Neupreises, obwohl sie keineswegs selten ist.
Dieses Exemplar hat noch die ältere Version der Kurbel und den Löschring aus Metall. Benutzt wurde es beim Zoll: Der Vater des Vorbesitzers war Betriebsprüfer beim Zoll in Passau und bekam damals die Curta, um in Außenterminen eine eigene Rechenmaschine zur Hand zu haben.
Erste Ideen für eine Miniatur-Maschine (die „Liliput“ heißen sollte) entwickelte Curt Herzstark, der als Konstrukteur in der Rechenmaschinen-Fabrik seines Vaters in Wien arbeitete, bereits 1934. 1937 erbte er diese Firma, die dann im Krieg v.a. feinmechanische Geräte für die Wehrmacht produzierte. 1943 wurde Herzstark im KZ Buchenwald interniert, durfte aber weiter an der Entwicklung seiner Rechenmaschine arbeiten. 1944 wurden ihm dafür zwei Patente erteilt.
Bald nach seiner Befreiung suchte Herzstark einen Hersteller für seine Entwicklung. Er verhandelte mit Rheinmetall und Precisa, aber Vertreter des Fürsten von Liechtenstein machten ihn große Versprechungen (die dann nicht eingehalten wurden). Er ging darauf ein, daher wurde die Firma Contina gegründet.
Die Produktion dort lief gut, aber Contina blieb von Beginn an unterkapitalisiert und der Verkauf wurde extrem halbherzig betrieben. So wurden zwar reichlich Curtas verkauft (etwa 140.000), das waren aber weit weniger als dem Bedarf entsprach und als zur Kostendeckung nötig gewesen wäre. Der wirtschaftliche Erfolg blieb also gering und 1966 wurde die Contina AG von der Hilti AG übernommen.
Immerhin bis 1970 wurden weiterhin Curtas gebaut, dann führte der absehbare Siegeszug der Elektronik zum Ende von Produktion und Firma.
Die Facit TK mit ihrer praktischen Tastatur wurde erst motorisiert und dann Zug um Zug automatisiert: Schon 1934 erschien das Modell E, bei dem die Kurbel durch einen Motor ersetzt wurde. Ab 1939 wurde mit der Facit EA der erste Halbautomat, ab 1945 der erste Vollautomat ESA („Elektrisk Super-Automat“) angeboten. Das Grundprinzip all dieser Maschinen blieb die geniale Konstruktion von Karl Rudin mit ihren geteilten Sprossenrädern.
Die Facit ESA bot zwar automatische Division und Multiplikation, Resultat- und Zählwerk wurden aber noch per Handhebel gelöscht. Bei der „ESA-Null“ ist auch das erstmals elektrisch angetrieben.
Beide Modelle können automatisch dividieren und multiplizieren (positiv oder negativ), von links oder rechts halbautomatisch multiplizieren und schnell quadrieren. Außerdem gibt es eine praktische Taste für das Addieren mit Sofortlöschung der Eingabe.
Dieses Exemplar hat schon den kleinen Steuerhebel der Schrittschaltung, aber noch die ältere Tastatur mit den achteckigen Tasten. Es verrichtete seinen Dienst in einer Kleiderfabrik in Aschaffenburg. Den Neupreis kenne ich nicht; das Nachfolgemodell CA1-13 kostete den Arbeiter-Tariflohn eines halben Jahres.
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Division (355:113): |
Multiplikation (12345679x9): |
Zum Testen provisorische Handkurbel gebaut, verklemmtes Zahnrad nach langer Suche gefunden und gelöst, gebrochenes Ziffernsegment geklebt, fehlende Hebel (links), Löschtaste und Antriebs-Zahnrad ergänzt, auslaufende Entstörschaltung durch moderne Kondensatoren ersetzt, Tastenschutzbügel nachlackiert, vergilbte Fenster ausgetauscht.
Später die linke Seite zerlegt/entharzt und ein Federchen der Trommel eingehängt.
Die STW ist ebenfalls ein Vollautomat, aber ihre Bedienung ist komplett anders. Auffällig ist die kleine, links neben der Volltastatur sitzende Zehner-Tastatur im „modernen“ Layout und mit eigener Anzeige, die an die Technik der Facit-Maschinen erinnert. Viele besondere Einstellungen sind hier möglich, das Innenleben ist daher extrem komplex aufgebaut mit vielen Lagen von Hebeln und Gestängen an beiden Seiten und im Inneren. Ein echtes Monster, ich habe da auch noch nicht alle Fehler gefunden.
Wie bei der frühen H8 dienen hier recht komplexe Doppel-Staffelwalzen zur Übertragung der Werte von der Tastatur zum Resultatwerk (jeweils eine für zwei Stellen). Leibniz wäre begeistert gewesen, was aus seiner Erfindung wurde!
So eine Maschine kostete etwas mehr als ein einfacher VW Käfer.
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Division (355:113): |
Multiplikation (12345678x12345678): |
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Eine eklige weiße Schicht (alter Klarlack?) auf Multiplikator-Anzeige und den meisten Ziffernrädern mit Alkohol und Schaber entfernt, einige zerbröselte Gummipuffer und einen fehlenden Wirtel im RW ersetzt, viele Hebelchen nachjustiert, festes Kabel mit Erdung eingebaut, Handkurbel für die stromfreie Nutzung gebastelt.
Englische Anleitung als PDF vorhanden.Nach dem Krieg erschienen viele Addiermaschinen mit moderner Zehner-Tastatur auf dem Markt, vom einfachsten Gerät bis zum gut ausgebauten Halb- oder Vollautomaten. Die Summa 15 ist im Vergleich dieser Modelle eher unterstes Mittelfeld. Immerhin kann sie subtrahieren, zeigt negative Ergebnisse korrekt an und schreibt Hinweiszahlen. Links vorne hat sie ein kleines Zählwerk, das bei ausgeschalteter Eingabelöschung die Anzahl der Additionen zeigt. So wird die Multiplikation komfortabler.
Optisch sticht der „Joystick“-Schalter hervor, mit dem die meisten Funktionen angewählt werden. Wurde der versehentlich gedrückt, kann man ihn mit der Hebelsperre ganz rechts wieder lösen.
Anfangs hatte das Modell ein graues Metallgehäuse, dieses Exemplar hat das spätere, unansehnliche Plastikgehäuse, das 500g Gewicht (und vor allem Produktionskosten) spart.
Camillo Olivetti gründete 1908 in Ivrea eine kleine Schreibmaschinenfabrik. Erst ab 1940 wurden auch Addier- und Rechenmaschinen hergestellt. Durch frühen Fokus auf das Exportgeschäft und zahlreiche Zukäufe (u.a. auch Everest) wuchs Olivetti zum Weltkonzern heran, der zum Marktführer für Büromaschinen in Europa wurde und auch im Computergeschäft einige Zeit erfolgreich war.
Stets arbeitete man mit namhaften Designern zusammen, was Olivetti zu Recht den Ruf als Hersteller besonders schöner Geräte einbrachte.
Nach wechselhaften Fusionen, Zu- und Verkäufen und der Umstrukturierung des Konzerns gehört Olivetti seit 2003 zur TIM S.p.A. (die zuvor als Telecom Italia eigentlich eine Tochtergesellschaft von Olivetti war).
Nach dem Krieg wurde die „B10“ noch ganz kurz so gebaut, eine neue Version und eine motorisierte Variante kamen im Folgejahr auf den Markt. Dieses Exemplar im typischen „Nachkriegs-Grün“ hat das schon 1934 eingeführte Staubschutzblech. Die linke Schlittentaste war 1940 weggefallen, nun fehlt auch die Löschtaste für das Einstellwerk.
In Monatslöhne umgerechnet blieb der Verkaufspreis erstaunlich konstant.
Fehlenden Knopf eines Einstellhebels ersetzt, eine Delle im Deckblech ausgebeult, mehrere dadurch abgeschabte Ziffern eines Einstellrades nachgemalt.
Tip zum Zusammenbau: Die Einstellräder vor dem Zerlegen durchnummerieren und in korrekter Reihenfolge einbauen. Sie lenken die Einstell-Leisten verschieden weit aus!
Im Gegensatz zum Vorkriegs-Modell fehlt dieser Maschine das Handrad zur Schlittenbewegung. Das geht über die gezogene Kurbel, die dann nicht mehr die Staffelwalzen dreht. Drückt man die Kurbel dagegen ein, dann subtrahiert die Maschine. Es ist also nicht mehr nötig, mit der zweiten Hand das „Minus“-Hebelchen zu schalten.
Zur automatischen Division fehlt damit eigentlich nur noch eine Mechanik, die den Überlauf erkennt und die Kurbelachse entsprechend drückt und zieht. Das (und nicht das von Ferdinand Spaeti entworfene neue Gehäuse) ist der Grund der „römischen Zwei“, die ich inzwischen hinter den Namen setze: Ich halte das Modell für so stark verändert/verbessert, dass es mit der schon ab 1930 gebauten TH13 nicht mehr identisch ist. Sicher ist das Ansichtssache...
Praktisch sind auch hier die direkte Einstellung des Resultatwerks, der Zehnerübertrag im Zählwerk und der optionale Additionsmodus.
Das Exemplar hatte - wie auch die TE13 weiter oben - einen kleinen Konstruktionsfehler: Das Überlauf-Glöckchen klingelte in Stelle 1 und 2 nicht, weil eine dafür nötige Leiste zu kurz war. Evtl. war ein Teil aus einer TH10 (die hat nur 10 Stellen) eingebaut worden? Ich habe die Leiste verlängert, nun klingelt's korrekt.
Diese Maschine stammt aus einem Forstamt in/bei Wittlich, damit wurden wohl Festmeter, Holzpreise und Waldarbeiterlöhne berechnet. Der Neupreis ist unbekannt, doch schon die kleine TH10 wurde damals für 850 DM angeboten.
Gebrochenen Halter eines der verschiebbaren Zahnräder gegen ein selbstgebasteltes Alu-Teil ausgetauscht, Positionierung vieler Zahnräder nachjustiert, ausgeleierte Federn gekürzt, verklemmte Tasten aus- und richtig wieder eingebaut, Klingelanschlag mit einem Alu-Streifen verlängert, Hebelchen im Zehnerübertrag im ZW gerade gebogen.
Viel häufiger als die Schaltklinken-Automaten mit Volltastatur (z.B. die „Selecta S“) waren die Halb- und Vollautomaten mit Schiebereinstellung. Die ersten ersetzten nur die Handkurbel durch einen Motor (z.B. „Automat Z“), dann wurde über die Voreinstellung des 2. Faktors im Zählwerk auch die Multiplikation automatisiert („Automat V“ - dort auch noch Flügelschrauben zur Löschung der Werke im Schlitten). Der Automat T hat schließlich (wie zuvor die „Selecta S“) die verkürzte Multiplikation, was etwa 40 % Rechenzeit spart und den Verschleiß verringert.
A propos Verschleiß: Die Fliehkraftbremse des Motors bestand aus einer Zinkguss-Scheibe mit zwei gefederten Bremsbacken. In diesem Exemplar war die Scheibe durch Zinkfraß aufgequollen und gerissen, so dass der Motor sehr schwergängig lief. Beim Ausbau zerbrach sie in fünf Teile, ich habe sie daher durch eine Stahlplatte ersetzt.
Beim Nachfolgemodell „Automat S“ wurde die Bedienung noch etwas vereinfacht und das Gehäuse deutlich moderner (wie bei der Hamann E). Ab 1952 wurden dann auch Maschinen mit Zehnertastatur angeboten (z.B. die Hamann 450).
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Division (355:113): |
Multiplikation (12345678x1234): |
2.Federband des Antriebs wieder aufgezogen, Schlittenlöschung justiert, Handkurbel gebaut, zerfallene Fliehkraftbremse ersetzt, auslaufende Entstörkondensatoren durch neue ersetzt.
Reinhard Atzbach stellt einen Scan der Anleitung bereit - DANKE!Diese elektromechanische Addiermaschine hat ein patentiertes Rückstellwerk zur Wiederverwendung von Eingaben oder Ergebnissen und eine Schrittautomatik für etwas einfachere Multiplikation. Die grundlegende Technik mit Saldiermöglichkeit, Zehnertastatur und Stiftschlitten ist aber identisch mit den älteren (und vielen neueren) Modellen von Precisa.
Das für eine Addiermaschine recht teure Gerät wurde (zusammen mit der Rheinmetall AE und der ESA-0) bis in die 60er-Jahre in einer Kleiderfabrik in Aschaffenburg genutzt.
Unansehnliche Tastaturplatte neu lackiert.
Mit nicht originaler Haube, Anleitung im Netz gefunden.Ab 1916 verkaufte Ernst Jost in Zürich Bürogeräte, auch Brunsviga- und Rheinmetall-Rechenmaschinen. Das genügte ihm wohl nicht, denn um 1930 herum entwickelte er mit Eugen Bänninger eine eigene Addiermaschine.
1933 war der Prototyp fertig, 1935 wurde die Precisa Rechenmaschinenfabrik AG gegründet. Dort wurden lange Zeit immer ausgefeiltere 10‑Tasten-Maschinen gebaut, später erweiterte man die Produktpalette um elektronische Rechner, Druckwerke für andere Rechenmaschinen und Präzisionswaagen.
Diese Waagenherstellung wurde ausgegliedert und 1964 fusionierte man mit der Hermes SA zur Hermes-Precisa. Die wurde 1981 von Olivetti gekauft. Nach dem Siegeszug der Elektronik blieb dann nur der Waagenhersteller übrig: Die Precisa Gravimetrics AG ist heute einer der Weltmarktführer in diesem Bereich.
Die 7R war das „Flaggschiff“ der Firma (es gab z.B. auch die kleinere 16R). Sie ist ein ausgereiftes Gerät mit guter Ausstattung und der damals verbreiteten Kapazität 10-8-13, solide verarbeitet und wohl auch deshalb immer noch mit einwandfreier Funktion. Das Exemplar ist leider deutlich weniger aufwendig beschriftet als die im Rechnerlexikon abgebildete prachtvolle Maschine aus früheren Jahren. Das hat vermutlich die Produktionskosten etwas gesenkt.
Dieses Gerät ist ein echter Kellerfund und sammelte dort viele Jahre lang Staub. Wo und wofür es früher benutzt wurde ist nicht ganz klar, die beiden netten Verkäuferinnen vermuteten, dass ein Verwandter sie aus seinem Büro beim Maschinenhersteller Naxos Union mitbrachte, nachdem sie dort ausgemustert wurde (noch einer, der funktionierende Sachen nicht einfach wegwerfen wollte - wie schön!).
Spröde Gummifüße ersetzt und die unglaublich hässliche, sanitärgrüne Schlittenfreigabetaste schwarz eingefärbt :)
Der Hersteller war nur etwas über 20 km von meinem jetzigen Wohnort entfernt. Rokli steht für Robert Kling, den Inhaber der gleichnamigen Firma aus Oberbiel bei Wetzlar, in der ab 1918 (damals noch in Wetzlar) Kugellager hergestellt wurden. 1949 stieg man in die Rechnerproduktion ein, weil die Kugellagerherstellung von den Siegern des 2. Weltkriegs verboten wurde. Schon neun Jahre später wurde die Produktion wieder eingestellt, stattdessen kaufte man fünf Jahre lang Schubert-Maschinen (z.B. die DRV) zu und verkaufte sie unter dem eigenen Firmennamen. 1963 begann in einem belgischen Zweigwerk wieder die Produktion elektromechanischer Addiermaschinen und Kassen, andere Rechenmaschinen wurden zugekauft. Unter der neuen Marke „Kling“ gab es daher die eigenen Kassen und Addiermaschinen, aber z.B. auch eine schrill-orange Rechenmaschine, die vom Hersteller TRS aus Jugoslawien stammt (und mit den feststehenden Einstellhebeln technisch recht fortschrittlich war) und sogar elektronische Tischrechner wie diesen von Brother gebauten.
1974 kaufte FAG Kugelfischer die Firma, spätestens da endete die Rechenmaschinen-Produktion. Heute ist am gleichen Ort die Firma IBC Wälzlager GmbH und stellt immer noch bzw. wieder Kugellager aller Art her.
Die D311 ist das letzte handbetriebene Modell von Felt&Tarrant, zusammen mit einer motorisierten Variante wurde es bis zum Ende der Firma gebaut. Neu ist u.a. die ×÷-Taste, die die Sicherung gegen unvollständigen Tastendruck modifiziert. Die früher rote Entsperrtaste ist nun grün und sitzt mittig vorn, wodurch sie mit dem Daumen bedient werden kann. Führende Nullen werden nicht mehr angezeigt.
Auf dem Brüsseler Flohmarkt hat sich eindrucksvoll gezeigt, wie robust diese Maschinen sind: Das Gerät stand dort den ganzen Tag im Regen, und das wohl nicht zum ersten Mal: Beim Anheben lief etwa ein halber Liter braune Brühe heraus. Die Dämmung des Gehäuses war stockfleckig, der Linoleumboden völlig durchweicht. Trotzdem hat es einwandfrei gerechnet. Fast alle Teile der Maschine sind aus Aluminium oder rostfreiem Stahl - nur ein paar Achsen und Federchen waren leicht angerostet.
Bei diesem Exemplar sieht man übrigens, dass die amerikanische Patentliste mit der belgischen Variante überklebt ist.
Funktion bei J.Wolff
bestens beschrieben
Tastatur zerlegt, viele Stellen entrostet, Stockflecken beseitigt, Gehäuse neu lackiert, abgebrochene Kommaschieber neu aufgebaut, trübes Zelluloid vor dem Resultatwerk ersetzt.
Anleitung von 1958 im Netz gefunden.Der Bedarf an Addiermaschinen war nach dem Krieg riesig, doch die Produktion war entweder demontiert oder unter sowjetischer Kontrolle. Viele westdeutsche Hersteller brachten mit Hilfe von aus dem Osten geflüchteten Konstrukteuren neue Modelle auf den Markt, so auch die Kienzle Apparatebau. Deren Modell ist eigentlich nichts besonderes - es kann subtrahieren und saldieren (zeigt also Negativsummen korrekt an), die Multiplikation ist nur notdürftig und unter hohem Papierverbrauch möglich. Aber das Gerät wurde so konstruiert, dass man auf dieser Basis viele Varianten (bis hin zur kleinen Buchungsmaschine oder zur Schalterquittungsmaschine) aufbauen konnte.
Der Produktionsbeginn des Modells ist unklar, aber dieses Exemplar mit sehr niedriger Nummer ist in dem satten Grün, das nur bis Anfang der 50er-Jahre üblich war. Auch das Innere deutet auf ein sehr frühes Baujahr: Die Mechanik ist zwar solide, aber viele Teile sind mit einer fleckigen Oxidschicht überzogen. Das zeigt, dass man damals noch nicht die später üblichen, hochwertigen Legierungen zur Verfügung hatte.
Steinhart gewordene Gummifüße erneuert, auslaufenden Kondensator ausgetauscht.
Die Kienzle Apparate GmbH in Villingen wurde 1928 von einem Sohn des Schwenninger Uhrenfabrikanten Kienzle gegründet (also kein Tochter-, sondern sozusagen ein Sohnunternehmen :). Wichtigste Produkte waren Taxameter und Fahrtenschreiber. Erst nach dem 2. Weltkrieg wurde mit den Entwicklungen des Mechanikers Lorenz Maier eine Büromaschinen-Produktion gestartet. Schon in den 50er-Jahren wurde Kienzle zum Marktführer bei Buchungsmaschinen. Relativ früh stieg man auch, teils in Kooperation mit Nixdorf, in die mittlere Datentechnik ein.
Der starke Konkurrenzdruck in diesem Geschäftsfeld führte aber 1981 zum Ende der Eigenständigkeit, die Firma wurde aufgespalten und verkauft. Die Bürogeräte-Sparte ging an DEC, mit deren Untergang Mitte der 90er-Jahre kam dann auch das Ende der Kienzle-Computer.
Die Automobil-Sparte (Parkuhren, Fahrtenschreiber, Taxameter etc.) ging erst an Mannesmann, später an Siemens, schließlich an Continental. Als Kienzle Automotive GmbH hat dieser Teil bis heute überlebt.
Das Modell CSA war anfangs eine vereinfachte Version des „Super-Vollautomaten“ CAA. Beide Modelle wurden um 1950 entwickelt, aber in deutschen Katalogen taucht eine CSA (angeblich sogar mit Rückübertragung) erst 1961 auf. Für 140 DM mehr wurde sie auch mit zusätzlicher Taste für negative Multiplikation angeboten.
Tastaturen gab es nicht mehr mit sechs, sondern nur noch mit acht oder zehn Stellen und entsprechend mehr oder weniger Stellen in den Schlitten-Werken.
Mitte der 50er-Jahre wurden die Gehäuse modernisiert und die Tasten für die automatischen Funktionen bekamen eine
intuitive Farbcodierung (rot für Division, grün für Multiplikation).
Bei diesem Exemplar im ganz alten Design zeigt ein Schild auf der Rückseite, dass es aus der Fabrik des ehemaligen Formular-Herstellers Moore in Quakertown, Pennsylvania stammt. Daher ist der Motor auch nur für 110 Volt ausgelegt. Die letzte Wartung wurde 1973 ins Schild auf der Unterseite eingetragen.
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Division (355:113): |
Mechanik der Division (355:113): (möglichst in Zeitlupe ansehen!) |
Da ging nichts, weder Rechnen, Löschen noch Schlittenlauf.
Verharzte linke Seite, Löschmechanik und Multiplikatorwerk teilweise zerlegt und wieder gängig gemacht, Motor ausgebaut und gesäubert, Kabel erneuert, zahlreiche Gestänge/Hebel justiert ...
... und immer noch mit Hilfe der CAA-Serviceanleitung weiter auf Fehlersuche.
„Was, eine Waage? Die rechnet doch nicht!“
Stimmt - aber in ihr versteckt sich trotzdem ein Rechenhilfsmittel: Die Tafel auf der Bedienerseite, in der man für kg-Preise von 2‑8 DM/€/$/... gleich den Preis ablesen kann.
Solche Waagen standen bis in die 70er-Jahre in fast jedem Lebensmittel-Laden. Dann wurden sie durch elektronische Waagen verdrängt, die den Preis direkt (und pfenniggenau) anzeigten. Heute ist nicht mal mehr das nötig, denn die Waagen übertragen den Preis gleich zur Kasse.
Diese Waage stand erst in einem Reformhaus in Bad Vilbel, später in Marburg. Geeicht war sie bis 1995. Das Baujahr steht auf der Skala, die Produktionszeit ist aber nur grob zu schätzen.
Etwas Öl im Dämpfer nachgefüllt, ein paar Teile aus der Nullstellung geholt.
1866 wurde Andreas Bizer Alleininhaber der schon bestehenden Waagenfabrik „Gebrüder Bizer“ in Balingen. Vierzig Jahre später verkaufte er die Firma an seinen Schwiegersohn.
1924 erfand man dort den hier gezeigten Waagentyp, bei dem das umständliche Hantieren mit Gewichten entfällt. Er wurde Bizerba (von Bizer Balingen) genannt und war ein großer Erfolg - so groß, dass man ab 1936 auch die Firma zu Bizerba änderte.
Von 1995 bis 2016 waren Anteile der Firma im Besitz von Investoren, doch heute ist sie wieder komplett in Familienbesitz - nunmehr in fünfter Generation.
Durch die runde Form ist das ein quasi "endloser" Rechenschieber. Allerdings eine recht einfache Version mit nur drei Skalen, laut Hersteller gedacht „für den Gross- und Einzelhandel aller Branchen“. Damit hat mein Vater bis etwa 1973 die Preise und Handelsspannen berechnet. Erst nach Juni 1968 kann er die Scheibe gekauft haben: In der Anleitung steht bereits die damals eingeführte Mehrwertsteuer (mit 11% nur etwas mehr als halb so viel wie heute, aber damals reichten die Steuern für ordentliche Schulen, Straßen und anderes - wo geht das ganze Geld hin?).
Die Firma Tröger in Mylau begann wohl lange vor 1920 (Patent ab 1904) mit dem Bau ihrer „runden Rechenschieber“. Nach der Teilung Deutschlands wurde dann im Westen bis Ende 1974 weiter produziert. Es gibt verschiedene Modelle, das hier ist die letzte Baureihe.
Die Facit-Rechenmaschinen mit Tasten wurden auch in der Sowjetunion (und in der DDR) nachgebaut, vermutlich sogar mit schwedischer Lizenz. Modell VK‑1 ist eine bis in die Details genaue Kopie der Facit TK aus der UdSSR. Das Material ist hier aber deutlich „billiger“, die Trommel z.B. ist nur aus für Zinkfraß anfälligem Zinkdruckguss. Man merkt auch die nicht so gute Passgenauigkeit, das macht das Rechnen hier etwas hakelig.
Die Gummifüße dagegen sind spitze - wie bei jeder meiner Maschinen aus dem Ostblock (Gummifüße aus dem Westen sind meist spröde oder hart).
Die ersten VK‑1 dürften etwa 1950 entstanden sein. Dieses Exemplar ist eines der ganz späten, wie sein Jahresstempel zeigt.
Trommel zerlegt und Sprossenrad 4 durch Ausfeilen gängig gemacht, Versatz der Löschachse im RW, Zehnerübertrag im Zählwerk und Trommeltransport weitgehend justiert, einige Stellen der Mechanik nachgefeilt, Flugrost an vielen Metallteilen entfernt.
Schetmash (eine Zusammenziehung aus „счетная машина“ = „Rechenmaschine“, auf Deutsch also so etwas wie „Rechmasch“) nannten sich zeitweise mehrere Fabriken, darunter auch eine in Penza. Eine schon bestehende Fabrik (1879 gegründet, was sie produzierte ist unbekannt) wurde 1924 verstaatlicht und in den 30er-Jahren deutlich erweitert. Im Krieg wurde sicher massive Kriegsproduktion betrieben, danach baute man einige Jahre lang auch „Felix“-Sprossenradmaschinen, dann die VK‑1 und ab 1954 die elektrische VK‑2.
Ab Anfang der 70er-Jahre wurden auch elektronische Rechner der Marke „Iskra“ produziert. Im November 2008 wurde die Firma liquidiert.
Schon ab ca.1927 (7 Jahre vor Facit!) hatte Walther in Zella-Mehlis auch Sprossenrad-Maschinen mit Motor gebaut: erst ein Modell EM, ab 1929 dann die EMKD (von der einige auch von Mercedes als Melitta EMKD verkauft wurden).
Die E1 ist eine leicht veränderte Weiterentwicklung der EMKD. Neben kleineren technischen Details wurde vor allem das Gehäuse deutlich geändert. Die Funktionen blieben völlig gleich.
Die Anzahl der Additionen (bzw. Subtraktionen) pro Tastendruck kann mit einem Wahlhebel vorgewählt werden, was eine „halbautomatische“ (positive wie negative) Multiplikation ermöglicht. Das Modell kann zudem vollautomatisch dividieren. Das klappt eigentlich nur positiv, weil die Zählwerks-Richtung dabei zwangsläufig auf „‒“ gestellt wird. Doch bei diesem Exemplar wurde der dafür zuständige Hebel etwas verbogen. Stellt man den Schalter oben links auf „+“, dann bleibt er nun dort und die Maschine dividiert negativ. Der seltene Fall eines funktionsverbessernden Fehlers!
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Division (355:113): |
Multiplikation (9x12345679): (anders herum wäre natürlich schneller) |
Divisionsstop und Rechtsschritt justiert, einige Lackfehler retuschiert, negative Division ermöglicht ;)
Anleitung (für Modelle II, IV und E I) im Netz gefunden.Die ersten Melitta-Sprossenradmaschinen wurden von den Mercedes-Werken in Zella-Mehlis hergestellt (das hat weder mit Kaffee-Filtern noch Autos etwas zu tun!). Weil sich Mercedes ab 1926 auf die Herstellung ihrer Proportionalhebel-Maschinen (wie z.B. die Euklid 4) konzentrierte, gaben sie die Produktion der Modelle mit Sprossenrädern an die Waffenfabrik Walther im gleichen Ort ab. Diese Maschinen wurden in kleinen Mengen auch von Mercedes als „Melittas“ verkauft.
Nach dem Krieg zogen die Walther-Werke nach Westdeutschland um. In der ehemaligen Walther-Fabrik wurden jedoch (neben Waffen u.a.m.) noch einige Zeit Rechenmaschinen gebaut, nun stets unter der Marke Melitta. Diese Produktion wurde aber bald ins frühere Schreibmaschinenwerk „Fortuna“ (später „VEB Ernst-Thälmann-Werk“) in Suhl verlegt. Dort fand dann auch die Weiterentwicklung der Modelle (z.B. auch zur Melitta VII/16) statt.
In Suhl endete kurz nach 1970 die Produktion der mechanischen Rechner, letzte Neuentwicklung war vermutlich die kleine Melitta Junior. Nachfolgeunternehmen des Ernst-Thälmann-Werks gibt es heute nur noch aus der Traditionslinie der Waffenhersteller, darunter wohl am prominentesten die Merkel Jagd- und Sportwaffen GmbH, deren heutige Eigentümer in Abu Dhabi sitzen.
Aus der erfolgreichen, kleinen Brunsviga 10 wurde diese elektrische Maschine entwickelt. Die 11E hat in jedem Werk eine Stelle mehr und beherrscht eine sehr weit entwickelte Stopdivision. Die Mechanik innen ist deutlich anders: Die „1‑4er“- und „5er“-Walzen der B10 sitzen auf verschiedenen Achsen, hier aber auf einer Achse. Eine zweite Achse sorgt nur für den Zehnerübertrag.
Das Umschalten zwischen Addition und Subtraktion geschieht bei den meisten motorisierten Maschinen mechanisch, hier aber wird dafür die Drehrichtung des Motors umgeschaltet.
Dieses Exemplar hat die seltene Stellenmarkierung mit Rändelrädern und Farbspiralen („Rollkomma“). Das ist nicht wirklich gut abzulesen und wurde später durch normale Kommaschieber ersetzt. Auch die Beschriftung der Löschtasten (Buchstaben statt I, II, III) und die fehlende Transportsperre im Schlitten zeigen das eher frühe Baujahr.
Nachfolger ist die 11S mit automatischer Division, Volltastatur und elektrischem Schlittentransport.
Ein Ziffernsegment gerichtet, Kondensatoren getauscht, fehlendes Kabel durch Eigenbau mit modifiziertem Wieland-Stecker ersetzt.
Mit Haube, Anleitung für Modelle 11E und 11S im Netz gefunden.Eine eigenartige Maschine, mit einer Mischung aus damals fortschrittlichen und eher altertümlichen Merkmalen. Sie schaut aus wie eine ganz typische Sprossenrad-Maschine, ist aber keine. Hier arbeiten Stellsegmente, was nun die nicht mitdrehenden, bequemeren Einstellhebel ermöglicht. Auch eine Rückübertragung ist vorhanden, aber das sind dann schon die Pluspunkte des Geräts. Auf der anderen Seite steht vor allem der fehlende Zehnerübertrag im Zählwerk (was in den 50er-Jahren zumindest für Westeuropa sehr ungewöhnlich ist) und eine eher „grob gestrickte“ Mechanik mit Material minderer Qualität (statt Messing und massivem Stahl viel Aluminium und dünne Stanzteile). Die Maschine ist deshalb auch etwas größer als damals üblich und für zuverlässige Funktion ist eine extrem genaue Justierung nötig. Die Stellsegmente sind völlig identisch mit denen der Marchant H9. Ziemlich sicher wurden hier also Restmengen verbaut, die Marchant (nach der Aufgabe der Produktion von Stellsegment-Maschinen) nicht mehr benötigte und daher preiswert abgegeben hat. Solche Lieferungen gab es im Rahmen des Marshall-Plans öfters.
Ein Neupreis der Maschine ist leider nicht bekannt. Es gibt auch keine Modellbezeichnung, obwohl es mindestens ein weiteres Modell unter der gleichen Marke (aber ohne Rückübertragung) gibt. Die Seriennummer dieses Exemplars ist eine aus dem Mittelfeld der bekannten Nummern.
Sperrmechanik und viele Stellsegmente waren durch altes Fett fest, was letztlich nur durch komplettes Zerlegen und Benzinbad zu beheben war. Einen fehlenden Knopf ersetzt, Trommel justiert. Eine Achse zuviel gezogen, unter heftigem Fluchen stundenlang winzige Kügelchen in die Übertragsschieber zurück gedrückt.
Französische Anleitung im Netz gefunden.Von M.J.Rooy ist im Netz wenig zu finden, nur dass es ein Schreibmaschinen-Hersteller aus Paris war. Deren erste Schreibmaschinen wurden in Underwood-Lizenz gebaut, ab 1950 hießen sie dann ROOY. Wegen einer Klage der Royal Typewriter Co. wurde der Name 1954 zu M.J.Rooy geändert. Irgendwann in der ersten Hälfte der 60er-Jahre wurde die Produktion eingestellt.
M.J.Rooy hat die Rechenmaschinen wahrscheinlich nicht selbst gebaut. In Italien wurde eine baugleiche Maschine von „Steiner Calculator“ aus Mailand (über die man ebenfalls wenig weiß) als „Helios“ verkauft. Vermutlich ist das der eigentliche Hersteller.
In Mailand scheint es überhaupt in den 50er- und 60er-Jahren eine regelrechte „Szene“ von Rechenmaschinen-Konstrukteuren und kleinen bis kleinsten Herstellern und Vertriebsfirmen gegeben zu haben, von denen heute jeweils nur wenige Maschinen bekannt sind und über die man noch wenig weiß.
Das ist ein typischer Zahlenschieber im Format eines Taschenrechners. So ein Gerät passte wirklich in jede Westentasche und war für jeden erschwinglich. Entsprechend verbreitet waren die kleinen Helfer.
Für Neckermann versah Addimult seine „Sumax“-Modelle mit dem Namen Addifix. Immerhin zwei Jahrzehnte lang waren diese im Neckermann-Katalog zu finden.
Und noch ein Addifix - diesmal mit etwas mehr Stellen. Im Unterschied zum kleineren Modell ist die linke Stelle des Resultatwerks hier nur über die „Zehnerübertrags-Kurve“ zu verändern.
Diese Variante gab es im Katalog schon einige Jahre früher.
Einen verbogenen Zahn eines Schiebers gerichtet.
Mit Originalgriffel und Etui, eine Addiator-Anleitung im Netz gefunden.Das Versandhaus Neckermann war zeitweise der zweitgrößte deutsche Versandhändler (nach Quelle), ist aber seit 2012 Geschichte. Der Reiseveranstalter Thomas Cook hatte den Ableger „Neckermann-Reisen“ weiter geführt, ging aber vor einigen Jahren ebenfalls in Konkurs. Die Marke gibt es trotzdem noch: Der damalige Konkurrent Otto betreibt unter ihr ein weiteres Versandportal.
Das Facit-Design wurde nach Ablauf der Patente von einigen anderen Konstrukteuren aufgegriffen, so auch von Eliseo Restelli, der in den 40er- und 50er-Jahren die Everest Z‑Reihe entwickelte. Seine Maschinen haben aber „normale“ (statt geteilter) Sprossenräder, die Zifferntasten sind ganz anders angeordnet und sie können wegen einer pfiffigen Sperre nur einzeln gedrückt werden.
Die Modellreihe geht von Z1 bis Maxim AR. Die Z4 hat als erstes Modell Einhandbedienung, d.h. alle Bedienelemente sind nun auf einer Seite. Die Z5 und Maxim (mit mehr Stellen) bekamen zusätzlich einen Additionsmodus, die Z5R und Maxim AR stattdessen die Rückübertragung. Die Maxim AR hatte zudem eine Splitmöglichkeit im Resultatwerk.
Ausgehängtes Federchen der „Links“-Taste korrigiert, Blenden neu justiert.
„Everest“ ist kein Hersteller sondern die Marke, unter der die „S.A. Serio Officine Meccaniche di Precisione“ in Crema (am Fluss Serio) und in Mailand ab 1932 Rechen- und Schreibmaschinen produzierte. In den 50er-Jahren wurde Serio zum zweitgrößten Rechenmaschinen-Produzenten Italiens, auch Fabriken in der Türkei und Jugoslawien („TRS“) gehörten zeitweise dazu. 1967 kaufte der große Konkurrent Olivetti die Firma und integrierte sie allmählich in den eigenen Konzern, zwei Jahre später wurde die Firma gelöscht. Die Fabrik in Crema wurde erst 1992 aufgegeben.
Diese Addiermaschine sieht dem Comptometer etwas ähnlich, aber der große Hebel rechts und die zweite Anzeige machen klar: Hier muss nach der Eingabe eines Wertes erst noch der Hebel gedrückt werden. Das macht das Rechnen etwas langsamer, ermöglicht dafür aber eine Eingabekontrolle und hilft, Eingabefehler zu vermeiden.
Alles was eine nichtdruckende Addiermaschine braucht ist da: Minus-Taste, eine Wiederholtaste sowie Löschtasten für Eingabe und Ergebnis. Ein nettes Detail kommt dazu: Die Ziffernrollen im Ergebniswerk haben eine zweite Ziffernreihe mit dem Zehnerkomplement. Falls man unter Null subtrahiert, kann man durch Verschieben einer Blende das negative Ergebnis direkt ablesen.
Auch eine Variante ohne Einstellkontrolle wurde angeboten. Als „Komet“ waren beide kein Erfolg, nur etwa 1.000 Stück wurden gebaut. Ab 1956 wurde sie dann als „Brunsviga 90 TA“ für 325 DM angeboten. Mit dem großen Namen verkaufte sie sich nun einige Jahre recht gut.
Einige Schrauben ersetzt, Einstellkontrolle und Zehnerüberträge justiert.
Komet war die 1951 in Frankfurt gegründete und schon 1955 in Insolvenz geratene Vertriebsfirma. Wirklicher Konstrukteur und Hersteller der Maschine war Siegfried Link, der in Griesheim (bei Darmstadt) eine feinmechanische Werkstatt betrieb, die als Siegfried Link GmbH&Co.KG auch heute noch existiert. Auch die später als „Brunsviga“ verkauften Geräte wurden wohl in seinem Betrieb hergestellt.
Brunsviga ist vor allem für Sprossenrad-Maschinen bekannt, aber dort wurden auch Addiermaschinen gebaut. Im Gegensatz zu den nur wenig späteren Modellen der G‑Reihe können die F‑Modelle nicht saldieren, d.h. sie drucken negative Ergebnisse nur als Komplementwerte.
Dieses einfachste Modell der Reihe mit moderner Zehnertastatur hat keinen Motor, aber innen genug Platz und die entsprechenden Montagepunkte dafür. Auch die Schlitze für Plus- und Minustaste gibt es.
Das Exemplar wurde vermutlich bei E.Leitz in Wetzlar genutzt.
Defekte Plexiglas-Scheibe getauscht; einige Federn ersetzt, Staubdichtung erneuert.
Dieses Modell der Brunsviga F-Serie hat nun den Motor drin. Trotzdem gab es auch hier noch den aufsteckbaren Zughebel, die Maschine ist also auch ohne Strom benutzbar.
Bei diesem Exemplar ging der Hebel zwar irgendwann verloren, aber inzwischen fand sich Ersatz. Und auch hier kenne ich hier die frühere Verwendung: Es tat seinen Dienst in einer Apotheke in Lich.
Gehäuse neu (in „falscher“ Farbe!) lackiert, Staubdichtung erneuert, alle Kondensatoren und defekte Plexiglas-Scheibe getauscht.
Mit Haube.Precisa hat sonst nur druckende Addiermaschinen gebaut, doch auch dort entwickelte man einen guten Facit-Nachbau. Der hat, wie das „Original“, geteilte Sprossenräder. Die Zifferntasten sind aber anders angeordnet, auffällig ist vor allem die große Null. Eine praktische Weiterentwicklung der sehr solide gebauten Mechanik ist, dass bei der Dividenden-Eingabe keine 1 ins Zählwerk gezählt wird, also entfällt die sonst nötige Zählwerks-Löschung. Die Bedienung wird auch durch die schräggestellte Kurbel angenehmer.
Es gibt ein früheres Design mit achteckigen Tasten und Schutzbügel aus blankem Metall, dieses Exemplar ist eine modernisierte Version.
Die P117 war nur in der Schweiz selbst preislich konkurrenzfähig, nicht aber in Deutschland. Entsprechend selten ist sie bei uns.
Sehr viele Teile (darunter auch alle Zehnerübertragssprossen im ZW) waren verharzt und brauchten reichlich Öl, Alkohol und langes Hin- und Hergewackel bis sie wieder leichtgängig wurden.
Mit Haube, französische Anleitung als PDF vorhanden.Das ist das erfolgreichste Modell von Brunsviga. Sogar nach dem Aufkauf der Firma durch Olympia wurde die 13RK noch einige Zeit hergestellt und sie ist heute noch eine der am häufigsten in Online-Auktionen angebotenen Rechenmaschinen. Die Stellenzahl ist 10‑8‑13 (nicht nur bei Brunsviga fast so etwas wie ein Standard). Mit Einstellkontrolle, komplettem Zehnerübertrag, Rückübertragung, Gesamtlöschung und Einhandbedienung ist sie sehr gut ausgestattet. Die Verarbeitung ist auch noch sehr hochwertig, das wurde (wie auch die für Brunsviga typische Anordnung der Werke) beim folgenden „Billigmodell“ 13RM leider aufgegeben.
Die 13RK wurde auch zur Basis von Doppel- und Dreifachmaschinen.
Löschhebel nachjustiert, 2 fehlende Füße ersetzt, Kommaschieber umverteilt, alle Bleche neu lackiert.
Anleitung im Netz gefunden.Normalerweise sammle ich keine Doppel, aber das ist eine - etwas skurrile - Ausnahme: Das Exemplar ist recht kunstvoll mit vielen Blümchen bemalt. Das passt eigentlich gar nicht zur Technik - zeigt aber, dass eine Vorbesitzerin (ich wette, dass es eine Frau war!) diese Maschine sehr geliebt haben muss. Vielleicht hatte das Maschinchen sogar einen Namen?
Laut Inventarplakette auf der Rückseite wurde es bei der Ph.Holzmann AG in Frankfurt benutzt. Und das recht intensiv, denn das Eingabefeld ist teils etwas abgegriffen.
Die TAV ist ein weiter entwickelter Halbautomat mit automatischer Division. Die Multiplikation erfolgt (wie schon bei der TE13) mittels Wahltasten (stellenweise von rechts oder ggf. auch links, Schlittenschritt automatisch). Bei Stromausfall kann auch sie mit Handkurbel benutzt werden, das finde ich sehr sympathisch. (Badenia-Maschinen sind ohnehin meist „irgendwie angenehm“ in der Bedienung, keine Ahnung wieso.)
Dieses Exemplar hat ein großes Resultatwerk mit Splitmöglichkeit. Lackiert ist sie mit blaugrünen Kräusellack, der nur bis kurz nach 1950 üblich war.
Die TAV gab es in verschiedenen Kapazitäten (13-22 Stellen) und Ausstattungen (z.B. komplettem Zehnerübertrag auch bei großem Resultatwerk), auch als „Duplex“ mit zweitem Resultatwerk.
Auch Modelle ohne Voreinstellung des Dividenden wurden angeboten, die hießen dann aber „TA“.
Splitmöglichkeit im RW wieder hergestellt, den deutlich summenden Kondensator der Funkenunterdrückung erneuert, durch langes Stehen abgeflachte Gummirädchen getauscht (gegen vier 24mm-Hahnscheiben), etwas Flugrost beseitigt, fehlende Gehäuseerdung ergänzt.
Haube nähen lassen.Dies ist eine etwas spätere TAV mit kleinerem Resultatwerk. Es gibt (neben der geänderten Lackierung) ein paar kleine technische Unterschiede zur TAV17, nur die sind unten aufgeführt.
Eine Spur der früheren Verwendung ist das Schild des Stuttgarter Büromaschinenhändlers, der die Maschine wohl verkauft und vielleicht auch gewartet hat.
Ein Wirtelchen ersetzt, breitgesessene Gummirädchen getauscht, fehlende Gehäuseerdung ergänzt.
Die TEH10 zeigt trotz später Markteinführung ein seltenes Zwischenstadium der Entwicklung: Sie hat zwar einen Motor, aber es gibt noch eine reguläre Handkurbel (nicht nur für den Notfall wie z.B. bei den Halbautomaten TAV / TA des Herstellers).
Die Ausstattung dieser Variante ist passabel: geringe Kapazität, dafür aber recht komfortable Stopdivision per wechselweisem Subtrahieren und Addieren. Die frühen Modelle hatten noch keine Stopdivison und eine etwas andere Anordnung der Bedienelemente.
Die TEH10 war damals die kleinste Badenia, Modelle ohne Motor wurde da schon nicht mehr gebaut.
Dieses Exemplar stammt aus einer Firma für Maler- und Tapeziererbedarf in Berlin.
Schlittengriff befestigt, Schlittenstange poliert, einige fehlende Schrauben und Gummipuffer ersetzt, breitgesessene Gummirädchen getauscht, Hebelchen für Stopdivision wieder eingehängt, Feder zur Dämpfung eines Hebels eingebaut, die brummende (und offenbar früher mal wegen Überhitzung ausgelaufene) Entstörschaltung komplett erneuert, Gehäuseerdung eingebaut.
Anleitung im Netz gefunden.Modellreihe D hat die (im Vergleich zur C-Reihe) deutlich größere Kapazität 12-10-18. „DER“ steht für Einstellkontrolle und Rückübertragung. Dies ist ein Exemplar aus der stark veränderten Nachkriegs-Baureihe, deshalb die „II“ dahinter.
Erstaunlich ist, dass auch diese Modelle noch den außenliegendem Löschbügel für das Einstellwerk haben. Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger sind dagegen die Direkteinstellung der Werte im Resultatwerk und die Einhand-Schlittenverstellung. Letztere arbeitet allerdings genau gegenläufig zur bei Brunsviga, Rokli oder Schubert üblichen Richtung, was einiges an Umgewöhnung erfordert.
Diese Maschine stammt ursprünglich wohl aus dem Bankhaus Hengst in Offenbach. Als die später zu „Schröder Münchmeyer Hengst & Co.“ (SMH) fusionierte Bank 1983 in Schieflage geriet und von der Lloyds-Bank übernommen wurde stand die Maschine in der Hauptbuchhaltung von SMH. Für mechanische Rechenmaschinen hatte man keine Verwendung mehr, aber zum Glück rettete ein Lloyds-Mitarbeiter die Maschine vor der Verschrottung.
Abgegriffene Bakelitschale am Rückübertragungshebel und blankgescheuerte Stelle rechts von den Einstellhebeln neu lackiert, Kommaleiste des EW ergänzt.
Kopie der Originalanleitung vorhanden.Die Halbautomaten der L-Serie sind etwa auf dem halben Weg zwischen der Madas 12 und der Madas 20ATG: Sie sind alle motorisiert, haben mehr Stellen im Resultat- und Zählwerk und die Division erfolgt wirklich automatisch. Die LS-Modelle punkten dazu mit bequemer Voreinstellung des Dividenden und einer Vorwahl der Nachkommastellen (letzteres erklärt das „S“ in der Typenbezeichnung).
Innen sieht man, dass ins gleichen Gehäuse auch eine 10-stellige Tastatur passt - damit wurde die 20LS ausgestattet.
Viele festgeharzte Hebel, Gestänge und Zehnerübertrags-Fingerchen mit Alkohol, Öl, dauerndem Hin- und Herwackeln und Geduld gelöst.
Auch diese Maschine von Monroe hat wieder die geteilten Staffelwalzen. Sie ist ein sehr spätes Exemplar der handbetriebenen L‑160 („N“ wie „New“ für das moderne Gehäuse, „X“ für die „spot proof“-Platte und gestufte Tasten, was die gedrückten Tasten mit einem Schattenring markiert - nicht für den Koffer, wie man oft liest!) aus dem Amsterdamer Zweigwerk von Monroe.
Im Vergleich zu vielen, oft besser ausgestatteten Maschinen des „Odhner-Typs“ war das Modell recht teuer. Weil in vielen Branchen schnelles Addieren wichtiger als Rückübertragung und Zehnerübertrag war fand jedoch auch diese kleine Monroe ihre Käufer - zumindest bis die billigen Klone aus Osteuropa auf den Markt kamen.
Deckblech wegen der massiv abgestoßenen linken Kante neu lackiert, extrem festgeharzte Kurbel und Zehnerüberträge (mit etwas WD40, mehreren ml Alkohol und vorsichtigem Ölen) gängig gemacht, ein abgebrochenes, aber zum Glück im Gerät liegendes Zähnchen für den Zehnerübertrag der 10.Stelle wieder eingeklebt.
Diese Maschine „wohnt“ in einem alten Koffer als Transportbehälter. Anleitung im Netz gefunden.Die Ziffrex ist offenbar für Berggorillas und andere Grobmotoriker entwickelt worden. Sie hat große, bequeme Einstellhebel, dadurch allerdings auch lange Stellwege. Ihr Funktionsumfang entspricht dem anderer Kleinaddierer mit Einstellkontrolle, doch sie ist etwa doppelt so breit und lang und hat im Gehäuse mehr Luft als Metall. Dafür war sie eigentlich zu teuer, trotzdem sind einige tausend Exemplare gebaut worden (1958 war Nummer 6.000 erreicht, die höchsten bekannten Nummern sind knapp über 10.000).
Eine Zahnsegment-Maschine ist für Addimult sehr ungewöhnlich. Manche Sammler vermuten deshalb, das Gerät stamme von einem anderen Hersteller und sei von Addimult nur vertrieben worden. Ich denke eher, dass Addimult die Maschine selbst gebaut hat in der Annahme, dass genügend viele Berggorillas unter der potentiellen Kundschaft sind (oder dass sich ein „aufgeblasener“ Kleinaddierer teurer verkaufen lässt).
Addimult ging aus der Bad Harzburger Zweigstelle von Addiator hervor, die Hans-Wolfgang Kübler, der Sohn des Addiator-Gründers, 1950 zur selbständigen Firma machte. Sie wurde einer der großen Hersteller von Zahlenschiebern (u.a. auch für Neckermann) und überlebte bis 2017.
Ab 1973 wurden allerdings keine Zahlenschieber mehr gebaut, sondern vor allem Reha-Hilfsmittel.
Nicht jeder konnte oder wollte sich einen teuren Vollautomaten leisten, und auch Halbautomaten waren nicht gerade billig. Für den Export baute man daher bei Facit das Modell NE, eine abgespeckte Version des damaligen Halbautomaten NEA ohne halbautomatische Multiplikation und automatische Division.
Im Düsseldorfer Zweigwerk wurde diese Variante entwickelt: Per Schalthebel kann man einstellen, dass nach dem Druck der Minus- (bzw. Plus-)Taste bis zum Unterlauf (bzw. Überlauf) gerechnet wird (dann geht es mit Rechtsschritt und der jeweils anderen Taste weiter bis zum nächsten Über- bzw. Unterlauf usw.). So beherrscht diese Version eine etwas flottere Stopdivision. Wie bei den „großen Schwestern“ gibt es die praktische ADD-Taste, die beim Addieren gleich die Eingabe löscht.
Ein Aufkleber auf der Rückseite zeigt, dass diese NE bei einem Berliner Händler („Büromaschinen-Zentrale WEST“) gekauft wurde.
Fehlenden Hebelknopf ersetzt, stark angeschlagenen Schutzbügel neu (nicht in Originalfarbe) lackiert, blanke Metallteile entrostet/poliert, „abgerauchte“ Entstörschaltung ersetzt.
Anleitung im Netz gefunden.Das damalige Spitzenmodell des Herstellers kann „nahezu alles“, v.a. automatische Division und Multiplikation (sowohl positiv als auch negativ) und das Aufsummieren von Produkten, Quotienten oder Einzelsummen. Werte können vom Resultat- ins Multiplikatorwerk übertragen werden, die Eingabe von Dividenden ist sehr einfach, je nach Bedarf können automatisch mehrere Werke gelöscht oder der Wagen in die nötige Position verschoben werden.
Die Eingaben und Ergebnisse werden mit stattlichen 80 Ziffernrädchen angezeigt. Es fehlt eigentlich nur ein Rückübertrag aus dem zweiten Resultatwerk - weshalb dieses kein echtes Speicherwerk ist (man kann ggf. das ungenutzte Multiplikatorwerk dafür „missbrauchen“).
Basis ist immer noch der einfache Mechanismus der Madas 12 mit den doppelten Staffelwalzen. Der wird hier aber durch eine beeindruckende Zahl von Hebeln, Steuerwellen, Kurvenscheiben und anderen Teilen ergänzt, die hochkomplex zusammen wirken. Der Wartungsaufwand steigt damit allerdings auch, denn der Mechanismus wird anfälliger gegen Staub, Stillstand und mangelnde Pflege.
So ein Gerät kostete mehr als ein einfaches Auto. Das konnten sich nur große Firmen, Versicherungen, Forschungseinrichtungen und Behörden leisten. Dieses Exemplar wurde in den 60er-Jahren an der Medizinischen Hochschule Hannover vom Leiter des Instituts für Virologie genutzt.
Mechanik bei J.Wolff
perfekt beschrieben!
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Division (355:113): |
Multiplikation (12345679x9): (anders herum wäre natürlich schneller) |
Viele Teile waren extrem festgeharzt - nichts ging mehr. Teilweise Zerlegung machte Zehnerüberträge, Umschaltung des Speicherwerks, alle Löschtasten, Wagentransport, Plus-/Minustasten und Eingabe wieder frei. Die Multiplikations-Automatik ist tief im Inneren verborgen, erst ein Benzinbad hat dort die restlichen Hebelchen gelöst. Fehlende Handkurbel nachgebaut, abgebrochenen Wirtel und fehlenden Knopf modelliert, einen Zehnerübertrag nachgeschliffen, mehrere Hebelchen gerichtet.
Haube nähen lassen, Anleitung im Netz gefunden.Auch wenn Hamann in den 50er-Jahren eher für komplexe Vollautomaten wie z.B. den Automat T bekannt war, wurde da immer noch eine „Manus“ mit Handkurbel gebaut. Dieses letzte Modell hat erstmals wirklich einen nachgestellten Buchstaben im Namen: Der steht für die Rückübertragung, die die ohnehin gute Ausstattung nochmals aufwertet. Auch Mitte der 50er-Jahre war das noch Spitze und der Preis war auch nicht übermäßig hoch. Damit war das Modell einigermaßen erfolgreich, aber im Vergleich zur Konkurrenz mit Sprossenrädern dennoch wenig verbreitet. Vielleicht wegen der aufwendigen Wartung, wenn doch mal was kaputt war?
Das Exemplar habe ich von einem Händler, daher weiß ich leider nichts über die Verwendung. Sehr heftigem Gebrauch war das Gerät jedenfalls nicht ausgesetzt, es ist in extrem gutem Zustand.
Die elektrischen Schaltklinken-Maschinen wurden in den 50er-Jahren in modernere Formen verpackt. Anders als der frühere Automat T oder der etwa zeitgleiche Automat S ist das Modell E nur ein Halbautomat: Die Multiplikation muss noch „per Hand“, also mit den Plus- und Minustasten samt nötiger Schlittenverstellungen erfolgen, nur die Division erfolgt (wie bei allen Hamann-Maschinen) vollautomatisch. Neu ist aber auch hier die Rückübertragung, die nun bequemere Kettenmultiplikationen ermöglicht.
Die Nachfolgerin der Z4 hat zusätzlich den Schalter für optionalen Additionsmodus, damit löscht jede additive(!) Kurbeldrehung die Eingabe. Dazu kommt eine Mechanik, die bei der Division das Löschen der „1“ im Zählwerk erspart. Ansonsten ist die Technik gleich, auch die pfiffige Sperre gegen mehrfache Tastendrücke gibt es.
Nachfolger ist die Z5R mit Rückübertragung.
Eingetrübte Scheibe von RW und ZW ersetzt, Ziffern der Tastatur neu eingelegt.
Neben den manuellen Maschinen des Comptometer-Typs baute Sumlock auch elektrisch angetriebene Modelle. Da reichte dann ein leichter Tastenanschlag aus und die Probleme mit teilweisem Tastendruck gab es nicht mehr. Die kleinen Sperrhebelchen der manuellen Modelle wurden zu Auslösehebeln der Neunerkette, das ersetzt die umständliche Eingabe führender Neuner bei der Subtraktion.
Die in zwei Größen angebotene „Duolectric“ hat hinten außerdem noch ein zweites Register, in das man die Werte des Resultatwerks übertragen kann - und zwar entweder additiv oder subtraktiv.
Dieser komplexe und damals teure Apparat war ausweislich des Inventarschilds bei Henkel im Einsatz, vermutlich in der Zentrale in Düsseldorf.
Ich habe noch nie eine so extrem verharzte Maschine gesehen: Nur eine Tastenreihe war etwas beweglich, sogar die meisten Ziffernräder waren fest. Das Ziehen der Achsen, sonst bei diesen Maschinen eher einfach, war selbst mit Hammer und Rohrzange anfangs nicht möglich. Wegen der empfindlichen Ziffernrädchen ging auch kein Benzinbad.
Also mussten die Rädchen und Sperrklinken an fast jeder Achse einzeln freigehebelt werden, bis sich diese Achsen endlich ziehen ließen. Dieser massive Gewalteinsatz ging nicht ohne den einen oder anderen verbogenen Hebel ab. Das erstmal überall zu finden und dann wieder zu richten dauerte.
Kleinere Probleme bereiteten die Kabel. Bei einigen davon war die Isolation weggeschmolzen, bei anderen zerfallen. Das war schnell ersetzt. Schwieriger war eine gebrochene Torsionsfeder im Zehnerübertrag - da musste ich einen Ersatz bauen und viel probieren, bis ich die korrekte Federspannung hatte.
Die Gummipuffer innen hatten sich in eine zähe, klebrige Masse verwandelt. Die wurden durch 3D-gedruckte Teile ersetzt. Puh!
Das hier ist das Modell für die Kunden, denen die Brunsviga 13RK zu teuer war. Vielleicht spielte aber auch die Materialknappheit nach dem Krieg eine Rolle bei der Entwicklung? Bei der 13B ist so ziemlich alles weggelassen, was nicht unbedingt notwendig ist. Es fehlen Einstellkontrolle, Gesamtlöschung, Rückübertragung und Schlittenschieber unter der Kurbel. Immerhin gibt es einen Zehnerübertrag im Zählwerk, und letztlich kann hier alles gerechnet werden was man mit der 13RK machen kann - nur eben oft deutlich umständlicher und etwas fehleranfälliger.
Einige hakelnde Sprossen und den total festgefressenen Stellenzeiger im ZW wieder gängig gemacht.
Auch die „Allesrechenmaschine Modell HM“ ist ein Facit TK-Nachbau. Im Vergleich zur sowjetischen VK-1 ist die Mechanik aber viel näher am Vorbild. Nur Gehäuse, Kurbelblock und die gelben Ziffern der Trommel lassen den Unterschied erkennen.
Das ist kein Wunder: Das Modell wurde in Dresden gebaut - ziemlich sicher auf den Maschinen, auf denen dort vor dem Krieg die deutschen Facits entstanden. Teile des alten Personals standen in Dresden vermutlich auch noch zur Verfügung.
Leider ist im Garantieaufkleber auf der Rückseite kein Datum eingetragen, die Seriennummer lässt das Baujahr also nur grob vermuten. Aber die Verwendung ist bekannt: Eine Buchhalterin in Glashütte hat diese Maschine damals benutzt.
Einige Ziffern der Trommel nachgemalt, zersetzte Dämmringe ersetzt.
Mit Haube, PDF der Anleitung vorhanden.Zum VEB Madix ist wenig bekannt. Im Stadtwiki von Dresden gibt es einen Eintrag dazu: Gründer waren demnach Max Dietze und Hermann Schäfer. Anfangs wurden vor allem feinmechanische Teile für die Nähmaschinenindustrie herstellt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Firma enteignet und zum VEB. Schwerpunkt der Produktion wurden später hydraulische Geräte wie z.B. Wagenheber. 1990 übernahm die Weber-Hydraulik GmbH den Betrieb.
Besonders in den 50er-Jahren waren Kleinaddierer sehr verbreitet. Hilfe beim Rechnen war gewünscht, aber die „großen“ Rechenmaschinen waren selbst für kleine Firmen oft zu teuer. Auch die Summira 7 war da für viele eine Alternative. Sie rechnet genau wie die Resulta 7 mit Zahnscheiben, auch hier kann mit einem Hebel zwischen Addition und Subtraktion gewechselt werden. Diese Ähnlichkeit hat einen Grund: Beide Maschinen konstruierte Fritz Wichert. Die Summira ist aber (wie die von ihm konstruierte, in der DDR gebaute „Regina“) deutlich verbessert, denn man braucht wegen der größeren Einstellräder (siehe den Größenvergleich unten) keinen Griffel mehr und hat ohne eine gesonderte Mechanik eine ganz pfiffige Einstellkontrolle realisiert. Nur das umständliche Hin- und Herschalten zum Ablesen nach Subtraktion stört noch, das konnten die letzten Resultas etwas besser.
Die Summira gab es auch für Pound-Shilling-Pence, neunstellig und auch mit Druckwerk. Letztere konnte zudem mit einer kleinen Kassenschublade geliefert werden und war damit eine einfache Registrierkasse.
Dieses Exemplar scheint ein eher frühes Modell zu sein, die bekannten Seriennummern sind meist höher.
Eine Feder gekürzt, weil das zugehörige Einstellrad nicht gut zurück lief.
Mit Haube.Erster Hersteller war die Summira KG Fritz Wichert in Roisdorf bei Bonn. Um 1957 drohte deren Konkurs, was zur Übernahme durch Paul Müller und dessen Familie führte. Als Summira GmbH wurden bis Ende der 60er-Jahre mechanische Addiermaschinen produziert. Mit dem Aufkommen der Elektronik wandelte sich die Firma zum Werkzeughersteller, auch heute noch führt sie Auftragsarbeiten in der Metallbearbeitung aus.
Diese Sprossenrad-Maschine ist sehr sorgfältig verarbeitet und gut ausgestattet mit Extras, hat aber auch schon einige Plastikteile innen und z.T. außen.
Vielleicht auch wegen dieser Plastikteile blieb der Preis dieser Maschine gerade noch unter den „magischen“ 600 DM, der damaligen Preisgrenze für die Sofortabschreibung (Ende der 60er-Jahre stieg die Abschreibungsgrenze dann auf 800 DM, was bis 2017 konstant blieb).
Elektromechanische Vierspezies-Maschinen waren damals um den Faktor 3 bis 4 teurer, die in den 60er-Jahren ganz allmählich häufiger werdenden elektronischen Geräte kosteten anfangs noch mal doppelt so viel. Da griff doch einige Jahre lang so mancher lieber noch zur Kurbel.
An den Preisen im Büromaschinen-Katalog lässt sich sehr gut der schnelle Siegeszug der Elektronik zu Beginn der 70er-Jahre sehen: 1973 kostete diese Maschine immer noch 660 DM (nun netto, da gab es schon die MWSt.), doch schon 1974 wurden die Restbestände für 210 DM verramscht. 1975 gab es in den Katalogen kein Angebot von Schubert mehr.
Dieses Exemplar stammt aus einem Büro bei toom/REWE. Der sehr gute Erhaltungszustand der Maschine liegt vielleicht auch daran, dass die Firma schon bald auf schnellere elektrische Maschinen mit mehr Funktionen umstieg.
Auch wenn hier auf dem Deckblech Rokli statt Schubert steht und die Modellbezeichnung 7RS lautet: Das ist eine an Robert Kling verkaufte Schubert DRV, die dort als deren „eigene“ Sprossenrad-Maschine angeboten wurde.
Im Gegenzug produzierte Kling Addiermaschinen, die dann auch als „Schuberts“ verkauft wurden. Die Preise waren für Schubert- und Rokli-Exemplare stets gleich. Diese Kooperation bestand nur wenige Jahre.
Weil das Gerät ein Flohmarktfund des Vorbesitzers ist, weiß ich nichts über seine frühere Verwendung. Irgendwann zu DM‑Zeiten gehörte sie jemandem in Langgöns, auf der Unterseite ist ein Verkaufsinserat von damals aufgeklebt.
Blockierten Einstellhebel gängig gemacht, einen Löschhebel gerade gebogen und beim anderen die gebrochene Feder repariert, abgegriffene Seitenteile des Schlittens lackiert. Weil kein Stellenzeiger mehr vorhanden war mussten die beiden anderen Rokli-Maschinen einige davon abgeben.
Zwei Jahre nach dem Ausstieg aus den Thaleswerken gründete Emil Schubert unter seinem eigenem Namen wieder eine neue Firma und entwickelte wieder neue Rechenmaschinen. Die alten Patente gehörten ihm nicht mehr, daher musste er (wie zuvor auch Carl Friden) „in Selbstüberlistung“ einiges nochmals neu und anders erfinden - was ihm offenbar gelang: Einige Zeit war die Firma mit ihren hochwertigen Maschinen sehr erfolgreich.
Die Konstruktion der DRV stammt noch von Schubert selbst, den Produktionsbeginn hat er leider nicht mehr erlebt. Mit dem Ende der Rechenmaschinenproduktion entwickelte sich die Firma zum Anlagenbauer weiter und existierte mindestens bis 2001. Ob es sie heute noch gibt weiß ich nicht.
Diese Addiermaschine hat ebenfalls die moderne Zehnertastatur mit Stiftschlitten. Sie kann saldieren, d.h. sie zeigt negative Ergebnisse korrekt an.
192 bezeichnet die Gerätebasis (Kapazität 9/10, eine Nulltaste), 030 bedeutet Handantrieb.
Olympia hat in einem Vierteljahrhundert unzählige Varianten des gleichen Basismodells entwickelt: teils wie hier mit Handantrieb, meist mit Motor (manchmal auch beides gleichzeitig), anfangs in diesem robusten grünen Schrumpflack, später in hellgrau, mit vielen verschiedenen Kapazitäten und unterschiedlichen Formular- oder Rollenhaltern bis hin zum Breitwagen. Ein Modell beherrschte sogar die automatische Multiplikation.
Alle diese Varianten werden von P.Haertel, der sie mit am besten erforscht hat, als „Baureihe D1“ zusammengefasst.
Dieser einfache Vertreter der Baureihe stammt aus einem ehemaligen Süßwaren-, Jagdwaffen- und Tabakladen mit Gasthof (welch eine Kombination!) in der Nähe von Osnabrück. Das Baujahr ist nur ganz grob zu schätzen. Schon im Büromaschinen-Lexikon von 1958 finden sich nur neuere Modelle, aber die Aufzählung dort ist nicht vollständig.
Zerbrochene Abreißkante der Papierrolle (aus Plexiglas) durch passend zurechtgeschliffenes Sägeblatt ersetzt.
Haube nähen lassen.Wie bei vielen Rechenmaschinen-Herstellern gibt es auch hier Verbindungen zur Waffenherstellung: Das Grundmodell der Baureihe haben Ingenieure der Waffenfabrik Mauser entwickelt. Nach dem Krieg gründeten sie ihre eigene Firma „Feinwerkbau“ als Entwickler und Zulieferer für andere Firmen. Heute stellt man dort hochpräzise Sportwaffen her.
Olympia selbst entstand 1903 als Tochtergesellschaft der AEG („Union Schreibmaschinen-GmbH“). Die wurde 1936 zur „Olympia Büromaschinenwerke AG“, die mit allen Arten von Büromaschinen äußerst erfolgreich wurde. 1959 wurde sogar Brunsviga aufgekauft.
In den beginnenden Wirren der AEG-Zerschlagung ging die Firma in den frühen 90er-Jahren unter. Doch die Marke Olympia blieb bis heute erhalten - ihr Inhaber ist aber nur eine Vertriebsgesellschaft. Die kauft alles in Fernost ein und lässt dort ihre Schildchen draufkleben.
Ein weiteres Modell aus der sehr erfolgreichen „Baureihe D1“ von Olympia: im Gegensatz zum obigen handbetriebenen Modell nun aber motorisiert (daher die 060), mit drei Nullentasten und höherer Kapazität (dafür steht die 132). Die grundlegende Technik (und die Variantenvielfalt der verschiedenen Papier- und Formularzuführungen) ist praktisch gleich - nur dass der Handhebel hier durch die sofort auslösenden Funktionstasten ersetzt ist.
Im Büromaschinen-Lexikon von 1963/64 wird das Modell zum letzten Mal angeboten, ab 1965 erscheint dort das Nachfolgemodell aus der modernisierten Baureihe D2.
Das Baujahr dieses Exemplars ist ausnahmsweise leicht zu klären, auch über die Verwendung ist etwas bekannt: Auf der Rückseite ist ein Inventarschild der AEG mit der Jahresangabe 57.
Etwas Flugrost beseitigt, Geräuschdämmung neu verleimt.
Haube nähen lassen.Dieses Modell hat keine Umkehrmechanik für die Subtraktion, es ist also wieder nur eine - erstaunlich spät gebaute - Einspezies-Maschine. Doch dieses Exemplar zeigt auf der Tastatur, wie man auch auf solchen Maschinen notdürftig subtrahieren kann: Die 9er-Komplemente sind als kleine Ziffern mit aufgedruckt. Nutzt man diese (und tippt führende Nullen als „große 9“ ein), dann wirkt das so als hätte man subtrahiert - nur die Stelle ganz links stimmt nicht. Die kleinen Ziffern in der rechten Tastenkolonne sind übrigens jeweils eins höher - als Erinnerung daran, in der letzten signifikanten Stelle das 10er-Komplement einzugeben.
Ergebnisse unter Null zeigt die einfache Mechanik natürlich nicht korrekt an.
Zerlegt, alle Achsen geschmirgelt, Flugrost an sehr vielen Teilen beseitigt, Tastaturblech neu lackiert, Gehäuse mit Rostumwandler behandelt und versiegelt, zerbrochenes Papiertransportrad geklebt, einige Federn und Schrauben ersetzt, Farbband erneuert und mit „Stoppern“ versehen.
Die „Smith Premier Typewriter Co.“ wurde 1886 von den Brüdern Lyman C., Wilbert, Monroe und Hurlbut Smith in Syracuse, New York gegründet. Drei Jahre später kam die erste, in Lyman C. Smiths Waffenfabrik gebaute Schreibmaschine auf den Markt.
Von 1893 bis 1903 gehörte die Firma zu einem Trust, durch Neugründung der Firma als "L.C.Smith&Brothers Typewriter Co.“ trennte man sich wieder.
1909 wurde eine Konkurrenzfirma gekauft. Deren Schreibmaschine „Corona“ war so erfolgreich, dass diese Tochterfirma 1914 in „Corona Typewriter Co.“ umbenannt wurde. Dort entstand auch ab 1923 als erste Addiermaschine die „Corona Portable“. Deren einfache Mechanik (u.a. mit vorschwingender Walze, was das sonst übliche Hammerwerk ersparte) ermöglichte günstige Verkaufspreise.
1926 fusionierten beide Firmen zur "L.C.Smith&Corona Typewriter Co.“. In den 40er-Jahren wurden jedoch vor allem Gewehre und anderes Kriegsmaterial hergestellt. 1958 wurde Marchant aufgekauft und der Firmenname war nun Smith-Corona-Marchant (SCM).
SCM wurde einer der großen Mitspieler im Rechner- und Computergeschäft und stellte in den 70er-Jahren die Produktion mechanischer Rechenmaschinen ein. Die Textverarbeitung am Computer führte in den 80ern dann auch zum Ende der einst berühmten Schreibmaschinen.
Heute stellt Smith-Corona (ohne das „Marchant“ im Namen) nur noch Farbbänder, Etiketten und anderes Zubehör her.
Bei den Modellen der „Multator“-Reihe wird der Schlitten bei der Kurbeldrehung an Stellsegmente geklappt, je nach deren Einstellung werden dann die Ziffernrädchen länger oder kürzer (oder gar nicht) gedreht.
Die meisten Modelle der Multator-Reihe sind m.E. nur Zweispezies-Maschinen. Man kann damit gut addieren und multiplizieren, doch die Subtraktion geht (wenn überhaupt) nur mit den aufgedruckten Ergänzungszahlen. Das ist sehr umständlich und macht auch die Division und die Korrektur zuviel gemachter Kurbeldrehungen schwierig.
Die eher einfache Mechanik mit gestanzten Teilen und das geringe Gewicht machten das Modell sehr preiswert, zudem war es natürlich gut transportabel. Im Unterschied zu den späteren Modellen haben die Ziffernrädchen hier noch stabile Metallzähne, nicht solche aus Plastik.
Bei diesem Exemplar ist eine massive Stahlplatte zwischen Boden und Gummifüße geschraubt, was das Gewicht um ein Kilogramm erhöht. Dadurch braucht man nicht die zweite Hand, um es beim Kurbeln am Platz zu halten. Ob das vom Hersteller oder erst vom Benutzer (einem Glasermeister in Mainz) eingebaut wurde ist unklar.
Das Nachfolgemodell ist die Multator‑II mit Einstellkontrolle und Rückübertragung.
Schlitten zerlegt, schwergängige Löschung justiert
Otto Meuter erfand um 1918 den einfachen Zahlenschieber „MEUM“. Dessen Patent konnte er an Addiator verkaufen, mit diesem Kapital gründete er in Berlin seine eigene Firma und stellte dort ebenfalls Zahlenschieber her. Ab etwa 1928 nutzte er für seine Geräte die Marke „Produx“.
Nach dem Krieg ging er erst nach Achim, dann nach Hamburg. Dort produzierte er weiter Zahlenschieber und entwickelte in den 50er-Jahren die erfolgreiche Multator-Reihe kleiner, „echter“ Rechenmaschinen, die als Alternative zu teuren großen Rechenmaschinen verkauft wurden.
Diese motorisierte Staffelwalzen-Maschine kann automatisch dividieren, die Multiplikation erfolgt „halbautomatisch“ durch Eintippen des 2.Faktors (Ziffer für Ziffer, rechts angefangen) in der linken Tastenreihe. Dabei wird im verkürzten Verfahren gerechnet: Statt z.B. 8x zu addieren wird 2x subtrahiert und in der höheren Stelle 1x addiert.
Die D-Reihe ist unter anderen mit Einstellkontrolle und Dividenden-Voreinstellung sehr komfortabel ausgestattet. Einige Modelle der Reihe haben sogar Rückübertragung und vollständigen Zehnerübertrag, die D18 allerdings noch nicht. Alle Zifferntasten sind sehr leichtgängig, denn geteilte Staffelwalzen sorgen dafür, dass auch für Ziffern von 5 bis 9 nur kurze Tastenwege nötig sind.
Leider sind die frühere Verwendung und der Neupreis hier nicht bekannt - aber immerhin das Baujahr: Die Seriennummer ist ganz ähnlich wie bei der Diehl EvM15.
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Division (355:113): |
Multiplikation (9x12345679): (anders herum wäre natürlich schneller) |
Einige Kabel mit zerfallender Isolierung ersetzt, Schlittenstange begradigt, ein Hebelchen justiert, Lineal und Blende der Einstellkontrolle neu lackiert, zerbröselnde Schaumstoffdämmung entfernt und teils ersetzt.
Heinrich Diehl gründete 1902 seine Kunstgießerei in Nürnberg. An Rechenmaschinen dachte man dort bis nach dem 2.Weltkrieg nicht. Aber 1950 übersiedelte fast die gesamte Führungsebene der Archimedes-Werke samt Chefkonstrukteur und Fertigungsleiter in den Westen, weil da schon die Enteignung der Fabrik in Glashütte absehbar war. Mit Diehl war man schnell einig: Diehl bekam eine Lizenz von Archimedes und 1952 starteten Produktion und Weiterentwicklung der Archimedes-Maschinen in Nürnberg. Alle Modelle waren elektrisch angetrieben, nur für die Bundeswehr wurden auch Maschinen mit optionalem Handantrieb gebaut. Diehl wurde in Deutschland sehr erfolgreich, auch dank guter Kontakte zum Staatsapparat. Ab 1963 wurden hochmoderne Vierspezies-Maschinen mit Zehnertastatur angeboten, die auch in den USA (als SCM) sehr gut verkauft werden konnten.
1972 wurde aber die Produktion aller mechanischen Rechenmaschinen eingestellt. Stattdessen wurden elektronische Rechner bis hin zum Kleincomputer entwickelt und vermarktet. Diese Sparte wurde erst als „Diehl-Datensysteme“ ausgegliedert, 1978 dann an Triumph-Adler verkauft und 1983 (beim Aufkauf von TA durch Volkswagen) aufgelöst.
Diehl ist heute ein großer Konzern im Besitz einer Stiftung, die von der Familie Diehl gelenkt wird. Die Produktpalette reicht von Flugzeugausrüstungen, Uhren und Munition bis zu vielen Arten von Walz-, Metallguss- und Schmiedeteilen.
Die Addiermaschinen der G‑Reihe von Brunsviga können, anders als die F‑Modelle nun auch saldieren, d.h. sie drucken ein negatives Ergebnis mit dem korrekten Betrag und Minuszeichen. Was sie noch nicht haben ist der Rotdruck negativer Werte.
Wie in der F-Serie gab es auch hier ein ansonsten baugleiches Modell ohne Motor, und auch hier ist trotz Motor wieder ein aufsteckbarer Zughebel dabei. Der legt beim Einstecken die Plus-Taste lahm, die übrigen Funktionstasten machen dann nur noch die Vorauswahl für den Hebelzug.
Alle Kondensatoren ersetzt, zerfallenen Zwischenring der Fliehkraftbremse ersetzt, festsitzende Hammersperre im Druckwerk gelöst (was eine Zerlegung der gesamten Unterseite mit Ausbau der Zahnstangen nötig machte), Tastatur und Farbband-Transport justiert.
Anleitung aller G-Modelle als PDF vorhanden.Curt Herzstark war nicht der einzige, der eine richtig kleine Vierspezies-Maschine bauen wollte. Auch in Norwegen entwickelte Villy Spångberg (vorher bei Facit) eine kleine Maschine für die „Norwegische Stanzfabrik“. Seine Konstruktion war zwar deutlich größer als die Curta, ist auch etwas umständlicher in der Bedienung und hat ein kleineres Einstellwerk. Sie war aber ebenfalls sehr gut transportabel und deutlich billiger. Außerdem gab es bald auch ein Modell mit Rückübertragung, das konnten weder Curta noch Alpina.
Die Multifix arbeitet mit hin- und herbewegten Stellsegmenten und verschiebbarem Einstellwerk. Das erinnert etwas an die Hannovera CK.
Dieses Exemplar hat eine hohe Seriennummer und die spät eingeführte Lupe über der Anzeige, aber noch keine Rückübertragung. Es wurde (wie wohl die meisten Multifixe) ursprünglich in Frankreich verkauft, auf der Rückseite ist das Händlerschild des dortigen Generalimporteurs „Dactylos“.
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Funktion der Stellsegmente: |
Detail mit Zehnerübertrag: |
Unansehnliches Gehäuse neu lackiert, eine schwache Feder ausgetauscht, ein Zehnerübertrag im ZW justiert, Anti-Rutsch-Pads unter den hart gewordenen Gummiboden geklebt.
Haube nähen lassen.Das zweite Modell der Multifix hatte dann die Rückübertragung - keine der wenigen anderen Miniaturmaschinen konnte das.
Der Vorgang war etwas komplex: Zuerst wurde das Einstellwerk wie bei der E1 gelöscht, dann stellte man den Wahlschalter weiter auf „Gesamtlöschung“, zog den Haupthebel bei gedrückter R-Taste nach vorn, ließ die Taste los und schob den Hebel zurück.
Auch dieses Exemplar stammt aus Frankreich. Statt Händlerschild gibt es hier ein einfaches Etikett, dafür haben die Hebelanschläge nun Gummipuffer.
Etwas Flugrost an Achsen und äußeren Schrauben entfernt, wieder zusammengebaut - und nun drehten sich die Einstellrädchen, wenn sie das nicht sollten :)
Nochmals demontiert, Trommel unnötigerweise komplett zerlegt, dabei immerhin den Fehler gefunden: Ein Häkchen war nicht korrekt eingehakt, also zog der Sperrring den
Sperrstift im Inneren der Trommel nicht mehr in Position (s.Bild oben). Alles wieder zusammengebaut und Steuerachse justiert.
Auch hier waren Anti-Rutsch-Pads nötig.
Die „Norske Stansefabrik“ wurde 1932 in Oslo gegründet. Sie war anfangs nur Zulieferer für andere Firmen, später wurden auch Maschinenwerkzeuge verkauft. 1947 zog sie nach Lillesand um, einige Zeit später beschloss man, eigene Rechenmaschinen zu entwickeln. Nach der recht erfolgreichen Multifix wurde auch eine Addiermaschine gebaut, die allerdings weit weniger gut verkauft wurde.
1985 ging die Firma in Konkurs, die verbliebenen 27 Mitarbeiter kauften die Fabrikanlagen und gründeten die „Stansefabrikken AS“. Die gibt es im Prinzip heute noch - allerdings ist es inzwischen eine Holding mit vielen Tochterfirmen und stark ausgeweiteter Produktpalette.
SRM heißt bei Walther Simplexmaschine (nur ein Rechenwerk) mit Rotdruck und Multiplikationseinrichtung. Letztere ist nach späteren Maßstäben noch sehr primitv: Man muss immer noch für jede Stelle entsprechend oft addieren und dazwischen mit der Null die Stelle verschieben. Durch eine Teilung des Resultatwerks und das Setzen einer „Zähl-Eins“ im linken Teil kann man immerhin die Anzahl der Additionen pro Stelle im sichtbaren Rechenwerk verfolgen und der links gebildete 2. Faktor wird dann auch mit ausgedruckt.
Das sichtbare Resultatwerk ist das brauchbarste „Extra“ dieser Maschine. Es hat eine Blende, die beim Unterschreiten der Null ein Komplementwerk mit dem Negativsaldo sichtbar macht.
Eine Addiermaschine mit wirklich automatischer Multiplikation konnte Walther dann mit dem Nachfolgemodell Multa anbieten.
Harten, bröseligen Gummipuffer ersetzt, marode Schalldämmung im Gehäuse teilweise erneuert, Kappe auf freiliegende Kondensatorkontakte geklebt.
Mit Original-Anleitung.Noch eine Maschine von Diehl mit verkürzter Multiplikation und vollautomatischer Division.
Die Modelle der E-Reihe waren wegen fehlender Einstellkontrolle und Dividenden-Voreinstellung etwas günstiger als die D-Reihe.
Auch solch komplexe Maschinen hatten damals meist noch eine Volltastatur. Die Mechanik war einfacher und preiswerter zu bauen, aber so sind auch noch einige der Tricks möglich, die auf einer modernen Zehnertastatur nicht mehr gehen (z.B. Wurzelziehen „nach Toepler“, „Neunerbrücke“, ...).
Innen an der Verkleidung sind zwei Datumsstempel mit dem Baujahr. Der Vorbesitzer hat das Exemplar aus der Düsseldorfer Stadtverwaltung gerettet, als es dort ausrangiert wurde.
Zerbröselte Schaumstoffdämmung innen entfernt und teils ersetzt.
Mit Haube, Anleitung für die Diehl E im Netz gefunden.In den Nachfolgern der D 13 Z wurden zwei (oder selten sogar drei) Exemplare der 13RK miteinander verbunden. Daher gibt es hier die Rückübertragung. Ein kleines weiteres „Extra“ sind sechs einstellbare Plus/Minus-Marken, die aber nur als Merkhilfe für Koordinatenvorzeichen dienen und auf die sonstige Mechanik nicht einwirken.
Das Typenschild dieses gut 14 kg schweren Geräts nennt den Liefermonat Dezember 1961, selbst die Garantiefrist ist im Metallschildchen verewigt. Ein kleiner Aufkleber daneben zeigt, dass diese Maschine aus dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung stammt. Sie wurde dort offenbar nie benutzt und war wohl zu Hunderten für den Fall eingelagert, dass die Bundeswehr (vermutlich Artillerie?) mal ohne Strom Koordinaten errechnen musste. Sie war in einem Kasten mit Holzboden und Stahldeckel, ein Schraubenschlüssel (mit dem man die Maschine aus dem Kasten lösen konnte) und ein Dreikant-Maßstab (zur Umrechnung von Kartenmaßen in echte Entfernungen) waren mit dabei.
Es gab auch hier Varianten mit 18 statt 13 Stellen oder mit zweitem Zählwerk. Sehr selten findet man auch Exemplare mit echter Radizierautomatik. Die wurde allerdings nicht bei Brunsviga selbst, sondern von W.Faber in Neesen entwickelt und in vorhandene Doppelmaschinen der Variante R-1 eingebaut (also ein „externes Rechenmaschinen-Tuning“).
Eine einzige festgesetzte Stelle gelöst, eine fehlende Hebelkappe ersetzt.
Stahlhaube (in Bundeswehr-Oliv) und Staubschutzhaube vorhanden, Text einer Kurzanleitung im Netz gefunden und bebildert.Die Numeria mit Volltastatur und verschiebbarem Schlitten sieht aus wie eine typische Maschine des „Monroe-Typs“. Auch die Vor- und Nachteile dieser Bauweise hat sie: keine Rückübertragung, dafür die Möglichkeit, die Tastatur mit jeder Kurbeldrehung zu löschen („Additionsmodus“) und wie meist kein Zehnerübertrag im Zählwerk. Die Kapazität des Zählwerks ist hier recht begrenzt, andere Modelle der Firma hatten da deutlich mehr Stellen. Mit einer fixierten „1“ links kann links im Resultatwerk ein Zähler mit Zehnerübertrag simuliert werden.
Innen weichen aber alle „Numerias“ in einem ganz wichtigen Punkt deutlich vom Vorbild ab: Hier sind keine Staffelwalzen am Werk sondern sogenannte „Axial-Sprossenräder“ mit seitlich verschiebbaren Sprossen (die dem Zehnerübertrag der „Monroes“ ähneln). Offenbar wollte man weder die Patente von Monroe verletzen noch teure Lizenzen erwerben und erfand daher diese Abwandlung.
Der Preis blieb wieder knapp unter den 600 DM, angesichts der Konkurrenz war das doch recht teuer. Ein Malermeister aus Oldenburg in Holstein nutzte dieses Gerät für Rechnungen, Kostenvoranschläge und evtl. auch die Berechnung von Wochenlöhnen.
... nach völligem Zerlegen, Erneuern des Zählerschiebers, Geradebiegen von Schlittenstange und Schlittenverkleidung und Richten einer ausgehängten Feder im Zehnerübertrag. Abgestoßene Kurbel neu lackiert - ich überlege noch, das ganze Gehäuse neu zu lackieren.
Die ersten Numerias wurden ab 1940 von einer Firma namens SICMU produziert. Kurz darauf wurde deren Produktion von Lagomarsino in Mailand übernommen. Lagomarsino war ab 1896 erst Importeur (z.B. auch für Brunsviga), ab 1937 wurden dort erste eigene Rechenmaschinen gebaut. Neben den Vierspezies-Maschinen der Marke Numeria verkaufte man auch die unter Addo-Lizenz hergestellten Addiermaschinen der Marke Totalia. (Unklar ist, ob die Totalias zuerst bei Lagomarsino oder bei der ebenfalls in Mailand ansässigen F.A.I. produziert wurden. F.A.I. wurde später von Lagomarsino übernommen.)
In der italienischen Wikipedia steht als Zeitpunkt der Firmenauflösung das Jahr 1970, andere Quellen geben 1977 an. Heute findet sich keine Spur von Lagomarsino mehr, die Werkshallen an der Viale Umbria in Mailand sind abgerissen oder haben neue Nutzer.
Auch das ist, wie der Name schon vermuten lässt, ein typischer Rechenstab für Schüler. Meine etwas ältere Schwester musste in der Schule damit noch rechnen. Es ist ein typischer, wenn auch einfacher 30 cm‑Stab (Skalenlänge 25 cm), also ein ganzes Stück genauer als die Mini-Rechenstäbe in dieser Sammlung. Wegen seiner Breite kann er zudem einige Skalen mehr tragen.
Mehr als zwei Jahrzehnte wurde dieses Modell produziert, bis ganz zum Schluss der Produktion von Rechenschiebern.
Das ist eine „kleine Schwester“ der Rokli 7R. Auch sie hat die wesentlichen Extras, aber als sehr preisgünstiges Modell eine geringere Kapazität und die alte Kurbellöschung im Schlitten (als Rokli 6 ohne Rückübertragung war sie nochmals 50 DM billiger, für 35 DM mehr gab es die Rokli 6R mit gleicher Stellenzahl und moderner Hebellöschung). Rokli nutzte offenbar eine Art „Baukastenprinzip“: Viele Bauteile wurden in unterschiedlichen Geräten genutzt. Daher sind auch viele Teile der 16R mit denen der 7R identisch. Das Chassis z.B. hat auch die Öffnung für die Schlittenfreigabe-Taste, obwohl die Taste mitsamt Mechanik fehlt. Auch die Achsen aller Werke sind gleich, bis hin zur Zahl der Löschzähne. Bei der 16R ist aber (statt einiger Sprossenräder rechts) eine Aluhülse eingebaut und in den drei Anzeigen wurden jeweils einige Ziffernräder weggelassen.
Dieses Exemplar wurde bei Coca-Cola in Hadamar benutzt, eine Angestellte durfte es mit nach Hause nehmen als man dort alle mechanischen Rechner ausgemustert hat. So hat diese Maschine überlebt, das ist bei vielen der heute noch vorhandenen Rechenmaschinen ähnlich gelaufen.
Das völlig dejustierte Einstellkontrollwerk blockierte die Maschine und jemand hatte es zu gut gemeint und die Sprossenräder heftig geölt. Nach Neujustierung und einer Benzinspülung funktioniert alles wieder.
Das letzte „Lightning“-Modell hat neben der schon zuvor eingeführten Gesamtlöschung erstmals einen Zehnerübertrag, der in beide Richtungen erfolgen kann. Erst durch eine extrem genaue Fertigung mit Toleranzen im Zehntelmillimeter-Bereich wird das möglich: Der Stift für den Zehnerübertrag treibt so nur das links liegende Ziffernrad an, beim anderen passt er haargenau durch die Lücken.
Mit dieser Neuerung gelingt nun die Subtraktion durch einfaches Drehen in Gegenrichtung, die Verwendung der lästigen Komplementärzahlen ist nicht mehr nötig. Das Gerät ist nun also eine echte „Zweispezies-Maschine“.
Multiplikation und Division sind immer noch nur mit viel Kopfrechnen und/oder Notizen zu schaffen - mit Stift und Papier geht das schneller.
Die Scheibenaddierer blieben in den USA bis zum Ende der 50er-Jahre weit verbreitet, in Europa beherrschten aber die Zahlenschieber den Markt für kleine Rechenhilfen. Daher sind diese Geräte hier etwas seltener zu finden, obwohl insgesamt über zwei Millionen der verschiedenen „Lightnings“ gebaut wurden.
„Peerless“ („ohne Gleichen“) war die Exportmarke des Herstellers Matthias Bäuerle („Badenia“). Die TA14 hat automatische Division und Wahltasten für die „halbautomatische“ Multiplikation. Die schöne Voreinstellung des Dividenden (wie bei der TAV) fehlt, dafür hat sie eine besondere Mechanik im Schlitten, die trotz des schmalen Gehäuses für den kompletten Zehnerübertrag im Resultatwerk sorgt. Dieses Exemplar hat auch wieder die aufwendigen Komma-Leisten an Tasten und Einstellkontrolle.
Wie bei allen motorisierten Bäuerle-Modellen dieser Zeit gibt es auch hier noch die aufsteckbare Kurbel. Wenn mal der Strom ausfällt oder der Motor defekt ist, kann das Gerät also trotzdem benutzt werden. Außerdem hilft die Kurbel hier bei der Wartung: Man kann sie auch seitlich auf die Motorwelle stecken und durch langsames Drehen den Ablauf der Mechanik „in Zeitlupe“ durchgehen.
Dieses Exemplar trägt auf der Rückseite ein Schild des Schweizer Generalimporteurs. Das muss der Ferdinand Spaeti sein, der diese Gehäuseform entworfen hat, die ab 1950 für alle Badenia-Modelle charakteristisch wurde. Auch die Idee der hier eingebauten Komma-Leisten stammt von ihm.
Die Geschichte dieses Exemplars ist mal wieder gut dokumentiert. Es wurde wirklich bei Spaeti gekauft und bis 1977 für die Buchführung im Luzerner Kaufhaus Knopf genutzt. Bei der Schließung des Kaufhauses wurde die Maschine von einem ehemaligen Mitarbeiter vor der Verschrottung gerettet und in der von ihm gegründeten Software-Firma als nostalgische Deko präsentiert. Von seinem Sohn habe ich die Maschine nun bekommen.
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Division (355:113): |
Multiplikation (12345x12345): |
verklebten Schlitten völlig zerlegt und entharzt, gebrochene Kurbelhalterung angelötet, Kommaschieber neu lackiert, viel Flugrost beseitigt, zwei Gummipuffer erneuert, extrem abgegriffene Löschtasten lackiert, Firmenlogo restauriert.
Haube nähen lassen.Dies ist das ausgereifteste handbetriebene Modell der Firma: Es hat Einstellhebel, die nicht mit den Sprossenrädern mitdrehen (also etwas größer sein können und bei langem Rechnen die Fingerkuppen schonen), Daumentasten (zur Einhandbedienung), kompletten Zehnerübertrag und Rückübertragung. Die funktionelle Ähnlichkeit zur Walther WSR160 ist nicht zufällig: Zwischen 1926 und 1945 kamen die „Walthers“ und „Melittas“ aus dem gleichen Werk, nach 1945 wurde in Ost und West auf der gleichen Basis weiter entwickelt.
Die Materialspar-Notwendigkeit im Ostblock zeigt sich aber deutlich: Die langen Einstellhebel sind aus viel zu dünnem Material und verbiegen sich leicht, viele Sammler berichten von aus diesem Grund blockierten Maschinen. Die Gummifüße dagegen sind aus wesentlich besserem Material als alles, was im Westen dafür genutzt wurde.
Nach Westdeutschland wurde das Modell ebenfalls verkauft, der Preis orientierte sich stets an dem der Walther WSR160.
Einen Einstellhebel leicht zurechtgebogen, fehlenden Knopf des Löschwahlhebels ersetzt, beide Seitenteile neu lackiert weil die Originalfarbe abblätterte.
Mit Haube.Manche Hersteller versuchten, mit „moderneren“ Formen und/oder günstigen Preisen (d.h. billigem Material bzw. schlechter Verarbeitung) der immer stärkeren Konkurrenz durch elektrische (und später auch elektronische) Geräte standzuhalten. Auch Odhner packte die Nachfolger der 100er-Serie in eine damals fast futuristische, von den Stardesignern Bernadotte und Bjørn entworfene Keilform.
Doch von billiger Verarbeitung kann hier gar keine Rede sein: Diese kleine, gut ausgestattete Maschine wirkt äußerst solide, nichts wackelt und auch nach über einem halben Jahrhundert funktioniert sie noch einwandfrei und leichtgängig.
Das Modell hat mit Zehnerübertrag im Zählwerk, Einstellkontrolle und Rückübertragung alle wirklich wichtigen „Extras“ und war das damalige Spitzenmodell der 200er-Serie; trotzdem war der Preis dafür erstaunlich günstig.
Wo die Maschine mal im Einsatz war ist mir leider nicht bekannt. Viel benutzt wurde sie jedenfalls nicht, dafür sieht sie zu gut aus.
Ach ja: Diese Maschine ist es, die mich mit dem Virus Calculatrix infiziert hat...
... ist es ja auch. Nur die hart gewordenen Gummifüße wurden ersetzt, weil sie die Maschine beim Rechnen nicht mehr am Platz hielten.
Mit Haube und Originalanleitung.Diese Weiterentwicklung der Resulta hat vor dem Resultatwerk eine Blende, die bei der Subtraktion nach unten klappt und dadurch das Hin- und Herschalten zum Ablesen überflüssig macht. Unten ist 555GP eingeritzt, damit ist sie wohl eines der ganz frühen Exemplare mit der Klappblende.
Sie wurde bis etwa 1975 in einem kleinen Bauunternehmen in Regensburg genutzt, also immerhin zwei Jahrzehnte lang.
Ein einziger Kratzer störte die Optik und wurde mit passendem Lack retuschiert.
Mit Originalgriffel, Anleitung im Netz gefunden.Das erfolgreichste, ausgereifteste und zugleich auch letzte Modell der handbetriebenen Walther-Modelle ist die „Walther Schnell-Rechenmaschine 160“. Sie hat im Resultatwerk eine etwas höhere Kapazität und eine ganze Reihe von Verbesserungen in der Bedienung, davon sind Rückübertragung und nicht mitdrehende (und daher bequemere) Einstellhebel sicher am wichtigsten. Das Modell ist damit eines der Spitzengeräte des „Odhner-Typs“.
Es kostete (wie damals häufig) knapp 600 DM und wurde einige Zeit sehr gut verkauft. Elektrische Vierspezies-Maschinen waren schließlich erheblich teurer (damit nicht sofort abschreibbar), viel größer und meist deutlich lauter.
Nach der WSR160 wurden bei Walther nur noch elektrische Addiermaschinen und selbst entwickelte elektronische Rechner gebaut.
Zwei Füße ohne Gummis ersetzt, fest verharzte Zahnräder im ZW, ein Zahnrad der EK und die Löschwahlhebelchen mit WD40, Alkohol und etwas gutem Maschinenöl gängig gemacht, alle Kappen der Eingabe nachgedruckt.
Mit Haube, zwei Anleitungen aus unterschiedlichen Jahren im Netz gefunden.Das hier erfüllt die Definition von „Maschine“ (mechanischer Zehnerübertrag und Löschung), und wenn man großzügig ist, dann ist das „x+1“, das bei jedem Tastendruck geschieht gerade schon der Beginn des „Rechnens“.
Solche Geräte wurden und werden als Schrittzähler, bei Verkehrszählungen, im Labor für Zellzählungen und vieles andere genutzt. Der Vorteil: Man kann sich nicht so leicht verzählen und auch das Ergebnis einige Zeit speichern.
Das Exemplar stammt von einem bretonischen Trödler, also weiß ich leider auch hier nicht, wofür es mal benutzt wurde.
N.Zivy & Cie.S.A. in Basel stellte diese Zählwerke mindestens seit den 50er-Jahren her, eventuell sogar deutlich früher. Die Firma (damals „Zivy Suisse“) wurde 2017 von der französischen Sogezy gekauft, sie baute bis vor wenigen Jahren noch einen praktisch identischen Zähler mit der Modellnummer Z888.
Diese riesige Maschine addiert nur, das aber gleich in zwei Resultatwerken. Dazu hat sie Datums- und Nummerndruck, fortlaufende Nummer beim Datum und eine Vorsteckeinrichtung für Belege.
Plustasten sucht man vergebens, die Tasten sind mit A bzw. E beschriftet. Offenbar wurden damit also Aus- und Eingänge getrennt aufsummiert. Die zwei Schlösser und der nur mit passendem Schlüssel zugängliche Journalstreifen zeigen, dass dies eine „Schalterquittungsmaschine“ für Banken ist.
Im Firmenportrait von 1953 gibt es das Modell noch nicht, erstmals steht es im Büromaschinen-Katalog von 1958/59. Ab Anfang der 70er-Jahre wurde das Modell im Plastikgehäuse geliefert.
Dieses Exemplar mit altem Alu-Gehäuse hat statt der Schieber (z.B. hier) schon eine Korrekturtaste. Es stammt also wohl aus den 60er-Jahren. Für den Datumsdruck sind die Jahreszahlen von 76 bis 85 eingebaut, das wurde sicher mal nachgerüstet. Am schmutzigsten war die Jahreszahl 84...
Farbbänder erneuert. Es ist erstaunlich, was sich alles in so einer Maschine ansammelt!
Das ist ein später, gut ausgestatteter Nachfolger der Triumphator C. Direkter Vorgänger war die 1941 entwickelte CRN, Nachfolger ab 1959 die CRN2 (mit zerbrechlichem Plastik-Gehäuse). Die CRN1 hat erstmals die konsequente Einhand-Bedienung und immer noch ein stabiles Gehäuse aus Blech. Nur die Rückseite ist (wie schon beim Vorgänger) aus Bakelit und zeigt deutlich das Bemühen um Materialeinsparung. Die Trommeln sind hier aber aus solidem Messing und Stahl, nicht aus dem sonst viel eingesetzten Druckguss, bei dem Zinkfraß oft die Sprossenräder zerstört.
Auf dem Weltmarkt war die Feinmechanik der DDR damals noch konkurrenzfähig, auch in Westeuropa wurde die CRN1 daher verkauft. Stets war sie etwas günstiger als vergleichbare Westprodukte.
Dieses Exemplar blieb aber erst einmal im Osten. Es ist eines der ganz späten Exemplare des Modells und wurde im Januar 1961 bei der „HO“ in Neuhaus verkauft. Es war dann in einer privaten Elektrofirma in der Nähe von Dresden im Einsatz.
Interessant ist auch die beiliegende Garantiekarte mit einer Liste der Reparaturwerkstätten: Das sind die 19 Außenstellen des „VEB Büromaschinen-Reparaturwerk Berlin“ in allen großen Städten, daneben aber auch ungefähr 130 Privatfirmen, die über die ganze Republik verteilt waren. Offenbar war also doch nicht die gesamte DDR‑Wirtschaft verstaatlicht, wie man uns das in der Schule weisgemacht hat.
Im Kurbelbock klemmende Kurbel durch vorsichtiges Aufbiegen und geringes Abschleifen des Kurbelbocks gelöst.
Mit Haube, Originalanleitung und Garantiekarte mit Auslieferungs- und Kaufdatum (die Garantie ist allerdings abgelaufen...).Die nächste Sprossenrad-Maschine mit Tasten, nun wieder von dem Hersteller, bei dem die dazu nötige Mechanik entwickelt wurde. Die C1‑19 ist deren letztes Modell mit der größeren Kapazität. Solche Maschinen waren für Versicherungsmathematiker, Ingenieure oder Forschungseinrichtungen gedacht. Wegen der vielen Stellen hat diese Maschine wieder einen beweglichen Schlitten, was den Staubschutz etwas schlechter macht.
Die C1-19 ist das erste Modell im neuen Design mit unsichtbaren Schrauben, das Bernadotte für Facit entworfen hat. Auch alle anderen Facit-Modelle wurden dann von ihm neu gestaltet und ab 1958 sind die Facit-Maschinen stets in dunkel-/hellgrau.
Natürlich waren Maschinen mit höherer Kapazität teurer und seltener. Insgesamt wurden aber dennoch etwa 6.400 Stück gebaut.
Kopfüber eingebauten Schlittenanschlag korrigiert, Drehrichtungsanzeige und weitere Kleinigkeiten justiert.
Das Block&Anderson-Schild stammt vom englischen Importeur für Facit. Die Firma wurde 1922 gegründet und 1931 zur Ltd. 1964 wurde sie von der Ozalid-Gruppe gekauft, danach verliert sich ihre Spur.
Der Vollautomat ESA-0 wurde 1956 gründlich überarbeitet. An der ausgereiften Mechanik musste allerdings kaum etwas geändert werden, nur die letzten beiden Hebel der ESA-0 wurden zu Tasten. Alle Bedienelemente waren damit endlich auf der Vorderseite. Zusammen mit dem neuen Bernadotte-Gehäuse wirkte das viel moderner als zuvor. Auch die neue Modellbezeichnung suggerierte eine „neue“ Maschine.
Das Gehäuse samt darauf angebrachtem Logo und seiner Seriennummer stammen aus dem Jahr 1963, innen steht allerdings eine viel niedrigere Nummer. Wahrscheinlich wurde auch hier das defekte Gehäuse einer alten, intakten Mechanik durch das Gehäuse einer neueren, defekten Maschine ersetzt.
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Division (355:113): |
Multiplikation (12345679x9): |
heißlaufenden Kondensator getauscht, Gehäuseerdung hergestellt, fehlende Beschriftung am Wahlhebel ergänzt, Motorstarthebel justiert.
Verbesserte Anleitung im Netz gefunden (editierte Fassung von H.Schmid - mit Algorithmen für Sinus und Cosinus!!!).Das ist das zweite Modell der „Multator“-Reihe. Verbesserungen gegenüber der Multator I sind die Einstellkontrolle, die Möglichkeit der Rückübertragung und die etwas leichtere Löschung. Die Ziffernrädchen sind nun aber komplett aus Plastik, was die Haltbarkeit verringert.
Auch das ist nur eine Zweispezies-Maschine, denn Subtraktion und Division sind extrem umständlich. Weil das Gerät erheblich preiswerter als „große“ Rechenmaschinen war konnte es dennoch etwa zehn Jahre lang erfolgreich vermarktet werden.
Das Nachfolge-Modell Multator‑4 bekam einen umklappbaren Schlitten mit zweiter Zahnrad-Reihe und wurde so zur Vierspezies-Maschine. Zeitgleich damit wurde die vereinfachte axbxc angeboten.
Füße erneuert, fehlende Plastikkappen u.a. durch Schrumpfschläuche ersetzt.
Mit Haube, Anleitung im Netz gefunden und nachkommentiert.Die 11S ist sozusagen der Enkel des Modells 10: Deren Nachfolger (die Brunsviga 11E) hatte noch Einstellhebelchen, hier wurden sie durch eine Volltastatur ersetzt. Außerdem beherrscht sie nun die vollautomatische Division, ist also ein richtiger Halbautomat. Die übrige Technik ist fast gleich: Die „1‑4er“- und „5er“-Walzen sitzen auf der gleichen, der Zehnerübertrag auf einer zweiten Achse; zur Umschaltung von Addition und Subtraktion wird die Drehrichtung des Motors geändert.
1962/63, also einige Jahre nach Produktionsende, stand sie zum letzten Mal in den Katalogen.
Zwei fehlende Füße ersetzt, zerbröselte Dämmteile entfernt, Netzkondensator und kaputte Entstörschaltung gegen neue ausgetauscht, Tastaturlöschung justiert.
Mit (etwas lädierter) Haube, Anleitung für Modelle 11E und 11S im Netz gefunden.Die Triumphator KA (für „Kleinaddierer“) ist der Nachfolger der Lipsia Addi 7. Sie hat ebenfalls die einfache Mechanik, nun aber ein Bakelitgehäuse, das günstiger zu produzieren war.
Die Übertragung der Zahlen in das Resultatwerk erfolgt über seitlich auslenkbare Zahnsegmente direkt während des Einstellens. Zum Addieren werden dann einfach die Zahnsegmente durch Tastendruck ausgekoppelt und federn auf Null zurück, dann wird die nächste Zahl eingestellt (unten erscheint die Summe), dann wird wieder ausgekoppelt usw.
Die Subtraktion ist etwas umständlicher: Erst auskoppeln mit der Minus-Taste, Hebelchen stellen, Minus-Taste loslassen (also einkoppeln), Hebelchen (nun samt Resultatwerk) zurückstellen.
Wichtig ist aber stets: Hebelchen immer einzeln ziehen - sonst klappen die Zehnerüberträge nicht!
ein Zahnsegment:
Extreme Verstaubung beseitigt, matte Scheibe vor dem Resultatwerk ausgetauscht.
Diese späte handbetriebene Modell hat, wie alle Addiermaschinen von Precisa, die moderne Zehnertastatur und kann saldieren. Die Übertragung der Ziffern in die verschiedenen Stellen geschieht wie bei allen früheren und späteren Modellen des Herstellers per Stiftschlitten und Zahnstangen. Handbetriebene Precisas brauchen für (Zwischen-) Summen zwei Hebelzüge, das ist etwas umständlich.
Dieses Exemplar wurde in einem Billiglohnland hergestellt - jedenfalls aus Schweizer Sicht: Es stammt aus dem Zweigwerk in Säckingen.
Die Fehlersuche war aufwendig: Erst funktionierte das Saldieren nicht, als das dafür verantwortliche Federchen weit im Inneren gefunden und wieder eingehängt war wurde statt Zwischensumme immer die Endsumme gedruckt. Erst der Tausch einer Feder gegen eine deutlich stärkere hat das behoben.
Mit Haube.Noch eine Sprossenrad-Maschine mit Tasten, nun wieder mal ohne Motor. Die C1‑13 ist der letzte Nachfolger der Facit TK. Die Konstruktion wirkt solide und wertig, das Gehäusedesign stammt wieder von Bernadotte. Die Technik ist immer noch die 1936 entwickelte. Das zeigt, wie fortschrittlich die Konstruktion von Karl Rudin war, auch wenn damals schon eine völlig neu konstruierte Reihe auf dem Markt war.
Die C1‑13 wird oft als die zuletzt gebaute Rechenmaschine der Welt bezeichnet: In Indien wurde sie angeblich noch bis 1982 hergestellt (dann allerdings mit einem eckigen Plastikgehäuse). Ich konnte das bisher nicht verifizieren und bezweifle das eher. Vielleicht hat man dort Restbestände aus Europa als „Neuware“ verkauft?
Dieses Exemplar stammt aus dem Forstamt Wittlich, wie auch die Badenia TH13. Es ist aber etwa ein Jahrzehnt jünger, denn in diesem Gehäuse wurde die C1‑13 zwischen 1960 und 1964 gebaut. In diesem Fall wieder im Facit-Zweigwerk in Düsseldorf, das Hans Sabielny 1951 gegründet hatte. Der Preis ist angesichts der damaligen Abschreibungsgrenze (600 €) etwas seltsam.
Mechanik bei J.Wolff
perfekt beschrieben!
Dazu war etwas Arbeit und viel WD40 nötig: Das Innere war so extrem verharzt, dass sich absolut nichts mehr bewegte (WD40 verwende ich nur ungern, weil es auch manche Farben anlöst und nach einiger Zeit selbst wieder verklebt). Einige massiv abgeschabte Ziffern der Sprossenrad-Walze nachgemalt.
Englische Anleitung als PDF vorhanden.Diese kleine Maschine aus Japan sieht erst einmal wie ein Nachbau der Brunsviga 10 aus: sehr klein, Kurbel schräg angesetzt, Schlitten mit Auszug nach rechts und Schritt-Taste nach links, Schiebeblende und zwei Ziffernsätze im Zählwerk. Das alles ist wohl wirklich von Brunsviga abgeschaut. Aber die kleinen Einstellschieber drehen sich mit, was eine ganz andere Technik verrät: Die beruht hier auf Sprossenrädern (mit gleichen Gussformen für den Zehnerübertrag).
Die Stellenzahl ist etwas größer als beim Vorbild, ein Hebel löscht das Einstellwerk, der Zeiger für Plus/Minus kann auch Blockaden entsperren und ein weiteres Hebelchen kann das Zählwerk kurzfristig ausschalten. Auf der Minus-Seite stehen kleine Passungenauigkeiten und die winzigen Einstellhebel.
Das Modell wurde 1957 von einer Firma namens Keybar entwickelt und hergestellt, ab 1961 dann als Pilot P1. Ab ca. 1967 gab es ein Nachfolgemodell mit Plastikgehäuse und etwas höherer Stellenzahl. Beide Modelle wurden gerne von Ralley-Beifahrern genutzt, die unterwegs viel rechnen müssen.
Dieses Exemplar hat eine niedrige Seriennummer (die 1 vorne steht für das Modell). Ich habe es aus Japan ersteigert, innen ist auch ein japanischer Service-Nachweis vom 12. Juli 44 Showa eingetragen, das ist 1969. Genau 51 Jahre und einen Tag später habe ich es dann wieder gewartet...
Abgelöste Federung des Kommaschiebers im EW neu eingeklebt, ein Zahn eines Ziffernrades geglättet, fehlendes Firmenlogo ersetzt, Drehrichtungsanzeige überarbeitet.
Über Keybar ist nur bekannt, dass sie 1960 vom PILOT-Konzern aufgekauft und in PILOT Business Machine Co. Ltd. umbenannt wurde. Die Produktion mechanischer Rechner endete dort 1969. PILOT existiert noch heute und ist der größte japanische Schreibwaren-Produzent.
Das ist eine Zehntasten-Maschine mit „moderner“ Tasten-Anordnung, die alle vier Grundrechenarten (so einigermaßen) beherrscht. Die Übertragung von Tastatur zu Resultatwerk erfolgt mit Stiftschlitten (wie meist bei 10er-Tastaturen) und Zahnsegmenten.
Die Maschine ist mit vielen Kunststoffteilen auf Transportfähigkeit und niedrigen Preis hin gebaut und mit knapp 3 kg eine Art früher Taschenrechner (für sehr, sehr große Taschen!). Das Zählwerk hat allerdings nur eine einzige Stelle. Bei einer Division (immerhin mit recht fehlersicherer Stopp-Mechanik) muss man daher Stelle für Stelle notieren. Addition und Subtraktion können mit sofortiger Löschung der Eingabe erfolgen. So macht auch das Aufrechnen langer Zahlenkolonnen mehr Spaß. Das ist also eher eine Maschine für Kaufleute, nicht für Physiker, Astronomen oder Versicherungsmathematiker!
Dieses Exemplar hat noch die große Nulltaste, die später zugunsten einer „Ganz nach links“-Taste (für die Division) verkleinert wurde. Es stammt aus der kaufmännischen Verwaltung eines Tankstellen-Filialisten in Dortmund.
Nachfolgemodelle sind die Contex 20, Contex 30 und Contex 55.
Viele Rädchen, Hebel und Stifte waren durch lange Nichtbenutzung so schwergängig, dass Reinigung und Öl nicht mehr halfen. Also waren Komplettzerlegung, einige Justierarbeiten und beim Zusammenbau der Kampf mit vielen widerspenstigen Federchen nötig. Zerfallene Gummifüße ersetzt.
Mit Haube (leicht beschädigt) und Originalanleitung.Der „Monroe-Typ“ wurde weltweit kopiert. Diese Staffelwalzen-Maschine stammt aus China (und wurde sicher ohne Lizenz nachgebaut). Auch hier hat das Zählwerk keinen Zehnerübertrag und eine Rückübertragung fehlt auch.
Das Baujahr dieses Exemplars ist unklar, denn das Modell wurde von den 50er- bis ans Ende der 70er-Jahre fast unverändert gebaut. Es ist damit eine der am längsten gebauten Rechenmaschinen. Meist ist sich in seinem Logo das englische „Flying Fish“ zu lesen, hier aber steht „Fei Yu Pai“.
Aus China gibt es nur sehr wenige Modelle von mechanischen Rechenmaschinen. Anfangs mag eine geringe Entwicklung der Feinmechanik eine Rolle gespielt haben, doch der Hauptgrund ist wohl eher, dass die Allgegenwart des Suan Pan einen großen Bedarf nach „richtigen“ Maschinen lange nicht aufkommen ließ. So hat die große Mehrheit der chinesischen Bevölkerung meist den direkten Weg vom Abakus zum Taschenrechner genommen, (elektro)mechanische Rechenmaschinen wurden von nur wenigen eigenen Fabriken gebaut und ansonsten durch Importe beschafft. Zum Einsatz dieser Maschinen informiert das HF-Museum...
Extrem verbogene Schlittenstange begradigt, einige Nachjustierungen (Stellleisten, Sperrhaken, ...), fehlenden Schlittengriff ersetzt.
Fei Yu Pai (= „Fliegender Fisch - Reihe“) war eine Firma in Shanghai, die ausweislich des Firmenschilds mindestens Rechenmaschinen und Schreibmaschinen, evtl. aber auch später diesen Rechenschieber produzierte. Mitte der 90er-Jahre wurde sie wie viele andere Firmen teilprivatisiert, ob es sie heute noch gibt ist mir nicht bekannt.
Auch in der Tschechoslowakei wurde der Monroe-Typ mit Volltastatur und geteilten Staffelwalzen nachgebaut. Dieses Modell hat einen Elektromotor und immerhin Stopdivision, gilt damit aber noch nicht als Halbautomat. Die hohe Stellenzahl und das (im Unterschied zu späteren Ausführungen) sehr solide Gehäuse sind weitere Pluspunkte.
Das Modell war recht preiswert und stand auch in westdeutschen Katalogen. Diese zweifarbige Variante ist - ebenso wie der fast zeitgleiche Vollautomat des Herstellers - hier allerdings nur selten zu finden.
Diese Maschine stammt aus der Buchhaltung eines Gemüsehandels in Marienbad.
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Division (355:113): |
Gebrochene Kurbel und lose Kommaleiste geklebt, Staffelwalzen ausgebaut und im Benzinbad entharzt, ein fehlendes Zähnchen neu aufgebaut, Divisionsstop und Schlittenposition justiert, Stecker getauscht.
Das Know-How der Produktion von Nisa („Neiße“ auf tschechisch) stammt wahrscheinlich auf Umwegen von Rema. 1922 übernahm Mira deren Patente und Maschinen und baute in Liberec Rechenmaschinen. Ab 1951 produzierte Nisa im Nachbarort Proseč nad Nisou (Proschwitz) Rechenmaschinen des „Monroe-Typs“, vermutlich zuerst auf alten Maschinen und mit Teilen des Personals von Mira. Bis 1976 wurden eine ganze Reihe weiterer Modelle entwickelt und gebaut. 1995 (also kurz nach dem Zusammenbruch des sogenannten „Ostblocks“) ging die Firma in Konkurs. Eine Nachfolgefirma, vermutlich aus überlebensfähigen Teilen der Fabrik entstanden, existiert heute noch als NISAFORM GmbH, sie stellt Formen für Kunststoff- und Metallguss her.
In der letzten Entwicklungsstufe der Everest Z-Serie kann ein Resultat in die Eingabe rückübertragen werden. Das braucht hier aber einen Schritt mehr als sonst üblich: Der Hebel links löscht die Eingabe (ohne die Trommel zurück zu schieben), die Taste darunter verschiebt dann die Trommel etwas, so dass Eingabe und Resultatwerk gekoppelt sind.
Neben diesem Modell gab es noch ein weiteres mit Rückübertragung, die Maxim AR.
Dieses Exemplar stammt vom Österreichischen Bundesheer. Unten ist ein Aufkleber mit dem Datum 17.Okt.1966 - vielleicht die Außerdienststellung? Die vier weißen Bedienteile (nur 3 im Bild sichtbar) sind nicht original - sie fehlten und wurden (wie auch die Kommaleisten) durch Teile aus einer nicht mehr reparablen, jüngeren Z5R ersetzt. Auch der Gummiboden und zwei stärker beschädigte Gehäusebleche wurden ausgetauscht.
Drei ausgehängte Federchen eingehängt, mehrere gebrochene Schrauben und Federn, einige fehlende Tasten, linkes Seitenblech und Frontblech (samt Kommaleisten) ersetzt.
Diese Sprossenrad-Maschine ähnelt sehr der Facit C1‑19, sie hat ebenfalls die große Kapazität und den beweglichen Schlitten. Das Design allerdings schreit „Ostblock!“, was wohl am teils billigen Material, den (für unsere Sehgewohnheiten) recht groben Formen und der einfachen, andererseits aber sehr massiven und damit robusten Bauweise liegt. Und tatsächlich ist diese Maschine ein polnischer „Klon“ der Facit C1‑19.
Zuletzt hat sie eine Bäckerei in Halle-Diemitz genutzt, vielleicht hat der Bäckermeister damit die Buchhaltung gemacht oder auch seine Rezepturen gerechnet. Angesichts der großen Kapazität war das eigentlich etwas „Overkill“, doch die Bäckerei war nicht der Erstnutzer und bekam damit offenbar ein „abgelegtes“ und recyceltes Gerät: Die im Schlitten eingestanzte Seriennummer (33703) weicht nämlich vor der auf dem Typenschild ab, also sind hier ganz sicher ein intaktes Chassis und ein intakter Schlitten aus zwei defekten Maschinen zusammengeschraubt worden.
Die Divisionstaste wieder korrekt funktionieren zu lassen hat mich allerdings einige Stunden Schrauberei gekostet, dabei war's nur ein ausgehakter Schieber (merke: Abdeckungen, unter denen lose Federchen oder Hebelchen lauern können nur ganz vorsichtig öffnen!). Die Maschine hatte im Originalzustand auch keine Stellennummerierung, was die Kommafindung sehr erschwerte. Nun hat sie eine.
Haube nähen lassen.Schon wieder Bezüge zur Waffenfabrikation: Mesko war ab 1924 erst staatliche Munitionsfabrik, später bedeutender Hersteller von Haushaltsgeräten (lange Zeit auch für Bauknecht) und Maschinen für Industrie und Landwirtschaft. Nach vielen Umfirmierungen und Umstrukturierungen ist Mesko heute vor allem wieder ein Hersteller von Munition und Raketensystemen.
Olivetti zeigt die Entwicklung in den Modellnamen: Aus den „Summas“ wurden erst „Elettro-“, dann „Multi-“ und schließlich „Divisummas“.
Bei diesem Modell verrät der Name, dass es eine Multiplikationsmechanik hat. Die ist allerdings noch recht einfach, man muss jede Stelle des 2.Faktors (von rechts nach links) einzeln eingeben und danach die X-Taste drücken, das addiert dann den 1.Faktor entsprechend oft. Trotzdem ist das schon besser als die Plus-Taste festzuhalten in der Hoffnung, dass man nicht doch einmal zuviel addiert. Zur Kontrolle wird der 2. Faktor quer an den rechten Rand des Druckstreifens geschrieben. Produkte können auch aufaddiert und sogar subtrahiert werden.
Zwei seltene Extras sind bemerkenswert: Man kann mit manuell einstellbaren Ziffernrollen links im Druckwerk ein Datum (oder eine andere Nummer) drucken und es gibt eine Einzelschritt-Korrektur.
Das Händlerschild eines Bürofachhändlers aus Gießen (den es leider auch nicht mehr gibt) zeigt, dass die Maschine irgendwo hier im Umkreis eingesetzt wurde. Das Herstellungsjahr ist etwas unsicher: Innen im schwarzen Deckel ist ein Datumsstempel vom Dezember 1966, aber die Seriennummer ist dafür viel zu niedrig. Vielleicht wurde das Gehäuseoberteil mal ausgetauscht?
Fehlenden Stellenzeiger nachgebaut.
Anleitung im Netz gefunden.Die Automatisierung der Multiplikation bei den elektrisch angetriebenen Addiermaschinen wurde auf unterschiedlichen Wegen versucht. Manche Hersteller statteten saldierende Addiermaschinen mit gesonderten Zifferntasten aus, die jeweils die entsprechende Zahl von Additionen auslösen und danach eine Stelle weiterschalten (was man bei einfacheren Addiermaschinen durch Tippen einer Null macht). Dieses Modell von Addo kann noch ein wenig mehr: Es beherrscht für die höheren Ziffern das abgekürzte Verfahren, d.h. statt - z.B. - sieben Mal zu addieren zieht es drei Mal ab, schaltet in die nächsthöhere Stelle und addiert dort einmal. Das braucht dann weniger Maschinentakte, ist also etwas schneller.
Das ist (abgesehen von der anders gelösten Stellenverschiebung) das gleiche Verfahren wie z.B. bei der Diehl EvM15. Daran zeigt sich die konvergente Entwicklung bei der Automatisierung der Addier- und Staffelwalzenmaschinen.
In die Nachfolgemodelle der 3000er-Serie konnte man dann den gesamten 2. Faktor eingeben, bevor die automatische (ggf. auch negative) Multiplikation gestartet wurde. Die 4000er-Serie konnte dann auch automatisch dividieren.
Genau so ein Modell hatte mein Vater im Büro, damit hat er die gesamte Buchhaltung gerechnet. Als Kind durfte ich nie da dran: Die Maschine galt als zu wertvoll. Dieses Exemplar stammt allerdings aus einem Sanitätshaus in Amberg.
Abgegriffenes Tastaturblech neu lackiert, Papiertransporthebel so justiert, dass die lockere Achse weniger belastet wird.
Mit Haube und Anleitung einer Addo‑X 3000.Addo begann 1918 in Malmø mit der Produktion kleiner Addierhilfen, im Laufe der Jahre kamen größere und besser ausgestattete Maschinen dazu, meist Addiermaschinen mit Volltastatur. Spätere Maschinen bekamen die Zehnertastatur und wurden als „Addo‑X“ verkauft. 1966 wurde die Firma von Facit übernommen, baute aber weiter Rechenmaschinen unter eigener Marke. Als Facit unterging endete auch die Produktion bei Addo.
Das ist die erste erfolgreiche Sprossenrad-Maschine mit der heute noch üblichen Zehner-Tastatur (nur Brunsviga hatte vorher ähnliches versucht). Bei ihr fand man zum ersten Mal eine technische Lösung für die Rückübertragung, die mit den früheren Tastatur-Modellen nicht zu realisieren war. Dafür gab man sogar das von Karl Rudin erfundene geteilte Sprossenrad auf. Diese Rückübertragung funktioniert sogar aus beiden Werken, man kann also auch das Ergebnis einer Division gleich weiter verwenden. An Stelle von Federn wird die beim Bremsen der Trommel frei werdende Energie für die Rückstellung der Tasten genutzt, das ergibt einen sehr leichten Anschlag. Mit diesen Vorteilen wurde das Modell trotz des hohen Preises sehr erfolgreich.
Etwas später wurde die gleiche Technik noch in ein moderner aussehendes (und deutlich billigeres) Plastikgehäuse gepackt, aber es gab es bei den handbetriebenen Maschinen nun keine wesentlichen Weiterentwicklungen mehr. Nur bei den elektrisch angetriebenen Maschinen versuchte man noch einige Zeit, durch bessere Ausstattung und immer mehr Funktionen der Elektronik Paroli zu bieten.
Hintere Gummirollen ersetzt, Flugrost unter den Tasten entfernt.
Anleitung im Netz gefunden und ergänzt.Diese Rechenscheibe mit einem Durchmesser von 19 cm hat die Genauigkeit eines Rechenstabs mit 50 cm Länge. Sie war ebenfalls für den Handel gedacht, hat aber etwas ausgefeiltere Skalen als die Tröger-Scheibe. Das Exemplar muss nach 1970 entstanden sein, es hat schon den verchromten Rand aus Aluminium und den schmalen Läufer.
Norma wurde 1959 gegründet und produzierte mit nur wenigen Mitarbeitern bis mindestens ins Jahr 2003 verschiedene Rechenscheiben. Im Internet ist die Firma heute aber nicht mehr auffindbar.
Fast zeitgleich mit den ersten elektronischen Tischrechnern wurde mit dem Pendelrad-System ein ganz neues Prinzip der Wertübertragung und -speicherung erfunden. Die Eingabe (hier mit Zehnertastatur und Stiftschlitten) wird mit Zahnstangen auf einen Satz Zahnräder übertragen. Darüber liegt ein zweiter Satz Zahnräder, je nach gewünschter Aktion werden die beiden Radsätze leicht verschwenkt und so mit den Zahnstangen, miteinander oder dem Ergebniswerk gekoppelt (siehe dazu die Filmchen unten). Wegen kleiner bewegter Masse und kurzem Weg passiert das schnell, leise und verschleißarm.
Diese Mechanik funktioniert sowohl am 16-stelligen Resultatwerk als auch am zweiten, kleineren Werk rechts daneben. Das wird in der Anleitung fälschlich „Umdrehungszählwerk“ genannt, ist aber eigentlich ein Duplex- und Multiplikatorwerk: Es zählt beim Rechnen im großen Werk keine Umdrehungen, sondern man kann darin ebenfalls addieren oder subtrahieren. Bei der Multiplikation nimmt es den ersten Faktor auf.
Die Rückübertragung klappt auch aus beiden Werken. Am kleinen Werk sitzt außerdem noch ein Konstantenspeicher.
Viele Funktionstasten lösen über Gestänge eine oder mehrere der insgesamt zwölf Kupplungen aus, die dann (sonst fixierte) Zahnräder oder Steuerscheiben auf den wenigen Wellen rotieren lassen. Das Innere der - übrigens bei Brunsviga gebauten - Maschine wirkt damit recht übersichtlich.
Durch die vielen Speicher und die Übertragung von Werten zwischen den Werken bietet die Bedienung des „Rechenautomat 16“ viele Möglichkeiten. Sie wirkt dabei teilweise von den Addiermaschinen inspiriert: So gibt es hier z.B. auch die dort übliche „R“-Taste, mit der man die automatische Löschung der Eingabe abschalten kann.
Mit dem enormen Funktionsumfang des Modells (und des RA 20 mit etwas mehr Stellen) konnten wohl nur Olivettis komplexe „Endzeitmodelle“ (z.B. Divisumma 26 GT, noch teurer, dafür aber druckend) mithalten. Trotzdem wurden RA16 und RA20 nur kurze Zeit gebaut. Auch Olympia setzte für der Entwicklung von Vollautomaten offenbar schon früh auf die Elektronik.
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Division (355:113): |
Multiplikation (12345678x9): (anders herum wäre natürlich schneller) |
Addition (nur die Pendelräder) (12345678): und nochmal in Zeitlupe: |
Die Plastikkappen der Abtast-Zahnstangen waren im Lauf der Jahrzehnte zerfallen, dadurch wurde in jeder Stelle ein um 1 zu großer Wert übertragen. Erst per 3D-Druck konnten Ersatzkappen beschafft werden -
DANKE an den Makerspace Gießen!
Den nur zweipoligen Stecker gegen einen dreipoligen getauscht, Schlittenposition und Steuerschieber justiert.
Aus der sehr erfolgreichen Contex 10 wurden erst motorisierte (Contex 20) und dann immer stärker automatisierte Geräte entwickelt. Modell 30 kann halbautomatische Multiplikation und Stopdivision. Das und die Zehnertastatur machen das Rechnen in allen Grundrechenarten schon ziemlich flott. Nachteilig ist noch, dass man bei der Division wegen des einstelligen Zählwerks noch Stelle für Stelle notieren muss. Das Nachfolgemodell kann das besser.
Die Maschine ist immer noch leicht (etwa 3 kg) und in dem gerne mitgekauften Koffer gut transportabel. Auch sie wurde ein großer Erfolg: Fast 400.000 wurden produziert.
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Division (355:113): |
Multiplikation (12345678x9): |
Der Schaumstoff im Stiftschlitten war zerfallen, vor allem in den oberen Reihen blieben die Stifte nicht mehr in Position und erzeugten „Zufallszahlen“. Tastenblöcke ausgebaut, Stiftschlitten geöffnet, das klebrige Gemisch aus 90 Stiftchen, Plättchen und Schaumstoffresten herausgekratzt, gesäubert, Stiftchen und neuen Schaumstoff eingelegt und alles zusammengebaut. Fühlhebel der Einerstelle justiert.
Mit Haube und Koffer (beschädigt, aber noch funktional), PDF der Originalanleitung vorhanden.Das ist das letzte Modell einer Rechenmaschine mit dem Namen „Felix“. Es stammt aus der Spätzeit der handbetriebenen Maschinen, aber dennoch hat sich an der Mechanik seit der Felix A3 von 1928 kaum etwas geändert: Immer noch fehlen Zehnerübertrag im Zählwerk, Einstellkontrolle und jegliche Sperre gegen Fehlbedienung. Nur die Schlittenschaltung ist modernisiert worden. Dafür ist das Material nun deutlich billiger, die Sprossenräder z.B. sind aus wenig haltbarem Zinkguss (statt Messing).
Von diesem Modell müssen Unmengen gebaut worden sein: Man findet das Modell auch heute noch extrem häufig auf den einschlägigen Seiten, meist allerdings in sehr schlechtem Zustand.
Die ersten „Felix“-Modelle entstanden in Moskau, nach dem Krieg wurden sie für kurze Zeit in Penza gebaut. Alle Felix M dagegen stammen von Schetmash Kursk. Diese Firma existiert auch heute noch und baut immer noch einen Kassendrucker mit dem Namen Felix!
Odhner-Addiermaschinen wurden nach dem Kauf durch Facit auch unter deren Marke angeboten. Die XX-Modelle haben Zehnertastatur und (winzige!) Wahltasten für die Multiplikation. 11 steht für die Stellenzahl, C für „Credit“, also korrektes Rechnen und Anzeigen unter Null.
Es gab mehrere, technisch nahezu gleiche Serien des Modells. Serie 9 ist die letzte (sie kam zeitgleich mit den ersten „ANITAs“ auf den Markt).
Die Maschine multipliziert abgekürzt: Statt z.B. bei Druck der „roten 9“ neun Mal zu addieren wird ein Mal subtrahiert, eine Stelle höher geschaltet und dort einmal addiert (im Foto links ist die Rechnung 12345679 x 9 zu sehen). Plus- und Minustaste sind doppelt belegt: Falls keine Zahl eingetippt wurde lösen sie Zwischen- bzw. Endsummendruck aus.
Dieses Exemplar wurde in einem Dessousgeschäft in Bad Nauheim genutzt.
Das Rechenwerk:
Der Motor lief durch und sogar aus den Schlitzen des Schaltkastens war Wachs gequollen - der Entstörkondensator muss mal mit großem Knall explodiert sein. Ein neuer Kondensator war schnell eingelötet, aber das war noch nicht alles.
Drehte man den Motor per Hand, rechnete die Maschine richtig - „unter Strom“ kamen eingetippte Ziffern aber nur unzuverlässig im Rechenwerk an und Summen wurden nicht vollständig ausgelesen. Mit 150 V war das etwas besser - also kam irgend etwas nicht mit dem hohen Tempo klar.
Bei der Fehlersuche half die Beschreibung des Rechenwerks im Schweizer Patent: Auf einer Seite lösten zwei „Nippelchen“ die Blockierung der Zählräder etwas zu spät. Mangels Justiermöglichkeit wurden die mit kräftigem Schraubendreher und Hammer um wenige Zehntelmillimeter verbogen.
Dieser Vollautomat ist kein genauer Monroe-Nachbau, sondern eine Weiterentwicklung mit ungewöhnlicher Mechanik zur automatischen Multiplikation ohne gesonderten Speicher. Bei nach rechts gestelltem Schlitten wird der Wert in der Tastatur Stelle für Stelle so oft links zuaddiert, wie rechts im Resultatwerk steht (siehe Film unten). Produktsummen lassen sich so nicht automatisch bilden, das geht nur mittels manueller Multiplikation. Der fehlende Zehnerübertrag im Zählwerk und die besondere Mechanik erlauben beim automatischen Rechnen weder ein verkürztes Verfahren noch Negativ-Rechnung. Positiv ist der in jeder Schlittenstellung komplette Zehnerübertrag im Resultatwerk, dafür ist der Anbau links.
Ein weiteres „Extra“: Wenn man die Eins und Null in der linken Spalte gleichzeitig drückt, dann bleibt diese Eins beim normalen Löschen erhalten. Damit kann links im Resultatwerk ggf. ein Zählwerk mit Zehnerübertrag simuliert werden.
Das Exemplar hat, ebenso wie die etwas ältere EK1, noch ein solides, dickes Gehäuse aus Aluminium-Guss und Bleche um Tastatur und Schlitten. Bei späteren Modellen wurde die gleiche Technik in Plastikgehäuse gesteckt.
Gemessen an der Ausstattung war das Modell sehr preiswert, es ist in Westeuropa dennoch selten zu finden. Die handbetriebenen Modelle (z.B. K2, K5) wurden offenbar deutlich erfolgreicher exportiert.
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Division (355:113): |
Multiplikation (12345679x9): (anders herum wäre natürlich schneller) |
Festgeharztes Zahnrad und Löschring gelöst, gebrochene Kurbel geklebt, Stecker getauscht, Schieber justiert.
Haube nähen lassen.Die Universalrechenmaschine von Alpina ist einer der wenigen Versuche, der Curta Konkurrenz zu machen. Das hatte in diesem Fall einige Aussicht auf Erfolg, denn trotz doppelter Größe und Gewicht hat das Modell gegenüber der Curta ein paar Vorteile: die etwas höhere Stellenzahl, das automatisch saldierende Zählwerk und vor allem die in gerader Linie bequem ablesbaren Zahlen und die in beide Richtungen drehbare Kurbel (was eine Plus/Minus-Umschaltung überflüssig macht). Außerdem konnte es in einen Standsockel eingesetzt und dann als Tischmaschine benutzt werden.
Die pfiffige Konstruktion verwendet zum Übertrag der Werte Klappsprossenräder. Deren Sprossen kippen über Kurvenscheiben gesteuert zur Seite weg statt ein- und auszufahren. Das Zählwerk kann selbsttätig zwischen Faktoren und Quotienten unterscheiden, indem eine Blende entweder nur weiße oder rote Ziffern sichtbar macht. Das ist so ähnlich auch von Brunsviga genutzt worden.
Die URM wurde dennoch kein Erfolg. Die Curta war schon über zehn Jahre bewährt und beherrschte den Markt, die Serienfertigung hatte trotz großer Erwartungen anfangs mit technischen Problemen zu kämpfen. Der schleppende Absatz führte schon nach einem Jahr und gut 4.000 Maschinen leider zu der Entscheidung, die Produktion zu beeenden. Sieben Jahre später konnte Oskar Mildner, der Konstrukteur der URM, nochmals um die 1.600 Maschinen in eigener Verantwortung montieren lassen.
Diese Maschine hat sich lange gewehrt. Die Blende im Zählwerk schaltete nicht ganz zuverlässig und die Fehlersuche dauerte. Letztlich lag es nur an einem leichten Kontakt mit der Vorderschale und ein Unterlegscheibchen genügte.
Beim Ausbau der Blende (was natürlich überflüssig war und reichlich Justierarbeit nötig machte - hinterher ist man schlauer!) hatte sich das Federchen einer Hemmung ausgehängt. Deren Ziffernrad positionierte nun nicht mehr korrekt. Also musste ich das Zählwerk erneut (und diesmal ganz) zerlegen - immerhin ging das Justieren dann etwas schneller.
Der Schlitten lief ebenfalls etwas schwer. Beim Versuch, das zu verbessern schoss plötzlich die Feder der Schlittenpositionierung samt ihrer beiden Kügelchen durchs Zimmer...
Unter heftigsten Flüchen fand ich zwar die Feder, aber keine Kügelchen mehr. Nun, ich habe ja ein Ersatzteillager. Wirklich stundenlang versuchte ich, Kügelchen, Feder und zweites Kügelchen einzubauen, aber vergeblich. Am Ende habe ich auch die Feder gegen ein weniger widerborstiges Exemplar getauscht, erst damit ging's dann. Puh.
Leichteste „Reparatur“ war ein neues Moosgummi unter dem Sockel.
Otto R. Bovensiepen gründete 1949 in Kaufbeuren eine kleine Büromaschinenfabrik. Anfangs wurden recht erfolgreich Schreibmaschinen gebaut, daneben aber auch Lohnaufträge für andere Firmen ausgeführt.
Finanzielle Turbulenzen führten 1961 zum Verkauf der Schreibmaschinenproduktion an die Standard Elektrik Lorenz AG (SEL) und 1965 zum Verkauf der restlichen Firma an Vorwerk. 1969 übernahm Olympia die Fabrik (da konnte O.Mildner dann nochmals Rechenmaschinen montieren), 1981 gelangte sie in den Besitz der Stadt Kaufbeuren, die wiederum verkaufte sie 1985 an vier ehemalige Mitarbeiter von Alpina. Die firmierten als KGM Geräte- und Maschinenbau GmbH und nach Weiterverkauf als Venturetec Mechatronics. Die gibt es auch heute noch als Venturetec Rotating Systems.
Die Marke Alpina aber lebt weiter. Otto Bovensiepens Sohn hatte einen Doppelvergaser für den BMW 1500 entwickelt und 1965 mit der Alpina KG in Buchloe seine eigene Firma gegründet. Die hat viele Jahrzehnte lang ausschließlich BMW-Modelle aufgerüstet, seit 1983 auch als offiziell eingetragener Automobil-Hersteller.
Ab 2022 übernahm BMW die Rechte an der Marke Alpina, die KG stellt aber in enger Zusammenarbeit mit BMW weiterhin Autos her.
Die letzten Hamann-Modelle hatten nun auch die bequeme Zehnertastatur. Der Schlitten mit Resultat- und Zählwerk läuft komplett im Inneren des großen Gehäuses, was Staubschutz und Geräuschdämmung erheblich verbessert. Die neue Eingabe mittels Stiftschlitten ermöglichte das Eintippen weiterer Werte schon während des Rechenvorgangs. Das machte die Arbeit um einiges schneller.
Die erste Hamann-Maschine mit Zehnertastatur war Modell 300, ein Halbautomat mit Rückübertragung. Nachfolger war ein Vollautomat mit automatischer Kommasetzung (Modell 500), aus dem dann einige „abgespeckte“ Modelle (350, 400 und 450, alle im gleichen Gehäuse) abgeleitet wurden. Modell 450 ist ein Vollautomat, aber um ihn günstiger anbieten zu können wurde die Stellenzahl in Resultat- und Zählwerk verringert sowie auf Rückübertragung und Kommaautomatik verzichtet.
Vor allem die Mechanik für die Automatisierung besteht zu großen Teilen aus gestanztem Blech. Es gibt darin viel mehr Justierschrauben und sonstige Einstellmöglichkeiten als in jeder anderen meiner Maschinen. Das wirkt nicht so richtig ausgereift und könnte anfällig für Verstellung und Verschleiß sein. Die Trommel mit den Zahnkränzen hat dagegen die gleiche solide (aber sehr komplexe) Bauweise wie alle älteren Hamann-Maschinen.
Dieses Exemplar muss eines der ganz frühen sein: Es hat ein Typenschild mit übermalter „400“ und eingestanzter „450“. Unten trägt es ein Preisschild mit 11% Mehrwertsteuer. Dieses Angebot (dann wohl als Gebrauchtgerät) stammt also aus der Zeit zwischen 1968 und 1978.
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Division (355:113): |
Multiplikation (314159x113): |
Da ging nichts mehr, alles war massiv verharzt. Motor und Schlitten ausgebaut, Gestänge und Rädchen mit Unmengen Alkohol und etwas Benzin gelöst, massiv verbogenes Hebelchen und ausgehängte Federn gerichtet, die hörbar schmorenden Kondensatoren gegen neue getauscht, justiert, Ecke am Fensterrahmen ergänzt.
Die Multa kann, wie der Name ausdrücken soll, nun wirklich automatisch multiplizieren. Die Produkte können auch automatisch zu Summen addiert oder von ihnen abgezogen werden. Dazu bietet sie noch direkte Weiterverwendung der letzten gedruckten Zahl (und damit auch Kettenmultiplikation) sowie Konstantenspeicherung. Die Multiplikation wird wie heute üblich eingegeben. Mit dieser guten Ausstattung konnte die Multa trotz hohem Preis lange Zeit erfolgreich werden.
Dieses Exemplar ist eines der frühen Modelle. Anfang der 70er-Jahre bekamen alle Walther-Maschinen eckige Plastikgehäuse.
Aus der „Multa“ wurde später durch Einbau einer Divisionseinrichtung die „Diwa“ entwickelt - jene war damit eine echte Vierspezies-Maschine. Doch auch einfache Modelle wurden bei Walther noch bis zum Schluss gebaut.
Fast jede Taste druckte nur Merkzahlen. Ursache waren zwei Stellen, an denen mal Plastikpuffer gesessen hatten, die nun völlig zerbröselt waren und daher Hebel zu weit zurücklaufen ließen. Zwei Gummipuffer eingebaut - voila!
Ein funktionierender, jedoch unpassender Zahnriemen am Motor ist inzwischen durch einen neu gedruckten ersetzt.
Nur vier Hersteller haben Sprossenrad-Maschinen mit moderner Zehnertastatur entwickelt, und nur Facit gelang mit der CM2-16 ein wirtschaftlicher Erfolg. Die letzte Neuentwicklung von Schubert ist einer der gescheiterten Versuche.
Das liegt nicht am Modell selbst, denn das ist sehr gut verarbeitet und mit gleichzeitig bedienbaren Löschhebeln, Dividenden-Voreinstellung ohne 1 im Zählwerk, Rückübertragung und Additionsmodus äußerst komfortabel. Doch es erschien zu spät, die vier Jahre zuvor eingeführte CM2-16 dominierte das Marktsegment total.
Die Konkurrenz (auch der ersten Elektronenrechner) forderte immer mehr Funktionen und damit hohen Aufwand, andererseits sollten Stanztechnik und viel Kunststoff helfen, die Produktionskosten erträglich zu halten. Ob das Plastik damals eher als Nach- oder Vorteil („billig“ oder „modern“) angesehen wurde ist unklar. Der zur Deckung der Entwicklungskosten angesetzte Preis war jedenfalls zu hoch: Im ersten Jahr wurde die Schubert E für 840 DM angeboten, doch schnell musste der Preis gesenkt werden. Gegen die starke Konkurrenz von Facit kam man aber auch damit nicht an. Nur knapp 600 Maschinen wurden gebaut, noch 1974 wurden Restbestände der Produktion für 245 DM (dann netto) verramscht.
Dieses Exemplar hat eine der mittleren bekannten Seriennummern. Über seine Verwendung ist leider nichts bekannt, der gute Zustand lässt nur geringe Nutzung vermuten.
Das letzte Modell der „Multator“-Reihe ist deren einzige Vierspezies-Maschine. Das kommt durch eine kleine, aber entscheidende Weiterentwicklung der Multator‑II: Man kann den Schlitten hier etwas kippen, das kehrt die Drehrichtung im Resultatwerk um. Also braucht man keine Komplementärziffern mehr und hat endlich eine vernünftige Möglichkeit zur Korrektur zuviel gemachter Kurbeldrehungen. Nur die Einstellkontrolle des Vorgängers gibt es nicht mehr, das ist etwas schade.
Der Preis lag weit unter denen der „großen“ Rechenmaschinen. Geringe Ausmaße und Gewicht machten den mobilen Einsatz gut möglich. Negativ war (und ist), dass die einfache Mechanik mit ihren vielen Plastikrädchen und gestanzten Metallteilen nur wenig belastbar ist. Die Maschinen überlebten also den harten täglichen Einsatz in der Regel nicht lange. Auch bei diesem Exemplar waren schon vier Plastiknasen verschiedener Ziffernrädchen abgebrochen, was in diesen Stellen den positiven Zehnerübertrag und die Löschung verhinderte.
Schlitten zerlegt, 15 Kügelchen und Federn eingesammelt, vier fehlende Plastiknasen durch Drahtstifte ersetzt, alles montiert, falsches Timing im negativen Zehnerübertrag festgestellt, wieder zerlegt und anderes Timing probiert, erneut zerlegt und endlich mit richtigem Timing zusammengebaut. Fünfte Plastiknase drohte zu brechen - Schlitten nochmals zerlegt, Nase mit heißer Nadel angeschweißt und wieder zusammengebaut. Uff.
Mit Haube, englische Anleitung als PDF vorhanden.Zeitgleich mit der Multator-4 kam eine abgespeckte Variante des Modells II auf den Markt. Ergänzungszahlen und Subtraktionsschalter fehlen ihr, also war sie wirklich nur für Addition und Multiplikation zu gebrauchen. Dank Rückübertragung gingen aber auch Kettenmultiplikationen - daher der Name.
Für den Preis einer „richtigen“ Rechenmaschine konnte man etwa drei dieser Geräte anschaffen. Es wurde also für einfache Rechnungen gerne gekauft und evtl. sogar etwas länger als die Multator-4 vertrieben. Besonders beworben wurde es z.B. für das Direkt-Inkasso von Tankwagenfahrern.
Dieses Exemplar war zuletzt noch „Kaffee-Kuchen-Kasse“ in einem Wettenberger Geschäft. Mit der Einführung der Kassenrichtlinie ging das nicht mehr - hier kann man kein Finanzamts-Spionage-Modul anschließen.
Alle Bleche außer dem Zahlenfeld neu lackiert.
Kopie der englischen Kurzanleitung (aus Prospekt) vorhanden.Eine der letzten handbetriebenen Rechenmaschinen aus japanischer Produktion. Sie hat alle damals bei gut ausgebauten Sprossenrad-Maschinen üblichen Extras und eine extrem große Stellenzahl. Dafür sitzt sie aber in einem billigen Gehäuse aus Plastik und die Sprossenräder sind aus Druckguss, der viel weniger aushält als die Bronze- oder Messingräder der alten Maschinen.
Die HL-21 (vor 1967 NCM, danach Busicom) wurde nicht nur in Japan vermarktet. Vor allem nach Großbritannien und Australien wurden die Maschinen exportiert, in Deutschland ist die Maschine dagegen kaum zu finden. Auch dieses Exemplar stammt aus Großbritannien.
Die Maschine kam blockiert (das war auch korrekt so beschrieben), ein Federchen war mit Klebeband draufgeklebt. Damit war eigentlich klar, was zu machen war. Nach kurzer Suche und einigen lustigen Fingerübungen war die Feder wieder dort, wo sie hin gehört. Zu Staub zerfallene Schaumstoffpolster innen ersetzt.
Anleitung im Netz gefunden.Die Nippon Calculating Machine Co. (NCM) wurde 1918 gegründet. Schon 1928 wurden dort europäische Sprossenrad-Maschinen nachgebaut.
Ab 1967 nannte sich die Firma Business Computer Company (oder kurz Busicom). Mit diesem Namen ging die Firma in die Geschichte der Rechentechnik ein, doch nicht wegen ihrer mechanischen Rechner: Busicom war einer der ganz frühen, lange technisch führenden, großen Hersteller von Elektronenrechnern. 1969 bat dieser japanische Elektronik-Riese einen kleinen Chip-Hersteller in den USA, ihm einen neuen IC zu konstruieren, der künftig in seine Tischrechner eingebaut werden sollte. Der kleine Chip-Hersteller hieß Intel, der dort entwickelte IC ist der Intel 4004, der Urahn aller Intel-Chips.
Eigentlich besaß nur Busicom alle Patentrechte am 4004, aber man erkannte dort nicht das Potential des universell einsetzbaren Chips und verkaufte daher die Rechte für läppische 60.000 $ an Intel zurück. Deshalb steht heute auf Computern nicht „Busicom inside“ und bereits 1973 ging Busicom pleite. Den bekannten Markennamen sicherte sich der englische Importeur, der bis 2016 noch in Fernost gekaufte elektronische Rechner als „Busicom“ verkaufte.
Noch eine elektrische „Dreispezies-Maschine“ mit Stiftschlitten und Zahnstangen. Anders als ihre Vorgänger kann sie vollautomatisch multiplizieren. Die Eingabe dafür erfolgt auf die heute gewohnte Art. Nur dividieren kann sie noch nicht (das kann erst das folgende Modell 166). Deshalb liegt ihr eine Reziproken-Tabelle für alle Zahlen von 1000 bis 9999 bei, so dass man jede Division durch die Multiplikation mit dem Kehrwert ersetzen kann.
Als besondere Einrichtung hat sie einen (immer noch mechanischen!) Speicher, der für Konstanten oder zum Aufsummieren von Ergebnissen genutzt werden kann. Wie bei den älteren (oder späteren, einfacheren) Modellen ermöglicht ein weiterer Speicher die Weiterverwendung des letzten Ergebnisses ohne Neueingabe.
Das Modell wurde volle 15 Jahre lang verkauft. Die als „Dreispezies-Vollautomat“ beworbene Maschine musste allerdings immer weiter im Preis gesenkt werden, 1974 war der Preis schon halbiert. Selbst 1977 steht sie noch in den Katalogen, dann aber als „Tagespreis erfragen“. Da wurden vermutlich nur noch Restbestände verramscht - der Bau des Modells endete einige Jahre früher.
Dieses Exemplar hatte ein Architekt in Fernwald auf seinem Schreibtisch stehen, damit hat er alle seine Baupläne durchgerechnet. Gekauft wurde es irgendwann Ende der 60er-Jahre bei Büro-Keil in Gießen. Diesen Bürohändler gibt es heute nicht mehr.
Vordere marode Füße getauscht (was dann das Speicherwerk wieder funktionieren ließ!).
Mit Originalanleitung und Reziproken-Tabelle.Diese Numeria ist das letzte handbetriebene Modell der Marke. Sie hat die herstellertypischen Axial-Sprossenräder und eine sehr gute Ausstattung mit durchgehendem Zehnerübertrag im Zählwerk (mit einer wirklich pfiffigen Mechanik), einer riesigen Kapazität und teilbarem Resultatwerk, um z.B. links Zwischenergebnisse zu speichern.
Das Rechnen auf der extrem leichtgängigen und leisen Maschine macht wirklich Spaß, doch in Deutschland sind diese Numerias sehr selten zu finden. Vermutlich spielt dabei eine Rolle, dass diese Maschinen in direkter Konkurrenz zur viel billigeren Nisa K2 standen, obwohl die deutlich schlechter ausgestattet war.
Diese Maschine habe ich aus Llanwrtyd Wells in Wales bekommen. Beim Reinigen fand ich innen eine (leider leere) 1000 ₤-Banderole von 2014: So eine hat man zuhause eher selten. Ich vermute also, dass die Maschine in einer Filiale der „co‑operative bank“ (evtl. in Hereford?) im Einsatz war. Aber bis 2014 oder noch länger? Erstaunlich!
ZW neu justiert, abgebrochenen Griff der rechten Schlittenabdeckung neu aufgebaut und lackiert, ein Knopf ersetzt. In die (wegen der erst noch fehlenden Abdeckung) lose Schlittengleitstange weiteren Schlitz eingefräst und Sicherungsring eingesetzt, linke Schlittenabdeckung neu gebaut, Stellenbezifferung angebracht.
Anleitung im Netz gefunden.Die letzte handbetriebene Brunsviga heißt nur noch so, ist aber ein Produkt der spanischen FAMOSA für die Olympia-Werke. Das Modell wurde auch als Famosa oder Minerva verkauft, aber in Deutschland hatte Brunsviga (bis hin zur 13RK) ein gutes Image. Also klebte man hier das „Brunsviga“ darauf.
Vermutlich sollten spanische Niedriglöhne, billigere Materialien und nicht ganz so präzise Verarbeitung die Kosten niedrig halten, um gegen die elektrische Konkurrenz (und die am Horizont aufziehende Elektronik) zu bestehen. Das Gehäuse wirkt ganz modern und das Modell ist gut ausgestattet mit vollständigem Zehnerübertrag, Rückübertragung und Einhandbedienung des Schlittens. Auch die Trommel ist noch hochwertig, aber man merkt die etwas „huddelige“ Verarbeitung: Eine Maschine mit solchen Passungenauigkeiten des Gehäuses hätte das Braunschweiger Werk wohl nie verlassen.
Dieses Exemplar hat eine vierstellige Seriennummer und ist daher eines der ganz frühen Exemplare. Es gehörte bis 2019 dem ehemaligen leitenden Stadtvermessungsdirektor in Krefeld und diente wohl für Berechnungen im Vermessungs- und Katasterwesen der Stadt. Außergewöhnlich gut war der Zustand der Maschine nicht nur wegen einwandfreier Funktion: Innen drin fand sich auch kein Staubkrümelchen und keinerlei verharztes Fett.
Seitenteile der Schlittenabdeckung etwas präziser gebogen, am Schlitten schleifende Gehäusekante etwas abgeschliffen.
Mit Nachdruck der (nicht besonders ausführlichen) englischen Anleitung.FAMOSA ist die Abkürzung für die Firma „Fábrica de Artículos Mecánicos para Oficina, S.A.“. Sie wurde 1945 in Barcelona gegründet und war bis in die 90er-Jahre aktiv. Ob sie nur Zulieferer für Olympia war oder zeitweise direkt zum Konzern gehörte ist unklar. Heute findet sich keine Spur mehr von ihr, nur am alten Fabrikgebäude prangt noch immer der Firmenname.
Diese Addiermaschine mit der internen Modellnummer S33 wurde von Walther als „Comptess“ vermarktet. Sie kann eigentlich nur addieren und subtrahieren, notfalls sind einfache Multiplikationen etwas umständlich zu rechnen. Sie saldiert auch, wie zu dieser Zeit meist üblich.
Die Maschinen verkauften sich wohl gut, denn heute noch findet man die Comptess häufig. Der geringe Funktionsumfang machte sie zum preisgünstigsten Modell der Walther-Addiermaschinen. Ab 1971 bekam sie ein moderneres, eckiges Gehäuse, doch gegen die Konkurrenz der Elektronik half das nicht lange: Ab 1974 wurden die Restbestände zum halben Preis verramscht und Walther versuchte sich im Markt elektronischer Rechner...
Motor lief durch: Ursache gesucht, völlig festgerosteten Motorstopphebel unter Einsatz von massivem Hebel, Hammer und Rohrzange ausgebaut, ausgeschliffen und mit neuer Gummipufferung wieder eingebaut, Flugrost unter den Tasten (soweit ohne Zerlegung möglich) beseitigt.
PDF der Anleitung im Netz gefunden.Eine einfache, nicht saldierende Addiermaschine aus Japan, gebaut in den späten 60er-Jahren. Die Papierrolle ist komplett im Gehäuse integriert, sie hat einen sehr massiven Tragegriff und einen stabilen Deckel. Der hat innen eine Halterung für die abgezogene Kurbel, zudem kann man sie darauf auch hochkant abstellen. Das Modell ist also offenbar für mobile Kundschaft entwickelt worden.
Eine fast baugleiche Maschine gab es auch mit Motorantrieb - die hat dann statt der Kurbel eine Taste mehr und ein Kabel, sonst sieht alles genauso aus (Bild bei John Wolff).
Fehlende/zerfallene Füße ersetzt, extrem verharzte Mechanik mit viel Alkohol, etwas Benzin und Öl wieder gängig gemacht (das US-Patent war sehr hilfreich bei der Fehlersuche, DANKE an J.Wolff!), diverse Hebelchen justiert
Die 1949 gegründete Maruzen Sewing Machine Co. wurde mit ihrer Marke „Jaguar“ schnell einer der großen Nähmaschinen-Exporteure Japans. Auch die meisten Nähmaschinen von Quelle („privileg“) stammten ab 1965 von dort. Im gleichen Jahr begann für kurze Zeit auch der Bau kleiner Addiermaschinen.
1989 wurde der Markenname zum Firmennamen - und auch heute sind Nähmaschinen das Kerngeschäft des Herstellers.
Auch diese Maschine mit Volltastatur und geteilten Staffelwalzen ist noch ganz nahe am Vorbild der Monroe-Maschinen: Die Staffelwalzen werden verschoben, nicht die abgreifenden Zahnräder. Wie üblich hat sie optionalen „Additionsmodus“ (die Eingabelöschung nach Drehung der Kurbel). Ein Zehnerübertrag im Zählwerk fehlt, was die abgekürzte Multiplikation unmöglich macht.
Offensichtlich versuchte man, möglichst viel Metall einzusparen: Der Boden besteht noch aus stabilem Metall, doch die Schlittenverkleidung ist schon aus dünnem Blech, die übrige Karosserie aus dickem Kunststoff und auch sonst gibt es viel Plastik. Das Modell war, wie der Nachfolger K5, im Vergleich zu Monroe (und Lagomarsino) sehr günstig und wurde vielfach auch in den Westen exportiert. Die Halb- und Vollautomaten des Herstellers sind dagegen im Westen eher selten.
Erste Ermüdungsrisse am Schlittenverstellknopf (aus Kunststoff) geklebt.
Diese Sprossenradmaschine wurde in Jugoslawien gebaut (es gab wohl auch eine Lizenzproduktion in Ungarn). Sie ist eigentlich ganz solide verarbeitet und mit Rückübertragung, Einhandbedienung und vollständigem Zehnerübertrag gut ausgestattet. Auch die Lupen über den Anzeigen sind Luxus.
Dieses Exemplar wieder funktionsfähig zu machen war allerdings ein größeres Abenteuer:
Die Maschine sah wirklich hervorragend aus. Doch leider bestanden die Sprossenräder aus billigem Zinkdruckguss und waren massiv von Zinkfraß befallen. Offenbar hatte man noch Ende der 60er-Jahre dafür anfällige Legierungen benutzt. (Auch andere Hersteller sind betroffen, von alten Burkhardts vor 1900, als man mit Zinklegierungen noch keine Erfahrungen hatte, bis zu den letzten Triumphator-Maschinen.) Einige Sprossenräder schliffen auf den Zahnrädern des Resultatwerks, fast alle Einstellringe klemmten auf ihren Zinkscheiben fest, viele Sprossen und einige Zehnerübertrags-Finger waren auch unbeweglich. Nach vielfachem Ausschleifen wurde das etwas besser - doch der Zinkfraß sorgte dafür, dass die Sprossenräder weiter wuchsen und bröselten.
Angesichts des ansonsten extrem guten Zustands war das sehr schade. Doch dann fand ich für wenig Geld ein TRS-Vorgängermodell „Zagreb“ (Nr. 17065). Total verdreckt, rostig und teils mit Goldbronze(!) eingesprüht - doch nach dem Kauf stellte sich heraus, dass deren Trommel aus Messing war. Glück gehabt!
Also entsorgte ich die Zinkguss-Trommel und baute die ältere, schöne Messingtrommel ein. Doch leider passten nun weder Kontrollwerk, Ansteuerung des Zählwerks noch Zehnerübertrag im Resultatwerk richtig (mehr dazu im Aufklappmenü unten), also musste ich fast das gesamte Innenleben austauschen. So waren viele neue Löcher zu bohren, die Trommelachse abzusägen und weitere kleine Anpassungen nötig. Nur Bodenplatte mit Schlittentransport, Klingel, Kurbel und Deckbleche sind von der neueren Maschine übrig geblieben. Nun trägt die Maschine innen zusätzlich die alte Seriennummer, hat außen das alte „Zagreb“-Logo über einem nicht mehr benötigten Schlitz und vor allem funktioniert sie wieder leidlich.
TRS ist das Kürzel der 1948 in Zagreb gegründeten Tvornica Računskih Strojeva, auf deutsch einfach „Rechenmaschinenfabrik“. Man hat dort aber nicht nur Rechenmaschinen hergestellt, sondern war einer der Pioniere des Computerbaus im Ostblock. Zeitweise gehörte TRS wohl auch der italienischen S.A.Serio. Die Firma existiert nicht mehr, aber ein Nachfolge-Unternehmen namens Reinhart B.B. doo.
Einige der Rechenmaschinen wurden auch im Westen verkauft, oft unter anderen Namen - z.B. die poppige „Kling“, deren Design von Davor Grünwald entwickelt wurde.
Eine speziellere Rechenscheibe von Norma, wieder mit 19 cm Durchmesser. Diese war für Grafiker etc. gedacht, daher gibt es eine Skala mit Formaten und Schriftgrößen.
Die Scheibe muss in der Zeit zwischen 1965 und 1970 entstanden sein, denn sie hat schon den neuen, verchromten Alu-Rand, aber immer noch den kurzen Läufer.
Dieses Exemplar wurde von den Grafikern eines Industrie-Designstudios in Venlo bis in die 80er-Jahre benutzt - danach wurde auf Computer umgestellt und die Scheibe wurde überflüssig.
Die Technik der Facit CM2‑16 wurde hier in ein billigeres Plastikgehäuse gepackt. Beworben hat man damals das „moderne“ Aussehen und etwas geringeres Gewicht.
Das Modell bekam auch einen Tragegriff spendiert, der für das Gewicht allerdings etwas zu filigran ist und wohl eher die Transportierbarkeit signalisieren sollte.
So versuchte man konkurrenzfähig zu bleiben, aber leider vergeblich. Elektronische Rechner sahen eben nicht nur modern aus, sondern waren es auch.
Dieses Exemplar hat eine niedrigere Seriennummer als die in den üblichen Listen genannten. Es dürfte also eines der ganz frühen Exemplare sein.
Dieses Modell stammt von den Addiermaschinen ab, aber dennoch habe ich es als Vierspezies-Maschine einsortiert: Das am höchsten entwickelte Modell von Precisa beherrscht wie schon das Modell 164 die automatische, verkürzte Multiplikation, zusätzlich aber auch noch die automatische Division.
Wie beim Vorgänger gibt es hier zwei mechanische Speicher: einen für die weitere Nutzung des letzten Ergebnisses (was eine Neueingabe erspart), einen weiteren für Konstanten oder Gesamtsummen (für letzteres allerdings mit dem Umweg über Zwischensummen).
Das Exemplar stammt aus dem Nachlass eines ehemaligen Verwaltungsleiters des Dillenburger Krankenhauses. Ob er es bereits in der Klinik nutzte und später mit nach Hause nahm oder ob es privat angeschafft wurde ist unklar.
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Division (355:113): |
Multiplikation (12345679x9 und 9x12345679): |
Der Nachfolger der Contex 30 hat ein zusätzliches Zählwerk, das nur bei der Division in jeder Stelle die Anzahl der Subtraktionen registriert. Damit und mit einer kleinen Veränderung der Ablaufsteuerung (kein Stop nach Unterlauf-Korrektur) kann eine Division hier also vollautomatisch durchlaufen.
Die grundlegende Technik mit Stiftschlitten und Zahnsegmenten ist immer noch die der Contex 10, die Maschine ist trotz der Automatiken kaum größer und schwerer. Auch sie wurde wieder ein Erfolg, wenn auch nur für wenige Jahre: Die elektronischen Geräte (auch von Contex) übernahmen schon bald...
Anleitung auf
der Rückseite:
Fehlendes Federchen ergänzt, verharzte Zahnsegmente gängig gemacht. Auch hier musste der zerfallene Schaumstoff der Pinbox ersetzt werden.
PDF der mehrsprachigen Originalanleitung vorhanden.Ein Zahlenschieber aus den mittleren 60er-Jahren. Das Modell ist offensichtlich (bis hin zu Details in Farbgebung und Beschriftung) eine Kopie des Addiator Arithma. 1960 wurden solche Zahlenschieber in den USA manchmal schon für 99 Cent angeboten.
Manchmal findet man das Modell auch mit einem kleinen Rechenstab auf der Rückseite, der mit „Made in Japan“ beschriftet ist. Ich vermute aber, dass der Zahlenschieber in Hongkong hergestellt wurde, denn dort sind praktisch baugleiche Modelle bekannt.
Zerlegt, einige Zähne und Schieber begradigt.
Mit Originalgriffel, Anleitung eines Addiator Arithma im Netz gefunden.Der unbekannte japanische Hersteller hat schon ab den 50er-Jahren Zahlenschieber an viele Firmen geliefert und gleich deren Marke aufgedruckt. Alco z.B. war eine Firma aus New York, die ab Mitte der 60er-Jahre aus Fernost importierte Massenware über Discounter vertrieben hat.
Als Programmierer noch selbst rechneten, mussten sie das oft mit hexadezimalen Zahlen tun, also im Zahlensystem mit 16er-Stellenwert und den Ziffern 0-F. Einige Jahre lang waren zwar Großcomputer schon verbreitet, aber es gab noch keine Taschenrechner mit entsprechender Funktion. Daher wurde dieser späte Nachfolger des Addiator Basismodells für einige Zeit recht erfolgreich.
Damit war es leicht, z.B. BA21 + 1B7C zu rechnen. Mit Papier und Stift dauerte das viel länger und nicht immer kam dabei das korrekte Ergebnis (hier übrigens D59D) heraus.
Dieses Exemplar ist auf der Rückseite gestempelt, womit die frühere Verwendung klar ist. Bei dem eingeritzten Datum 3/76 ist aber fraglich, ob das der Zeitpunkt des Erwerbs oder der Ausmusterung war.
Solche Spezialgeräte produzierten nur sehr wenige Firmen und nur für wenige Jahre. 1977 erschien mit dem „TI Programmer“ der erste Taschenrechner für Programmierer. Inzwischen kann zwar fast jeder wissenschaftliche Taschenrechner mit hexadezimalen Zahlen (seltener auch „sedezimale“ Zahlen genannt) umgehen - aber Programmierer rechnen heute ja nicht mehr...
Das ist mein bisher ältester elektronischer Rechner: Er kam im September 1968 auf den Markt. Seine Elektronik ist entsprechend niedrig integriert: Auf insgesamt sieben Platinen sitzen ungeheuer viele Widerstände und Dioden (oft als logische Gatter), zahlreiche Kondensatoren, einige Transistoren und nur wenige integrierte Schaltkreise („Chips“ oder ICs). Die ICs sind noch sehr einfach (SSI = „small scale integration“) und bieten nur logische Grundfunktionen. Dazu kommen noch die Platine für die Tastatureinlesung, zwei schmale Platinen für die Anzeige und die alles verbindende Hauptplatine. Der ganze große Kasten ist also vollgestopft mit elektronischen Bauteilen, und die wurden alle in Handarbeit eingelötet! Entsprechend stolze Preise wurden dann auch dafür verlangt.
Die Anzeige besteht aus „Nixies“, das sind die damals gebräuchlichen, recht teuren Röhren mit Kathoden in Ziffernform, die wie Glimmlampen leuchten können. Für jede Ziffer gibt es also eine Kathode, diese sind dicht hintereinander gestapelt. Nixies gab es in vielen verschiedenen Formen und Größen, doch ab Anfang der 90er-Jahre wurden sie nicht mehr hergestellt weil sich billigere und energiesparendere Anzeigearten durchsetzten. Einige Enthusiasten betreiben heute wieder eine Kleinstfertigung, aber die funktionsfähigen Nixies werden allmählich seltener und damit noch teurer als sie es immer schon waren. Das ist schade, denn das warme Licht ist wunderschön.
Die Bedienung dieses Rechners ist mit heutigen Standards kaum vergleichbar. Manche Tastenfolge führt zu hoch seltsamem Verhalten. Immerhin gibt es schon die Wurzelfunktion (die mit großen Zahlen nicht gut umgehen kann), den Speicher (der ein negatives Vorzeichen leicht verliert) und ein (recht eingeschränktes) Fließkomma. Andere Rechner dieser und folgender Jahre waren da meist deutlich schlechter ausgestattet, und der Funktionsumfang selbst der kompliziertesten elektromechanischen Maschinen ist damit schon erreicht.
Die Platinen:
Defekte Glimmlampe der Überlaufanzeige ersetzt.
Denon wurde 1910 als Nippon Chikuonki Shoukai (Japan Recorders Corporation) gegründet. Bis 2001 gehörte die Firma zum ebenfalls 1910 gegründeten Plattenlabel Nippon Columbia. Einige wenige Jahre um 1970 war Denon auch im Rechnerbau tätig, die Marke wurde aber mit hochwertigen Stereoanlagen und Audiokomponenten bekannt, diese baut sie noch heute. Denon gehört heute zur D&M Holdings Inc. (D und M stehen für Denon und Marantz).
Nach den „Multisummas“ stellte Olivetti zuletzt mehrere „Divisummas“ her. Wie deren Name schon vermuten lässt, beherrschen diese Modelle nun auch die automatische Division. Trotz ihrer Abstammung von den Addiermaschinen sind es also „richtige“ Vierspezies-Maschinen.
Modell 26 GT ist das letzte der Reihe - es hat zwei Resultatwerke, Speicher für Multiplikator/Quotient, letztes Ergebnis/Konstante und „Grand Total“. Die dafür nötige Mechanik braucht Platz und ist nicht besonders robust. Solche „Endzeit-Modelle“ des mechanischen Rechnens wurden auch deshalb schon bald von elektronischen Rechnern abgelöst: Die waren wartungsfreundlicher, funktionsreicher und schnell auch kostengünstiger. Auch Olivetti bot bereits 1965 erste elektronische Rechner an.
Dieses Exemplar funktioniert leider nicht - die extrem komplexe Mechanik ist empfindlich und hier aufgrund jahrzehntelanger Nichtbenutzung stark verharzt. Ich wage derzeit nicht, diese Maschine zu zerlegen...
... und auch das erst nach vielen Versuchen und Justagen.
Anleitung im Netz gefunden.Ein Rechner mit richtig vielen (genau 88) ICs, die aber immer noch niedrig integriert („SSI“) sind. Die Anzeige ist nun schon geringfügig moderner: Statt der klassischen Nixies hat sie zwölf nach dem gleichem Prinzip leuchtende „Elfin-Röhren“: Das sind acht kleine Glimmlämpchen pro Röhre, die zusammen eine Siebensegment-Anzeige (plus Dezimalpunkt) bilden. Die Speicherlogik ist etwas seltsam (statt Speicherlöschtaste automatischer „Neustart“ nach bestimmten Rechnungen, der Speicher ersetzt eine Konstante), Fließkomma gibt es noch nicht. Insgesamt wirkt die Bedienlogik aber ziemlich durchdacht, das Wurzelziehen mit dem Heron'schen Verfahren geht hier (auch dank des seltsamen Speichers) sehr flott.
Die Platinen:
Die General Corp. Ltd. war ein 1914 gegründeter japanischer Hersteller, dessen Eigenmarke „Teknika“ in Deutschland von MBO vertrieben wurde, der aber auch wichtiger OEM‑Hersteller ( z.B. vieler Rechner von Triumph-Adler oder Precisa - dort hieß dieses Modell „GS12“) war. Bis mindestens 1989 wurden elektronische Rechner gebaut. Heute gibt es immer noch eine Firma gleichen Namens, sie stellt nur noch Verbrauchsmaterialien für Bürogeräte her.
Viele Jahre nach Facit und Schubert versuchte sich auch Olympia an einer Sprossenradmaschine mit 10er-Tastatur. Das Modell konnte sich (wie auch die Schubert E) mit der erfolgreichen CM2-16 messen, doch die Entwicklung hatte zu lange gedauert. Bei Markteinführung war der Siegeszug der Elektronik schon im Gange. So wurde die RT 4 trotz sehr guter Ausstattung und mäßigem Preis (wozu die Fertigung im spanischen Zweigwerk beitrug) kein Erfolg: Nur 1.500 Maschinen wurden gebaut.
Ein trauriges Ende der langen Erfolgsgeschichte von Brunsviga/Olympia/FAMOSA!
Über die Verwendung dieses Exemplars ist nichts bekannt, der gute Zustand deutet auf (evtl. wegen des defekten Zehnerübertrags?) wenig Nutzung.
(Wohl absichtlich) ausgehängte Drehrichtungssperre wiederhergestellt, Zehneruntertrag im ZW mehrfach justiert, falsch mitdrehende Stellen im RW justiert, Klinke im Rückübertrag nachgeschliffen.
Mit Haube.Dieser kompakte Tischrechner beherrscht nur alle Grundrechenarten, sonst kann er nichts. Aber er ist dennoch bemerkenswert, weil er der weltweit erste Rechner mit LSI(„large scale integration“)-Chips war. Hier werkeln tatsächlich nur noch sechs Chips, davon vier in damals revolutionärer MOS‑Technik mit um die 1000 bis 2000 Transistoren pro IC. Das war damals ungeheuer viel (Spitzen-Notebooks von heute haben Prozessoren mit mehreren Milliarden Transistoren) und ein gewaltiger Fortschritt bei der Rechengeschwindigkeit. Dazu kam noch die Raum- und Energieersparnis.
Interessant ist auch die Anzeige, denn hier wurden zum ersten Mal in einem Rechner die eher seltenen Itron-Röhren verbaut. Die Verarbeitung ist extrem wertig: gekapseltes Netzteil, Goldkontakte, Tastatur mit Reed-Schaltern... Auch nach 50 Jahren knarzt, klemmt und wackelt nichts. Auf der Positivseite ist auch noch das damals seltene echte Fließkomma. Die Tastatur hat ein heute sehr seltsam anmutendes Layout mit gemeinsamer Taste für Multiplikation und Division, ohne Hilfe findet kaum jemand in nur 5 Minuten heraus, wie man da dividiert. Führende Nullen werden in der Anzeige nicht unterdrückt, die Nullen sind dafür halbhoch, was sehr gewöhnungsbedürftig ist und ungeübte Nutzer eher noch mehr verwirrt. Nach dem Einschalten muss man zweimal C drücken, sonst steht Datenmüll in Anzeige und Register. Die Korrekturtaste löscht Anzeige und eingegebene Operation und holt das Register in die Anzeige zurück, das zweite Drücken löscht alles.
Durch die höher integrierten Chips mussten hier viel weniger elektronische Bauteile eingebaut werden, dadurch konnte auch der Preis nun schon deutlich niedriger sein...
Von Jahr zu Jahr purzelten die Preise und heftiger Konkurrenzkampf unter den Elektronikherstellern ließ letztlich nur wenige große Unternehmen bis heute bestehen. Sharp, das 1912 durch Tokuji Hayakawa gegründet wurde und bis 1970 auch unter dessen Namen firmierte, gehört zu diesen Herstellern und ist heute immer noch einer der Marktführer im Bereich elektronischer Rechner. Sharp ist heute auch nicht mehr selbständig, denn die Konkurrenz vieler neuer „Billigheimer“ aus China hatte auch dort zu massiven Verlusten geführt. 2016 hat die taiwanesische Hon Hai (hierzulande als „Foxconn“ zu recht zweifelhaftem Ruf gekommen) zwei Drittel der Sharp-Anteile gekauft (mehr Firmengeschichte).
Der Vergleich zwischen der Precisa 164 und diesem späteren Modell in billigem Plastikgehäuse und ohne gesonderten Speicher zeigt den - letztlich vergeblichen - Kampf der Mechanik gegen die aufkommende Elektronik. Es beherrscht ebenfalls die vollautomatische Multiplikation und speichert Ergebnisse zur Weiterverwendung, ist aber leichter, kleiner und deutlich preisgünstiger.
Die Mechanik ist weiterhin gewohnte Schweizer Qualität, doch gebaut wurde die Maschine wieder im deutschen Zweigwerk in Säckingen. Immerhin ein Jahrzehnt lang, bis zur Aufgabe der Produktion von Rechenmaschinen bei Precisa, soll das Modell dort noch gebaut worden sein.
Es ist kein Zufall, das fast alle der hier genannten Firmen (z.B. Tröger, Schubert oder Facit/Odhner) in den frühen 70er-Jahren die Produktion all ihrer Rechenmaschinen und Rechenhilfen einstellten (und entweder untergingen oder auf ganz andere Produkte umschwenkten): Elektronische Rechner waren bis dahin immer erheblich teurer als die mechanischen Geräte gewesen, aber das änderte sich nun sehr schnell. Die immer höher integrierten Schaltkreise reduzierten die nötigen Arbeitsschritte und damit die Herstellungskosten der Elektronik immer weiter. So endete fast überall die Produktion mechanischer Rechenmaschinen, nur im Ostblock wurden sie noch einige Jahre länger gebaut.
Dieser Rechner ist wieder groß: Seine Elektronik ist nur wenig integriert (MSI), außerdem wurde das gleiche Gehäuse auch für Sharp-Rechner mit bis zu zwei Tastenreihen und zwei Stellen in der Anzeige mehr benutzt. Die Hauptplatine hat insgesamt 55 ICs, die mit wenigen Transistoren nur elementare logische Funktionen (NAND-Gatter, Schieberegister etc.) bieten. Dazu gibt es daher eine beeindruckende Menge von Transistoren, Dioden und Widerständen, die als „festverdrahtetes ROM“ die Rechnerlogik mit bestimmen.
Das Tastenfeld entspricht dem firmeninternen damaligen Standard, der sich auch auf vielen Facit- und Burroughs-Rechnern findet. Die Bedienung ist fast identisch mit dem Facit 1129, nur die Wahl von Rundung und Nachkommastellen ist etwas anders. Auf der Rückseite ist ein 60-poliger Stecker für ein Programmiergerät zum Speichern von Tastenfolgen. So ein Gerät war z.B. der „Memorizer 60“.
Innen ist ein Stempel mit dem japanischen Datum 45.10.29F: Das steht für den 29. Oktober des 45. Regierungsjahrs von Showa/Hirohito.
Eine eingedrückte Stelle am Netzschalter repariert, oxidierte Kugeln der Tastensperre mussten entfernt werden.
Mit Haube (etwas zerfleddert).„Große“ Rechenmaschinen waren für Privatleute viel zu teuer, elektronische Rechner bis in die 70er-Jahre ebenfalls. Dieses Marktsegment wurde also von Zahlenschiebern und Kleinaddierer wie diesem abgedeckt. Der „Neckermann Haushaltkalkulator“ (nicht „Haushalts...“ - deutsch ist schwer!) wurde im Katalog „für jede Hausfrau“ angepriesen und trägt seine Zielgruppe ja schon im Namen.
Hersteller ist eine (leider unbekannte) Firma in Japan. Das Modell wurde in Großbritannien und den USA als „Solo“ bzw. „Chadwick“ verkauft. Sehr erfolgreich war das Gerät wohl nicht, denn erst waren Zahlenschieber billiger und schon bald wurden Taschenrechner billige Massenware.
Man kann damit passabel addieren und subtrahieren (letzteres sogar einfacher als auf einer Resulta oder Summira, weil man das Rollenzählwerk in beide Richtungen drehen kann). Der Zehnerübertrag über alle Stellen, also z.B. von 9999999 auf 0000000, ist aber extrem schwergängig.
Leider kann man die Mechanik nicht untersuchen, ohne das Gerät zu zerstören, denn das Gehäuse aus dickem Plastik ist zu gut verklebt. Auch Reparaturen wären daher unmöglich.
Es geht noch kleiner: Diese Geräteart heißt englisch „Shopping adder“. Eine deutsche Bezeichnung gibt es nicht, weil diese Geräte praktisch nur in den USA und GB verbreitet waren. US‑Amerikaner und Briten fanden es offenbar besonders wichtig, beim Einkaufen die Summe stets mitzurechnen.
Die Schumm Rechenbox ist das einzige bekannte Modell aus Deutschland. Man klickt die Pfennig‑, 10 Pfg.‑, Mark- und 10 Mark-Stelle mit der Taste oben jeweils eins weiter, zum Löschen muss man dann alles einzeln (von rechts angefangen) auf Null klicken.
Man kann also in jeder Stelle Eins zuzählen und es gibt einen echten Zehnerübertrag. Wenn man das schon als „Rechnen“ ansieht, dann ist dieses Gerät eine der ganz späten Rechenmaschinen...
Erich Schumm war Unternehmer und Erfinder. Mehr als 1000 Patente hat er bekommen, das ist wirklich rekordverdächtig. Die beiden wichtigsten davon sind das ESBIT („Erich Schumms Brennstoff in Tablettenform“) und ... die Plastik-Fliegenklatsche!
Schumm starb 1979, die Firma mit Sitz in Murrhardt bestand aber weiter und stellte schließlich vor allem Handtuch- und Seifenspender her. 1994 wurde Schumm von der Haniel Textilservice übernommen. Deren Sanitärausstattungen werden heute (als CWS-boco) immer noch hergestellt, auch in Murrhardt.
Auf den ersten Blick sind nur die Tastenfarben und das Firmenlogo anders als beim QT‑8D, bei einem zweiten Blick fällt der fehlende Tragegriff auf. Die Ähnlichkeit täuscht nicht, denn fast alle Elektronenrechner von Facit und Addo sind von Sharp gebaut worden. Deren QT‑8D wurde leicht modifiziert und dann als Addo‑X 9354 bzw. Facit 1115 verkauft.
Ein Facit-Prüfetikett auf der Rückseite trägt das Datum 12.12.1972, es handelt sich also um eines der ganz späten Exemplare. Der schnelle Preisverfall lässt sich im Büromaschinen-Lexikon nachverfolgen.
Zerbröselnde Gummifüße ersetzt.
Mit Haube, Anleitung der Facit 1115 im Netz gefunden.Das Gerät sieht nun wieder exakt wie der QT‑8D aus, selbst der Tragegriff ist wieder da. Auch das Innenleben ist praktisch gleich, aber eigentlich gab es ursprünglich einen wichtigen Unterschied: Statt des großen Netzteils waren hier früher sechs Akkus eingebaut und es wurde eine separate Ladestation mitgeliefert. Damit wurde der QT‑8B zum ersten netzunabhängige Elektronenrechner, wegen seiner geringen Größe konnte man ihn auch wirklich schon gut mitnehmen. Dafür war er dann mit Ladestation 460 DM teurer als sein Pendant mit Netzstecker.
Sein Nachfolger hat immer noch den gleichen Chipsatz: Es ist der (noch kleinere) erste echte Taschenrechner der Welt, der Sharp EL‑8 (auch Facit 1111 / Addo‑X 9364).
Auch hier Gummifüße ersetzt.
Mit Anleitung des QT-8D.Dieser Rechner ist nun wieder vergleichsweise riesig, sogar größer als viele der mechanischen Maschinen. Das liegt auch daran, dass hier wieder nur MSI-Chips eingesetzt wurden, die durch eine beeindruckende Zahl von Transistoren, Dioden und Widerständen ergänzt werden. Einen der damals aufkommenden LSI‑Chips findet man hier noch nicht. Die Anzeige besteht wieder aus den teuren „Nixies“, auch die Tastatur entspricht dem damaligen Sharp-Standard. Für heutige Verhältnisse ist die Benutzung etwas ungewohnt: Eine Plus-Taste sucht man vergebens, führende Nullen werden nicht unterdrückt, es gibt kein Fließkomma und Werte für Multiplikation und Division dürfen nur je 13 Stellen haben, weil dabei eine Stelle im Register als Zählwerk benötigt wird. Werden kompliziertere Aufgaben gerechnet, dann vollführen die Anzeigen bis zu einer Sekunde lang einen wilden Tanz. Doch immerhin gibt es schon einen echten Speicher mit den heute noch üblichen vier Tasten.
Ungewöhnlich ist auch der 45‑polige Stecker an der Unterseite, an den man ein Programmiergerät zum Abspeichern von Tastenfolgen anschließen konnte. Der Rechner wurde damit schon programmierbar, allerdings noch ohne Verzweigungen und Sprünge.
Zum Vergleich der Preise: Ein VW Käfer in der einfachsten Ausstattung kostete 1970 etwa 5.500 DM brutto (nebenbei bemerkt: der Käfer war seit 1950 preisstabil, nur die MWSt. kam ab 1968 oben drauf!). Trotz Preisverfall kostete so ein Rechner auch 1971 immer noch fast so viel wie ein halbes Auto.
Das Modell wurde gleichzeitig als Addo-X 9677 verkauft. Ein genaues Gegenstück beim Hersteller Sharp kenne ich nicht, der CS-241 kommt dem aber nahe.
Die „große Schwester“ der Nisa K2 wirkt in Form- und Farbgebung ziemlich modern. Sie ist eine der letzten Neuentwicklungen einer handbetriebenen Maschine überhaupt und kam auf den Markt, als sich die ersten elektronischen Rechner schon gut etabliert hatten. Trotzdem muss sie zumindest im damaligen Ostblock noch eine große Verbreitung erfahren haben, denn man findet sie in Internet-Auktionen öfters. Auch eine Modellvariante mit Elektromotor wurde gebaut.
Das Zählwerk ist immer noch ohne Zehnerübertrag, ein Zähler mit Übertrag kann jedoch im sehr großen Resultatwerk simuliert werden. Man findet an ihr noch mehr Plastik als an der „kleinen Schwester“. Die Oberschale aus dünnem Kunststoff wirkt etwas klapperig (es gibt ganz selten auch eine Variante mit Metalloberschale). Auch Kurbel und Schlittentransportrad sind aus demselben Material und hatten z.T. erste Ermüdungsrisse. Unterschale und Inneres sehen dagegen recht stabil aus, sind aber auch erkennbar auf Materialersparnis hin optimiert.
Erste feine Haarrisse an Gehäuse und Schlittentransportrad geklebt/verstärkt, einige Gummipuffer innen erneuert.
Als „Schulrechenstab für hohe Ansprüche“ wurde ab 1952 dieser Schul-D(oppelseitige)-Stab 52/82 angeboten, ab 1970 dann mit gleicher Nummer (aber ohne das „Schul-“ im Namen) dieses Modell mit leicht veränderten Skalen. Dieses Exemplar war der Schulrechner eines Freundes.
Der Facit 1131 ist schon beim Markteintritt ein Mix aus alt und neu: Die „Nixies“ kamen da allmählich schon aus der Mode und wurden zwecks Kosten- und Energieersparnis durch die Panaplex‑, Digitron- oder seltener durch erste LED‑Anzeigen abgelöst. Im Inneren werkeln aber schon LSI‑Chips mit mehreren tausend Transistoren, was zu einer viel aufgeräumteren (und damit billiger zu bauenden) Platine führt. Die Benutzung ist für unsere heutigen Gewohnheiten reichlich umständlich: Konstantenoperationen z.B. müssen über Schieber eingegeben werden, führende Nullen werden nicht unterdrückt und es gibt kein Fließkomma. Warum der Rechner statt „M+“ und „M-“ eine „Sigma“-Taste hat bleibt wohl für immer ein Geheimnis der Entwickler.
Der Rechner wurde auch als Addo‑X 9676 verkauft. Ein genaues Gegenstück beim Hersteller Sharp habe ich bislang nirgends gefunden.
Zäh gehende Null-Taste gängig gemacht.
Ein schöner Aktenkoffer dient als Zuhause, neue Anleitung geschrieben. DANKE an Serge Devidts von CALCUSEUM.COM für eine vierseitige Broschüre mit Kurzanleitung!Einer der frühen Tischrechner von Sharp im Design der damaligen Oberklasse, mit dem sehr seltenen, gesonderten „Verify“-Speicher mit Kippschalter. Ansonsten ist der Funktionsumfang noch auf dem Stand des kaum älteren CS-241. Fließkomma kann auch dieser Rechner noch nicht. Statt der Nixies leuchtet hier eine preiswertere Panaplex-Anzeige. Auch die hat das schöne orange Plasma, aber nun an Segmenten statt gestaffelten Ziffern.
Innen ist der Fortschritt in einem Jahr enorm: Es sind nun wesentlich weniger elektronische Bauteile nötig, weil spezielle LSI-Chips nun die Hauptarbeit des Rechnens (und Speicherns) übernehmen. Nur die Ansteuerung des Displays braucht noch viele einzelne Transistoren, Widerstände, Dioden und Kondensatoren. Die Tastatur ist noch fast im alten Stil und komplett mit hochwertigen Reed-Schaltern bestückt.
Das Garantielabel nennt als Ablaufdatum Dezember 1972, ein Chips hat die Jahreskennung 1970.
Das Herz dieses Rechners ist ein abgewandelter Chipsatz S-100 von Electronic Arrays aus sechs LSI‑Chips: 110-5001 (Register Array), 140-5004 (Input Processing), 150-5005 (Output Array), 120-5013 (Control Logic), 180-5019 (zuvor 160-5014, Microcode ROM), 150-5017 (Arithmetic Logic). Dies war der erste Chipsatz, der frei auf dem Markt angeboten wurde. So konnte ihn jede Firma kaufen und damit einen eigenen Rechner bauen.
Auch Contex griff zu und baute einen Rechner in typischem Flunder-Design. Er hat eine sehr seltene Anzeige: Eine Nixie-„Monotube“ von Philips mit acht Ziffern nebeneinander in einer gemeinsamen Röhre (also 88 Kathoden in einer Röhre!).
Auf der Rückseite hat der D11 zwei Wahlschalter: Einen für die Nachkommastellen beim Einschalten, einen für verschiedene Netzspannungen von 100 bis 240 Volt. Die übrige Rückseite ist von einer stabilen Metallplatte mit einer Kurzanleitung. Schade, dass das nicht Schule gemacht hat!
Die Bedienung mit arithmetischer Eingabelogik ist halbwegs modern. Es gibt eine Taste für Konstanten (mit seltsamer Konstantenlogik), eine Taste für die Wahl der Nachkommastellen (die die Ziffern 8, 9 und das Komma rein mechanisch sperrt) und eine Taste, mit der die acht höheren Stellen angezeigt werden können, wenn das erforderlich ist: Der D11 hat nämlich eine Rechenkapazität von 16 Stellen (wenn diese Stellen sichtbar sind leuchtet das rechte Signallämpchen). Was aber schmerzlich fehlt ist ein Speicher, den haben erst spätere Modelle.
Die Preisentwicklung zeigt auch hier wieder den radikalen Preiskampf: 1973 war der Preis schon auf 915 DM gefallen, 1974 auf 598 DM, 1975 wurde er nicht mehr angeboten.
Leicht ausgebrochene Null-Taste geklebt.
Kurzanleitung auf der Rückseite erklärt zwar alle Funktionen, trotzdem neue Anleitung geschrieben.Ein Exemplar dieses Modells stand ab 1971 auf dem Schreibtisch meines Vaters. Es ersetzte die Addo‑X, deren Reparatur nicht mehr lohnte. Da man mit ihr nicht wirklich multiplizieren konnte wurde sie durch eine Rechenscheibe ergänzt: Mit der Olympia wurde (z.B. für Rechnungen oder Inventuren) addiert, subtrahiert und gedruckt, mit der Rechenscheibe (z.B. für Handelsspannen, Preisaufschläge oder Rabatte) multipliziert und dividiert.
Die AM 209 ist die letzte mechanische Maschine von Olympia, die in Serie produziert wurde. Ihre Funktionen sind genau die gleichen wie bei der Olympia 192‑030, sie kann ebenfalls nur addieren und subtrahieren. Aber es gibt hier statt Handhebel den Motor, was das Rechnen kräfteschonender und schneller macht.
Rechen- und Druckwerk bestehen fast völlig aus Kunststoff-Zahnrädern und ‑Hebeln, eine einzige Achse trägt alle rotierenden Teile. Tastendrücke werden mit Bowdenzügen auf den Stiftschlitten übertragen, von dort ins Resultatwerk mit Zahnsegmenten aus Kunststoff. Da auch das Gehäuse vollständig aus Kunststoff („Novodur“ Hart‑PVC) besteht ist die Maschine relativ leicht.
Diese Konstruktion lässt ganz deutlich die Absicht erkennen, mit sehr preisgünstiger Produktion der vordringenden Elektronik etwas entgegen zu setzen. Das gelang allerdings nur kurz: Während der langen Entwicklungszeit waren die Preise der Elektronik bereits rasant gefallen und sie fielen weiter. Der anfängliche Preis von 349 DM (netto) machte sie bereits kaum noch preiswerter als die gleichzeitig angebotenen elektronischen Rechner.
Diese Maschine ist nicht unsere von damals, aber stammt auch aus einem Lebensmittelgeschäft. Der Lieferschein zeigt, dass sie 1974 bei Papierfix in Landau gekauft wurde (diese Firma existiert noch).
Sprossenrad-Maschinen (aus Spanien) gab es von Olympia übrigens auch: 13RM, RT 4!
Festgerosteten Hebel der R-Taste (die einzige Roststelle am ganzen Gerät) gelöst, zerfallende Schaumstoffstreifen im Inneren (zur Lärmdämmung) ersetzt.
Mit Haube, Originalanleitung und dem originalen Umkarton mit Versandaufklebern von Olympia Braunschweig und einem Lieferschein vom 11.5.1974.Erster Rechner mit wissenschaftlichen Funktionen (Trigonometrie, Logarithmen, Potenzen etc.) war der Mathatronics 8‑48M aus dem Jahr 1964. Doch bis zum Anfang der 70er-Jahre waren solche Geräte extrem teuer und selten. 1972 kam dieser Rechner auf dem Markt, immer noch im Format eines (nicht mehr ganz so großen) Tischrechners und immer noch einer der ersten seiner Art.
Die Zusammenstellung seiner wissenschaftlichen Funktionen ist ungewohnt: Nur für den Tangens gibt es eine Umkehrfunktion, die Potenzfunktion geht nur mit ganzen Zahlen von 1 bis 9, nur zwei der drei heute üblichen hyperbolischen Funktionen sind zu finden, Pi ist auch nicht fest gespeichert. In der Anleitung wird aber gut erklärt, wie sich mittels diverser Umformungen auch die fehlenden Kreis- und Hyperbelfunktionen errechnen lassen, wie man über e und ln auch „krumme“ Potenzen rechnet und wie man Pi schnell findet (180° in rad umwandeln). Besonders die Kubikwurzel-Funktion rechnet sehr lange, bis 12 Sekunden dauert das hypnotisierende Flimmern der Ziffern dann. Der Test des Calculator Forensics Project ergibt hier 9,1017786367. Für die damalige Zeit ist das nicht wirklich gut, aber es gab (selbst in späteren Jahren) auch Schlimmeres.
Schon 1973 wurde das teure Nixie-Display durch ein preiswertes VFD ersetzt, doch die kurze Zeit der wissenschaftlichen Tischrechner war da eigentlich schon vorbei: Bereits ab 1972 wurde mit dem Hewlett-Packard HP‑35 ein wissenschaftlicher Taschenrechner für knapp 880 DM angeboten. Casio selbst konnte erst ab 1974 einen solchen Taschenrechner bieten, den fx‑10.
Dieses Exemplar wurde erstaunlicherweise früher in einem Gemischtwarenladen in Goslar benutzt, später noch zu Lohnabrechnungen der Vorarbeiterin einer Reinigungsfirma. Ich vermute mal, dass der Funktionstastenblock in beiden Fällen nicht sehr oft benutzt wurde. Wieso ein Einzelhändler an eine so teure und seltene Maschine kam bleibt rätselhaft.
Casio (die westliche Schreibweise für den Gründer der Firma) wurde 1946 gegründet. Bereits 30 Jahre später war die Firma einer der Platzhirsche im Geschäft mit elektronischen Geräten, und heute ist sie das immer noch: Uhren, Taschenrechner, Kameras und vieles mehr werden gebaut.
Dieser vergleichsweise einfache Rechner bietet abgesehen von der Konstanten und dem seltenen Vorzeichenwechsel nur die Grundrechenarten, beherrscht aber immerhin das Fließkomma. Die Werte werden mit Itron-Röhren angezeigt (leider ohne Nutzung des vorhandenen 8.Segments). Der LSI‑Chip enthält sämtliche Rechenfunktionen, die übrigen elektronischen Bauteile sind für Anzeige und Spannungsversorgung zuständig.
Den Neupreis kenne ich nur aus dem holländischen Inserat eines anderen Vermarkters (Gulden und DM waren damals ungefähr gleich viel wert). Anders als der Rechner bei Calcuseum.com hat dieses Exemplar keine Seriennummer (mehr?).
Einige abgeschabte Ecken retuschiert, ein Kabel wieder angelötet.
Über die Liebermann & Co. S.A. ist im Netz nichts zu finden. Sie war nur einer der vielen Vermarkter dieses Modells, gebaut wurde es von der 1956 gegründeten TECO Electric & Machinery Co.. Diese Firma ist heute einer der weltgrößten Hersteller von Elektromotoren.
Dieser Tischrechner ist wieder etwas funktionsreicher als der vorige aus dem gleichen Jahr. Hier gibt es zwar kein Fließkomma, dafür aber einen Speicher. Die Tastatur ist dank Reed-Schaltern unverwüstlich, das Gehäuse aus extrem dickem Plastik auch.
Remington hat das solide Gerät bei Casio gekauft, nur Gehäuse und Tasten sind geändert. Das entsprechende Casio-Modell ist der Casio 101‑A.
Die 1816 gegründete Waffenfabrik Remington ist nur der Namensgeber. 1886 verkaufte man die nebenher betriebene Schreibmaschinen-Herstellung (samt der ersten richtig erfolgreichen Maschine) an die Standard Typewriter Co., die sich Namensrechte sicherte und ab 1902 auch als Remington firmierte. 1927, nach der Fusion mit der Rand Kardex Co. hieß die Firma lange Zeit Remington Rand. Es wurden Rechenmaschinen, Rasierapparate und anderes produziert. Nach einer im Jahr 1955 erfolgten Fusion mit der Sperry Co. firmierte man als Sperry Rand. Die Rechenmaschinen (später auch die zugekauften elektronischen Rechner) nutzten aber weiter den guten Namen Remington.
Im Großcomputerbau war Sperry Rand lange führend, die UNIVAC-Rechner stammen von dort. 1986 wurde aber schon wieder fusioniert: Dann mit Burroughs, dem Marktführer bei druckenden Addiermaschinen. Die dabei entstandene Firma Unisys gibt es heute noch, sie ist vor allem Informatik-Dienstleister.
Remington gibt es als Marke ebenfalls noch, weil die Rasierer-Produktion gegen Ende der 70er-Jahre ausgegliedert und verkauft wurde. Die gehört heute zum Mischkonzern Spectrum Brands.
Auch Walther versuchte im Markt elektronischer Rechner mitzuhalten. Ein erstes Modell wurde von Ricoh gekauft, doch danach wurden eigene Modelle entwickelt und gebaut. Das merkt man den Geräten auch an: Sie haben (wie auch die Contex-Rechner) ein eigenständiges, klares Design und sind gut verarbeitet. Auch nach einem halben Jahrhundert wackelt nichts und funktioniert alles.
Der ETR4 ist schon fast ein Taschenrechner: Noch ein wenig zu groß für die Hemdtasche, aber schon gut transportabel (einige Schwestermodelle mit dem gleichen Gehäuse hatten bereits Akkus und waren damit netzunabhängig).
Das Modell kam ein Jahr nach Produktionsende der WSR160 heraus und kostete kaum mehr als die Hälfte dessen, was zuvor für jene verlangt worden war. Angesichts dieses niedrigen Preises wundert es, dass das Gerät heute so selten zu finden ist. Lag es an zu geringer Produktionskapazität oder wurde das Gerät wegen des fehlenden Speichers zum Ladenhüter?
Alle Platinen mussten gereinigt werden, drei Potis mit Kontakt61 aufgefrischt und geschützt, das zu Staub zerfallene Schaumstoff-Polster der Nixies erneuert.
Mit Originalkarton eines ETR2, Anleitung beim „Rechenkasten“ gefunden - herzlichen Dank dafür!Aus Japan drängten in kurzer Folge immer billigere Rechner mit immer mehr Funktionen auf den Markt. Da konnte die „Walther Büromaschinen GmbH“ bald nicht mehr mithalten. Langlebigkeit war wegen der rasanten technischen Entwicklung kein Argument mehr. 1974 kam der erste Konkurs.
Bis 1986 verkaufte Walther sowohl mechanische als auch elektronische Geräte aus Lagerbeständen und ab 1980 auch aus Fernost zugekaufte elektronische Rechner (bis Mitte der 80er-Jahre als Firma „Walther Electronic AG“) und war zuletzt noch (als „Walther Data GmbH“) überwiegend in Nischenmärkten (z.B. für Fahrkarten-Buchungssysteme oder Rezeptleser) tätig. Seit 2014 gibt es nur noch den Waffenhersteller, die Stammfirma aller Walther-Unternehmen. Kunden, Personal und Maschinen der Walther Data wurden von MCon Global übernommen.
Einer der letzten Rechner von Contex im typischen Flunder-Design ist dieses Modell, dann kamen nur noch einige völlig anders gestaltete Rechner, die offensichtlich aus Japan zugekauft waren.
Statt Nixie-Monotube ist hier ein Panaplex-Display mit 12 Stellen verbaut. Man kann auch nur noch mit 12 Stellen rechnen, dafür gibt es einige Funktionen, die dem „Urahn“ D11 fehlen. Am wichtigsten ist sicher der 4-Tasten-Speicher, der das Gerät nun wirklich nutzbar macht.
Alle Rechenfunktionen und die Ansteuerung der Anzeige sind nun auf zwei höher integrierte LSI-Chips konzentriert, daneben gibt es nur noch sehr wenige Kondensatoren, Widerstände und Dioden.
Die praktische Kurzanleitung auf der Rückseite gibt es auch hier noch, ebenso die Konstantentaste und die Wahl der Nachkommastellen. Dazu gekommen sind Registeraustausch und Prozent. Fließkomma kann der Rechner aber immer noch nicht.
Der Preis war etwa doppelt so hoch wie beim D11. 1976 wurde Modell 230 immer noch angeboten, aber mit „Preis auf Anfrage“ verramscht.
Füße ersetzt.
Kurzanleitung auf der Rückseite erklärt zwar alle Funktionen, trotzdem neue Anleitung geschrieben.Einfachere Taschenrechner wurden in der ersten Hälfte der 70er-Jahre schnell erschwinglich. Der erste elektronische Rechner in unserem Haushalt kam 1973 und sollte die Rechenscheibe ersetzen.
Das erste Vorführen des Taschenrechners in der Schule führte zum Massenauflauf von Mitschülern und Lehrern, denn so etwas hatte dort noch keiner gesehen: Alle Grundrechenarten im Bruchteil einer Sekunde auf acht Stellen genau, die Eingabe super einfach - und kaum schwerer als ein Pausenbrot!
Kein Wunder, dass alle mechanischen Vierspezies-Maschinen so schnell wertlos wurden. Nur unsere Rechenscheibe wurde einstweilen doch noch nicht überflüssig, denn der Taschenrechner blieb nun in meiner Schultasche.
Eine eigene „=“‑Taste gibt es hier noch nicht, eine Wurzeltaste fehlt auch. Aber die Betriebsanleitung erklärt, wie man mit dem Heron'schen Verfahren Quadratwurzeln bestimmt.
Dieser Rechner ist nicht das Exemplar, das ich 1973 (bei Saturn Frankfurt) gekauft habe, das ist leider verschollen. Er stammt von einem Bankmitarbeiter, den ihn die ganzen Jahre immer noch als Reserve-Rechner herumliegen hatte. Immer wieder schön, dass auch manch Anderer funktionierende Geräte nicht wegwerfen kann!
Die Firma Interton gibt es immer noch, sie baut heute wieder nur das, was sie vor einigen Taschenrechnern (und einer halbwegs erfolgreichen Spielekonsole) auch gemacht hat: Hörgeräte!
Dieser einfache Tischrechner mit den in den 70ern verbreiteten „eckig-runden“ Tasten hieß eigentlich nur „privileg“, die 03987 ist die Katalognummer von Quelle. Es ist einer der letzten Rechner, die bei Busicom vor der Pleite gebaut wurde. Neben den Grundrechenarten gibt es als „Extras“ lediglich die abschaltbare Konstante für die Punktrechnungen, dazu die Wahl der Nachkommastellen (immerhin auch mit Fließkomma). Alle Rechenfunktionen sitzen in einem Chip, die übrigen elektronischen Bauteile sind für Stromversorgung und Anzeige zuständig. Letztere ist eine damals ganz moderne Panaplex-Einheit mit zehn Stellen, von denen eine ganz ungenutzt bleibt und eine nur für Minus und Fehleranzeige genutzt wird.
„privileg“ war die Technik-Marke von Quelle, unter der u.a. eine große Zahl von Rechnern verschiedenster Hersteller angeboten wurde. Quelle war einmal der Primus unter den europäischen Versandhäusern.
Die in Millionenauflagen gedruckten, viele cm dicken Kataloge prägten Käuferverhalten, Stil und Mode in Westdeutschland. Doch auch hier wurde der Erfolg letztlich zum Verhängnis, denn die Trends der Zeit (Online-Handel, Shoppingcenter und flexible Preise statt Katalog, Kaufhaus und Festpreis) verschlief man. Der Untergang kam, als das Management nach der Fusion mit den Karstadt-Kaufhäusern von Kriminellen übernommen wurde, die den Konzern ausbluteten und das „Tafelsilber“ (= Immobilien) billig an ihre Kumpane verschoben. Karstadt-Quelle rutschte immer tiefer in die roten Zahlen, was 2009 zum größten Konkurs der bundesdeutschen Geschichte führte. Die Marken Quelle und privileg gibt es aber noch: Der einstmals größte Konkurrent Otto (der ab 2019 auf Kataloge verzichtet) sicherte sich die Markenrechte und nutzt heute Quelle.de mit weitgehend gleichem Sortiment wie otto.de (Taschenrechner gibt es dort auch). „privileg“ wurde an Whirlpool weiterverkauft, die unter der Marke vor allem Haushaltsgeräte vertreiben.
Indische Mathematiker kannten die Logarithmen schon vor der Zeitenwende, über Persien gelangte dieses Wissen später zu den Arabern. Ab etwa 1470 bis 1620 wurden sie durch Chuquet, Stifel, Bürgi, Napier und andere Gelehrte in Europa bekannt und erforscht (ich vermute, dass Chuquet auf arabische oder Sekundärquellen Zugriff hatte, aber es könnte natürlich auch eine Neuentdeckung gewesen sein).
Mit Logarithmen lassen sich viele sehr komplexe Rechenoperationen vereinfachen, daher wurden die Logarithmentafeln ein wichtiges Rechenhilfsmittel. Wikipedia erklärt Funktion und Geschichte der Tafeln viel besser als ich das könnte (wenn es ganz unpolitisch bleibt, kann man ihr meist vertrauen).
Auch wir haben in der Schule noch ganz kurz und recht oberflächlich Tafeln benutzt, dieses Buch ist mein Exemplar aus der Oberstufe. Mit den ersten Taschenrechnern wurden die Tafeln allerdings fast über Nacht bedeutungslos, heute lernt das niemand mehr (vermute ich jedenfalls).
Den Schulbuchverlag Klett gibt es noch, natürlich sind Logarithmentafeln nicht mehr im Programm.
Formelsammlungen gab es nicht nur als Buch. Diese drei Drehscheiben sind keine Rechenhilfen im engeren Sinn, sondern Nachschlagewerk und Lehrmittel. Sie wurden in den 60er-Jahren von mehreren Gewerkschaften (in diesem Fall GdED) verteilt. Ich weiß nicht, ob sie vielleicht z.B. in der Lehrlingsausbildung benutzt wurden. Die leichten Schleifspuren der roten und gelben Scheibe zeigen aber, dass sie wirklich öfter genutzt wurden.
Den Kratschmer-Verlag gibt es auch noch, er ist aber inzwischen von Bad Homburg nach Frankfurt umgezogen. Neben Broschüren und Formularen stellt er auch noch Rechenscheiben aus Pappe (z.B. für die Reisekostenabrechnung) her.
Der Funktionsumfang dieses Taschenrechners ist wirklich minimal: Es gibt weder Fließkomma noch Konstante und man kann nur zwischen 0 und 2 Nachkommastellen wählen. Das reicht gerade mal für das Haushaltskonto, für genauere Rechnungen kann man aber (wie beim Rechenschieber) ohne Komma arbeiten und das im Kopf selbst setzen.
Intern arbeitet der Rechner mit mehr als den acht Stellen der Anzeige: Man kann bis zu 12 Stellen eingeben, von Ergebnissen mit 9-11 Stellen werden die niedrigsten acht Stellen angezeigt und man kann dann durch 1000 teilen, um die drei höheren Stellen anzuzeigen (als Zeichen dafür leuchtet links ein Punkt). Ergebnisse mit 12 Stellen „verlieren“ einfach die höchste Stelle, noch größere Zahlen blockieren den Rechner.
Die Platine ist bereits sehr aufgeräumt: Ein Chip für die Eingabe, einer für die Anzeige und alle Rechenfunktionen auf einem dritten Chip. Das galt schon als VSLI: „very large scale integration“. Auf dem Bild unten sieht man auch die Lupen über jeder der winzigen LED-Ziffern: Größere LEDs hätten den Preis deutlich nach oben getrieben.
Litronix war einer der bedeutendsten Produzenten von LED-Displays und lieferte diese ab 1970 auch an viele Taschenrechner-Hersteller. Ab ca. 1973 versuchte man mit eigenen Taschenrechnern vom Boom der Branche zu profitieren, aber der ab Mitte der 70er-Jahre schon einsetzende Preisverfall der Elektronik trieb Litronix in die roten Zahlen. 1978 kaufte Siemens die Firma auf.
Ein weiterer Rechner, dessen „eckig-runde“ Tasten ihn ganz eindeutig den 70er-Jahren zuordnen: Das Tasten-Layout und die Bedienung wirken nun viel vertrauter als das noch ein oder zwei Jahre früher üblich war: Hier gibt es Fließkomma, eine Prozent-Taste und sogar die Wurzelfunktion.
Die Anzeige ist aber etwas altertümlich. Sie besteht aus 12 Vakuumfluoreszenz-Röhren mit 9‑Segment-Ziffern (zwei Segmente mehr als üblich für schöne 4er) und einer Röhre für Symbole. Der Integrationsgrad ist ebenfalls noch gering, neben den zwei LSI-Hauptchips gibt es noch einige einfachere ICs und viele einzelne elektronische Bauteile.
Trotz deutlich größerem Funktionsumfang ist das Gerät wieder ein Stück günstiger. So wurden die elektronischen Tischrechner allmählich auch für Normalverbraucher und kleine Firmen erschwinglich.
Dieser Rechner ist eigentlich ein CX-8105 von Sanyo, der für den Quelle-Katalog „umgelabelt“ wurde. Auch er zeigt die Spuren des damaligen Kampfes darum, welcher Hersteller die billigsten Taschenrechner mit möglichst vielen Funktionen bauen (und den größten Teil des rasant wachsenden Marktes abdecken) konnte. Alle Rechenfunktionen sitzen im einzigen Chip; außer ihm, Anzeige und Tastatur mussten nur noch wenige andere Bauteile montiert werden. Die billige Folien-Tastatur bietet keinerlei taktile Rückmeldung. Andererseits gibt es nun einen richtigen Speicher, die Wurzelfunktion und sogar den Vorzeichenwechsel.
Dieses Exemplar war der private Rechner eines Mitarbeiters im Hessischen Straßenbauamt.
Drei Jahre nach Erscheinen des HP‑35 bekam ich meinen ersten wissenschaftlichen Taschenrechner. Das „SR“ im Namen steht für „Slide Rule“ - und es war wirklich diese Generation von Taschenrechnern, die mit vielen Funktionen und nun erschwinglichen Preisen das Ende der Rechenschieber besiegelte. Diese waren zwar noch billiger, aber auch schwierig zu erlernen und weniger genau.
Das Modell konkurrierte mit den damals führenden Taschenrechnern von Hewlett-Packard, denn es hat wie diese UPN als Eingabelogik. Dabei schneidet es sehr gut ab: Durch den damals revolutionären Chipsatz und höhere Stellenzahl bietet es deutlich mehr Leistung und Funktionen. Manche dieser Funktionen rechnen noch mehrere Sekunden lang (mit fast hypnotischem Display-Geflacker), doch die Genauigkeit ist schon ziemlich hoch: arcsin(arccos(arctan(tan(cos(sin(9)))))) ergibt bereits 8.99999614252, was viel genauer ist als bei den damaligen HP‑Rechnern (die hatten auch Chips von Mostek, kamen aber nur auf 9.004076644). Selbst der viel jüngere Casio fx‑82 ist da schlechter.
Es sind insgesamt nur fünf Rechnermodelle (plus zwei Klone) mit diesem LSI‑Chipsatz bekannt. Der konnte sich trotz seiner Leistungsfähigkeit nicht durchsetzen. Ob das an zu hohem Preis oder an der Eingabelogik lag? UPN bietet zwar wesentlich bessere Möglichkeiten, beim Benutzen muss man sich aber erst einmal etwas umgewöhnen.
Wirklicher Hersteller ist ziemlich sicher Commodore. Sowohl die Gehäuseformen als auch der Stil der Gebrauchsanleitung sind mir nur von dort bekannt.
Netzanschluss innen provisorisch neu verdrahtet damit er auch ohne Akku läuft (Betrieb mit 3 AA‑Batterien oder ‑Akkus ist weiterhin möglich).
Die Originalhülle wurde damals schon marode, als Ersatz fand sich das Etui eines ... ehrlich! ... Rasierwasser-Geschenksets :); Originalanleitung (mit vielen eigenen Korrekturen) und ein sehr ausführliches PDF mit Tips&Tricks zum funktionsgleichen Corvus 500 vorhanden.Commodore wurde 1954 von Jack Tramiel in Totonto gegründet. Zuerst wurden Schreibmaschinen gebaut, später mechanische Addiermaschinen, ab 1962 bis Mitte der 70er-Jahre viele Taschenrechner. 1976 (also ein Jahr nach Einführung des SR54NC) kaufte man Mostek und besaß damit eine eigene Chip-Produktion. Schon ein Jahr später wurde der Computer PET angeboten. Mit dem C64 dominierte man in den 80er-Jahren das Homecomputersegment. Weniger erfolgreich waren die technisch fortschrittlichen „Amiga“-Modelle, denn zu groß war die Standards setzende Marktmacht von IBM. Zuletzt wurden daher eigene „PC-Kompatible“ entwickelt, mit denen man in der zweiten Hälfte der 80er-Jahre in Europa noch einige Male Marktführer wurde.
Doch im Wettbewerb konnte Commodore auf Dauer nicht mithalten. Schon 1994 wurde das international tätige Unternehmen liquidiert, was auch die profitablen Tochtergesellschaften in Deutschland und Großbritannien untergehen ließ. Die Marke wird jedoch bis heute gehandelt und der derzeitige Rechteinhaber, eine Holding in Luxemburg, vergibt Lizenen dafür.
Zu Privileg/Quelle steht mehr beim „03987“.
Zeitgleich mit dem SR54NC und zum gleichen Preis wurde dieser Rechner angeboten. Auch hier ist der wirkliche Hersteller Commodore und die Eingabe erfolgt per UPN.
Das „PR“ weist schon darauf hin, dass das Modell programmierbar ist: Man kann ihm Tastenfolgen beibringen, die es dann mit jeweils neuen Werten neu berechnet. Das erweitert die Fähigkeiten des Rechners in der Theorie enorm, beim Ausschalten vergisst er aber leider das Gelernte. Andere programmierbare Rechner konnten das besser.
Der Funktionsumfang ist deutlich kleiner als beim SR54NC und bei Kettenrechnungen sinkt die Genauigkeit wegen der geringen Stellenzahl schnell ab: arcsin(arccos(arctan(tan(cos(sin(9)))))) ergibt hier 71.252182, das ist schon extrem schlecht.
Dieses Exemplar war der Schulrechner eines Ingenieurs in meiner Verwandtschaft.
Aus dem gleichen Jahr stammt dieser in Hongkong gebaute, sehr einfache Taschenrechner. Immerhin hat er einen 2‑Tasten-Speicher und automatische Konstante in allen Grundrechnarten. Alle Funktionen (auch die Steuerung von Eingabe und Anzeige) sind in einem Chip vereint. Das Gehäuse zeigt, dass der Chiphersteller Rockwell diesen Rechner vermutlich auch gebaut hat: Es gibt die bau- und funktionsgleichen, aber in Mexiko montierten Rockwell 18R und '76.
Das war eine Dreingabe zur Brunsviga MH. Der Neupreis ist unbekannt, aber vergleichbare Geräte gab es damals in den USA schon für etwa 15 $.
Silver-Reed ist kein Hersteller, sondern eine reine Handelsmarke vor allem für Rechner, Schreib- und Strickmaschinen. Ursprünglich gehörte die Marke zur Seiko Holding, heute ist Kashiwazaki US Tech (ein japanischer Hersteller von Plastikteilen) der Inhaber der Marke.
Mit nur zwei hochintegrierten ICs und sehr wenigen weiteren Bauteilen kommt der nächste Tischrechner aus: Quadratwurzel, viele verschiedene Funktionen und die komfortable Bedienung lassen den Rechner auch heutigen Ansprüchen genügen, es fehlt allerdings ein Drucker. Seltsam nach heutigem Maßstab sind die Konstantenlogik (für deren Eingabe und Nutzung gibt es zwei besondere Tasten) und der Postenzähler, der ggf. zwei Stellen der Anzeige belegt. Die ist ein damals modernes, aber auch heute noch übliches Vakuumfloureszenz-Display. Per Schieber wählt man fünf verschiedene, teils rätselhafte Funktionen der Prozenttaste.
Es gibt zwei Versionen des 12MK. Die frühe Version von 1975 hat ein paar Komfortfunktionen weniger, bereits 1976 kam dann diese verbesserte Version. Auf der Rückseite dieses Rechners ist ein Aufkleber mit dem deutlich späteren Kaufdatum 21.2.78, mindestens so lange wurde das Modell also vermarktet. Benutzt wurde es rund 20 Jahre lang als Bürorechner einer Imbissstube in Bocholt.
„Ab Werk“ kalte Lötstelle (verhinderte das automatische Speichern) nachgelötet.
Die 1904 gegründete „Royal Typewriter Company“ war einer der großen Hersteller von Schreibmaschinen. 1964 wurde sie von Litton aufgekauft, 1979 kaufte die Volkswagen AG mehr als die Hälfte der Anteile (und erwarb von Litton gleich auch noch Triumph-Adler), 1986 gingen diese an Olivetti, und seit 2004 ist die Royal Consumer Information Products Inc. wieder selbständig (Firmengeschichte etwas versteckt auf der Webseite).
Wirklicher Hersteller des Rechners war jedoch Omron, die als OEM‑Hersteller viele Firmen belieferten (ein technisch baugleiches Gerät wurde auch für Triumph-Adler als TA 1216 hergestellt). Auch Omron gibt es heute noch, aber auch dort werden keine Rechner mehr gebaut, sondern vor allem Medizintechnik, Roboter und andere komplexe Elektronik.
1976 kam dann im Geschäft meiner Eltern endlich der Ersatz für Addiermaschine und Rechenscheibe, ein elektronischer Tischrechner mit Druckwerk. Solche Geräte wurden damals schnell Standard in allen Büros. Vor allem im kaufmännischen Bereich sind sie das auch heute noch, weil sich alltägliche Rechnungen damit viel schneller und komfortabler rechnen und ausdrucken lassen als mit einem Computer.
Dieser hier war für damalige Verhältnisse gut bis durchschnittlich ausgestattet und auch die grünen „Digitron“-Anzeigen waren damals Standard. Sie waren schön hell und kontrastreich, verbrauchten allerdings immer noch viel Energie. Im Inneren werkeln noch ein paar Chips mehr als zu dieser Zeit schon möglich gewesen wäre. Die Bedienung ist schon fast auf heutigem Niveau, nur die inzwischen üblichen Steuer-, Finanz- und Währungsfunktionen fehlen noch. So alte Tischrechner stehen aber auch heute noch in vielen Büros und verrichten dort ihren Dienst.
Unklar ist, wer der wahre Hersteller dieses Modells ist. Ibico hat viel von NMB bauen lassen, aber der hier eingebaute Drucker ist von Epson - das gab es bei NMB nicht. Sanyo (heute Teil von Panasonic) und TEAL haben Rechner gebaut, die ähnliche Designmerkmale haben...
Ibico („Inter Binding Corporation“) hat niemals Rechner produziert, sondern nur Bindegeräte samt Zubehör. Die Rechner stammten von diversen Elektronikfirmen. Die „Inter ...“ wurde 1998 von der „General Binding Corporation“ (GBC) gekauft, im Internet taucht Ibico nur noch als Firma in Karachi auf. Weder dort noch bei GBC findet man Tischrechner, dennoch kann man auch heute noch in vielen Vertriebskanälen Ibico-Tischrechner neu kaufen - wer auch immer die heute produziert. Vielleicht werden heute fast Tischrechner der Welt in einer Fabrik gebaut und nur noch mit den verschiedenen Schildchen beklebt?
Ein Taschenrechner der Leistungsklasse, die es ab Mitte der 70er-Jahre schon in Millionen-Auflagen günstig zu kaufen gab. Der Funktionsumfang ist gering, immerhin gibt es Wurzeltaste und einfachen Speicher.
Das Besondere ist hier nur die damals neue, extrem stromsparende LCD-Anzeige: Auf dem Typenschild wird die Leistungsaufnahme ganz stolz mit 0,00029 Watt angegeben. Zum Vergleich: Der Litronix 1100A mit seinen LEDs verbrauchte noch das 1000fache, obwohl die LEDs schon erheblich sparsamer als z.B. Nixies waren.
Der Vorteil ist natürlich eine fast endlos haltende Batterie - oder der mögliche Verzicht darauf, weil eine Solarzelle nun auch reicht. Der Nachteil: LCDs sehen einfach sche...lecht aus!
Seriennummern sind bei Massenware wie solchen Taschenrechnern selten geworden. Der Verzicht spart vermutlich einige zehntel Cent pro Rechner, was bei den hohen Produktionszahlen schon richtig Geld bringt. Hier gibt es aber noch ein Papieretikett im Batteriefach: Ob das eine Seriennummer oder eine Kontrolleursnummer ist?
Der Chip wird hier nur noch von einem einzigen Entstörkondensator und zwei kleinen Widerständen begleitet, inklusive Anzeige nimmt die Elektronik daher nur noch etwa 1x1x6cm³ in Anspruch. Nur die Tastatur für dicke Menschenfinger erfordert noch größere Ausmaße.
Der letzte Tischrechner von Sharp im „mittelalten Design“ und mit Panaplex-Anzeige, mit damals neuen Funktionen, mehreren Speichern und sehr großer Stellenzahl. Das war ein „Top‑of‑the‑range“-Rechner!
Hier sind schon nicht mehr alle Tasten mit Reed-Schaltern versehen. Alle Rechenfunktionen sind in einem VLSI-Chip enthalten, weitere elektronische Bauteile sind nur für Anzeige und Stromversorgung zuständig. Es gibt hier wieder den seltenen Verify-Speicher mit Kippschalter und eine Sondertaste die damit rechnet. Deren Funktion kann per Schieber geändert werden. Über abgesetzte kleinere Tasten werden die anderen Sonderfunktionen aufgerufen, darunter u.a. ein Postenzähler, eine Konstante und unterschiedliche Saldiermöglichkeiten der beiden „normalen“ Speicher.
Das direkte Nachfolgemodell hat dann schon eine grüne Digitron-Anzeige und eine völlig neue Tastatur (ganz ohne zuverlässige Reed-Schalter).
Ein Gerät, das man gesehen haben muss, um an seine Existenz zu glauben: Taschenrechner und Soroban in einem Gehäuse vereint.
Auch in Japan rechneten Ende der 70er-Jahre noch viele Menschen gerne und schnell mit Soroban. Diesen Kundenkreis wollte man mit der seltsamen Kombination erreichen. Die Idee war einige Zeit erfolgreich genug: Das Modell ist schon die zweite Taschenrechner-Soroban-Kombination von Sharp, danach brachte man noch drei weitere Modelle mit dieser Kombination auf den Markt. Anzunehmen ist, dass geübte Soroban-Nutzer Additionen oder Subtraktionen weiter lieber rechts machten.
Eingabeerfassung, Rechnerlogik und Steuerung der Anzeige sind in einem Chip vereint, neben diesem und der Anzeige gibt es nur noch zwei Widerstände und einen Kondensator. Im Chip integriert ist neben Anzeige- und Rechenregister auch der merkwürdige Speicher, der nur mittels = oder % zu füttern ist und beim Abruf stets gelöscht wird. Er entspricht einem „Grand Total“-Register mancher alten Rechenmaschine.
Obwohl das hier wie ein Taschenrechner ausschaut, ist es doch ein „richtiger“ kleiner Computer (der außerdem einen Taschenrechner emulieren kann). Die Programmierung erfolgt mit dem ins ROM eingebrannten BASIC, außerdem kann man über einige Umwege (die BASIC-Befehle PEEK, POKE und CALL) auch Maschinensprache in den Speicher laden. Das Mini-Display konnte dadurch dann auch einfachste Grafik anzeigen, der Piepser konnte endlich auch verschiedene Tonhöhen und der als Zubehör erhältliche Drucker wurde ebenfalls halbwegs grafikfähig.
Ich habe das kleine Ding 1984 von meinem ersten Lohn gekauft, es hat mich 25 Jahre lang durch das ganze Geschäftsleben begleitet. Damit habe ich meine ersten Programmiererfahrungen gemacht, vom Mondlandespiel über Zinsberechnung bis hin zum Programm für Preiskalkulationen. Den genauen Preis weiß ich leider nicht mehr, es dürften damals noch um die 250 DM gewesen sein (später sank der Preis auf etwa 150 DM). Spezieller fernsteuerbarer Kassettenrecorder (für die Datenspeicherung) und Thermodrucker kosteten nochmal fast genau so viel.
Der „Mikrokalkulator“ wurde 1989 in der Sowjetunion gebaut. Mit riesiger Stellenzahl (wovon aber eine fürs Komma gebraucht wird) und einem für die damalige Zeit hohen Integrationsgrad, aber sein Funktionsumfang ist nur etwa auf dem Niveau der West‑/Fernost-Rechner der frühen 70er-Jahre (also über ein Jahrzehnt „hintendran“). Zwei große und zwei kleine ICs enthalten praktisch alle Funktionen, ganz wenige Dioden und Widerstände sind daneben noch zu finden, die Platine wirkt daher schon sehr übersichtlich. Das Äußere wirkt jedoch irgendwie ein wenig „billig“. Immerhin gibt es Fließkomma, Prozent und Speicher. Arithmetische Eingabelogik, Registeraustausch, Vorzeichenwechsel und eine automatische Konstante machen das Rechnen noch komfortabler. Sehr ungewöhnlich ist die abgesetzte Einzelröhre, die nur die Festkommastellen anzeigt.
Verwendet wurde der Rechner in einer der vielen Werkstätten des damals größten Textilkombinats der UdSSR, der Kreenholmi Manufaktuur in Narwa, die jetzt größtenteils stillgelegt ist. Dort hat ihn der Vorbesitzer vor dem Abrissbagger gerettet.
Ein baugleiches Gerät von 1992 (S.N. 802813) habe ich auch noch. Es funktioniert leider nicht mehr, aber davon stammen die schöne rote Oberschale, die Anleitung und der Schaltplan.
„Elektronika“ war in der UdSSR die Sammelmarke für alle möglichen Arten elektronischer Geräte, egal aus welcher Fabrik. Dieser Rechner wurde im Kombinat „Positron“ in Ivano-Frankivsk in der Ukraine gebaut. Eine Firma unter diesem Namen existierte dort zumindest bis 2014.
BASIC-programmierbare Pocket-Computer waren einige Jahre ganz erfolgreich, weil sie bei moderaten Preisen relativ viel Rechenleistung boten. Das hier ist ein etwas späteres Exemplar, das deutlich mehr Speicher und Funktionen bietet als der PC-1401. Die Tastatur ist daher teils vierfach belegt - das muss erstmal gelernt werden. Das Gerät ist nur umständlich als wissenschaftlicher Taschenrechner nutzbar, weil die entsprechenden Tasten fehlen - das geht hier nur über BASIC-Befehle.
Dieses Exemplar wurde offenbar ab 1995 von einem Mitarbeiter der Berliner Bank als Finanzrechner genutzt: Ihm liegt eine Tastaturschablone mit entsprechender Beschriftung bei, ein Aufkleber auf der Rückseite gibt das Datum 11/95 an.
Die Firma Schneider vertrieb diesen von Amstrad hergestellten Computer in Deutschland unter ihrem eigenem Label. Dieser „Personal Computer“ war der erste, der auch für Privatanwender hierzulande erschwinglich war. Der PC von IBM war für diese Geräteklasse damals das Maß der Dinge, aber der Schneider PC machte einiges anders. Besser waren sein Prozessor (IBM benutzte die Variante 8088 mit reduziertem Datenbus und 4,77 MHz), die vielen mitgelieferten Programme (z.B. BASIC und die grafische Benutzeroberfläche GEM) sowie die Verwendung normaler AA-Batterien für's BIOS. Schlechter waren die Stromversorgung über das Netzteil des Bildschirms (weshalb zwar kein Lüfter nötig war, aber der Monitor nicht getauscht werden konnte), die inkompatible Maus und die ebenfalls inkompatible Tastatur.
Davon kaufte ich 1987 zwei Geräte, einen als Kasse im Laden (diesen hier), einen fürs Büro und zum Schreiben meiner Diplomarbeit. Das Bürogerät wurde irgendwann mit einer 10 MB-Festplatte aufgerüstet, das war damals richtig viel Speicher. Eine Inventur darauf zu rechnen dauerte aber noch mehrere Stunden.
Für die Kasse reichten die zwei Laufwerke anfangs aus, allerdings wurde das zweite 5-Zoll- gegen ein 3-Zoll-Laufwerk getauscht, weil da doppelt so viele Daten draufpassten. Weil die Artikelnummern noch per Hand eingetippt wurden war das Gerät gerade so schnell genug.
Der angegebene Preis galt für diese Ausstattung (640 kB RAM, zwei Laufwerke, Monochrom-Monitor), abgespeckte Einstiegsmodelle kosteten unter 2.000 DM. Für Festplatte statt zweitem Laufwerk wurden 1.000 DM verlangt, für einen Farbmonitor nochmals knapp 500 DM.
Es gibt auch einen Rechner:
(in den „Sidekick“-Utilities)
Amstrad steht für Alan Michael Sugar Trading, ein Handelsunternehmen für elektronische Geräte, das Alan Sugar 1968 gründete. Ab 1986 wurden beim aufgekauften Homecomputer-Hersteller Sinclair erst Computer, dann Unterhaltungselektronik und bis 2011 Bildtelefone gebaut. 2007 kaufte der payTV-Anbieter BSkyB Amstrad auf, heute stellt man dort nur noch Satelliten-Reciever her.
Die Geschichte von Schneider begann bereits 1859: Felix Schneider begann damals in Untertürkheim mit dem Bau von Holzwaschmaschinen. 1965 startete Leo Schneider die Produktion von Musikschränken. 1972 erwarb man den Radiohersteller Emud (und firmierte nun als „Schneider Rundfunkwerke“), 1974 wurden die Reste der Büromaschinenproduktion von Walther übernommen.
Die Abteilung Schneider Computer Division wurde Anfang der 80er-Jahre gegründet und verkaufte anfangs Amstrad-Computer, ab 1988 die vom früheren Commodore-Entwicklungsteam entworfenen Eigenproduktionen. Dem harten Konkurrenzkampf hielt man aber nicht auf Dauer stand: 2002 erfolgte der Insolvenzantrag und die chinesische TCL kaufte die Reste auf, 2005 endete die Produktion in Türkheim..
Diese Notebook-Reihe begründete den guten Ruf der Firma im Notebook-Bereich. Auf diesem Modell lief ursprünglich Windows 3.10, es hat noch einen 486er-Prozessor. Spätere Modelle gab es mit Pentium oder sogar Pentium II. Das Design war nicht gerade aufregend, aber grundsolide. Das Netzteil ist eingebaut, die gute Tastatur hat einen Mousepoint. Nur der schlechte DSTN-Bildschirm fällt hier negativ auf, als T2100CT gab es das Gerät auch mit TFT-Bildschirm.
Das Notebook wird heute noch alle paar Jahre mal angeworfen - einige sehr alte Spiele laufen nur darauf langsam genug.
Der Rechner von Windows 95:
arcsin(arccos(arctan(tan(cos(sin(9)))))) ergibt
hier noch mittelmäßige 9,0000000000103.
Tōkyō Shibaura Denki entstand 1939 durch Fusion zweier Firmen. Erst 1978 wurde das schon früh übliche Kürzel zum offiziellen Firmennamen des inzwischen riesigen Technologiekonzerns.
In den 50er- und 60er-Jahren wurden dort auch Sprossenrad-Maschinen und elektromechanische Addiermaschinen gebaut, später elektronische Tisch- und Taschenrechner und schließlich Computer. Vor allem mit Notebooks war man lange sehr erfolgreich, aber bis 2020 wurde die Notebook-Sparte allmählich an Sharp verkauft.
Trotzdem ist Toshiba immer noch einer der großen Tech-Konzerne. Die Produktionspalette reicht von Speicherchips bis zu kompletten Atomkraftwerken.
In den Funktionen ähnlich wie der Ibico 1217, doch zwei Jahrzehnte jünger: Die Flüssigkristall-Anzeige ist wesentlich stromsparender, das Gerät ist deutlich kleiner, mit Batterien betreibbar und daher portabel. Als neue Funktionen gibt es Währungsumrechnung und „MarkUp“. Der kleine Drucker ist allerdings deutlich schlechter und langsamer.
Diesen Rechner kauften wir für das Ausrechnen der Inventuren im eigenen Laden (das dauerte dann so etwa zwei Wochen - das bald danach eingeführte Warenwirtschaftssystem brauchte anfangs ungefähr zwei Stunden, zum Schluss noch 10 Sekunden). Ich benutze ihn gelegentlich noch als Taschenrechner auf dem Wochenmarkt.
Die Euro-Umrechnung braucht man heute nicht mehr (es würde viel zu traurig machen, die Preise in DM umzurechnen), aber man kann die Funktion auch für Steuersätze zweckentfremden.
Im Internet habe ich dazu keine Infos gefunden, nur dass das Gerät auch unter der Metro-Eigenmarke „Sigma“ als „HR 30“ verkauft wurde.
Äußerlich neuwertig, Drucker mit einem Plastikkeil innen am Gehäuse fixiert, weil eine Halterung des Elektromotors gebrochen ist; funktioniert einwandfrei.
Neue Anleitung (vermutlich ausführlicher als die originale) geschrieben.Rebell (die Marke gibt es auch heute noch, sie wurde aber von der tschechischen Moravia aufgekauft) hat diesen Rechner nicht gebaut, sondern als OEM‑Ware vertrieben, daher weiß ich nichts über den wirklichen Hersteller. „Made in China“ sagt das Etikett ... und die Platinenbeschriftung bringt auch keine Klarheit.
Noch ein Toshiba-Notebook, nun mit den ersten Pentium-Prozessor. Immer noch der schlechte DSTN-Bildschirm, aber deutlich mehr Speicher und verdoppelter Takt. Das Diskettenlaufwerk kann noch nicht gegen ein CD-Laufwerk getauscht werden, das ging erst bei den Nachfolgemodellen der „Pro“-Reihe. Auch einen USB-Anschluss oder IR-Port sucht man noch vergebens.
Das Notebook wird nur noch für ein altes Flipper-Spiel genutzt ... einmal alle zwei, drei Jahre.
Der Rechner von Windows 98 sieht exakt wie
der von Windows 95 aus, aber hier ergibt
arcsin(arccos(arctan(tan(cos(sin(9))))))
bereits ziemlich gute
9,00000000000000000000000000000003).
Ein wissenschaftlicher Taschenrechner, den es 2019 noch neu zu kaufen gab, also fast zwei Jahrzehnte. So etwas ist heute eine seltene Ausnahme.
Der Rechner ist mit Funktionen gut ausgestattet, hat aber nur einen Speicher und ist recht ungenau:
arcsin(arccos(arctan(tan(cos(sin(9)))))) ergibt nur 9.000015685 - das ging schon auf dem vier Jahrzehnte älteren Privileg SR54NC eine Stelle genauer. Es fehlen ihm offenbar nicht angezeigte, aber mitberechnete „Schutzziffern“. Dafür hat er eine Solarzelle, die auch bei wenig Licht ausreicht. Es sind also weder Batterien noch Netzstrom nötig!
Für sehr lange Zeit mein Arbeits- und Spielnotebook zu Hause. Trotz niedriger Taktung hatte das Gerät bessere Bildwiederholraten als mein damaliger wassergekühlter Athlon 2400+-Tower, maximaler Speicherausbau machte das noch besser. Vor allem aber: Endlich Ruhe im Arbeitszimmer!
Die A-Reihe der Thinkpads bestand aus leistungsfähigen „All-In-One“-Notebooks, die gesonderte Desktop-Computer überflüssig machen sollten. Für ständige Mobilität waren sie zu groß und zu schwer.
Mit Windows 7 läuft der Rechner nicht besonders schnell und mehr als die halbe Festplatte ist damit schon belegt. Aber so ist immer noch ein Browser mit aktuellen Verschlüsselungen und HTML5-Unterstützung lauffähig: Opera 20 läuft noch auf dem PIII-Prozessor. Also ist uneingeschränktes (wenn auch etwas langsames) Surfen möglich. Auch für Office-Anwendungen reicht das allemal aus.
Bei der Volkszählung der USA im Jahr 1880 war auch der Bergbauingenieur Herman Hollerith beschäftigt. Er überlegte danach, wie man die extrem mühsame und langwierige Datenverarbeitung künftig vereinfachen könnte. Die in mechanischen Webstühlen bereits seit Beginn des 19.Jahrhunderts eingesetzten Lochkarten zur Musterprogrammierung (Erfindung von Vaucanson, durch Jaquard weiter entwickelt) brachten ihn auf die Idee, dafür ebenfalls Lochkarten zu nutzen. Im Lauf mehrerer Jahre konstruierte er die dazu nötigen Tabellier-, Sortier- und Lesegeräte.
1888 wurden diese Geräte erstmals (zur Erfassung medizinischer Daten von Soldaten) eingesetzt., 1889 wurde ihm das Patent erteilt. Hollerith überzeugte das Büro der Volkszählung 1890 von seiner Methode, dieses mietete seine Maschinen an. Die Auswertung erfolgte nun viel schneller und mit weniger Personal als zehn Jahre zuvor.
Bald kamen weitere Aufträge, für die er die Maschinen seiner neuen „Tabulating Machine Company“ wieder vermieten konnte. 1911 verkaufte Hollerith die TMC.
Die TMC fusionierte mit einer „Computing Scale Corporation “und einer „International Time Recording Company“ zur „Computing Tabulating Recording Corporation“, diese benannte sich 1924 schließlich in „International Business Machines Corporation“ mit dem Kürzel IBM um. Bemerkenswert ist, dass von 1914 bis 1955 Thomas Watson Chef erst der CTRC, dann von IBM blieb - also über vier Jahrzehnte!
IBM wurde zum zeitweise bedeutensten Hersteller von Büromaschinen, Mainframes und schließlich PCs („wer IBM kauft wird nicht gefeuert“), auch heute ist es eines der größten Unternehmen der Branche.
Zwischen Schneider PC und Thinkpad A30 gab es bei uns eine ganze Reihe von Desktop- und Tower-Geräten. Dies ist das letzte davon und es bleibt im Haus, weil es jede Menge veralteter Medien lesen kann: Laufwerke für 5-Zoll-Floppys, 3-Zoll-Disks, ZIP-100-Disks und CDs sind eingebaut. Wenn mal was auf den alten Medien gesucht wird, um es auf Festplatte oder USB-Stick zu speichern, dann geht das oft nur noch mit diesem Teil.
Eine Zeit lang war eine Wasserkühlung eingebaut, doch richtig leise wurde es auch damit nicht - Descent³ forderte den Rechner doch extrem.
Das neu aufgespielte XP läuft passabel schnell und mit Opera könnte auch heute noch leidlich „gesurft“ werden - aber dafür gibt's ja Besseres im Haus.
Lynx war und ist ein häufig genutzter Markenname für Computer, vom britischen 8-Bit-Homecomputer der 80er-Jahre bis zum heutigen High-End-Gerät für Satelliten.
Hier aber ist Krystaltech Lynx aus Reutlingen der Hersteller. Das war die 1990 gegründete Tochter der US-Firma Krystaltech und ab 1999 einer der größeren PC-Assemblierer („OEM“). Die Firma belieferte unter der Marke Lynx ausschließlich Computerhändler mit nach Wunsch konfigurierten oder gebauten PCs, Notebooks und Servern. Die enthielten hochwertige Markenkomponenten und hatten einen guten Ruf, aber im extrem umkämpften und damals bereits schrumpfenden Markt konnte man sich mit hoher Qualität, deutschen Löhnen und Steuern nicht lange halten, zumal man ja hierzulande teils aus Dummheit, teils mangels Alternative lieber Arbeitsplätze in Billiglohnländern sichert. 2006 ging die Firma Konkurs und die Marke Lynx wurde von der Tübinger Transtec AG weitergeführt. Doch auch die wurde 2017 leider insolvent.
Mit dem Design der „Nachttischlampe“ hat Apple mal wirklich etwas gewagt - und ich finde, es ist wundervoll gelungen. Das war auch der wirkliche Kaufgrund - gebraucht haben wir den iMac damals nicht wirklich, aber den Mut zum Design wollten wir belohnen.
Es gab den G4 mit vier verschiedenen CPUs und drei unterschiedlich großen Bildschirmen. Das hier ist der früheste Vertreter der Modellgeneration mit 15-Zoll-Monitor. Anfangs war das Gerät mit nur 256 MB Hauptspeicher ausgestattet. Nun ist es mit neuestmöglichem Betriebssystem und maximalem Speicher aufgerüstet und hat in etwa das Tempo eines guten Pentium-III-Computers aus den „00er“-Jahren. Aktuelle Software läuft darauf natürlich nicht mehr wirklich, aber mitgelieferte Text- und Bildverarbeitung taugen für einfache Büroarbeiten immer noch. Unter dem vorigen MacOS 10.3 waren nur veraltete Browser nutzbar, die mit https-Seiten nicht mehr zurecht kamen. Nach dem Update und Installation von „Webkit for Leopard“ ist das Gerät wieder gut zum Surfen geeignet, auch wegen des sogar nach heutigen Maßstäben guten Bildschirms. Filme sollte man allerdings nicht streamen wollen...
Der „Leopard“-Rechner:
arcsin(arccos(arctan(tan(cos(sin(9))))))
ergibt hier noch 8,999999999832569.
AirPort-Karte und Speichererweiterung eingebaut.
Originalanleitung und einiges an Software (realMYST ist klasse!) vorhanden.Apple kennt jeder: Am 1.4.1976 gegründet, ein Pionier der Home- und Proficomputerbranche, lange Zeit Nischenhersteller mit quasireligiöser Fangemeinde und Stärken im Marketing-/Multimedia-Bereich, seit dem Aufkommen der Smartphones auch heute noch Platzhirsch in diesem Segment (das inzwischen viel bedeutsamer ist als der Computermarkt). Hier ist deren Online-Präsenz.
Dieser „PDA“-Winzling ist wirklich praktisch: klein und leicht, mit intuitiver Bedienung und der fast schon genialen Handschrifterkennung „Graffiti“. Dieser hier ist mein dritter Palm - mit besserem Display als die Vorgänger (auf Kosten der Akku-Laufzeit) und der Möglichkeit, den Speicher per SD-Karte um bis zu 1GB zu erweitern.
Das Gerät kann fast alles, was unterwegs gebraucht wird: Office-Dateien lesen und teils bearbeiten, Adressen und Termine verwalten, Notizen und Skizzen erfassen, Währungen oder Einheiten umrechnen, eBooks lesen. Einige Spiele und ein Astronomieprogramm sind auch dabei. Nur Internet, Musik und Filme gehen nicht.
Dieses Gerät ist mein aktuelles Erstgedächtnis - das im Kopf lässt ja allmählich nach ☹.
Ach so: Rechnen kann man damit auch. Im Speicher sind dafür drei verschiedene Programme, eins davon wirklich sehr pfiffig und mit extremer Genauigkeit: arcsin(arccos(arctan(tan(cos(sin(9)))))) ergibt da tatsächlich genau 9. Außerdem geht dessen Anzeige bis zu erstaunlichen 1,7976931×10^308.
Die hohe Zeit der PDAs dauerte nur etwas länger als ein Jahrzehnt. Sie wurden abgelöst von angeblich „klugen“ Telefonen, die viel, viel mehr können, aber fast jeden Tag an die Steckdose müssen. Vor allem aber melden diese den Herstellern (und bei Bedarf anderen Interessierten?) zu jeder Zeit, wo sich der Besitzer aufhält, mit wem er zusammen ist, was dort gesprochen wird, wie lange welche Webseiten angesehen werden usw. usf. ...
der BEZ-Rechner:
Akku inzwischen mehrmals getauscht.
Mit Aluminium-Etui und externer Falttastatur für Unterwegs, viel Software im Archiv.Palm, Inc. wurde 1992 in Sunnyvale gegründet und schon 1995 von U.S.Robotics aufgekauft. Die wurden 1997 wiederum von 3com „geschluckt“. 2002 lief das Geschäft mit PDAs bereits so schlecht, dass Palm unabhängig wurde und sich in zwei Firmen aufspaltete, einer zur Softwareentwicklung (PalmSource), einer zur Geräteproduktion (PalmOne). 2005 kaufte PalmOne dann wieder PalmSource und wurde von ACCESS aufgekauft. 2010 schließlich kaufte Hewlett-Packard Palm, doch die Zeit der PDAs und ihrer Software war vorbei. 2014 wurden die Reste von Palm an LG (Korea - Software, WebOS) und TCL (China - Smartphones, „Alcatel“) verkauft. Das bislang letzte Palm-Gerät ist der Palm companion, ein Android-Smartphone aus dem Jahr 2018.
Das war der Nachfolger des A30. Anschaffungsgrund war wie so oft die bessere Grafik, denn die Spiele stellten immer höhere Anforderungen.
Neu war Bluetooth, alles läuft etwas schneller und es gibt mehr Speicher. Doch Prozessor, Speicher und Monitor saugen den Akku recht flott leer, für draußen war das also auch nichts.
Meines Erachtens waren die T4x fast schon die Krönung der Notebooktechnik, danach (Stand Anfang 2025) kam außer den SSD nichts wirklich wichtiges nach. Sicher: Noch viel mehr Speicher, gigantische Festplatten, immer schnellere Mehrkern-Prozessoren - aber die hohe Leistung wird oft mit Stromfresserei, Lärm und überzüchteten Akkus erkauft. Vor allem aber nutzt die ganze Leistungssteigerung dann wenig, wenn immer komplexere Programme und aufgeblähte Betriebssysteme (ohne wirklichen Mehrwert für die Nutzer) den Leistungszuwachs gleich wieder „wegfressen“.
Zugegeben: Auch die T4x hatten ein Problem mit Platinenbrüchen (durch „Flexing“) und ich hatte ja inzwischen selbst deutlich schnellere Maschinen auf dem Schreibtisch. Dann allerdings mit den jeweils ältestmöglichen Programmen drauf : Office 2000 z.B. tut es auf dem T480 immer noch.
Für unterwegs erwarb ich dieses Gebrauchtgerät aus der „X“-Serie. Es war mein erstes Gerät seit einem Thinkpad 600x, das leicht und klein ist, trotzdem nicht nur Mäusekino bietet und mit damals etwa fünf Stunden passable Akkulaufzeiten hatte.
SSD-Disk und stetige Prozessortemperatur unter 50 °C sorgen für flüsterleisen Betrieb. Nachteilig ist der relativ dunkle Bildschirm. In Innenräumen machte das nichts, aber in der Sonne war das Arbeiten fast unmöglich.
„Convertibles“ wie dieses sind als Tablet nutzbar (am Touchscreen lassen sich z.B. Skizzen zeichnen, mit Projektor an die Wand geworfen macht das richtig Eindruck!), haben aber die (hier sehr gute) Tastatur gleich dabei, wenn richtig gearbeitet werden muss.
Ins Dock mit „UltrabaySlim“-Wechselschacht passt entweder ein DVD-Brenner oder ein Festplatten-Adapter. Nach Anschaffung eines Tablets dient das Gerät nun nur noch als DVD-Spieler am Fernseher und ist nicht mehr mit auf Reisen.
Lenovo wurde 1984 von einer Gruppe chinesischer Wissenschaftler gegründet. Erst vertrieb man Computer und Drucker von IBM und HP, schon vor 1990 erschienen erste eigene Geräte. 2004 kaufte Lenovo die gesamte PC-Sparte von IBM (und damit auch die Marke „IBM ThinkPad“), 2014 das Mobiltelefongeschäft von Motorola. Heute ist Lenovo Marktführer bei PCs und Supercomputern. Größter Aktionär ist eine Holding im Mehrheitsbesitz der chinesischen Akademie der Wissenschaften.
Die Nachfolger der legendären T4x-Thinkpads waren dann nicht mehr von IBM, sondern von Lenovo. Besondere Neuerung sind vor allem die SSD-„Festplatte“ und der Mehrkern-Prozessor. Ansonsten gab es wieder mal mehr Speicher und ein paar kleine Aufwertungen. USB 3 gab es noch nicht, war aber über Einschubkarte nachrüstbar.
Es ist mein letztes Notebook, dessen Grafikkarte einen eigenen Speicher hat. Dieses Exemplar ist auch schön leise, weil der Prozessor nicht wirklich heiß wird und keine Festplatte summt.
Der Rechner steht nun im Gästezimmer, am Dock hängen Maus, LAN und manchmal ein altes USB-ZIP-Laufwerk, eine Kamera oder ein Telefon. Der frühere Drucker ist abgeschafft - das geht nun übers LAN.
Ein aktueller Taschenrechner-Winzling mit 33 g, kaum größer als eine Scheckkarte. Rechner dieser Klasse sind heute Wegwerfware wie Kugelschreiber oder Feuerzeuge. Dieser Zwerg wirkt trotzdem recht solide, hat etwas mehr als die Minimalausstattung und eine ganz passable Tastatur. Er wird immer noch (zumindest Stand Ende 2024) als Neuware angeboten, und das seit vielen Jahren. Speicher und alle Funktionen sind in einem Chip integriert, der offenbar von Xerox stammt.
Dieser Rechner hat zwar weniger Ergebnisstellen als die etwa 360 Mal schwerere Brunsviga 20, dafür kostet er statt vier Monatslöhnen nur noch einen 600stel Monatslohn, und das bei deutlich größerem Funktionsumfang: In der Sprache der damaligen Zeit sind das echte Negativanzeige, saldierendes Speicherwerk, Rückübertragung, automatisches Wurzelziehen, Dividieren und Multiplizieren, Kommaautomatik, Prozentautomatik. Von solcher Ausstattung (und Rechengeschwindigkeit!) konnte man 1949 nicht mal träumen...
Genie ist eine aktuell aktive Firma für Büroartikel in Wiesbaden. Sie tritt auch als Hersteller vieler Taschenrechner auf, doch kauft offensichtlich alles bei diversen chinesischen Herstellern ein - oder wie man das heute vornehm ausdrückt: Sie lässt Geräte in Lohnfertigung herstellen.
Seit März 2019 ist Genie auch am Markeninhaber von Olympia beteiligt.
„Netbooks“ waren eigentlich für unterwegs gedacht. Sie haben kein Wechsellaufwerk, eine stromsparende CPU und kleine Maße und Gewicht.
Das 10-Zoll-Display ist aber eher Mäusekino, das Touchpad unpräzise - also sollte eine Maus mit, was gleich wieder Volumen im Rucksack kostete. Und nur ein großer nachgerüsteter Batteriepack (inzwischen tot) bot mit vier Stunden halbwegs passable Laufzeiten, machte das Gerät aber deutlich schwerer und sperriger. Das war also auch noch nicht das Optimum für wirkliche Mobilität.
Trotzdem: Wegen seiner geringen Größe, der großen Festplatte und dem SD-Karten-Slot diente dieses Gerät in vielen Urlauben als Speicher für die Fotos. Daher ist es der am weitesten in der Welt herum gekommene „Globetrotter“ unter meinen Geräten. Zuletzt stand es auf dem Esstisch und diente als Frühstückszeitung, weil es dort wenig Platz brauchte. Inzwischen ist es aber im Ruhestand, auf dem Küchentisch steht ein Tablet.
1947 wurde die „Lucky Chemical Industries“ gegründet, 1958 der Radiohersteller GoldStar.. 1995 fusionierten beide und die Anfangsbuchstaben wurden zum Firmennamen. Heute ist LG einer der führenden Elektronikkonzerne der Welt, einige Tochterfirmen sind aber immer noch als Chemieunternehmen tätig. Die LG Group ist wohl immer noch unter Kontrolle und Führung der Gründerfamilie Koo - das ist heute selten.
Meine derzeitige Arbeitsmaschine ist auch schon sieben Jahre alt. Was soll's? Sie tut alles was sie soll in beachtlichem Tempo und über das USB-Dock sind alle nötigen Anschlüsse verfügbar. Leider kann man hier kein Windows 7 installieren, weil das den USB 3-Anschluss nicht erkennt. Also ist Windows 11 drauf - daher habe ich mehrere Tage lang die Richtlinienverwaltung durchforstet, um ihm das Spionieren abzugewöhnen. Ich bin nicht sicher, ob mir das gelungen ist...
Immer mehr Speicher und schnellere Prozessoren sollen die immer komplexere (und oft schlechter codierte) Software ausgleichen, aber aus diesem Rennen bin ich weitestmöglich raus. Das hier soll reichen, bis es seinen Geist aufgibt oder neue Internet-Standards ein Upgrade erzwingen (davon träumen die Hersteller sicher).
Wie sein Vorgänger ist dieses Exemplar zum Glück schön leise. Am USB-Dock hängen derzeit zweiter Bildschirm, Funkmaus, LAN, Drucker und mein Erstgedächtnis.
Der modernste (aber nicht jüngste) Computer im Haus ist ganz was anderes: Ein „Chromebook“, eine Kreuzung aus Tablet und Notebook mit dem Android-Ableger Chrome OS. Anschaffungsgrund war die mangelnde Eignung aller anderen Geräte für Videokonferenzen: Die derzeitige Arbeitmaschine gab es damals noch nicht.
Die Bedienung ist für Smartphone-Nutzer sicher einfach, aber doch ganz anders als bei Windows. Updates werden zwangsweise installiert, die Programme heißen nun „Apps“ und sind fast nur im Google-Store erhältlich (in der Regel per Kauf oder durch Zustimmung zu Werbeeinblendungen). Bedingung für die Installation ist außerdem ein Google-Konto und nur mit viel Mühe kann man in den hintersten Ecken der Einstellung dafür sorgen, dass Google (hoffentlich) nur wenig mitliest. Ohne diese Anpassungen speichert Google alles: jedes Passwort, jede Suche, jede Dateioperation und aufgerufene Webseite, Dauer des Anschauens usw. Offiziell nur, „um die Bedienung immer besser zu machen“ - nun, man findet sogar über Google selbst, woher die Gründer ihr Startkapital hatten.
So schlimm das ist: Ich bin sicher, dass Apple und Microsoft (spätestens seit Windows 10) das ebenso machen - allerdings ohne es so offen zu sagen. Aber den meisten „Usern“ (die eigentlich eher „Used“ sind) ist es ja eh' völlig egal.
Bislang tut das Gerät, was es außer spionieren noch soll. Videokonferenzen laufen flüssig, allerdings ist eine Verbindung nur über WLAN möglich. Apps für Textbearbeitung und FTP machen das Gerät als Zweitbüro für unterwegs nutzbar, und das bei gefühlt ewiger Akkulaufzeit. Lokale Speicherzugriffe, Up- und Downloads sind rasend schnell. Die mit starken Magneten angeklipste Tastatur ist zwar weit unter ThinkPad-Standard, aber besser als bei manchem Billignotebook. Der USI-Stift macht exaktes Positionieren leicht. Negativ sind v.a. der spiegelnde Bildschirm und die Tatsache, dass man fehlerhaften Updates völlig ausgeliefert ist - was das Gerät ganz schnell unbrauchbar machen kann!
arcsin(arccos(arctan(tan(cos(sin(9))))))
ergibt in dieser App nur 8,99999998.
(Die originale Rechner-App erreicht bessere 8,99999999983.)
Referenz für Rechenmaschinen und ‑hilfen, Online-Wiki
umfangreiches Lexikon, u.a. mit Scan des Standardwerks „Der Martin“
Archiv der Zeitschrift im „Rechenkasten“ von Markus Sigg
Referenz für elektronische Rechner
DAS deutsche Rechenmaschinen-Museum in Bonn
Rechnersammlung des Technischen Museums Wien
Informatiksammlung des Museo Nazionale Scienza e Tecnologia in Mailand
Rechnerhalle des Hefei Zimuyuan Museums
Informatiksammlung der Uni Erlangen (direkt zum Katalog)
Smithsonian Institute in Washington (2 Links im Logo!)
Museo degli Strumenti per il Calcolo in Pisa (2 Links im Logo!)
Reinhard Atzbach
José Pascual Aznar Händler, viele schöne Fotos
François Babillot
Josep Balsach Peig
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Detlev Bölter gute Restaurationstips (Archiv)
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„Retrocalculators“
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Jaap Scherphuis
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Harald Schmid Bilder und Texte zur Automatisierung
Herbert Schneemann ✝
John Scriven
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Walter Szrek ✝
Nigel Tout
Cristophe Vande Velde begnadeter Restaurator
John Wolff exzellente technische Beschreibungen
Nathan Zeldes